Frage von jessy108, 36

hilfe erbe?

Hallo zusammen,

ich hoffe dass mir hier jemand auf diesem Wege weiterhelfen kann. ich habe vor kurzem von meinem verstorbenen Vater 50% eines Hauses geerbt. Die anderen 50% gehören meiner Tante. Das Haus befindet sich nicht gerade im besten Zustand, weshalb sie div. Sanierungsarbeiten durchführen lassen möchte, um das Haus zu verkaufen. Ich möchte das Haus aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkaufen. nun meine Frage: wenn meine Tante nun z.b einen Dachdecker ohne meines Wissens beauftragt, muss ich mich dann an den anfallenden Kosten beteiligen? oder ist das ihr Pech? Könnte sie das Haus ohne meine Einwilligung vermieten?

bitte helft mir...

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Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 8

einen Dachdecker ohne meines Wissens beauftragt, muss ich mich dann an den anfallenden Kosten beteiligen?

Zunächstmal muß der der den Dachdecker beauftragt diesen auch bezahlen.

Ob sie die Kosten anteilig zurückverlangen kann, hängt davon ab, ob eine Sanierung zur akuten Gefahrenabwehr zwingend notwendig war. Sofern genügend Zeit ist, muß sie allerdings um Erlaubnis fragen. Sie dürfen diese Erlaubnis dann aber nicht einfach verweigern, sondern müssen nach einer Lösung suchen. 

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh...

(das Urteil bezieht sich allerings auf eine WEG dürfte aber bei einer reinen Eigentümergemeinschaft analog anzuwenden sein.)

Etwas ganz Anderes wäre eine Sanierung, die nicht zwingend erforderlich ist, sondern z.B. zur Erhöhung des Verkaufspreises diehnt oder um das Haus überhaupt verkaufen zu können. Diese kann nur einstimmig beschlossen werden.  In einen solchen Fall muß auch beachtet werden, ob die Sanierungskosten tatsächlich eine Wertsteigerung erziehlen, die über den Kosten liegt. 

Grundsätzlich müssen sie sich mit Ihrer Tante aber zunächstmal einig werden, was mit den Haus passieren soll.

Antwort
von imager761, 8
  1. Ihr seit Miteigentümer zu je 1/2.
  2. Eigentum verpflichtet. "Wohnungseigentümer müssen zwingend notwendige Sanierungsmaßnahmen im Haus durchführen lassen und anteilig für die Kosten aufkommen. Die Zustimmung zu gemeinsamer Auftragsvergabe darf eingeklagt werden. Eine finanzielle „Opfergrenze“ gibt es nicht. Können sie für die erforderlichen Kosten nicht aufkommen, müssen sie notfalls verkaufen." Der BGH entschied auch, dass die Miteigentümer schadenersatzpflichtig sind, wenn sie die Sanierung verweigern und dadurch Folgeschäden oder Mietausfälle entstehen.
  3. Wenn man sich über den Verkauf nicht einigen kann, steht es jedem durch Erbfolge zugefallenem Miteigentümer zu, Teilungsversteigerung zu betreiben.
  4. Im Ergebnis hast du die Wahl:
    • Deinen Miteigentumsanteil zum Zeitwert der Tante zu verkaufen und die als Alleineigentümerin allein sanieren lassen
    • Teilungsvollstreckung zu betreiben auf rd. 35% des gegenwärtigen Zeitwerts zu verzichten
    • Miteigentumsanteil der Tante zu kaufen und mit dem sanierungsbedürftigen Haus zu machen, was du willst  - bis dir die behördliche Abrissaufforderung zugingen
    • Dich auf Sanierungsarbeiten und hälftiger Kostentragung verklagen zu lassen, die du so nie als Mehrerlös bekommst, wenn es später verkauft würde

    G imager761


Antwort
von AntwortMarkus, 17

Ihr müsst euch zunächst einigen ob das Haus so wie es ist verkauft wird, oder ob einer von beiden den Anderen in Bar auszahlt.  Lasse dich von einem Notar beraten. 

Antwort
von herja, 15

Hi,

das sind so die üblichen Erbstreitigkeiten ...

Da jeder 50% Eigentümer ist, kann keiner alleine entscheiden ...

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