Hilfe... 25-Meter-Baum stürzt auf Spazierweg. Eiche erschlägt Französische Bulldogge. Kann man gegen das Grünflächenamt vorgehen? Was kann ich tun?

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10 Antworten

Womöglich hat das Amt Recht, wenn es von "höherer Gewalt" spricht. Damit sind hier Naturphänomene gemeint, an denen kein Mensch irgendeine persönliche Schuld hat. Genausogut kann jedem ein Meteorit auf den Kopf fallen oder man kann in einen Tornado geraten.

Die verwöhnten Zivilisationsmenschen geben sich gerne mal der Illusion allgemeiner Sicherheit hin. Die gibt es aber nicht und die gab es auch noch nie. Der Tod gehört zum Leben einfach dazu, er kann jeden täglich treffen, auch wenn das weitgehend verdrängt wird.

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Was genau  möchtest du denn erreichen?  Euren Hund kann euch niemand ersetzen oder zurückgeben. Vielleicht kann deine Schwiegermutter auf Schmerzensgeld klagen. Da sollte sie sich am besten von einem Anwalt beraten lassen. Es gibt oft auch kostenlose Rechtsberatung in den Verbraucherzentralen.

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 11:26

Welche Verbraucherzentrale macht denn kostenlose Rechtsberatung - und dürfen die das überhaupt? Davon hab ich noch nie gehört. Und inwiefern ist der Fall hier ein Verbraucher-Fall?

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:55

Es geht uns nicht um Schmerzensgeld. Denke nur, dass das Unglück vielleicht hätte verhindert werden können. Außerdem vermisse ich meinen Hund sehr.

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Kommentar von WastedYout
03.07.2016, 13:52

Wenn man nen gescheiten Anwalt hat dann hat der Prüfer keinen Job mehr

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Nein das Unglück hätte nicht verhindert werden können.

Das Grünflächenamt hat seine Aufgabe hier vorbildlich erfüllt und vermutlich auch entsprechend dokumentiert. Wenn du dir du Baum anschaust, hättest du ihn für gefährlich gehalten?

Der Verlust eines Familienmitgliedes, für manche ist das auch ein Hund, ist sicher schmerzlich. Man fühlt sich hilflos und ist emotional. Das ist eine normale Reaktion. Daher kommt auch deine Frage.

Wenn man das aber als Außenstehender ganz nüchtern betrachtet ist es ein Unglücksfall wie er jederzeit passieren kann. Uns wird oft suggeriert das Alles sicher ist. Und das ist es ja in großen Teilen auch, vor 30 Jahren noch wäre niemand auch nur auf die Idee gekommen eine Baumschau zu machen.

Wir vergessen leider zu oft das es eine absolute Sicherheit nicht gibt und nie geben kann.

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 11:51

Die Frage ist eben, ob das bloße Anschauen als Kontrolle ausreicht.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:58

Und wo bekomme ich die Antwort darauf?

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Wo siehst Du denn hier eine Wurzelfäule? Für mich als alten Forstmann sieht der Baum kerngesund aus. Er ist ja auch nicht einfach abgebrochen, sondern offensichtlich wegen des aufgeweichten Erdreichs umgefallen. Insofern kann man keinen haftbar machen. Es gehört einfach zum allgemeinen Lebensrisiko, wenn man sich bei Sturm, extremer Nässe, Hagel, Eisregen oder Gewitter in der Nähe von Bäumen aufhält. Du könntest ja einen Sachverständigen damit beauftragen, ein Gutachten zu erstellen, inwiefern das Grünflächenamt hätte erkennen müssen, dass derbaum nicht mehr standfest war. ggf. kannst Deine Tante dann auf Schmerzensgeld und Du auf Sachbeschädigung klagen. Allerdings musst Du damit rechnen, dass das Gutachten teurer wird als was eventuell an Schadensersatzleistungen zu erwarten ist.       

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 12:01

Die Behörde selbst hat ja offenbar die Wurzel- oder Stammfäule erkannt und zugegeben.

Der Baum sei "komplett grün" gewesen und habe keinerlei Auffälligkeiten gehabt. Nach dem Sturz des Baumes sei allerdings deutlich geworden, dass die Wurzeln und der Stammfuß zu zwei Dritteln von Stockfäule betroffen waren.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 12:03

An dem Tag war kein Unwetter, Sturm, Wind, Regen oder ähnliches.

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Es tut mit sehr leid um euren hund, sowas ist wriklich furchtbar und der Alptraum jedes Hundebesitzers. Sei froh, daß die Schwiegermutter nicht schwerer verletzt wurde. Alles Gute für sie.

Die Frage ist, ob die "Experten" hätten erkennen können, daß der Stamm fast durchgefault ist. Ich hab keine Ahnung, ob und wie man das feststellen kann, ich denke aber, daß es sich ein fauler Stamm evtl. ander anhört, als ein gesunder, wenn man draufklopft. Und ob die Kontolleure dazu ausgebildet und/oder verpflichtet sind oder ob eine optische Beschau ausreicht.

Du solltest dich mit der Frage an echte Experten wenden. Wenn man es hätte erkennen können, hat deine Mutter ggf. einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Ansonsten wird sich die KK mit der Berhörde streiten, wenn die der Meinung sind, daß ein Verschulden vorliegt, oder vorliegen könnte.

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 11:32

Ein Stechbeitel in großer Ausführung (der Verfasser arbeitet mit einer Klingenbreite von 3,5 cm) ist das bei weitem wichtigste Kontrollwerkzeug. Er dient vor allem zum Abklopfen des Stammfußes insbesondere zwischen den Wurzelanläufen. Damit können alle verkehrsgefährdende Fäulen erkannt werden, die von wurzelbürtigen Fäuleerregern verursacht sind und bereits den Stammantel erreicht und zersetzt haben. Die Faulstellen können mit dem Stechbeitel freigelegt und genauer untersucht werden. Bei dickborkigen Bäumen können störende Borkenplatten beseitigt werden. Erreichbare Wassertaschen in V-förmigen Vergabelungen können genauer untersucht werden. Usw. http://www.baumstatik.de/pages/aufsaetze/02WienSeminarBaumkontrolle.htm

Die Frage ist eben, ob euere Baumkontolleure entsprechend ausgebildet sind und ob sie wriklich nur eine optische Beschau machen müssen. Im Link steht auch etwas, wie eine optische Beschau richtig druchgeführt wird, mal kurz hignucken reicht da nicht.


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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:37

Vielen Dank.
Habe mich bereits an zwei Experten (Sachverständiger) gewandt.
1. Aussage: Das Gutachten wäre aufwändig und teuer (2.000€ - 3.000€) Zusätzlich würde das Gericht vermutlich das Gutachten nicht akzeptieren. Und bei einem anderen Sachverständiger erneut in Auftrag geben. Man könnte sich ja kennen.
Der andere meinte nur... was könnte man machen, wenn man vom Blitz getroffen wird...
Zudem habe ich leider keine Rechtsschutzversicherung.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:41

Meinst du wir sollten die KK informieren...?

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Trotz allen Kontrollen kann immer was passieren. Das ist ätzend und traurig für den Hund, aber deswegen auf Teufel komm raus einen Schuldigen zu suchen, macht es nicht besser. Das Leben hat einfach gewisse Risiken.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:09

Es geht nicht darum einen Schuldigen zu suchen... Frage mich nur ob man das hätte verhindern können.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:22

Das Leben hat Risiken. Genauso wie der Wald. Typische Risiken sind zum Beispiel herabhängende / fallende Äste... Aber auch ein Baum der einfach umfällt?

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:52

Das heißt... auch wenn ein Mensch, vielleicht sogar ein Kind umgekommen wäre könnte man nichts unternehmen...? Gehört eben zum allgemeinen Lebensrisiko. Einen Tag zuvor war meine Frau mit unserem Baby und dem Hund an der selben Stelle spazieren. Ich habe Angst.

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Das Unglück hätte NIEMAND verhindern können.

Was soll  also eine Anzeige bringen? Dem Grünflächenamt ist nichts vorzuwerfen.

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 14:12

Außer vielleicht jemand, der den verfaulten Stammfuß kontrolliert hätte...

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http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Eiche-erschlaegt-Bulldogge;art675,2058765

Wenn das Grünflächenamt dokumentiert hat, dass der Baum am 1.Juni kontrolliert worden ist, gibt es keine Gründe an einen  Pfusch zu glauben. Außerdem wurde zumindest hier in Niedersachsen im NDR mehrfach darauf hingewiesen, dass der Untergrund wegen des Dauerregens aufgeweicht ist und an der Leine in Hannover sind mehrere Bäume in den Fluss gekippt.

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Naesse-gefaehrdet-Frankfurts-Baeume;art675,2067280

Sonst gibt es Anwälte....

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:16

Hallo, der 2. Artikel (Link) ist erst vor 2 Tagen veröffentlicht worden. Eine Warnung haben wir vorher leider nicht erhalten. Hinterher ist man immer schlauer...

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Kommentar von Bitterkraut
22.06.2016, 11:24

Der Baum hier ist aber nicht wegen Nässe umgekippt, sondern wegen massiver Fäule, und die kommt nich tüber Nacht, das dauert lange, bis ein Baum so druchfault. Die Frage ist, ob man das hätte erkennen können.

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:44

Das siehst du...? Anhand der Fotos?

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Kommentar von Pascha13062016
22.06.2016, 11:47

Frage mich warum Kontrollen durchgeführt werden, wenn der Kontrolleur das nicht sieht. Deren Aufgabe ist die Verkehrssicherheit. Und ich denke wenn ein Baum auf einen Spazierweg fällt, hat die Behörde versagt.

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Wie kann ein Baum an einem stark frequentierten, öffentlichen Weg einfach so umfallen?

Indem es dem Baum pupsegal ist ob da ein starkbenutzer Weg ist oder nicht. Wenn er fällt, fällt er.

Was willst du mit einer Anzeige bezwecken?

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Kommentar von dsupper
22.06.2016, 12:21

Das ist doch wieder eine typische "Elke" ....

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Mein aufrichtiges und herzliches Mitgefühl.

Es kommt darauf an, wem das Grundstück gehört, auf dem der Baum steht. Hier ist es wohl eine Gebietskörperschaft, Gemeinde bzw. Land. Das Amt ist letztlich nur der verlängerte Arm hiervon.

Es kommt auf den Maßstab der Sorgfalt an. Wenn man in keinster zumutbarer Weise die Fäule und die drohende Gefahr hätte erkennen und verhindern können, dann sieht es leider schlecht aus.

Man könnte Glück haben, wenn die Richter Tierfreunde sind, aber das ist ein Risiko.

Kennst du vielleicht einen Experten für Bäume? Vielleicht kann er dir mehr über Stockfäule und das Erkennen davon erzählen.

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