Frage von Maloiya, 59

HG oder BG-Mutter verwitwet, 4 Kinder, 4 mit halbwaisenrente, einer davon mit bafög?

hallo, der fall ist gerade aktuell und ich hab eine berechnungsfrage: die frau ist verwitwet. die miete ist 100 €, wobei nur 843 anerkannt werden, 4/5 werden davon gezahlt, da der älteste student ist. dieser erhält bafög und kindergeld, ist somit aus der bg raus, steht aber im berechnungsbogen wegen der miete von 1/5.

so. die drei jüngeren (15,11 und 8) erhalten halbwaisenrente von jew. 111 € (der student übrigens auch), dazu kindergeld.

meine idee war jetzt die familie dahingehend zu beraten, dass sie für die 2 jüngsten unterhaltsvorschuss beantragt (196 pro kind abzgl. halbwaisenrente) und dann für alle kinder (student bekommt bald wohngeld, ist in arbeit, soll dann also auf 4 kinder aufgestockt werden).

nach meiner logik fallen die kids nämlich aus der bg raus und bilden eine hg mit der mutter. was ich mich nur frage ist, wie viel die kinder die mutter unterstützen müssen, also wie viel bei ihr angerechnet wird?

sie erhält ja normalerweise den vollen regelsatz plus mehrbedarf wegen alleinerziehend 145 euro plus mehrbedarf warmwasser 20 € plus anteilige miete (pro person 168 euro).

ich habe mal mit den daten der kinder (aller 4) im wohngeldrechner der stadt berlin gerechnet und habe ein wohngeld i.h.v. 664 € für alle 4 kinder erhalten.

ich hoffe mir kann jmd sagen, ob sich der ganze aufwand lohnt, denn die familie ist sehr ängstlich und scheut schritte, die kraft kosten nach dem tod des vaters. außerdem kommt hinzu, dass die bearbeitung des wohngeldes monate dauert (viel monate, bei dem studenten sind es schon 6 monate).

vielen dank liebe community

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, 32

Ich denke der UV - beträgt 194 €,aber sind ja nur 2 € !

Dem Kind mit 11 Jahren würde es eh nur zustehen bis es Geburtstag hat und 12 wird,dann gibt es nichts mehr.

Von 6 - 13 Jahren steht den Kindern ein Regelsatz von 270 € zu und nach deinen Angaben der Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) von 168 €.

Das würde dann für diese Kinder ein Bedarf von jeweils min. 438 € ergeben.

Wenn man nun von den 194 € Unterhaltsvorschuss die 111 € Waisenrente abzieht würden sie noch 83 € bekommen,es bliebe also bei 194 € und dazu käme dann noch das Kindergeld.

Aber das sollte geringer ausfallen als benötigt um aus der BG - raus zu sein,wenn ich mich nicht verrechnet habe.

Denn den Kindern würde ja dann nur 194 € bleiben,ob nun das volle UVG - oder nach Zahlung des Differenzbetrages nach Abzug der 111 € Waisenrente.

Würde das älteste Kind noch unter 25 sein stünde der Mutter ja auch noch Kindergeld zu,dann würden es für die beiden ältesten 190 € x 2 = 380 € sein + 1 x 196 € = 576 €  für das dritte Kind und 221 € für ab dem vierten Kind sein.

Dann würde die Mutter 797 € Kindergeld bekommen,geteilt durch 4 Kinder ergibt das dann 199,25 €,so sollte es aufgeteilt werden wenn ich mich nicht irre.

Es würde sich dann also ein Einkommen von jeweils 194 € + 199,25 € = 393,25 € Kindergeld ergeben,dann würden nach meiner Berechnung immer noch 44,75 € am Bedarf fehlen,denn dieser sollte ja für diesen beiden Kindern bei jeweils 438 € liegen.

Diese ca. 45 € würde die Mutter ja jeweils noch vom Jobcenter bekommen,wenn sie jetzt angenommen etwas Wohngeld bekommen würden und das dann über diesen ca. 45 € liegen würde,dann hätte das Kind seinen Bedarf gedeckt,würde aus der BG - raus sein,aber der Überschuss den das jeweilige Kind dann nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würde wird dann auf den Bedarf der Mutter angerechnet und ihre Leistungen dementsprechend gekürzt.

Sie könnte dann max. einmal die Versicherungspauschale von 30 € geltend machen,wenn sie nicht schon anderweitig einen Freibetrag geltend macht.

Das würde dann auf das gesamte Kindergeld zutreffen,was das jeweilige Kind zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würde,dass wird dann auf den Bedarf der Mutter angerechnet.

Kommentar von Maloiya ,

die Frage ist: würde sie, oder würde sie kein H4 mehr bekommen? denn bei ihr steht die witwenrente noch aus (vermutlich auch 111 €). Was passiert mit ggf nachzahlungen für HK und NK, wenn nur noch die mutter h4 erhielte? oder wenn gar kiener mehr was erhielte?

Kommentar von isomatte ,

Wenn sie außer der geringen Witwenrente keine weiteren Einkünfte hätte dann wird sie immer noch ALG - 2 Anspruch haben,selbst wenn ein geringer Teil des Kindergeldes bei ihr angerechnet werden könnte !

Dann werden auch Nachzahlungen die aus der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) übernommen.

Denn sie hat ja einen Bedarf von derzeit min. 404 € Regelsatz + Alleinerziehenden Mehrbedarf von 145,44 € + 168 € Kopfanteil der KDU = min. 717,44 € und das deckt sie dann nicht ab,sollte sie tatsächlich so wenig Rente bekommen und kein weiteres Einkommen haben.

Kommentar von isomatte ,

Bei einer evtl. Nachzahlung die die KDU - betrifft würde sie aber dann nur ihren Kopfanteil bekommen,wenn die anderen Kinder auch aus der BG - Fallen würden,dass studierende Kind ist ja schon raus aus der BG !

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von EstherNele, 18

Erst mal mein Mitgefühl für die Familie ...

Die wichtigsten Dinge hat isomatte schon sehr genau erklärt.

Da sich der Bezug von ALG II (bzw. Sozialgeld für die Kinder unter 15) und der Bezug von Wohngeld ausschließen, entfällt die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen.

Das ginge nur, wenn die Kids damit ihren kompletten Bedarf decken könnten. So lange das aber nicht reicht und ergänzend ALG II nötig wäre, geht Wohngeld nicht, sondern die komplette Summe wird dann vom JC getragen.

(Bleibt sich aber von der Gesamtsumme in der BG gleich.) 

Aber noch etwas anderes ...

Ich habe herausgelesen, dass nicht die gesamte Miete übernommen wird.

Wenn das so sein sollte, weil die Wohnung nicht angemessen ist in der Miethöhe, dann gibt es eine besondere Regel:

Für Alleinerziehende mit mindestens zwei Kindern in der BG darf die angemessene Miete 10% überschreiten, allerdings erst im Verlaufe des Mietverhältnisses und nicht bei Neuanmietung.

(Ich habe in Berlin fast 10 Jahre in der beratenden Sozialarbeit / besonders ALG II gearbeitet, ich hatte es nicht ein einziges Mal, dass das JC von sich an diese Regelung gedacht hätte ... immer erst nach "Aufforderung". In diesem Fall würde es die zulässige Miete immerhin um 85 € erhöhen und damit die Sache mit den Mietkosten etwas entspannen.)

Alles Gute

Kommentar von Maloiya ,

Oh vielen Dank! Weißt du auch, wie hoch die max kdu in einem mehrfamilienhaus mit zentralheizung für 5 personen ist? die gesamt miete beträgt ja knapp 1100 und als der vater noch gelebt hat, war das auch nicht ganz übernommen, weil er nämlich geld vom sozialamt bekommen hat und eine eu rente (schwerkrank).

lg

Antwort
von Ralkana, 25

 Sie wird weiterhin mit ihren jüngeren Kindern eine BG bilden, die Kinder können aus eigenen Mitteln Kindergeld, Ubterhaltsvorschuss und Halbwaisenrente ihren Bedarf nicht decken, das wären die Voraussetzungen für Wohngeld. Für den Studenten hat die Mutter einen Anspruch auf Wohngeld. Wenn die Bearbeitungszeit so lange ist, wendet euch an den Abteilungsleiter der Wohngeldstellen und die Sache zu beschleunigen.


Antwort
von GerdausBerlin, 23

Wenn ein Kind - mit Waisen-Rente, Unterhalts(-svorschuss), Bafög, Kindergeld usw. - genügend Einkommen hat, fällt es aus der BG seiner mitwohnenden Eltern raus, s. SGB II § 7 Absatz 3.

Als mitwohnende Verwandte greift dann SGB II § 9 Absatz 5 über die Haushaltsgemeinschaft. Hier wird aber nicht angenommen, dass die Verwandten sich gegenseitig unterstützen, wenn ihr Einkommen nicht erheblich höher ist als ein normales ALG II.

Aber der Teil des Kindergeldes, den ein mitwohnendes Kind nicht mehr benötigt für seinen Lebensunterhalt auf dem Niveau von ALG II, wird dann als Einkommen der mitwohnenden Elternteile angerechnet bei deren Bedarf an ALG II.

Liegt der rechnerische Bedarf eines Kindes an ALG II bzw. an Sozialgeld (inklusive Warmmiete) also z. B. bei 400,-, sein gesamtes bereinigtes Einkommen aber bei 450,-, dann werden die überschüssigen 50,- der Mutter (nach Bereinigung laut SGB II § 11b) angerechnet als Einkommen bei der Berechnung ihres ALG II.

Gruß aus Berlin, Gerd

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