Frage von MarioSchoenfeld, 184

Hi, werden unsere Interessen an Sex und Erotik immer größer und unsere Gefühle für Beziehungen, wie Ehe und Partnerschaften immer weniger?

Ich gehe bei der Frage von meinen ganz allgemeinen Umfeld und Wahrnehmung aus. Leidet darunter auch unser Verständnis für Kinder? Vergessen wir auch das Erwachsene nicht zur Welt kommen können. Wenn unsere Schieflage immer größer wird könnten wir selber den Schaden für unsere Gesellschaft tragen. Bitte nur antworten wer bereit ist sich die Frage konstruktiv mit zu erschließen. Nur an der Frage herum puzzeln ist nicht hilfreich, wie zB: Wie meinst du.... oder das.... . Die gesamte Frage ist nur aus meiner Ansicht heraus gestellt, ohne Statistik und dergleichen.

Antwort
von Wuestenamazone, 56

Das wird nicht passieren. Es gibt sicher immer Menschen auf die deine Vermutung zutrifft aber bei der Mehrheit ist der Fortpflanzungstrieb ausgeprägt und Familie gehört für die meisten immer noch dazu. Also glaube ich nicht, dass wir vergessen, wie wir auf die Welt kamen.

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Danke, ich hoffe das unser Gedächtnis mitspielt.

Kommentar von Wuestenamazone ,

Das tut es. Menschen haben sich schon immer fortgepflanzt das ist ein Urtrieb. Das war bei den Neandertalern schon so

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Na gut da habe ich noch nicht gelebt, aber nochmals Danke.

Kommentar von Wuestenamazone ,

Haha ich auch nicht

Antwort
von Machtnix53, 18

Die Angst vor moralischer Verurteilung durch die Gesellschaft hat sich verringert. Moralapostel mögen das bedauern, aber ich finde das gut.

Verständnis für Kinder ist etwas völlig anderes, als die Pflicht zur Fortpflanzung in einer traditionellen Ehe. Es gibt auch kinderlose Menschen mit viel Verständnis für Kinder und es gibt Eltern, für die Kinder nichts weiter als Erziehungsobjekte sind.

Wer Kinder aus Sorge um die Erhaltung der deutschen Nation oder um die Rentenversorgung bekommen will, sollte es lieber bleiben lassen. Den Kindern zuliebe.

Da ist es besser, wenn sie aus Lust und Liebe entstehen. Sex und Erotik sind doch nicht das Gegenteil von Ehe und Partnerschaft, und auch nicht eine Gefahr für sie, sondern ihre Grundlage.

Eine stimmige und lustvolle Beziehung hat keinen Grund sich zu trennen. Wenn aber nichts richtig passt, ist eine Trennung für beide besser, als sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen.

Antwort
von xMirage95, 36

Könnte eine gewisse Tendenz da sein, ja. Ich würde das aber als kleines Ungleichgewicht werden und nicht als etwas, wo wir uns (zumindest momentan) großartige Sorgen machen müssten. Werte und Lebensvorstellungen schwanken halt immer ein wenig was den Anteil in der Bevölkerung angeht.

Und denk auch immer dran, dass wir alles durch eine subjektive Sichtweise sehen. Je mehr du dich nach Leuten umsiehst, die auf Freundschaft Plus oder ONS aus sind, desto mehr wirst du finden.

Je mehr du auf Leute schaust, die lange Beziehungen haben oder auf der Suche nach der "einen Liebe" sind, desto mehr wirst du die finden.

Also ich bin vorsichtig bei solchen Sachen großartig zu urteilen, denn de facto haben wir kein Wissen darüber, was in den Köpfen der Menschen wirklich vorgeht ;)

Antwort
von Sonja66, 34

werden unsere Interessen an Sex und Erotik
immer größer und unsere Gefühle für Beziehungen, wie Ehe und
Partnerschaften immer weniger?

Ja, ich denke das kann man so sagen und beobachten.

Wenn unsere liebevollen Gefühle für Beziehungen, wie Ehe und Partnerschaft aus den verschiedensten Gründen immer weniger werden, versuchen viele Menschen das mit Sex und Erotik auszugleichen, weil Menschen stets nach der Liebe suchen.

Sex ist der körperliche Ausdruck von Liebe.
Wenn beim Sex die aufrichtige Liebe (Qualität) fehlt, gleichen das viele mit Menge (Quantität) aus.

Leidet darunter auch unser Verständnis für Kinder.

Ja natürlich. Wer weniger Wert auf Partnerschaft und Ehe legt, dafür wenig Gefühle aufbringen kann oder will, wird wohl auch für Kindern entsprechend weniger Verständnis aufbringen.

Mögliche Schäden daraus tragen natürlich wir bzw. Betroffene. Wer denn sonst?

Aber das Leben ist ein Lernprozess und wir werden sicherlich etwas daraus lernen.  ;-)

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Danke Sonja, Antwort mit ❤

Antwort
von MatthiasHerz, 45

Die bei uns übliche Ehe entstammt dem monogamen Selbstverständnis der christlichen Kirchen.

Außer Acht gelassen wurde dabei, dass Säugetiere nicht monogam leben, zumindest nicht ihr ganzes Leben lang, sondern mehr oder weniger häufig völlig selbstverständlich ihre Partner wechseln.

Unter diesem Aspekt betrachte ich die Zuwendung zu Sex und Erotik und die scheinbare Abkehr von der traditionellen Familie als Normalisierung des natürlichen Verhaltens, vom Müssen hin zum Wollen.

Was spräche denn dagegen, in einer Sippe zu leben mit wechselnden Partnern, außer dass das in unserer heutigen Zeit befremdlich und archaisch wirken mag?

Das größte Hindernis unserer heutigen Zeit ist, dass Medien in irgendeine Richtung ungewöhnliche liberale Trends seltsam zu überhöhen pflegen und regelrechte Hexenjagden auf die vermeintlich „bösen” Verursacher veranstaltet werden.

Im Grunde also will „die Gesellschaft” auf Biegen und Brechen gewisse Traditionen wahren, ohne sich bewusst zu sein, dass sie selbst deren größter Gegner ist.

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.” (Thomas Morus)

Dass „wir” vergessen werden, wie Vermehrung funktioniert, ist ausgesprochen unwahrscheinlich, denn es ist einer der Instinkte und ein Urtrieb.

Kommentar von MarioSchoenfeld ,

Danke, sollte man so im Ganzen stehen lassen.

Antwort
von felixuser, 29

Wer jetzt eher eine emotionale Antwort erwartet, sollte bedenken, das Emotionen, längst von der der Werbeindustrie vereinnahmt wurden, und nicht so einfach von dieser Frage zu trennen sind.

Aber nun zur Frage: 

Sicher, ist dies der Fall, dies ist jedoch auch Wirtschaft so gewollt, ein Single Haushalt verbraucht pro Kopf einfach mehr Ressourcen, als eine Familie.

Hat jetzt wenig mit Gefühlen und Partnerschaft zu tun, wir sollte uns aber im klaren sein das wir von der Industrie, in unseren Konsumverhalten regelrecht erzogen werden. Es gibt nur meist zwei große Standards am Markt, auf denen dann kleinere Hersteller aufspringen. 

Was wir als kunden Wollen, ist wenn es Wirtschaftlich keinen vorteil bringt absolut Irrelevant. 

Wir verbringen immer mehr Zeit, mit dem Konsum von Medien bis zum fertigen Produkt, da uns von allen Seiten Signalisiert wird, das unser Konsumverhalten einen gewissen Stellenwert in unserer Gesellschaft darstellt. 

Weil wir versäumen den Fokus auf das wesentliche zu legen, hat es unweigerlich zur folge das unser Soziale Kompetenz langsam aber sicher zurück geht. Nicht umsonst haben wir mittlerweile extrem hohe Zuwächse bei Depressiven Menschen, im übrigen auch ein Wirtschaftlich sehr rentabler Faktor.

Was die Erziehung unserer Kinder angeht hat dies natürlich extreme Auswirkungen, anstatt sich die Werte von seinen Eltern vermitteln zu lassen, die Gründe sind vielfältig. Werden die kleinsten und schwächsten unter uns schon in jüngsten Jahren, über Produkte jeder art, zu zukünftigen Kunden erzogen. 

Die Zielgruppe von 3 - 6 Jahren ist für die Werbeindustrie ein Milliardenmarkt, und der pädagogische Effekt meist sehr fraglich, damit sollte wir uns aber anfreunden wenn wir weiter stur den Konsum hinterhertrotten möchten.

Das alles wäre auch vermeidbar, aber eben nur wenn Besitz und Gier einen anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft, und unseren eigenen Charakter bekommen würde, und wir nicht wie ein Drogensüchtiger stur dem Konsum frönen täten.  

Das Eine Beziehung hier nicht mehr viel Wert ist, vor allem wenn der Partner auch noch Finanziell von einem abhängig ist, ist einfach die logische Konsequenz einer raffgierigen Marktwirtschaft.

Man braucht keinen 3000,-€ Urlaub, oder die Limousine um sich, und seine Liebsten glücklicher zu schätzen. Im gegenteil in den ärmsten Regionen der Welt sind Depressionen nahezu unbekannt, sofern keine zu großen Finanziellen Unterschiede im nähren Umfeld gegeben sind, welche logischerweise wieder den beschriebenen Klassenkampf auslösen.

Sorry, wie hart es auch für manche Klingen mag.  

Kommentar von RevatiKKS ,

Endlich wieder einmal jemand, der die Dinge realistisch sieht und das auch noch ausspricht!

Antwort
von RevatiKKS, 20

Ja, man braucht keine Statistiken um zu erkennen, in welche Richtung die Entwicklung geht. Manche mögen es als "vernünftig" empfinden, wenn man heute offener über alles spricht, was mit Sexualität und den eigenen körperlichen Bedürfnissen zusammenhängt. Und man spricht nicht nur darüber, sondern lebt es auch aus.

Hier in diesem Forum geben viele ihre Meinung kund und erklären ganz deutlich, dass sie mehr an sexuellem Genuss interessiert sind, als an fester Partnerschaft, Ehe und allem, was daraus folgt. 

Felixuser hat in seiner Antwort schon viel gesagt, was ich hier hier auch geäußert hätte, das möchte ich nicht alles wiederholen.

Leider hat die Evolutionslehre viel dazu beigetragen , dass Menschen sich leichtfertig mit Tieren auf eine Stufe stellen. Und die Abwendung von religiösen Prinzipien trägt dazu bei, dass man anstatt einer höheren Moral den eigenen zeitweiligen Genuss in den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellt.

So liest oder hört man dann immer wieder Argumente wie: "Tiere tun das doch auch, also ist es natürlich und ich kann es ebenfalls tun."

Dabei wir aber vergessen, dass Tiere noch viele andere Dinge tun, die bei Menschen absolut verpönt bzw. verboten sind (ich hoffe ja, das bleibt auch so). 

Ich denke da an Spinnenweibchen, die nach der "Begattung" das Männchen kurzerhand umbringen und sogar auffressen, wenn ich mich recht erinnere.

Oder an Bienen, wo die männlichen Exemplare (Drohnen) nur zur Fortpflanzung "gehalten" werden.

Die meisten Fleischfresser unter den Tieren fressen ihre Beute übrigens nicht nur "mit Haus und Haaren", sondern auch mitsamt der Gedärme. 

Ach und da fallen mir die frei herumlaufenden Schweine ein, die es in vielen Teilen Indiens gibt. Die lieben es über alles, Kot zu fressen, können gar nicht genug davon bekommen. Und besonders heiße Tage verbringen sie in den offenen Abwasserkanälen am Straßenrand. Darin findet man wirklich alles, was das Haus verlässt. So bekommen sie neben der erwünschten Abkühlung auch gleich noch ein paar "Leckerbissen".

Und die männlichen Affen halten sich einen "Harem", bespringen ihre Weibchen ganz nach Lust und Laune mitten auf der Straße oder auf einer Mauer, damit auch jeder sehen kann, wer der Boss ist. Sie schauen sich dabei immer ganz siegesbewusst um.

Also wenn der Mensch wirklich nichts als ein etwas intelligenteres Tier ist , dann sollte man doch alle künstlichen kulturellen Fesseln abwerfen und sich endlich frei am Tierreich orientieren.

Oder etwa nicht???

Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden auf Ideen gebracht, wie er/sie das eigene Leben um wichtige Erfahrungen "bereichern" könnte;-)

 

Antwort
von AriZona04, 37

Ich kann Dich nachvollziehen. Damals war die Ehe wichtig und die Treue und gewissermaßen auch die Kinder. Aber alles entwickelt sich - zum negativen wie auch zum positiven. Wir entwickeln unsere Meinung. Damals hat man viel Wert auf Vertuschen gelegt, es gab nur "heile Welt" in den Familien. Heute weiß man, dass unter jedem Dach ein Ach ist. Wir leben offener damit und akzeptieren es. Seitensprünge gab es wohl immer schon, aber heute trennt man sich dann schneller vom Partner. Ist das jetzt gut oder schlecht? Muss wohl jeder auch für sich entscheiden. Man hatte die Kinder damals notorisch autoritär erzogen, bis man merkte, dass die Persönlichkeit der Kinder darunter leidet. Man ging also zur antiautoritären Erziehung über. Dadurch fehlen den Kindern oft die Grenzen. Wir experimentieren. Wohin das führt, kann keiner sagen. Aber ich finde es besser, dass jeder selbst mehr entscheidet!

Antwort
von Londongiiirl, 48

Das denke ich auch zum Teil.. Aber andererseits denke ich, ist das Verlangen nach einer Partnerschaft und Kindern schon noch da, nur werden wir immer anspruchsvoller und können weniger Kompromisse eingehen.. Das ist meiner Meinung nach auch der Grund dafür, warum so viele Beziehungen schon nach kurzer Zeit wieder auseinander gehen.

Da das Verlangen nach Sex aber trotzdem noch da ist, denken wahrscheinlich die meisten, dass sie einfach eine 'lockere' Beziehung eingehen und mit jemandem einfach nur Sex haben statt sich auf eine Beziehung einzulassen, weil sie so Stress vermeiden oder ähnliches..

Antwort
von Tragosso, 10

Nein, das glaube ich nicht. Nur, weil man sich heutzutage viel häufiger seine sexuellen Wünsche und Bedürfnisse eingesteht (was meiner Meinung nach natürlicher ist als die Unterdrückung die früher stattfand), heißt das noch lange nicht, dass man deshalb weniger an einer festen Partnerschaft interessiert ist.

Dass es weniger Ehen/mehr Scheidungen gibt ist eher der Tatsache geschuldet, dass man nicht mehr darauf angewiesen ist, was die Gesellschaft von einem denkt, wenn man sich scheiden lässt und/oder finanziell vom Partner abhängig ist. Und das finde ich absolut richtig so. Wenn man nicht zusammenpasst, und dazu gehört eben auch die sexuelle Seite, dann passt es eben nicht. Und da ist es für eventuelle Kinder auch nicht sinnvoll unglücklich in einer Familie zu leben deren Beziehung zwischen den Elternteilen gestört ist.

Antwort
von tiniwuzz, 51

Ich glaube, das scheint nur so, weil Kontaktanbahnungen auf Internetportalen normal geworden sind. Weil das so einfach ist, fallen bestimmte Hemmschwellen. Viele sind auch direkt nur auf Sex aus.
Das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass grundsätzlich Werte wie feste Beziehung, Treue und auch Kinder aus der Mode sind. Nicht ohne Grund gibt es vielerorts gerade einen Babyboom.
Das erste betrifft nur Phasen im Leben...

Antwort
von Jerry28, 34

Ich denke, dass sich immer mehr vom Modell der Ehe/festen Partnerschaft verabschieden und sich eher dem Spontansex mit wechselnden Geschlechtspartnern zuwenden. Das liegt wohl daran, dass unsere Gesellschaft liberaler wird und nicht mehr so an traditionellen Werten hängt.

Ich find's gut;-))

Antwort
von Ostsee1982, 45

Meiner Beobachtung nach richten sich Jugendliche und junge Erwachsene vorwiegend nach dem was gerade so In ist und die gesetztere Generation nach den eigenen Prinzipien. Jeder ist selbst dafür verantwortlich was er tut und wovon er sich beeinflussen lässt.

Antwort
von Susii01, 37

Ja solche werte verlieren immer mehr ihren wert ...erkennbare an den niedrigen geburtenraten und an der menge der Scheidungen bzw ledigen menschen.

Antwort
von mssro2209, 50

Ich denke das Interesse an Sex und Erotik wird nicht unbedingt größer. Früher haben sich Mann und Frau ja auch geliebt. Aber ich denke die Medien beeinflussen das sehr. Ob das positiv ist, mag ich anzuzweifeln. 

Antwort
von Qochata, 37

eventuell werden nur die Interessen an mehr Freiheit  und weniger Verantwortung größer. Mehr Freiheit, um mehr erleben zu können.

Antwort
von philip98765678, 43

Da ist was dran.

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