Frage von acelik, 53

Hi. Es geht um Kündigunsfrist! Ich verstehe diesen Satz nicht : Der Ihnen zustehende Resturlaub wird zu Beginn der Freistellung gewährt?

Antwort
von Familiengerd, 11

Das heißt, dass der Arbeitgeber Dich bei der Kündigung von der Erbringung der Arbeitsleistung bis zum Ende der Kündigungsfrist (schriftlich!) freistellt und den Dir noch zustehenden Urlaub auf die Zeit der Freistellung anrechnet.

Du musst also nicht mehr arbeiten, bekommst aber trotzdem Dein Geld.

Aber:

Wichtig ist, ob die Freistellung vom Arbeitgeber als "widerruflich" oder als "unwiderruflich" erklärt wurde (oder nichts von beidem).

Er darf den Urlaub nämlich nur dann auf die Freistellung anrechnen, wenn sie als "unwiderruflich" erklärt worden ist.

Ist sie nur als "widerruflich" erklärt worden (oder ganz ohne eine solche Erklärung geblieben), musst Du damit rechnen, dass Du jederzeit wieder zur Arbeit aufgefordert werden kannst. Darum darf in diesem Fall ein Urlaub nicht auf die Freistellung angerechnet, sondern muss Dir am Ende ausgezahlt werden.

Der Hintergrund, warum bei einer "widerruflichen" Freistellung kein Urlaub angerechnet werden darf: Da Du immer damit rechnen musst, zur Arbeit aufgefordert zu werden, kannst Du Deinen Urlaub praktisch nicht nehmen, also z.B. verreisen; das geht nur bei der Urlaubsanrechnung bei einer "unwiderruflichen" Freistellung.

Wenn Du - bei erlaubter Anrechnung des Urlaubs auf die Freistellungszeit (hier zu Beginn der Freistellungsphase) - erkrankst, wird der entsprechende Urlaubsanteil, der auf die Krankenzeit fällt, selbstverständlich nicht angerechnet (das ist wie bei Erkrankung im Urlaub bei ungekündigtem Arbeitsverhältnis, wo der Urlaub dann wieder "gutgeschrieben" wird), sondern muss ausgezahlt werden.

Antwort
von Dotter1981, 21

D.h., dass ab dem Zeitpunkt der Friestellung dein Resturlaub läuft, du hast also im Prinzip Urlaub. Wenn hinterher noch Urlaubstage übrig bleiben, kannst du dir die auszahlen lassen.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Anrechnung von Urlaub ist nur dann erlaubt, wenn die Freistellung ausdrücklich für "unwiderruflich" erklärt worden ist.

Ohne eine solche Erklärung oder bei "widerruflicher" Freistellung
muss der Urlaub trotz Freistellung am Ende des Arbeitsverhältnisses
ausgezahlt werden!

Antwort
von Vampire321, 24

Du bist gekündigt, brauchst nicht mehr hingehen (freigestellt) aber deinen resturlaub und deine überstunden musst du vorher abfeiern- auf gut deutsch:

Die wollen dich nicht mehr sehen und nur das dir zustehende Gehalt zahlen müssen...

Kommentar von Familiengerd ,

brauchst nicht mehr hingehen (freigestellt) aber deinen resturlaub und deine überstunden musst du vorher abfeiern

Die Anrechnung von Urlaub ist nur dann erlaubt, wenn die Freistellung ausdrücklich für "unwiderruflich" erklärt worden ist.

Ohne eine solche Erklärung oder bei "widerruflicher" Freistellung muss der Urlaub trotz Freistellung am Ende des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden!


Überstunden allerdings dürfen in jedem Fall verrechnet werden.

Antwort
von Kometenstaub, 18

Das heißt, dass Du noch Resturlaub hast. Da Du aber freigestellt wirst, muss der Resturlaub innerhalb dieser Freistellung (hier am Anfang) genommen werden.

Bitte äußere dem Arbeitgeber gegenüber schriftlich, dass Du gewillt bist, auch während dieser Freistellung zu arbeiten.  Das kommt gegebenenfalls  bei Arbeitgerichten immer gut an.

Kommentar von maxim65 ,

Nein anbieten muss er nichts. Es ist die Entscheidung des AG ihn freizustellen. Der sollte  das allerdings schriftlich machen und das so bestätigen um späteren Problemen vorzubeugen. Im Grunde ist es Sache des AG wofür einen AN bezahlt.

Kommentar von Familiengerd ,

@ maxim65:

Es ist die Entscheidung des AG ihn freizustellen.

Das liegt nicht in der freien Entscheidung des Arbeitgebers!

Grundsätzlich hat ein - auch gekündigter - Arbeitnehmer das Recht auf Zuweisung von Arbeit; diese Zuweisung gehört zu den arbeitsvertraglichen Hauptpflichten des Arbeitgebers.

Der Arbeitgeber darf darum eine Freistellung nach bei Einverständnis des Arbeitnehmers verfügen oder dann, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Freistellung des Arbeitnehmers hat.

Aber: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Kommentar von maxim65 ,

Eigentlich schon. Arbeit muss nicht zugewiesen sein. Er kann auch den ganzen Tag in einem Büro sitzen ohne irgendwas zu tun zu haben. Nicht mal Telefon oder PC oder dergleichen ist notwendig. In den meisten Verträgen findet sich ein Passus das auch jede andere zumutbare Tätigkeit ausgeführt werden muss (oder so ähnlich). Rumsitzen ist durchaus zumutbar und entspricht auch der geforderten Qualifikation. Im Eingangspost fehlen halt ein paar mehr Einzelheiten um das umfassend würdigen zu können. Mit dem anderen hast du natürlich recht

Kommentar von Familiengerd ,

Rumsitzen ist durchaus zumutbar

In dieser Formulierung ist das unsinnig.

Sicher gibt es Situationen, wo das mal "passieren" kann, wenn gerade nicht zu tun ist - aber "Rumsitzen" als "zumutbare Tätigkeit" zu bezeichnen, ist natürlich Quatsch.

Es gibt im Übrigen Untersuchungen, dass"Rumsitzen"-Müssen ohne Telefon, PC und weitere Büro-Utensilien auf Dauer krank macht:

Systematisch eingesetzt vom Arbeitgeber ist das dann Mobbing - mit den möglichen entsprechenden straf- pder zivilrechtlichen Konsequenzen auch für den Arbeitgeber.

und entspricht auch der geforderten Qualifikation

Und was soll das denn bloß heißen in Zusammenhang mit "Rumsitzen"?!?!

Arbeit muss nicht zugewiesen sein.

Mein Formulierung, dass der "Arbeitnehmer das Recht auf Zuweisung von Arbeit" habe, soll heißen, dass der Arbeitgeber aufgrund des Arbeitsvertrages verpflichtet ist, dem Arbeitnehmer  "Arbeit zu geben", ihn "zu beschäftigen" (wenn Dich die formulierung "Arbeit zuweisen" stören sollte).

Sorry, wenn ich das jetzt so drastisch Formulierung: Aber Deine Äußerungen zum "Rumsitzen" und zur "Zumutbarkeit" in diesem Zusammenhang sind völliger Unsinn!

Kommentar von Familiengerd ,

@ Kometenstaub:

Das heißt, dass Du noch Resturlaub hast. Da Du aber freigestellt wirst, muss der Resturlaub innerhalb dieser Freistellung (hier am Anfang) genommen werden.

Die Anrechnung von Urlaub ist nur dann erlaubt, wenn die Freistellung ausdrücklich für "unwiderruflich" erklärt worden ist.

Ohne eine solche Erklärung oder bei "widerruflicher" Freistellung muss der Urlaub trotz Freistellung am Ende des Arbeitsverhältnisses
ausgezahlt werden!

Antwort
von maxim65, 29

Was verstehst du nicht? Du bist offenbar freigestellt und in dieser Zeit wird dein Urlaub mit verrechnet.

Kommentar von acelik ,

Also brauche ich nicht extra Attest vom Artzt schreiben lassen oder?

Kommentar von Dotter1981 ,

Solltest du unbedingt machen. Wenn du hinterher Urlaubstage übrig hast, kannst du dir die als Urlaubsentgeltung auszahlen lassen.

Kommentar von Kometenstaub ,

Nein, aber wie schon gesagt, bitte biete schriftlich Deine Arbeitskraft weiter an.

Kommentar von maxim65 ,

Ein Attest für was?. Dir wurde gekündigt und man hat dich von der Arbeit freigestellt, heisst du musst nicht mehr erscheinen. Bis zum Austrittsdatum musst du nicht mehr arbeiten bekommst aber weiter Lohn. Dein Urlaubsanspruch wird mit damit verrechnet.

Kommentar von Familiengerd ,

@ maxim65:

in dieser Zeit wird dein Urlaub mit verrechnet

Die Anrechnung von Urlaub ist nur dann erlaubt, wenn die Freistellung ausdrücklich für "unwiderruflich" erklärt worden ist.

Ohne eine solche Erklärung oder bei "widerruflicher" Freistellung muss der Urlaub trotz Freistellung am Ende des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden!

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