Frage von Piratin2000, 132

Wo kriege ich Hilfe bei psychischer Krankheit?

Hi, ich (15) bin psychisch krank (jetzt kommt mir bitte nicht mit woher willst du das wissen!!) und ich würde mir gern professionelle Hilfe (z B für eine Therapie) suchen. Nur leider ist es natürlich nicht so einfach Eltern einzuweihen. Und ohne Eltern... gibts kein mir bekanntes Angebot, welches mir helfen würde.

Ich könnte natürlich zur Schulsozialarbeiterin gehen und die bitten meine Eltern einzuweihen, allerdings ist die nur dann da, wenn ich Unterricht habe. Ich kann es mir momentan nicht leisten, jenen zu verpassen, außerdem würden dann Mitschüler fragen wo ich war. Weiss jemand vielleicht eine gute Antwort darauf? Oder einen anderen Weg Eltern einzuweihen (nein, ich habe keine vertraute Person, die mir beistehen könnte)? Oder professionelle Hilfe ohne Eltern (Nummer gegen Kummer und so halte ich nicht für für mich hilfreich)? Und... Wie würdet ihr als Eltern reagieren?

LG

Antwort
von Coza0310, 38

Über manche Antworten kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

1. Du kannst ab 14 sowohl zu einem Facharzt für (Jugend-)Psychiatrie als auch zu einem Jugendpsychotherapeuten ohne Wissen der Eltern gehen. Termin machen und zum Termin die Krankenkassenkarte mitnehmen.

2. Die Kosten werden in D grundsätzlich von der Krankenkasse übernommen.

3. Der Psychiater oder Psychotherapeut kann später das Gespräch mit Deinen Eltern führen.

4. Ich kenne Patienten im Alter von 14, die monatelang wegen Depressionen und SVV in Behandlung waren, ohne dass die Eltern etwas mitbekommen haben.

Antwort
von KillerFerkel, 53

Also ich kann mal sagen wie es bei mir war, ich selbst bin 25 Jahre alt. Ich habe viele Arztgänge hinter mir und viele kraftraubene Untersuchungen da sich meine psychische Verfassung über körperliche Beschwerden bemerkbar gemacht hat. Ich bin damals zu meinen Eltern hingegangen (zur damaligen Zeit hatte ich keinen sehr guten Kontakt zu meinen Eltern da ich viele Fehler gemacht und meine Eltern des öfteren enttäuscht habe) ich bin einfach einen Tag zu meinen Eltern gegangen, habe allen Mut zusammengenommen und hab ihnen erzählt was los ist. Ich hab mich sehr unwohl gefühlt da ich selbst diese psychischen Probleme nicht akzeptiert hatte und hatte Angst vor der Reaktion meiner Eltern, dennoch habe ich meine Entscheidung nie bereut, die Eltern - Tochter Verbindung hat sich um vieles verbessert und meine Eltern unterstützen mich in meinen Übungen so gut es geht. Sie wissen zwar was ich habe aber auch nicht wirklich wodurch es kommt. Deine Eltern sollten deine Privatsphäre akzeptieren. Und wichtig ist du solltest alleine zur Therapie gehen um dich komplett öffnen zu können und nicht unter den unangenehmen und ahnungslosen Blicken deiner Eltern sitzen welche dich vielleicht unter Druck setzen oder anderweitig beeinflussen könnten. 

Antwort
von Laurinchen1, 63

Puh ..also ich bin mir jetzt nicht so sicher,muss man den Eltern das sofort sagen ??ich bin 20 & ebenfalls Psychisch Krank. Ich kann mir gut vorstellen,das du dir ein Therapeuten suchst ! & mit ihr könntest du ja dann drüber reden,wie es wäre die Eltern mit einzubeziehen. Und wegen der letzten Frage,naja also klingt ja eher so als ob du angst vor deren reaktion hast ? Eltern sorgen sich um ihre Kinder und ich denke sie würden dich auch Unterstützen. Ich finde es super,wie du dir alles Organisiertst und dir versuchst hilfe zu holen,respekt und ganz viel Glück :)

Kommentar von KillerFerkel ,

Nein du musst es den Eltern nicht sofort sagen aber man sollte es irgendwann um einfach irgendwann mentale Unterstützung zu bekommen, der Psychologe ist ja auch nicht immer da. 

Antwort
von pilot350, 18

Als eltern würde ich dir helfen. Welche psychische erkrankung glaubst du zu haben? Wenn du direkt hilfe brauchst weil du es nicht mehr sushalten kannst besteht die möglichkeit jedes krankenhaus mit psychologischer abteilung aufzusuchen. Die helfen dir dann sofort. 

Antwort
von KhushRaho, 41

Hallo Piratin2000, Eine Frage zum Anfang, wer hat festgestellt das du Psychisch Erkrankt bist? Ich nehme an ein Arzt...womöglich dein Hausarzt? Bitte ihn doch gemeinsam mit dir und deinen Eltern ein Gespräch zu führen, indem alles geklärt werden kann. Dein Hausarzt wird dir womöglich in deiner Situation weiterhelfen können und dich an einen Therapeuten überweisen.

Kommentar von Piratin2000 ,

Weisste... Bei fast regelmäßiger svv und täglichen Selbstmordgedanken usw ist ja wohl offensichtlich dass etwas absolut gar nicht stimmt. Es braucht keinen Arzt um das zu erkennen.

Antwort
von Spuky7, 31
Kommentar von Piratin2000 ,

Da steht zwar Baden Württemberg, aber vermutlich gilt es auch für nrw... wie ich bereits angenommen hatte...........

Kommentar von Spuky7 ,

natürlich gilt das auch für dein Bundesland, so oder so ähnlich. Deine gesetzlichen Vertreter sind deine Eltern. Oder du gehst mal zum Hausarzt und sagst es dem. Der kann dir eine Überweisung geben, aber eher überweist er dich an einen Psychiater oder Nervenarzt. Therapie ist noch mal was anderes. Auch beim Hausarzt musst du irgendwas vorlegen , dass du  krankenversichert bist.

Antwort
von Spuky7, 57

Es führt kein Weg an deinen Eltern vorbei. Therapie geht nur mit ihrer Unterstützung. Also rede mit ihnen, du bist ihr Kind. Es gibt Kinder-und Jugendpsychotherapeuten, das zahlt die Krankenkasse. Da du bei den Eltern mitversichert bist, geht das sowieso nicht ohne sie. Hab Vertrauen zu deinen Eltern.

Kommentar von Piratin2000 ,

Wie soll ich das bitte machen? "Hey Mama, ich bin übrigens psychisch total krank, gehste bitte ma mit mir zum Psychodoktor?"

Kommentar von Spuky7 ,

Geh doch einfach normal mit Ihnen ins Gespräch. " Es geht mir psychisch schlecht. Ich brauche Hilfe." Wer soll dir sonst helfen? 

Kommentar von KillerFerkel ,

Du wirst dich früher oder später zu diesem Gespräch überwinden müssen, wenn du möchtest das sich deine psychische Lage verbessert aber lass dich nicht unter Druck setzen. Druck ist eine der schlimmsten Dinge die dir bei einer psychischen Erkrankung passieren kann. 

Kommentar von Laurinchen1 ,

Man kann es auch erstmal ohne den Eltern versuchen. Such dir eine Psychiaterin und geh da einfach hin und sag denen das du neu bist,Hilfe brauchst und deine Eltern aber noch nichts davon wissen,wenn sie keine Unmenschen sind,dann nehmen Sie dich dran und versuchen mit dir darüber zu reden,das es auch deine Eltern erfahren. Mehr als weg schicken können sie nicht ! aber ich kann mir nicht vorstellen,das sie dich weg schicken

Kommentar von Spuky7 ,

Ohne geklärte Finanzierung läuft da gar nichts.

Kommentar von KillerFerkel ,

Wenn diese Therapie notwendig ist wird sie von der Krankenkasse übernommen vor allem weil sie/er wie es scheint noch minderjährig ist, zudem hat man bei einem Psychologen Probesitzungen die kostenfrei sind und auch von der KK übernommen werden. Bei den Probesitzungen geht es um die Bindung zwischen Psychologen und Klient und schlussendlich um die Einschätzung des Psychologen. Dieser entscheidet letzten ende ob eine Therapie notwenig ist und stellt die nötigen Anträge bei den KK´s.

Kommentar von Spuky7 ,

Minderjährig! Zustimmung der Eltern erforderlich. Familienversicherung muss geklärt werden.

Kommentar von KillerFerkel ,

Ja gut das ist richtig, ich hatte es anders verstanden ;) deshalb ja auch die ausführliche Erklärung in Bezug auf die finanzielle Lage :) Die Zustimmung der Eltern braucht er/sie auf jeden Fall ^^

Kommentar von Piratin2000 ,

Die Sache ist ich hab schon bei einigen nachgefragt... Bin nur abgewiesen worden und ich lebe nicht gerade in einer Megacity, die Möglichkeiten sind recht begrenzt.

Kommentar von Spuky7 ,

Du kannst nicht ohne Einverständnis der Eltern zum Therapeuten. Die wollen die Finanzierung vorab klären. Therapie muss bezahlt werden, von der Kasse oder privat. Du musst sie einweihen. Sie können dann auch für dich anrufen. Es gibt bei allen Therapeuten Wartelisten, die nehmen nicht sofort Patienten an. Das ist normal, dass man Ablehnungen bekommt. Aber es wird klappen. 

Kommentar von Laurinchen1 ,

ab 14 unterliegt Schweigepflicht ...und joar man kann ja trotzdem fragen,ich habe damals auch hilfe bekommen...aber ok wenn du nicht gerade in der Stadt wohnst,dann ist es ein Nachteil :(

Antwort
von klausjosef1955, 21

Ich habe die schon gegebenen Antworten nicht gelesen, es ist für mich zu viel Text. 

Zunächst bietet sich die Telefonseelsorge an. Da sitzen zwar wohl keine hochgeschulten Mitarbeiter und es ist immer Zufall, an wen man gerade gerät. Aber die Leute können doch Anlaufstellen in der Region haben, müssten Telefonnummern haben, eine Liste.

Zweitens der nächste Sozialpsychiatrische Dienst. Ich weiß jetzt nicht, von welchem Bundesland Du schreibst , und ob Du aus einem ländlichen Raum oder aus der Stadt schreibst. Wo ich wohne, gibt es einen Sozialpsychiatrischen Dienst von Caritas und Diakonie, einen des Roten Kreuzes, einen der Uni-Kliniken. Da sind meines Wissens Sozialpädagogen und Psychologen beschäftigt. Andernorts ist der Sozialpsychiatrische Dienst dem Gesundheitsamt angegliedert.

Drittens natürlich der Hausarzt. Ich kenne einen Allgemeinarzt, der eine psychiatrische Ausbildung hat. Aber die hat nicht jeder Hausarzt. Jedenfalls kann man zum Hausarzt einfach mit den Symptomen Müdigkeit und Erschöpfung gehen, das kann man m.E. auch den Eltern ohne Probleme sagen.

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