Frage von Huscey, 123

Hi Ich habe ein paar Fragen zur Husqvarna TE 125?

  1. Gibts Erfahrungsberichte ?
  2. Empfehlung ( für den Alltag ) (ca. 3 mal die Woche zur Schule)?
  3. Wie siehts mit den Unterhaltungskosten aus ?
  4. Wann muss sie zur Inspektion etc. ?
  5. Andere Empfehlung?(von anderen Enduros)

PS: Ich bin erst 14 und kenne mich noch nicht so gut aus sry wenn die frage schon mal von jemanden da war

danke schon mal

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von al3xxx9, 75

So dann mal los. Die TEs von vor 2013 haben sehr wohl noch einen
Ersatzteilsupport. Allerdings musst du die dir über z.B. Gearparts
bestellen. Es gibt noch die Zweitakter WR und WRE von Husqvarna. Die
sind ebenfalls straßentauglich und geländegängig. TE 125iger ab 2013
sind (wie Effigies das schon sagte) reine Sport und Wettbewerbsenduros.
Wenn du dich auskennen würdest könntest du ja den Kolben usw. selber
wechseln wodurch sich das erübrigt. Jedoch müsstest du (da du ja noch
keine Erfahrungen sammeln konntest; ist mit 14 ja logisch) sie alle 50
Betriebsstunden in die Werkstatt karren. Es gibt Leute, die was von
Motoren und Antriebstechniken verstehen und alles selber machen. Zum
Beispiel kenne ich jemanden mit ner GasGas EC 125 (Wettbewerbsmaschine ähnlich den Husqvarna TEs ab 2013) der mit ihr auch die Straße befährt. Alle 500 km Kolben, Öl und Simmeringe, sowie die Dichtungen wechseln -> gut ist. Für den Laien ist das schwer. Ich fahr meine WR 125 (Yamaha) im November zu Inspektion. Gabel, Motorfilter und Bremsen mach ich selber. Den Ölwechsel mach ich auch selbst. Nachdem ich einmal den dämlichhen Kolben gewechselt hab lasse ich das vom Händler machen (alle 5000km reicht bei den 15 PS Enduros völlig), da die Elektronik und die Einspritzung einfach alles ewig in die Länge ziehen. Das ging beim Vergaser noch einfacher.

Zur WR 125 R von Yamaha: Gutes Moped auch
abseits der Wege, jedoch relativ schwer und poröses Plastik.

Zur Beta RR125: Leicht, Handlich, aber auch nicht schneller als die WR ( bitte nicht diese YouTube Video verlinken, wo die so extrem anzieht, so krass ist der Unterschied nicht); Plastik hält einiges aus aber die Sitzbank
ist sehr instabil und bricht gerne mal ab; Sitzhöhe ist noch höher als
bei der WR und macht einigen Fahrern Probleme; Sitzbank ist noch härter
als bei der WR.

Zur WRE und WR 125 von Husqvarna: Mischung aus Beta und Yamaha allerdings mit etwas spritzigerem 2 Takt Motor (öftere Wartung
aber dafür einfacher -> wartungsfreundlich, wobei sich die Wartung
sehr in Grenzen hält, hier reicht es auch den Kolben nach 5000 km zu
wechseln)

Zur Te 125 von Husqvarna vor 2013: 4 Takt Motor also
vom Gewicht auch so wie die Beta jedoch weniger Macken mit Bauteilen wie
der Sitzbank; Sitzbank ist weicher

Jetzt musst du entscheiden, welche Schönheit in der Garage stehen soll ;-) Gruß Alex (bei Fragen einfach melden ^^)

PS:
Preise gebraucht: Yamaha ab 2300€; Beta ab 3000€; TE 125 vor 2013 ab
3000€; WR bzw WRE Husqvarna ab 2000€ (Bj 1998 steigend); TE 125 ab 2013 5000€ - 8000€ :D

Schule ist wie gesagt mit keiner ein Problem (außer der TE ab 2013) ;-)


Kommentar von Huscey ,

Danke für die Ausführliche Antwort ,sie war sehr Hilfreich ;) 

Kann man die Wre denn noch neu bekommen? Und ist das bei der Beta mit der Sitz schlimm? ( also das habe ich noch nicht verstanden)

Kommentar von al3xxx9 ,

Hallöchen nochmal ^^. Laut Website kann man zumindest die WR 125 neu kaufen.

http://www.husqvarna-motorrad.de/index.php?id=726&no_cache=1&modelId=119

Jedoch musst du dir auch darüber bewusst sein, dass dein Verbrauch mit nem Zweitakter immer relativ hoch sein wird. Gut bei einem Mikuni Vergaser für die 15 PS Motoren dürfte sich der Verbrauch mit 5 - 8 Litern auf 100 km noch in Grenzen halten. Die Reichweite liegt so zw. 150 bis 200 km (schätzungsweise). Die Beta und die WR 125 R von Yamaha (letztere hab ich ja selbst) verbrauchen zwischen 2,7 bis 3,6 Litern. Beide haben um die 8 Liter Tankinhalt. Die Beta dürfte soagar um die 9 Liter haben. Bei der WR hättest du den Vorteil,dass du hochwertige Federelemente hast. Federbein von Sachs und Gabel von Kayaba (feine Sache). Auch bei Beta hat man sich bei der Federung viel Mühe gegeben. Bei meiner Yamaha WR 125 ist die Federung aufm' Papier nicht so hochwertig. Jedoch komme ich persönlich nach dem Gabelcheck wieder gut mir meinem Fahrwerk zurecht. Das Federbein ist bei allen Modellen die ich die vorgestellt habe im Bereich Federhärte einstellbar. Bei meiner WR 125 kann die Federhärte einfach mit nem Schraubenschlüssel einstellen

Hier verlinke ich dir noch mal die Website von Beta

http://www.betamotor.com/de/enduro/bikes/rr-enduro-125-4t-lc

Beide kosten neu von 3800 bis 4600 € je nach Händler. Betas kannst du bei Yamaha auch warten lassen (hab ich bei meinem Händler erfahren) und Huskis kann man bei KTM warten lassen (macht ein Freund von mir. Frag da einfach mal an.

Wegen der Sitzbank:

Poude (wie er auf Insta heißt oder AusRiderX wie er auf YouTube heißt) hatte mal einen Umfaller bei dem die Sitzbank abgeplatzt.
Habe ihn darauf mal angeschrieben und er meinte die Sitzbank wird nur eingeklippt. Bei anderen ist bei Unfällen meistens die "nur" die Sitzbank abgerissen. Jedoch passiert sowas halt. Bei den neuen Modellen ab Baujahr 2015 ist es angeblich nicht mehr so einfach die Sitzbank zu zerstören. Wenn du die Beta also sowieso neu kaufst dürfte sich das mit der Sitzbank erübrigen ;-)

Kommentar von al3xxx9 ,

Als "Zwischending" zu Beta und Yamaha gibt es noch die Derbi Senda
DRD 125 R, welche es aber (glaube ich) nicht mehr neu zu kaufen gibt!?
Müsste man nen Händler fragen.

http://www.motorradonline.de/derbi-senda-drd-125-r-4t-4v-2014/479548

Dann gibt es auch noch die Hyosung XRX 125 LC, welche sehr gute Bewertungen bekam. 

http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/hyosung-xrx-125-lc-jugendtraum-mit-...

Brauchst du noch Infos zu den algemeinen Wartungsintervallen oder Unterhaltung deiner Enduro?

Kommentar von al3xxx9 ,

Danke für's Sternchen ;-)

Kommentar von Huscey ,

Ja also erstmal mal DANKE deine Antworten sind sooo ausführlich und sie sind megaaa hilfreich danke , das mal vorweg ;) und Ja ich würde gerne noch etwas Darüber erfahren :) 

Kommentar von al3xxx9 ,

Du hast dich ja für die Beta entschieden oder? :D Dann lass ich die 2 Takter am besten weg.

- regelmäßig Ritzel und Kettenrad, sowie Kette prüfen (Spannung etc.) und gegebenen Falls diese schmieren (Sprühfett; Silikonspray und WD 40 sind hier Freund und Helfer)

- wenn du ins Gelände gehst: hinterher alles säubern (ich nutz nen Kärcher aber Wasserschlauch mit Düse reicht); Vorsicht beim Motorblock! falls zu viel Wasser drauf gepumpt wird kann es sein das die Zündkerze nass wird -> sicher gehen, dass immer genug Luft rankommt, nachdem du die Maschine gewaschen hast; bei Speichenräder die Speichen immer ordentlich polieren, damit sich der "Bremsstaub" von den Belägen nicht mit Schmutz vermischt und dran haften bleibt (geht extrem schlecht weg, wenn es einmal fest ist)

- immer wieder die Gabel prüfen (ob die richtig arbeitet); laufen, Vorderradbremse und schauen ob sie gleichmäßig einfedert

- Beleuchtung sauber halten

- Bremsbeläge und Bremsscheiben prüfen (Abnutzung), keine Sorge die halten bei mir ewig, nimm organische Beläge (kein Sintermetall) so lassen sich die Bremsen im Gelände besser dosieren

- (normales Benzin reicht völlig, du brauchst kein Superplus und wie sie alle heißen ;-))

-  Reifendruck prüfen; für den Enduroeinsatz sind 1,2 bar ideal; bei 0,8 bar sollte man spätestens nachhelfen

- einmal im Jahr checken lassen (Werkstatt des Vertrauens ;-)); am besten vor der Winterpause (im Winter stört mich der Salz auf der Straße zu sehr, Salz und Metall vertragen sich nicht)

      - Werkstatt macht dann alles weitere (evtl. Kolben wechseln;       Ventilspiel usw.)

- alle 1000 km Ölwechsel bei Kurzstreckenbetrieb (Stadtverkehr usw.) und alle 3000 - 5000 km bei Langstreckenbetrieb (viel Landstraße etc.); ich mach jedes Jahr einen

- Motorfilter immer mal wieder säubern und alle 1000 - 2000 km wechseln (außer Motorfilter mit Öl, die sind meistens wiederverwendbar)

- jedes Jahr mal Kühlflüssigkeit prüfen

- auf Rost achten und diesen "bekämpfen" (WD 40 + Drahtbürste + Aceton + Rostwandler und evtl. einen Lack)

- Batterie: (ich bin auf Lithium - Ionen umgesattelt weil die Gelakkus, Vliesakkus und die Blei - Säure Akkus nicht schlagresistent sind, was schlecht ist, wenn man oft durchs Gelände düst; man braucht für die Lithium Ionen Akkus spezielle Ladegeräte z.B.:

http://www.ebay.de/itm/like/141173071839?ul_noapp=true&chn=ps&lpid=106)

Ich hänge die Regelmäßig an das Ladegerät. Vor allem im Winter brauchen alle Batterie immer wieder Strom -> weil Selbstentladung

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen ^^ Falls noch Fragen aufstehen immer her damit ;-)

MfG Alex

Kommentar von al3xxx9 ,

Ach ja und die Husqvarna gibt nicht mehr zu kaufen. Und die Husqvarna WR ist eine Wettbewerbsmaschine zu sein. Die Daten die ich oben gelistet habe treffen auf die WRE 125 und nicht auf die WR. Sorry mein Fehler :(

Expertenantwort
von Effigies, Community-Experte für Enduro & Motorrad, 74

Alte TE125 (bis 2013): Stammt von einem Hersteller den es nicht mehr gibt. Keine Ersatzteile mehr, keinen Support, Deswegen auch hoher Wertverlust.

Neue TE125 (ab 2013). Kommt aus dem KTM Werk in Österreich, ist eine Variante der EXC und damit ein reines Rennsportgerät. Alltagstauglichkeit ca. 0.

Empfehlung: Wenn du mit dem A1 Schein in die Schule , aber auch im Gelände fahren willst die Beta RR125LC. Das ist der wahre Nachfolger der Husqvarna. 

Kommentar von Huscey ,

Dankeschön

 sind die Beta Modelle von Verarbeitung etc. gut?

Kommentar von stroker827r0w8 ,

Das stimmt tatsächlich nicht. Die TEs haben in letzter Zeit eher eine Wertsteigerung erlebt, was sich auch nicht sobald ändern wird, da BMW (denen gehörte Husqvarna zu der Zeit) nach wie vor die Ersatzteile herstellt.

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