Frage von waldmeistertee, 99

heysn:) giebt es ein land in dem abtreibung komplett legal ist und wenn ja,wird da auch oft später abgetrieben?

Antwort
von armeskaenguru, 47

Hallo

Du möchtest das wissen, weil es Dich interessiert, ob die Personen verantwortungsvoll damit umgehen.

Fakt ist, dass die Zahl der Abtreibungen rückläufig ist. Vor allem Junge verhüten sehr verantwortungsbewusst.

Es gibt aber immer Menschen, die nicht verhüten. Da wird informiert und ich denke, dass deren Anzahl zurückgehen wird.

Spätabtreibungen sind eher selten (tiefer einstelliger Prozentbereich). Die meisten Frauen entscheiden sich die ersten 7 Wochen für einen Abbruch.

Freundlichen Gruss

tm 

Antwort
von Wonnepoppen, 64

Später?

Das ist dann nicht nur Abtreibung mehr, dazu sagt man auch noch  anders!

Geht es um dich, oder warum willst du das wissen?

Kommentar von waldmeistertee ,

nur aus interesse...ich würde gerne wissen wie menschen mit der verantwortung umgehen wenn sie sie haben

Kommentar von Wonnepoppen ,

"Wenn sie sie haben", das ist wichtig!

kommt immer auf die Umstände an?

es gibt Fälle, wo eine Abtreibung  angebracht ist !

Antwort
von annemarie37, 41

In Kanada gibt es seit einem Urteil des Höchsten Gerichts (1988) überhaupt kein Gesetz zum Schwangerschaftsabbruch. d.h. Abtreibung ist komplett legal, ja.

Die Schwangerschaftsabbruchrate ist relativ niedrig (11,6/1'000 Frauen im Alter von 15-44). Späte Abbrüche sind dort ebenso selten wie hierzulande. Sie werden nur in Ausnahmefällen vorgenommen, weil - ebenso wie hierzulande - keine Frau und kein Arzt es "lustig" findet, bei einer weit fortgeschrittenen Schwangerschaft diese abzubrechen. Es wird nur gemacht, wenn es dafür schwerwiegende gesundheitliche Gründe gibt.

www.svss-uspda.ch/de/facts/kanada.htm

Kommentar von carn112004 ,

"Es wird nur gemacht, wenn es dafür schwerwiegende gesundheitliche Gründe gibt."

Zur Klarheit ist zu ergänzen, dass damit sowohl schwerwiegende gesundheitliche Gründe bei der Schwangeren wie bei dem ungeborenen gemeint sein können; z.b. wenn es Down-Syndrom hat.

Außerdem mag es zwar meistens so sein, dass es aus gesundheitlichen Gründen geschieht, wie, wo und wann nachgewiesen wurde, dass es bei späten Abbrüchen "nur" aus gesundheitlichen Gründen geschieht, würde mich aber irgendwann schon mal interessieren.

Kommentar von annemarie37 ,

Die Frage ist, was unter "späten Abbrüchen" verstanden wird. Ab 12 Wochen? oder ab 20, 24 Wochen?

Der Massstab, was als schwerwiegender gesundheitlicher Grund betrachtet wird, variiert dabei vernünftigerweise je nach Schwangerschaftsstadium. So sagt denn z. B. das schweizerische Gesetz dazu: "Die Gefahr [für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren] muss umso grösser sein, je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist".

Das Down Syndrom als solches ist weder in Deutschland noch in der Schweiz ein Grund für den Abbruch. Es kommt auf die seelische Tragfähigkeit der Frau an. Ausserdem umfasst die Diagnose Down Syndrom nicht bloss die herzigen Down-Kinder, die wir auf Fotos gezeigt bekommen.

Nach der 23./24. SSW wird ein Abbruch nur dann vorgenommen (auch in Kanada), wenn schwerste Missbildungen zu spät festgestellt wurden oder es um das Leben der Frau geht. Das sind extrem seltene Fälle.

Kommentar von carn112004 ,

"Nach der 23./24. SSW wird ein Abbruch nur dann vorgenommen (auch in
Kanada), wenn schwerste Missbildungen zu spät festgestellt wurden oder
es um das Leben der Frau geht."

Woher weißt du das?

Es gibt kein Gesetz und keinen Grund in Kanada, warum über irgendeine Abtreibung irgendetwas berichtet werden muss. Folglich kann man doch gar nicht wissen, ob es in Kanada genauso ist oder nicht.

"Das Down Syndrom als solches ist weder in Deutschland noch in der Schweiz ein Grund für den Abbruch. Es kommt auf die seelische Tragfähigkeit der Frau an."

Da es aber genug Ärzte gibt, denen ein "Ich will nicht" seitens der Frau reicht, damit die eine mangelnde "seelische Tragfähigkeit" feststellen, ist das nur Etikettenschwindel. Wenn es Down-Syndrom hat und die Mutter/Eltern wollen die Abtreibung, dann findet sich da schon was.

Ausnahme vielleicht Bayern, da sind die Ärzte etwas konservativer und mauern manchmal bei besonders späten Abtreibungen.

Kommentar von annemarie37 ,

Woher weißt du das?

Von den dortigen Ärztinnen. Ausserdem gibt es in Kanada zwar kein Abtreibungsgesetz, aber eine Krankenhausstatistik. Abbrüche nach der 23. Woche werden wegen des erhöhten Risikos ausschliesslich in Krankenhäusern durchgeführt. Und das wird gemeldet.

Ich finde es echt anmassend, wie du über Frauen urteilst, die sich durch die Perspektive eines behinderten Kindes überfordert fühlen...

Kommentar von carn112004 ,

Also:

a) bestätigst du damit:

"Ich finde es echt anmassend, wie du über Frauen urteilst, die sich durch
die Perspektive eines behinderten Kindes überfordert fühlen..."

dass auch einige späte Abtreibungen stattfinden, weil die Eltern sich durch das Kind mit Down-Syndrom überfordert fühlen (was äquivalent ist zu, weil das Kind Down-Syndrom hat; hat es das nicht, wird nicht abgetrieben, hat es das, wird abgetrieben)

b) schreibst du oben:

"... wenn schwerste Missbildungen ..."

, womit du Down-Syndrom zu den schwersten Missbildungen zählst.

Nichts anderes war der eine Punkt auf den ich hingewiesen habe, nämlich dass das Down-Syndrom zu solch schwersten Missbildungen zählt, bei denen dann in Kombination mit der Perspektive der Eltern das Ergebnis Spätabtreibung lautet.

"Von den dortigen Ärztinnen."

Ok, du hast also keine Ahnung ob und wie die Behauptung "Nach der 23./24. SSW wird ein Abbruch nur dann vorgenommen (auch in
Kanada), wenn schwerste Missbildungen zu spät festgestellt wurden oder
es um das Leben der Frau geht." belegt werden kann.

Als kleiner Hinweis:

https://en.wikipedia.org/wiki/Late_termination_of_pregnancy#Reasons

das von dir bestimmt geschätzte Guttmacher Institut hat für Abbrüche nach der 16. Woche folgende Gründe ermittelt:

"The results were as follows:[5]

71% Woman didn't recognize she was pregnant or misjudged gestation

48% Woman found it hard to make arrangements for abortion

33% Woman was afraid to tell her partner or parents

24% Woman took time to decide to have an abortion

8% Woman waited for her relationship to change

8% Someone pressured woman not to have abortion

6% Something changed after woman became pregnant

6% Woman didn't know timing is important

5% Woman didn't know she could get an abortion

2% A fetal problem was diagnosed late in pregnancy

11% Other"

Ja, ich weiß, nach 16. Woche ist nicht nach 24. Woche; nur wenn nach 16. Woche Frauen abtreiben, weil sie vorher die Schwangerschaft nicht bemerkt haben, weil es Schwierigkeiten beim Zugang gab, weil es Probleme im Umfeld gab, kann niemand rein durch Befragen einiger Ärzte guten Gewissens untermauern, dass etwas was in und nach 16. Woche 2% der Fälle betraf nach 24. Woche exakt (also wirklich, wirklich exakt) 100% betrifft.

Da muss man doch wenigstens eine der genannten Studie vergleichbare machen, die dann halt noch separat auf nach 24. schaut.

Kommentar von carn112004 ,

Nebenbei, ich habe niemanden verurteilt, sondern nur festgestellt, dass ggf. Down-Syndrom eben auch unter die schwersten Missbildungen fällt und das Ärzte ggf. nicht auf Herz und Nieren prüfen, was genau hinter der Intention bei einer Spätabtreibung steht, wenn das Gesetz das nicht verlangt (wie das eben in Kanada ist, wo das Gesetz absolut rein gar nichts verlangt).

Kommentar von annemarie37 ,
  1. Ich bestätige gar nichts
  2. du verdrehst meine Aussagen
  3. Du kannst dir offensichtlich nicht vorstellen, was es für eine Frau und einen Arzt heisst, nach der 23. Woche eine Schwangerschaft abzubrechen.
  4. Ich mag mich mit dir hier nicht wieder herumstreiten.
Kommentar von carn112004 ,

Nö,

"Ich mag mich mit dir hier nicht wieder herumstreiten."

du magst es blos nicht, dass deine Argumente vorne und hinten lücken haben.

"vorstellen"

Genau das richtige Wort, weiter machst du nichts, als die irgendwelche Vorstellungen zu machen; daraus leitest du dann ab, dass deine Aussagen stimmen; können natürlich stimmen; können aber auch falsch sein; ist dir aber wurscht, weil es sich in deiner Vorstellung richtig anfühlt.

Kommentar von Kajjo ,

Nein, Annemaries Antworten und Ansichten haben keine frappierenden Lücken, sondern du verdrehst ihr dir Worte im Mund.

Handle doch bitte mit dem gleichen Anstand gegenüber lebenden Personen einschließlich Annemarie, wie du ihn so inbrünstig für frühe Embryonen einforderst.

Ja, es gibt Menschen, die halten die Abtreibung bei Behinderungen für legitim. Du denkst anders und das ist dein gutes Recht. Aber gestehe auch anderen zu, eine andere Meinung zu haben.

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