thomytiger am 28.03.2008 um 10:57 Uhr
stellt Euch mal vor, Ihr müsstet Eurem Kind jetzt bei der Berufswahl behilflich sein, das Kind weis weder was es werden will, noch ob der Job dann in 20 Jahren noch gefragt sein wird....Welche zukunftssicheren Job´s würdet Ihr Eurem Kind vorschlagen und warum?

Ich finde es immer wieder komisch, daß keiner, der eine solche Frage stellt, auf das Thema der Fähigkeiten des Kindes eingeht. Dabei ist das doch das Wichtigste dabei. Was nützt es, wenn ich hier antworten würde: "Zahnmedizin studieren", wenn das Kind garnicht die intellektuellen Fähigkeiten dazu hat. Ich kann nur den Rat geben, die Fähigkeiten und Neigungen des Kindes früh genug durch Praktika herauszubekommen und dann in geeigneter Weise zu suchen.

Meinem "Kind" habe ich geholfen in verschiedenen Berufszweigen Praktika zu bekommen. Da gingen mehrere Wochen Ferien drauf, aber es hat sich gelohnt. Er hat etwas gefunden, was ihn so interessiert, dass er eine Ausbildung in dem Beruf machen wollte. Ob der Job in 20 Jahren noch gefragt ist, kann dir beim besten Willen keiner sagen. Wir hatten auch eine ausführliche Beratung beim Arbeitsamt mit Eignungstest, leider war das gar nicht hilfreich.

DEN zukunftsicheren Job gibt es in Deutschland glaube ich nicht mehr. Fast in jedem Beruf ist es nach der Ausbildung schwierig eine Anstellung zu finden. Oftmals zu schlechten Bedingungen (befristete Verträge, schlechtes Gehalt). Wenn dein Kind noch nicht weiß, was es werden soll, warum macht es dann nicht erstmal ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr? Praktikas sind auch nicht schlecht um verschiedene Berufe kennenzulernen. Dein Kind sollte nicht zu einem Beruf gezwungen werden, der nach Meinung anderer Leute der BESTE JOB ist. Dein Kind muß etwas lernen, dass ihm Freude bereitet . Beruf hat auch was mit Berufung zu tun. Also nicht unter Druch setzen, sondern dem Kind einfach noch etwas Zeit geben zu sich selbst zu finden. Ich wollte damals unbedingt Erzieherin werden, schon von Klein an. Meine Eltern unterstützen mich nicht, sondern wollten , dass ich was solides lerne , ins Büro gehe. Ich habe dann meine Ausbilung zur Justizfachangestellten abgeschlossen. Bin aber in dem Beruf nicht geblieben , sondern habe ein paar Jahre später Erzieherin gelernt und war dann erst glücklich!
mia68 am 28. März 2008 11:27 ...auch da kann ich nur beipflichten, DH, @Moon! Und LG.
Rechtsanwalt. Die Leute streiten immer mehr, die Gesetze werden immer komplizierter, sicherer gehts kaum.

Wie alt ist das Kind? Wenn das Kind unentschlossen ist und gute Noten hat, kann es doch das Abitur machen und vieleicht entscheidet es sich bis dahin. Außerdem sollte man als Elternteil über besondere Interessen und Begabungen des Kindes Bescheid wissen. Dementsprechend könnte man Berufe aus der passenden Richtung vorschlagen.
Ist das eine allgemeine Frage, oder geht es um dein Kind? Es gibt hervorragende Beratungsstellen, die mit deinem Kind eine Potentialanalyse machen und mehrere Stunden mit deinem Kind arbeiten, um so das Optimale heraus zu holen. Da erfährt dein Kind auch welche Berufe Zukunft haben. Frag mal bei www.kernfindung.de nach.

Mein Sohn hat in verschiedenen Berufen Praktika gemacht und zur Probe gearbeitet. Da gingen zwar ein paar Ferientage drauf, es war aber sicher der beste Weg! Was soll ich ihm etwas vorschlagen, was ihm dann überhaupt keinen Spaß macht? Da hilft es auch nix, wenn es zukunftssicher ist! Vor allem hat er Vor- und Nachteile der verschiedenen Jobs live erlebt! Erzählen kann man ja viel - aber so hat er es gesehen! Und hat vor allem für den Herbst eine Lehrstelle gefunden, die er zuerst gar nicht im Auge hatte!

Einen zukunftssicheren Job gibts wohl kaum. Keiner weiß was in 20 Jahren sein wird, weiß ja nicht mal was in 5 Jahren ist. Altenpfleger, Krankenpfleger, Psychologe etc. solche Berufe werden wohl immer gebraucht.
Für welchen Job kann man schon sagen, daß er in 20 Jahren noch krisenfest ist...
Natürlich gibt es Berufe, die immer irgendwie gebraucht werden: Bäcker, Klempner, Elektriker, Krankenpfleger, Altenpfleger... Aber auch in diesem Berufen wird sich in den nächsten zwanzig Jahren vieles verändern.
Jedem, der mich ernsthaft fragt, rate ich, etwas zu machen, was derjenige mit Freude machen würde, wo er sich auch gerne engagieren würde. Wenn es einem Spaß macht, Germanistik zu studieren - bitte, soll er. Jemand, der davon begeistert ist, findet auch damit irgendwie hinterher einen Beruf. Und wenn einer Spaß am Arbeiten mit Holz hat - soll er getrost Tischler werden. Wenn einer unbedingt in einer Kneipe arbeiten möchte - (mit einer ordentlichen Ausbildung) warum nicht?
Woran man Spaß finden kann - das herauszufinden ist wohl das Schwierigste. Man kann dazu in Betriebe gehen und nach Praktika fragen. Zwei Wochen geben auch einem Schüler schon gute Einblicke.
Nicht immer reicht es aus, im Bekanntenkreis nach geeigneten Berufen Ausschau zu halten. Oft sind die Bekanntenkreise (der Eltern) ziemlich einseitig orientiert. Man muß auch mal über den Tellerrand gucken.
Und ganz wichtig: wenn das Kind was gefunden zu haben meint, sollte es dabei die bestmögliche Unterstützung erhalten! Damit die Freude erhalten bleibt...
ich habe zwar keine Kids - zumindest weiß ich davon nichts ;-). Aber ich habe schon mehrere Tests zur Berufswahl gemacht. Der beim BIZ hat am wenigsten geholfen, der beste war unter www.berufsprofiling.de. Aber ich glaube, das ist letztlich nur ein Hilfsmittel - den Rat von Freunden oder Eltern ersetzt das nicht.
...gute Antwort, DH.