Frage von MrCarly, 48

Hilfe bei Strafrecht - kurze Tipps?

Hallöchen,

Strafbarkeiten des N oder A ? Was würdet ihr prüfen ?

A erklärt dem N bei einem Treffen am Gartenzaun folgendes: Im Atlantik lebe ein gewaltiges Ungeheuer, der sog. Katzenkönig. Dieses Monster ärgere sich sehr darüber, dass die Menschheit verstärkt auch im Meer nach Bodenschätzen sucht. Der Katzenkönig werde in Kürze eine gigantische Flutwelle auslösen, die große Teile Amerikas und Europas unter Wasser setzen würde, wodurch hunderte Millionen Menschen – und mit großer Wahrscheinlichkeit auch N und seine Familie – sterben werden. Es bestehe aber eine Möglichkeit, diese Katastrophe abzuwenden. N müsse mit seiner Motoryacht sofort in den Nordatlantik fahren und an einer bestimmten Position Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von 10 kg in den Atlantik werfen, um den Katzenkönig zu besänftigen. N glaubt diese Geschichte, lädt 10 kg Goldbarren auf seine Yacht, fährt zur genannten Position und wirft die Goldbarren ins Wasser. Als N wieder zu Hause ist, beginnt er zu zweifeln. Er stellt A zur Rede und A gibt zu, dass er sich die Geschichte mit dem Katzenkönig nur ausgedacht hat. N zeigt A wegen der Lügengeschichte bei der Staatsanwaltschaft Göttingen an und schildert auch, wie er die 10 kg Gold ins Meer geworfen hat. Nach einigen Wochen erhält N zu seiner großen Überraschung einen Bescheid der Staatsanwaltschaft, in dem es heißt, das Ermittlungsverfahren gegen A sei eingestellt worden, da aus rechtlichen Gründen kein hinreichender Verdacht einer Straftat vorliege.


Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Jura & Recht, 25

Der Katzenkönig Fall ist ein Klassiker. Im Original geht es zwar um Mord, allerdings kann man das Problem natürlich auch auf jeden anderen Tatbestand übertragen.

Zunächst prüfst Du N. Ich würde mit § 303 StGB anfangen, die Tathandlung prüfen, aber dann bei der Fremdheit der Sache rausfliegen. Im Hinblick auf die Aussage der Staatsanwaltchat kann man vielleicht noch eine falsche Verdächtigung oder Ähnliches anprüfen, aber verneinen. Andere Delikte sehe ich ehrlich gesagt nicht.

Dann prüfst Du, ob A sich gem. §§ 303 Abs. 1, 25 Abs. 1 2. Var. StGB wegen Sachbeschädigung in mittelbarer Täterschaft strafbar gemacht hat. Im Rahmen der Voraussetzungen der mittelbaren Täterschaft stellst Du fest, dass N sich selbst nicht strafbar gemacht hat, da es nicht strafbar ist das eigene Eigentum zu zerstören. Dies alleine begründet allerdings noch keine mittelbare Täterschaft. Hier ist umstritten, welche Kriterien anzuwenden sind (e.A.: Einwilligungslösung / a.A.: hypothetisches Verantwortungsprinzip).

Du prüfst idealerweise beide Alternativen durch ´(also einmal ob die Voraussetzungen einer Einwilligung vorlägen und einmal ob die Voraussetzungen der §§ 16, 19, 20, 35 StGB vorlägen) und solltest zu demselben Ergebnis kommen.

Daneben kannst Du vielleicht noch Betrug anprüfen (auch wenn ich bezweifel, dass Ihr den schon einmal besprochen habt). Hier scheitert es spätestens an der Bereicherungsabsicht.

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Antwort
von Havenari, 18

Prüfen würde ich, was mir zu prüfen als Aufgabe gestellt wird.

Da ich Laie bin, fiele mir spontan keine Straftat ein, derer sich der A schuldig gemacht haben könnte. Ich bin einigermaßen überzeugt davon, dass das Erzählen von Fantasiegeschichten nicht strafbar ist - manche Leute verdienen sogar viel Geld damit.

Beim N könnte man über illegale Entsorgung, Gewässerverunreinigung oder weiß ich was nachdenken.

Antwort
von skyfly71, 30

Keine Strafbarkeit.

In jedem Fall würde ich Bedrohung und Betrug prüfen. Mehr Straftaten, die da rein passen würden, fallen mir dazu nicht ein.

Kommentar von uni1234 ,

Bedrohung?!? Betrug?!?! Jemals eine Jura Vorlesung besucht?

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