Frage von Tundt2013, 60

Hilfe! Behörde behauptet man sei aus der Kirche ausgetreten?

Hallo zusammen,

im Jahre 2014 fiel der Steuerberaterin meines Freundes auf, dass er seit September 2013 nicht mehr in der Kirche sei. Im Mai hatte er einen Wohnungswechsel von einer anderen Stadt, im November 2013 innerhalb der Ortschaft. Hierbei schien wohl irgendwo ein Fehler aufgetreten zu sein. Wir sind dem Finanzamt vorstellig geworden, um zu Fragen warum man nicht die Kirchensteuer bezahlen würde. Begründung: Entweder hätte man bei der Ummeldung angegeben, dass man keiner Religion angehört, oder man hätte beim Amtsgericht einen Antrag gestellt. Beides ist nicht der Fall. Die Stadt wollte sich nicht drum kümmern und bemühen, man wäre in der Beweispflicht. Wie soll man etwas beweisen, was man nie erhalten hat (bspw. Austrittbescheinigung).

Wir sind beide katholisch und würden gerne nächstes Jahr kirchlich heiraten.

-Möchte man wieder in die Kirche eingetreten, muss man diese Austrittbescheinigung vorlegen (die liegt ja nicht vor, weil es nie eine gab) -Kämpft man um sein Recht das man eben katholisch ist, kann man nun die ganzen Jahre nachzahlen (weil mein Freund sich nicht weiter drum gekümmert hat) Ihm wurde damals gesagt, dass er in sein Geburtsort fahren müsste (in POLEN!) um dort eine Taufbescheinigung etc. zu besorgen. Da wir nicht die Möglichkeiten hatten dort runter zu fahren und auch nach keinen alternativen geschaut haben, hat mein Freund es einfach so belassen wie es ist.

Habe eben noch nachgelesen, dass das Finanzamt noch Jahre später diese Austrittserklärung anfordern kann. Kann man diese nicht aushändigen, hat man die Akarte und kann nachzahlen.

Wer hat einen Rat?

In der Kirche kann man ja auch angeben, dass man nicht getauft ist. Ist er ja aber. In die Kirche wieder eintreten ist ohne diese blöde Austrittserklärung ja auch nicht wirklich möglich. Meldet man sich wieder um, um die Religion anzugeben, muss man nachher auch noch nachzahlen.

Wer hatte diesen Fall auch schonmal?

Vielen Dank.

Antwort
von steinpilzchen, 22

Vielleicht kannst du anrufen und fragen ob sie dir die Erklärung nochmal zu schicken konnen. Mit glück fällt gar nicht auf das ihr nicht ausgetreten seid.

Antwort
von ThomasAral, 23

von der kirche bescheinigen lassen, dass du den gesamten zeitraum "Mitglied" warst ... und wenn nicht den gesamten Zeitraum, dann bescheinigen lassen wann nicht.

Kommentar von Tundt2013 ,

Mitglied, trotz das man nicht die Kirchensteuer  gezahlt hat?

Antwort
von hummel3, 23

Eine seltsame und wie ich finde kaum glaubhafte Geschichte! - Jedes Standesamt oder das Amtsgericht (abhängig vom Bundesland in dem dein Freund lebt) müsste diesen Fall zusammen mit dem Finanzamt recherchieren und aufklären können.

Auch der Steuerberaterin müsste leicht der Nachweis gelingen, bis wann die Kirchensteuer abgeführt wurde und ab wann nicht mehr. Wäre sie eine ordentliche Steuerberaterin hätte sie außerdem deinen Freund mit Verweis auf die Steuererklärung des Vorjahres angesprochen, dass er wohl zwischenzeitlich aus der Kirche ausgetreten ist und so den angeblichen Fehler des Amtes aufgedeckt.

Ich vermute aber, dass sie ist keine niedergelassene Steuerberaterin ist und deine Freund zudem recht oberflächlich, was sein Geldverhältnisse und Mitgliedschaften betrifft. Da ist dann guter Rat teuer.

Sprecht doch mit eurem katholischen Pfarrer über die Problematik. Wenn ihr so gute Katholiken seid, dann wird er sicher bestätigen, dass ihr treue Schäfchen seiner Gemeinde seid und kann euch parallel vielleicht auch durch innerkirchliche Recherchen bei der Aufdeckung des Verwaltungsfehlers unterstützen. Man muss es nur probieren.

Kommentar von Tundt2013 ,

Genau, habe mir die Geschichte ausgedacht, um Menschen zu beschäftigen ;)

Die gute Dame, die ihm die Steuer gemacht hat, ist eine Gehilfen und hat das nebenbei für ihn gemacht. Sie hat ihn darauf hingewiesen und daraufhin haben wir Kontakt zum Finanzamt gesucht. Danach folgten Telefonaten mit der Stadt mit der Info: Taufurkunde in Polen holen.

Habe den Thread hier verfasst, weil ich so einen Fall nirgendwo im Internet gefunden habe. So blöd es sich hier alles anhört. Es ist aber nun mal Fakt.

Und wie ebenfalls schon erwähnt:; Mein Freund hat das alles Schleifen lassen, da wir zu der Zeit nicht einfach mal eben so nach Polen konnten!

Das Finanzamt hat sich null dafür interessiert und uns an die Stadt verwiesen. Muss mich hier nun auch nicht wiederholen. Letzt endlich meinten sie das wir in der Beweispflicht sind. Soviel zum Thema Zusammenarbeit der Ämter und "aufdecken".

Wir werden wohl das Gespräch mit dem Pfarrer suchen.

Kommentar von hummel3 ,

Noch ein Tipp! - Wenn dein Freund nicht ausgetreten ist, dann dürfte es auch dem Standesamt nicht leichtfallen, seinen Austritt aus der Kirche zu belegen und damit den Fehler aufzuklären. Schließlich meldet diese Behörde die Kirchenaustritte dem Finanzamt weiter. Und da alles noch keine 10 Jahre her ist, müsste sich der Fehler leicht aufklären lassen, denn auch das dafür zuständige Standesamt hat eine Aufbewahrungspflicht für seine Unterlagen!

Ich kann mir von meinen Kontakten mit Ämtern einfach nicht vorstellen, dass alle ähnlich wenig hilfsbereit sein sollen. Manchmal darf man sich aber auch nicht so leicht "abspeisen" lassen, sondern muss etwas Ausdauer im Widerspruch beweisen.

Viel Glück!

Antwort
von FGO65, 22

Deinem Freund hätte schon 2013 auffallen können/müssen, das er keine Kirchensteuer mehr zahlt. Blick auf die Gehaltsabrechnung hätte genügt.

Also liegt eine Mitschuld schon mal vor.

Kommentar von Tundt2013 ,

Na das hab ich doch gesagt, dass seiner Steuerberaterin 2014 das aufgefallen ist. Sein Gehalt ist variabel, muss auch ehrlich sagen das wenn mein Gehalt jeden Monat anders ist, ich dort nicht drauf achten würde. Und letzt endlich haben wir uns ja drum gekümmert (Infos eingeholt, rumtelefoniert etc), aber extra nach Polen fahren um Bescheinigungen zu holen um in der Kirche bitte bitte zu sagen, war zu diesem Zeitpunkt einfach nicht möglich

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