Frage von forestmarkus, 93

Hilfe ! Pflegekind mit 18, mittellso - wer ist zuständig?

Hallo Community ! Eine sehr gute Freundin von mir wurde im September 2015 nach unstimmigkeiten mit ihrer Pflegefamilie quasi "rausgeworfen". Danach konnte sie kurzfristig bei einem Bruder unterkommen. Ich habe mich dann mit ihr bemüht eine Wohnung in der Stadt in der ich wohne zu finden. Da seitens des Jugensamts keine Hilfe mehr kam, bzw. bei Anrufen konsequent aufgelegt wurde, waren wir auf uns allein gestellt. Also ist meine Freundin zum Jobcenter gegangen, hat dort einen Antrag ausgefüllt und wir haben nach langer Suche eine Wohnung für sie angemietet (Dezember 2015). Vor 2 Wochen die Nachricht vom Jobcenter, Antrag abgelehnt, da ihr BAFÖG zusteht. Meine Freundin konnte erst im Januar endlich Kindergeld bekommen, die Nachzahlung wurde irrtümlicherweise an eine falsche Person geschickt was auch erst jetzt rauskam (Kinderkasse entsprechend benachrichtigt). Eine Halbweisenrente welche ihr ebenfalls zusteht wurde ihr schriftlich zugesichert, geht aber laut neulichem Telefonat weiter an das Jugendamt. Erst ab März kann dieses auf ihr Konto überwiesen werden.

Der Vermieter ist nachsichtig, zeigt sich Kooperativ, auch obwohl noch keine Miete gezahlt wurde Gott sei Dank Nun, wer ist denn nun für sie verantwortlich ? Es kann doch nicht sein, das eine 18 jährige nachdem sie von der Pflegefamilie rausgeschmissen wurde vom Jugendamt allein gelassen wird. Die Krönung kam dann als sie erstmals bei dem Jugendamt hier vorstellig wurde. Sie müsse auf das Bafög warten (der Antrag ist immernoch nicht durch, seit Oktober). Momentan lebt sie von den 190 Euro Kindergeld ! Die Nebenkosten der Wohnung zahle ich für sie, von meinem kleinen Nebenjob :/ - ich unterstütze sie gerne, habe auch schon alles mögliche an Möbeln, etc. über meine Familie, Bekannte besorgen können.

Aber, wer ist denn nun für sie zuständig ? Von 190 Euro kann doch keiner Leben, zu dem sehe ich wie das ganze an ihr nagt und die Schulleistungen stark gefährdet sind.

Wer weiß Rat ? :(

Antwort
von djcore, 34

Also ich rate Euch einfach einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung gem. § 41 SGB VIII zu stellen bei dem zuständigen Jugendamt. Wenn die Pflegefamilie schon vor 6 Monaten beendet wurde, dann ist das Jugendamt vor Ort zuständig. Wenn nicht, dann muss der Antrag bei dem Jugendamt gestellt werden, wo der Jugendliche seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte bzw. bei Pflegefamilie, welches Jugendamt für diese Hilfe zuständig war. So schnell sind die nämlich nicht raus. Wenn ein Kind so lange in der Jugendhilfe war, insbesondere in einer Pflegefamilie, dann kann man es nicht einfach so mit Volljährigkeit zum Jobcenter übergeleitet werden bzw. man müsste das Überleiten begleiten und kann nicht einfach sagen, man ist nicht mehr zuständig! Flankierende ambulante Jugendhilfe, z.B. gem. § 35 SGB VIII mit Hilfe zum Lebensunterhalt, wäre das Mindeste.

Den Antrag müsste das Jugendamt dann ablehnen und das hat meiner Ansicht nach - nach dem was ich vermute - wenig Aussicht auf Erfolg. Dann hat man aber viel mehr in der Hand. Es ist nicht so einfach einen solchen Antrag abzulehnen und das muss man pädagogisch begründen. Jugendliche in diesem Alter sind schwierig. Es reicht nicht, dass man sagt, sie sind schwierig und das Pflegeverhältnis passt nicht. 

Es kann natürlich sein, dass das Jugendamt nicht die Wohnung bezahlt, sondern eine Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. ein Verselbstständigungsangebot finanziert. Also nicht zu viel erwarten........und das so auf jeden Fall auch versuchen!!! 

Ich rate auch dazu eine Beratung bei einem freien Träger einzuholen, der unterstützen kann. Da gibt es immer viele Angebote. Einfach mal erkundigen!

Antwort
von passaufdichauf, 37
Da seitens des Jugensamts keine Hilfe mehr kam, bzw. bei Anrufen konsequent aufgelegt wurde, waren wir auf uns allein gestellt

Seid ihr eventuell mal auf die Idee gekommen, PERSÖNLICH beim Jugendamt auf der Matte zu stehen, die verkorkste Situation zu klären und auch nicht abwimmeln zu lassen? Ich lese immer nur Telefon, da geht man doch persönlich hin und notfalls bis zum Amtsleiter. Das JA soll genau begründen, warum deiner Freundin (sie geht ja wohl noch zur Schule) keine Gelder der Jugendhilfe mehr zustehen.

Dann: Ab zur ARGE/Sozialamt und dort meldet sie sich (mit entsprechenden Nachweisen) als mittellos, dann steht ihr auch Vorableistungen zu.

Und zu guter Letzt: sie sollte sich erst einmal einen Nebenjob suchen, bis alles läuft.

Antwort
von djcore, 31

Also ich rate Euch einfach einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung gem. § 41 SGB VIII zu stellen bei zuständigen Jugendamt. Wenn die Pflegefamilie schon vor 6 Monaten beendet wurde, dann ist das Jugendamt vor Ort zuständig. Wenn nicht, dann muss der Antrag bei dem Jugendamt gestellt wurden, wo der Jugendliche seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte bzw. bei Pflegefamilie, welches Jugendamt hier zuständig war. So schnell sind die nämlich nicht raus. Wenn ein Kind so lange in der Jugendhilfe, insbesondere in einer Pflegefamilie war, dann kann man es nicht einfach so mit Volljährigkeit zum Jobcenter überleiten bzw. man müsste das überleiten und kann nicht einfach sagen, man ist nicht mehr zuständig!

Den Antrag müsste das Jugendamt dann ablehnen und das hat meiner Ansicht nach - nach dem was ich vermute - wenig Aussicht auf Erfolg. Es ist nicht so einfach einen solchen Antrag abzulehnen und das muss man pädagogisch begründen. Jugendliche in diesem Alter sind schwierig. Es reicht nicht, dass man sagt, sie sind schwierig und das Pflegeverhältnis passt nicht. 

Es kann kann natürlich sein, dass das Jugendamt nicht die Wohnung bezahlt, sondern eine Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. ein Verselbstständigungsangebot finanziert. Also nicht zu viel erwarten........

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