Frage von BeMyHomie, 10

Hilfe bei Deutsch-Hausaufgabe, Rede?

Hallo! :)

Als erste richtige Deutschhausaufgabe haben wir einen Übungsaufsatz auf. Wir haben viel Auswahlmöglichkeiten, doch kein Thema liegt mir so richtig. Dann habe ich mich für die Aufgabe ,,die informative Rede´´ entschieden, da da das Thema am ´leichtesten´für mich ist. Das Problem: ich habe noch nie eine informative Rede geschrieben und finde weder in unserem Deutschbuch, noch im Internet eine gute Erklärung dafür (Aufbau, Merkmale...).

Ich gehe in die 11. Klasse, also ist das Niveau auch (leider) dementsprechend & es sollen ca 1000 Wörter sein.

Kann mich bitte jemand so genau wie es geht über so eine Rede aufklären?

Vielen Dank & noch ein schönes Wochenende! :)

Antwort
von 007Alkl, 5

Hallo,

Egal, zu welchem Anlass Sie reden: Mit Ihrer Rede wollen Sie eines der folgenden  4 Ziele erreichen:

1. Unterhaltung: Sie wollen mit Ihrer Rede ein Fest oder eine Veranstaltung in Schwung bringen.

2. Motivation: Sie wollen Ihre Zuhörer zu Taten anspornen oder zumindest eine positive Grundstimmung erzeugen.

3. Würdigung: Sie würdigen ein Ereignis, oder Sie ehren eine Person

4. Information

:

Sie möchten über ein Ereignis oder einen Sachverhalt informieren.

 Welche Rede verfolgt welches Ziel?

Redeziel: UnterhaltungBegrüßungsrede; Büttenrede; Dankrede; Festrede; Taufrede; Tischrede; Weihnachtsrede

Redeziel: Motivation
Antrittsrede, Beförderungsrede; Gedenktagsrede; Konfirmationsrede; Motivationsrede; Neujahrsrede; Spendenrede

Redeziel: Würdigung
Abschiedsrede; Ehrungsrede; Eröffnungsrede; Geburtstagsrede; Hochzeitsrede; Jubiläumsrede; Trauerrede

Redeziel: Information
Faktenvortrag; Haushaltsrede; Jahreshauptversammlung; Pressekonferenz; Referat; Wissenschaftsvortrag; Zwischenbilanz

 

Prüfen Sie selbst:
Welches Ziel wollen Sie mit Ihrer Rede erreichen? Anhand der obigen Tabelle können Sie Ihre Rede ganz einfach einem Ziel zuordnen. Möchten Sie z.B. die Eröffnungsredezu einem Schützenfest halten? Dann handelt es sich um eine unterhaltende (Festrede) und gleichzeitig würdigende Rede (Eröffnungsrede). 
Für Sie bedeutet das: Achten Sie bei Ihrer Stoffsammlung und Stoffgliederung darauf, dass Ihre Zitate dem Rede-Ziel „Unterhaltung“ entsprechen.
Wenn Sie Ihr Redeziel erreichen wollen, beziehen Sie immer Ihre Zuhörer in Ihre Überlegungen mit ein. Wie soll Ihre Rede auf Ihre Zuhörer wirken, was sollen sie denken oder tun?

Beispiel:
Nach Ihrer Eröffnungsrede zum Schützenfest sollen die Zuhörer ausgelassen und fröhlich feiern. Und sie sollen möglicherweise in Erinnerung behalten, was der Schützenverein für die Gemeinschaft geleistet hat. Dies erreichen Sie als Bürgermeister z.B. mit folgender Schlusspassage:

Bedenken Sie: Ein und dasselbe Rede-Ziel können Sie bei unterschiedlichen Zielgruppen unter Umständen nur dann erreichen, wenn Sie auch komplett unterschiedliche Reden halten.

Beispiel: 
Wenn Sie als Bürgermeister eine Festrede zur Eröffnung einer Kunstausstellung halten, ordnen Sie Ihr Material völlig anders an als bei der Eröffnung eines Schützenfestes. 
Das Ziel Ihrer Rede (unterhalten und würdigen) bleibt gleich – doch Ihre rednerischen Mittel sind andere.
Die Schlusspassage zur Eröffnung einer Kunstausstellung könnte z.B. lauten:

Meine Damen und Herren,

 

ich hatte einleitend meine Meinung zu den ausgestellten Bildern in 3 Wörtern gesagt:„Sie gefallen mir.“

 

Gestatten Sie, dass ich nun mit 4 Wörtern schließe:

„Die Ausstellung ist eröffnet!“

Grundsätzlich gilt: Jede gute Rede gibt Antworten auf die noch nicht gestellten Fragen der Zuhörer! Egal, ob es um eine informierende, eine motivierende, eine würdigende oder um eine unterhaltende Rede geht: Ihr Publikum geht mit einer bestimmten Erwartungshaltung in den Vortrag – und je besser Sie die Zuhörererwartungen erfüllen, umso leichter erreichen Sie Ihr Rede-Ziel.

Nutzen Sie daher den folgenden Fragenkatalog, um die Erwartungshaltung Ihres Publikums genauer zu bestimmen:

Welche Fragen könnten die Zuhörer zum Thema stellen?Welche Fragen könnten Ihre Zuhörer zu aktuellen Ereignissen haben?Was würden die Zuhörer gerne über Sie wissen?Welche Meinung vertreten die Zuhörer bezüglich des Rede-Themas?Welche Themen sollten besser nicht angesprochen werden?Was könnte die Zuhörer verletzen oder brüskieren?Welche Fachausdrücke verstehen die Zuhörer, welche nicht?Wie viel Zeit wollen die Zuhörer sich nehmen?

Informative Reden: Sie dienen dazu, das Publikum auf den neuesten Wissensstand zu einem Themengebiet zu bringen. Ihr Stil: sachlich argumentativ. Aber: Humor ist nicht verboten! Rede-Dauer: maximal 45 Minuten.
Meinungsbildende Reden: Sie sollen das Publikum in eine bestimmte Denkrichtung bewegen. Vorsicht mit Humor. Beispiele sind hier aber sehr hilfreich, um solche Reden aufzulockern. Rede-Dauer: maximal 45 Minuten.

Dankesreden, Laudationes: Bestimmte Personen sollen hervorgehoben werden. Um solche Reden abzurunden, können Sie Anekdoten und persönliche Begebenheiten mit dem oder der zu Ehrenden humorvoll beleuchten. Rede-Dauer: maximal 15 Minuten (lieber kürzer). Dies gilt vor allem, wenn Sie nicht der einzige Laudator sind. Sonst leiden der oder die zu Ehrende ebenso wie das Publikum schnell unter einem ausufernden Rede-Marathon.

Unterhaltende Reden: Beispiel: Tischreden. Diese Reden haben auflockernden Charakter. Sie sind vom Ton her beschwingt und leger. Rede-Dauer: maximal 5 Minuten.

Grußworte: Als prominenter Gast beehren Sie ein Fest oder eine Feier oder stellen mit Ihrer Rede das Besondere heraus. Rede-Dauer: 3 bis 5 Minuten.

Festrede: Sie setzen das Glanzlicht der Veranstaltung. Alle warten gespannt auf Ihren Vortrag. Sie stellen den Bezug zum Veranstalter her. Sie wissen spannend und geistreich zu erzählen. Und Sie wissen: Nach maximal 30 Minuten sind Sie mit Ihrem Vortrag fertig.

 

Bedenken Sie die Rede-Länge

Auch wenn es Ihnen schwer fällt: Kürzen Sie Ihre Rede, bis sie passt. „Verschieben“ Sie lieber ein paar Argumente in die spätere Diskussion. Eine Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörerschaft.

Dazu kommt: Die Konzentrationsfähigkeit des Publikums ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen.

Für Sie als Rednerin oder Redner heißt das: Sie müssen in immer kürzerer Zeit die gleichen Sachverhalte

vermitteln. Aus diesem Grund sind die oben genannten Zeitangaben auch wirklich als Maximalangaben zu sehen. Machen Sie es sich daher zum Motto: „Lieber 10 Minuten sprühen als eine Stunde tröpfeln.“

Kommentar von BeMyHomie ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Habe es leider erst jetzt gesehen..ist jedoch noch immer sehr hilfreich. 

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