Frage von lordbuerzel, 18

Hilfe annehmen bei der Nachvermietung - gilt das als einvernehmliche Kündigung?

Hallo,

mein Mitbewohner will in ca. 10 Tagen ausziehen und hat seine Hilfe bei der Aufgabe und Formulierung einer Anzeige und beim Suchen der Mitbewohner angeboten. Ich habe geantwortet, dass er gern seinen Formulierungsvorschlag senden kann ich schaue dann, ob ich das in der Anzeige berücksichtigen kann.

Frage: Ist damit bereits eine einvernehmliche Kündigung rechtskräftig? Kann ich also damit nicht mehr auf die Einhaltung der Kündigungsfrist bestehen? Eine offizielle Kündigung hat er mir aber eigentlich noch gar nicht geschickt , sondern nur geäußert, er wolle Ende des Monats ausziehen und eine gleichlautende Mail geschrieben, in der er auch diese o.g. Hilfe angeboten hat.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 11

Ist dein Mitbewohner dein Mieter?

Mietverträge können nur in Schriftform gekündigt werden.

Das wäre eine einseitige Willenserklärung.

Einvernehmliche Beendigung setzt vor aus das beide Parteien zustimmen. Das möglichst nachweisbar in einem Vertrag.

Antwort
von Nemisis2010, 1

Eine einvernehmliche Kündigung gibt es nicht, denn eine Kündigung ist immer eine einseitige Willenserklärung.

Was Du meinst, wäre ein Mietaufhebungsvertrag. An einen Mietaufhebungsvertrag kann man auch bestimmte Bedingungen knüpfen, so z.B. daß er Dir dann die noch ausstehende Miete zahlt und Du ihn dann im Gegenzug aus dem Mietvertrag (ohne wirksame Kündigung seinerseits) entläßt.

Einen Nachmieter würde ich an Deiner Stelle selbst suchen, denn Du mußt mit ihm auskommen.

Antwort
von DarthMario72, 14

Es gibt keine "einvernehmliche Kündigung", das was du meinst nennt man Aufhebungsvertrag.

Auch wenn das kein bisschen vergleichbar ist, aber das LG Wuppertal hat 2015 entschieden, dass bspw. eine vorzeitige Wohnungsabnahme und Schlüsselübergabe keinen Aufhebungsvertrag durch konkludentes (= schlüssiges) Verhalten darstellt (Urteil vom 5. November 2015 · Az. 9 S 69/15).

Man kann nie vorhersagen, wie Gerichte entscheiden würden, aber hier könnte man je nach genauer Formulierung deiner Antwort evtl. einen konkludenten Vertrag hinein interpretieren. War deine Antwort schriftlich? Oder falls es im Gespräch war, gab es Zeugen?

Kommentar von lordbuerzel ,

Meine Formulierung: "Danke für dein Angebot. Du kannst mir gern einen Formulierungsvorschlag schicken. Ich schaue dann, ob ich das in meine bisherige Anzeige einfließen lassen kann. "

Er hat allerdings weder Miete noch Kaution bezahlt. Vertrag seit 01.10. Das müsste ja die Vertragsaufhebung verhindern, oder?

"Der Vermieter wird eine vorzeitige Vertragsaufhebung
allerdings nur dann hinnehmen müssen, wenn sich der Mieter seinerseits vertragstreu
verhält. (...) Auch wenn der Mieter
seine finanziellen Verpflichtungen nicht erfüllt, fehlt es an der erforderlichen Vertragstreue. "

http://www.jurawelt.com/sunrise/media/mediafiles/13690/aufhebung_mietvertrag.pdf

Ich will ihn schon auch raus haben aber hätte vorher gern noch die Miete. Wenn er sicher ist, dass er einfach so raus kommt, wird er wahrscheinlich nicht zahlen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Er hat allerdings weder Miete noch Kaution bezahlt. Vertrag seit 01.10. Das müsste ja die Vertragsaufhebung verhindern, oder?

Das Zitat ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen und für dich nicht relevant. Selbstverständlich kannst du einen Aufhebungsvertrag mit ihm abschließen, wenn du das möchtest trotz  seiner Mietschulden. Das eine hat mit dem anderen normalerweise nichts zu tun.

Deine Antwort ist m. E. noch nicht so konkret, dass das als Aufhebungsvertrag interpretiert werden kann. Allerdings solltest du ihn darauf aufmerksam machen, dass du noch keine Kündigung hast und einem Aufhebungsvertrag nicht zustimmst.

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