HILFE Fahrscheinkontrolleur: 2 stationen zu weit mit U-Bahn gefahren, 60€ strafe?

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7 Antworten

Tipp für die Zukunft:

Du kannst für wenig Geld als Ergänzung zu deiner Ausbildungs-Monatskarte die "Grüne Jugendkarte" bekommen und damit dann in ganz München (Innenraum) oder wahlweise auch im MVV-Gesamtnetz fahren.

http://www.mvv-muenchen.de/de/tickets-preise/tickets/schule-ausbildung-und-studium/gruene-jugendkarte/index.html

Im aktuellen Fall wirst du vermutlich um die Zahlung der 60 Euro nicht herum kommen, wenn du tatsächlich über den Geltungsbereich deiner Karte hinaus gefahren bist. Wo die Grenzen der Ringe im Münchener Stadtgebiet sind, siehst du hier: http://www.mvv-muenchen.de/fileadmin/media/Dateien/3_Tickets_Preise/dokumente/TARIFPLAN_2016-Zeitkarten-Innenraum.PDF

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Wenn Du mal loigsch nachdenkst: Wie stellst Du Dir unsere Hilfe vor? Was für eine Möglichkeit gibt es, die wir Dir anbieten können? Es gibt tatsächlich keinen anderen Ausweg als es Deinen Eltern zu sagen - noch VOR dem Urlaub, denn willst Du all die Tage, die Deine Eltern weg sind, leiden? Deine Eltern müssen mit dem Servicecenter Kontakt aufnehmen, die können dort besser etwas erreichen, gerade, wenn die Mitarbeiter unfreundlich sein sollten. Vielleicht sind die auch nur genervt, denn jeder sollte die Bestimmungen kennen, wenn er Bus fährt. Wusstest Du wirklich nichts von Deiner Schwarzfahrerei? Hat Dich niemand aufgeklärt, wie weit Du fahren kannst. Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Tut mir leid, dass ich Dir nichts anderes sagen kann, aber so ist es nun mal.

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Also das nenne ich mal eine ausführliche Beschreibung. :)

Meinst du mit Geldproblemen das die 60€ deinen Eltern wirklich den Urlaub vermiesen würden?

Leider ist das bei jeder Beförderungs-Gesellschaft anders, aber ich mir ist hier in Österreich etwas ganz ähnliches passiert, also ich bin offiziell auch ohne Ticket gefahren (Strafe waren 90€). Ich habe das gleich überwiesen (solltest du wirklich, sonst wirds nur noch teurer mit mahnverfahren usw,..) und gleichzeitig eine E-Mail an den Kundenservice geschrieben dass es eben ein Missverständnis war (ich dachte mein Ausweis wäre noch gültig...) und der Kontrolleur mich sehr unfreundlich behandelt hat (nicht ausreden lassen, mir nicht gesagt hat das ich sofort in bar zahlen könnte (dadurch hätte ich 20€ weniger bezahlt) und einfach insgesamt SEHR ungut war).
Die Reaktion von ihnen war, dass ich 80€ der Strafe zurück überwiesen bekommen habe (10€ bearbeitungsgebühr haben sie sich behalten) mit der benachrichtigung dass sie beim ersten Vergehen von einer Strafe absehen und lediglich die Bearbeitungsgebühr einbehalten...

Wie gesagt.. ist bei jeder Gesellschaft anders, aber probier mal den Kundenservice zu kontaktieren...

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Kommentar von Xipolis
08.10.2016, 02:03

Die Reaktion von ihnen war, dass ich 80€ der Strafe zurück überwiesen bekommen habe

Wunder gibt es immer wieder... ;-)

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Hallo UchihaClan24,

es ist durchaus möglich, dass der Kontrolleur hier einen Fehler gemacht hat. Dann musst du keine Strafe bezahlen, wenn du den Fehler aufklären kannst.

Was ich auch nicht verstehen kann, ist das ich einmal mit derselben Karte (also denselben Ringen) viel weiter gefahren bin und die Karte auch von einem Kontrolleur als ,,gültig" bezeichnet wurde. Meine Freundin hatte doch auch 3-4 Ringe, warum hat er nur mir was ausgeteilt.

Das ist in der Tat sehr seltsam. Um dir darauf antworten zu können, müsste man wissen, in welchem Ring du während der Kontrolle wirklich warst.

Wenn es der 2. Ring war, dann hätte der Kontrolleur deiner Freundin auch einen Strafzettel ausstellen müssen. Wenn es aber noch innerhalb der Ringe 3 – 4 war, dann hätte er dir keinen Strafzettel ausstellen dürfen…

http://www.mvv-muenchen.de/fileadmin/media/Dateien/3_Tickets_Preise/dokumente/TARIFPLAN_2016-Zeitkarten-Innenraum.PDF

Auch unter den Kontrolleuren gibt es „schwarze Schafe“, die mit unlauteren Methoden arbeiten oder selbst nicht ausreichend informiert sind. Das habe ich, als Münchnerin, auch schon erfahren müssen. Dagegen kann man aber vorgehen, wenn das tatsächlich bei dir der Fall war.

Schreibe mir einen Kommentar unter meine Antwort, damit ich dir weiter helfen kann. Ich müsste dazu wissen:

  • Mit welcher U-Bahn du gefahren bist,
  • die Haltestelle an der du in die U-Bahn eingestiegen bist,
  • zwischen welchen beiden Haltestellen du kontrolliert wurdest,
  • die Haltestelle an der du ausgestiegen bist.

Nur dann kann man beurteilen, ob du wirklich schwarzgefahren bist.

LG Emelina

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Kommentar von UchihaClan24
25.09.2016, 13:23

Ich bin am Moosacher Bahnhof eingestiegen, mit der U3 Richtung Fürstenried West bis zur Münchener Freiheit und von Scheidplatz bis Bonner Platz kamen dann die Kontolleure

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Es deinen Eltern zu sagen ist allerdings der einzige Weg. Selbst wenn du im Recht sein würdest, bedarf es ein Gespräch mit dem Center und dieses wird bei weitem besser von deinen Eltern zu meistern sein als von dir.

Geh zu deinen Eltern, sage ihnen ruhig, dass du es nicht wusstest und es dir leid tut und biete an die Summe in Raten bei ihnen abzustottern. So zeigst du Verantwortung, wirkst glaubwürdig und belastest deine Eltern nicht.

Früher oder später kommt es eh raus, da du diese Summe allein eh nicht zahlen kannst. Wenn du es jetzt klärst versaust du deinen Eltern auch nicht den Urlaub, viel Schlimmer wird es, wenn sie es mitten im Urlaub erfahren wo sie nichts klären können oder erst nach verstrichenen Fristen wenn noch weitere Gebühren dazu kommen.

Fehler machen gehört zum Leben dazu, ebenso wie die Suppe auslöffeln zu müssen. Auch wenn es im ersten Moment unangenehm ist, wird es leichter als wenn du es rauszögerst, damit wächst der Ärger nur an.

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Hi Uchiha,

die folgenden Ausführungen erheben keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Es ist fragwürdig mit diesen einen heftigen Streit anzufangen, insb. ohne rechtlichen Beistand. Die Ausführungen stellen eine Problematik im Rechtswissenschaftlichen Bereich auf stark gehobenem Niveau dar. Sie sollen daher als vertretbare Rechtsauffassung verstanden werden, man kann freilich auch die andere Auffassung vertreten. "Unsauber" aber gleichwohl verständlich ist es jedoch, wenn normale Menschen - ggf. sogar Juristen - diese Möglichkeit nicht in Betracht ziehen.

In der Regel werden solche erhöhten Beförderungsentgelte als AGB in den Vertrag einbezogen (§§ 305 II, 305c BGB).

Fakt ist, dass der Minderjährigenschutz im Zivilrecht eine nahezu unbrechbares Prinzip darstellt. Es ist entsprechend auch bei der Einbeziehung belastender AGB zu berücksichtigen. Hintergrund ist, dass die rechtsgeschäftliche Vereinbarung des erhöhten Beförderungsentgelts mittels AGB - und damit der gesamte Anspruch - an § 107 BGB scheitern würde.

Es ist Fakt, dass Instanzgerichte immer wieder versuchen Minderjährigen erhöhte Beförderungsentgelte aufzuerlegen (so wohl z.B. AG Köln NJW 1987, 447).

Das vermag aber kaum zu überzeugen. Die Eltern haben hier offensichtlich keine Einwilligung zur Schwarzfahrt abgegeben (sie warnten sogar davor, niemals Schwarz zu fahren). Eine solche Einwilligung ist aber nach § 107 BGB im Einklang mit dem Prinzip des MJ-Schutzes unerlässlich. Sinn und Zweck des § 107 ist es schließlich gerade, die Minderjährige vor unüberschaubaren Risiken im Rechtsverkehr zu schützen. Hier eine Ausnahme zu machen entbehrt jeder Grundlage.

Das Argument, der gesetzliche Vertreter verhalte sich treuwidrig (§ 242 BGB), wenn dieser seine Einwilligung auf eine reguläre Fahrt beschränke und eine Schwarzfahrt von dieser ausnähme überzeugt ebenfalls nicht (so wohl auch AG Hamburg NJW 1987, 448; AG Bonn NJW-RR 2010, 417 u.v.m.).

Alle rechtsgeschäftlichen Verbindlichkeiten des Midnerjährigen müssen durch ebenjenem Kontrollfilter des § 107 BGB laufen. Vorliegend liegt eine entsprechende Einwilligung unzweifelhaft nicht vor.

Ein Anspruch auf das erhöhte Beförderugnsentgelt besteht nicht.

Wenn du ernsthaft in Erwägung ziehst zum Angriff überzugehen, so hast du hiermit die erforderliche Rechtsauffassung.

Viel Erfolg & viele Grüße JS

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Kommentar von Xipolis
08.10.2016, 01:59

Beste, vertretbare Antwort!

Allerdings bleibt immer ein Restrisiko für die Erziehungsberechtigten, sollte es zu einer Zahlungsklage vor einem Einzelrichter kommen.

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Du bist schlicht und ergreifend ein Schwarzfahrer. Dafür gibt es keine Ausreden. Mit 14 bist du strafmündig, somit hat sich der Kontrolleur absolut korrekt verhalten. Gerade zur Zeit des Oktoberfestes sind enorm viele Kontrolleure unterwegs und die haben wirklich schon JEDE Ausrede gehört. Da ist deine weder neu noch besonders originell. 

Wenn du jetzt nicht auch noch Ärger mit deinen Eltern haben willst, solltest du deine Taten gestehen. Um die Zahlung der 60 Euro wird du nicht drumrum kommen. Und wenn du auf die dumme Idee kommst und versuchst, den Bußgeldbescheid abzufangen und nicht zu bezahlen, dann gibt es richtig Ärger. Da kann dir eine Jugendstrafe mit Ableistung von Sozialstunden aufgebrummt werden

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Kommentar von Xipolis
08.10.2016, 02:01

Die Strafmündigkeit hat nichts mit dem Anspruch auf ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu tun.

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