Frage von romeovalentino, 118

Hilfe! Bafög Amt will 340 % allein für Mahnkosten und Zinsen, muss ich das zahlen?

Ich habe mir vor ca 15 Jahren den Fehler erlaubt Bafög zu beziehen und aus Ca 3.000€ wurden jetzt Ca 10.000€ angeblich sind das Mahngebühren und Zinsen. Ich finde das total überzogen und wäre bereit die 3.000€ zu zahlen und gerne eine kleine Summe Ca 1.000€ an Mahngebühren oder Zinsen. Ich verdiene nichts und habe auch nichts verdient. Was kann ich tun? Ich weiß es sieht blöd aus, ich brauche auch keine Kritik oder Verurteilung nur Hilfe, Tipps und Ideen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anjanni, 66

Nun, man hat Dich sicherlich jetzt nicht das erste Mal aufgefordert, BAFöG zurückzuzahlen...

Hast Du immer Deine Adresse mitgeteilt? Oder mussten sie Dich womöglich auch erst noch suchen?

Wenn Du in Verzug bist, kannst Du ja noch froh sein, wenn die noch nicht auf die Idee gekommen sind zu pfänden...

Tatsächlich hast du irgendwann mal einen Vertrag unterschrieben, bevor Du Geld bekommen hast. Schau halt nach, was drin stand!

Sie verlangen ja auch nicht 340% mehr von Dir - der Mehrbetrag setzt sich aus Zinsen und Zinseszinsen über die vielen Jahre zzgl. offenbar Mahnkosten zusammen.

Wenn sie jetzt noch immer nett und freundlich zu Dir sind, kannst Du auch noch versuchen, Deine derzeitige Einkommenssituation zu schildern und eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Die Raten müssen aber so aussehen, dass es auch möglich ist, den Betrag in vertretbarer Zeit zurückzuzahlen.

Antwort
von zippo1970, 66

Schuldnerberater fragen!!! Ich will dir keine Hoffnung machen, aber ich glaube, die dürften nur für max. 4 Jahre Zinsen berechnen, und nicht für 15 Jahre. Ich bin aber kein Experte. Die Frage einer Verjährung steht auch im Raum, wenn es keinen vollstreckbaren Titel gibt.

Aber wie gesagt, ich bin kein Experte. Deswegen würde ich mich dringend an einen Schuldnerberater wenden. Am besten von Caritas oder Diakonie, die sind kostenlos.

Alles Gute!

Antwort
von sr710815, 65

vor 15 Jahren gab es ja höhere Zinsen, das richtete sich wohl mit x %-Punkten über dem Basiszinssatz der Bundesbank.

15 Jahre sind sehr lang.

Gab es zwischenzeitlich keine Ankündigung ?

Sonst mal zur Verbraucherberatung gehen, notfalls Stundung beantragen oder Ratenzahlung

Antwort
von Maimaier, 59

http://www.studentenwerk-hannover.de/b-zinsen.html

"Das Bankdarlehen ist von der Auszahlung an zu verzinsen; bis zur
Rückzahlung werden die Zinsen gestundet, werden aber jeweils
halbjährlich (1. April und 1. Oktober) auf die Darlehensschuld
aufgeschlagen. Der Zinssatz ist variabel und entspricht dem
6-Monats-EURIBOR (= Zinssatz für die Geldbeschaffung z. B. des Staates).
Dazu kommt ein Aufschlag von 1 % für die Verwaltungskosten der KfW.
Derzeit beträgt der Gesamt-Zinssatz 0,87 % (effektiv 0,87 %)."

http://de.euribor-rates.eu/euribor-zinssatz-6-monate.asp

So rein optisch schätze ich mal ein Durschnittszins von 2 bis 2.5% beim 6-Monats-Euribor der letzten 15 Jahren, zuzüglich der 1% für Verwaltungskosten.

3000 € * 1,035^15 = 5026 €

Da müssten die Mahngebühren ja 5000€ ausmachen.

http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?1,303592

Kommentar von Havenari ,

Der optisch geschätzte Durchschnittszins hilft wenig, wenn gerade in den ersten Jahren der Laufzeit die aktuellen Zinsen deutlich höher lagen - dadurch konnte die geschuldete Summe relativ schnell anwachsen. Der geringe Zinssatz der letzten Jahre fällt hingegen kaum ins Gewicht.

Kommentar von Maimaier ,

Die Reihenfolge der Jahre spielt keine Rolle (Kommunikationsgesetz der Multiplikation). Ob du im ersten Jahr 10% Zinsen bekommst und im zweiten Jahr 5%, oder im ersten Jahr 5% und im zweiten Jahr 10%, am Schluss hast du immer das gleiche, 15.5% mehr als am Anfang. (1.05*1.10 = 1.115).

Der Durchschnitt der Zinsen ist eine ziemlich gute Nährerung für den effektiven Zins, überschätzt ein bisschen (arithmetisches Mittel als Näherung für das geometrische Mittel)

Antwort
von FordPrefect, 38

Sofern über die rückzuführenden Beträge seinerzeit ein Festsetzungs-Bescheid ausgestellt und zugestellt wurde, beginnt gem. § 52 SGB X mit diesem Datum die 30-jährige Verjährungsfrist. Hier dürfte also leider rein gar nichts verfristet sein. Es ist aber schwer nachzuvollziehen, wie die rd. € 7000.-- an Zinsen und Kosten sich zusammensetzen sollen. Dies bitte mal abtippen und neu einstellen.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Bei einem effektiven Jahreszins von 5,8% ergeben sich bei 15 Jahren in etwa 232.962 % Zinsen. was bei einem Grundbetrag von 3000 Euro allein an Zinsen insgesamt zusätzlichen 6988,85 Euro entspricht. Somit sind die 7000 Euro, die sicherlich ebenfalls gerundet sind, sehr gut erklärbar.

Antwort
von qugart, 56

Ohne da jetzt mehr Infos zu haben würde ich behaupten, dass das alles rechtens ist.

Hört sich so an, als wärst du schon eine Weile in Verzug.

Kommentar von martinzuhause ,

damit es rechtens ist benötigt der gläubiger da einen titel über die schulden. ansonsten ist es bereits verjährt

Kommentar von qugart ,

Und ich bezweifle die Verjährung. Bei Rückzahlungsbeginn nach Ende Regelstudienzeit sollte die Tilgungsphase bereits vor ca. 10 Jahren begonnen haben. Die vergessen da ihre Schuldner nicht einfach und wollen dann nach Eintritt Verjährung das Geld wieder zurück.

Der Fehler liegt da wo anders. Vor allem, da man bei 3.000 Euro Darlehen wirklich nicht viel zurückzahlen muss.

Wie gesagt: ohne mehr Infos gehe ich von einer berechtigten Forderung aus.

Antwort
von Caleya, 59

Ich fürchte, da wird dir nur ein Schuldnerberater/ Rechtsanwalt Auskunft erteilen können, welche Schritte für dich jetzt sinnvoll wären.

Antwort
von Messkreisfehler, 50

Ratenzahlung vereinbaren...

Das innerhalb von 15 Jahren einiges an Zinsen aufläuft ist ja nichts ungewöhnliches.

Antwort
von martinzuhause, 45

gibt es denn da einen gerichtlichen mahn- oder vollstreckungsbescheid? dazu muss es ja einen titel geben der die schulden gerichtlich festschreibt.

Antwort
von JTKirk2000, 28

Sorry, aber in Mathematik hast Du wohl nicht aufgepasst. Selbst zusammengenommen, belaufen sich die Zinsen auf 233,33. %, wenn keine Mahn- bzw. Inkassogebühren mit enthalten sind. Bei 15 Jahren entspräche dies einem effektiven Jahreszins von maximal 5,8 % (über 15 Jahre, also 1,058^15 = etwa 2,3296 während bei 1,059^15 = 2,3628 wäre).

Ich weiß ja nicht, wozu Du den BAFöG-Kredit gebraucht hast, aber dass man diesen ebenfalls zurückzahlen muss, wie jeden anderen Kredit auch, sollte eigentlich außer Frage stehen. Daher sollte man sich überlegen, ob man einen Kredit aufnehmen will. Im Eigentlichen ist er zur Unterstützung eines Studiums gedacht und dafür erscheinen mir 3000 Euro eher sehr knapp bemessen. Da man allein bis zum Bachelor in der Regel 3 Jahre (6 Semester) studiert, was bei insgesamt 3000 Euro gerade einmal 83,33 € im Monat entspricht.

Da der Schaden, bzw. die Schulden nun mal da sind, bringt es nichts, weiter darauf einzugehen, wie "geistreich" die Idee mit dem BAFöG-Kredit war. Es wäre einerseits eine gute Idee, sich mit einer örtlichen Schuldnerberatung in Verbindung zu setzen und alles weitere mit denen zu bereden. Zudem kann es, mit Absprache bei der Schuldnerberatung, nicht schaden, sich auch mit der betreffenden BAFöG-Stelle in Verbindung zu setzen, von der die Forderung ausgeht.

Überzogen ist diese Forderung mit Sicherheit nicht, wie sich an dem oben gezeigten Rechenbeispiel zeigt, aber allen dass Du schreibst, dass sich die Zinsen bei einem Grundbetrag von 3000 Euro und einem Endbetrag von gegenwärtig 10000 Euro auf 340% belaufen würden, zeigt deutlich auf, dass Du zumindest von Zinsrechnung einfach mal keine Ahnung hast. Was mich zu der Frage bringt, wie Du überhaupt auf die Idee gekommen bist, einen BAFöG-Kredit zu beantragen?

Antwort
von Schneefall222, 38

Lass dich doch mal von der Verbraucherzentrale beraten oder vom Anwalt für Sozialrecht. Die können dir sagen ob das so hinhaut.

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