Frage von Energieheiler, 298

Hey Leute. Ich habe da ein paar Fragen zum Thema Liebe, Selbstliebe, Beziehung, Sex, Anerkennung und Selbstbefriedigung. Könnt ihr sie mir beantworten??

wieso verlieben wir uns? Stimmt das, dass wir aufgrund fehlender Selbstliebe einfach nur die Liebe und Anerkennung in anderen suchen die wir nicht in uns finden? Ich zum Beispiel bin verliebt aber möchte es nicht sein. Ich komme mit mir genug klar und mit meiner Selbstliebe. Außerdem mache ich regelmäßig Selbstbefriedigung.  warum befriedigen wir uns sonst selbst? Nächstenliebe und Selbstliebe sind unzerstörbare und unverletzbare Gefühle, die viel ewiger, schöner, genussvoller, freier und Dankbarer sind. Außerdem, warum gehen wir Beziehungen ein? Ist das moralisch und philosophisch gesehen nicht falsch? Machen wir uns damit nicht noch umfreier als wir sowieso schon sind? Jede Beziehung außer die zu Gott und sich selbst geht kaputt und macht uns kaputt! Das weiß jeder! Aber warum gehen wir dann überhaupt auf sowas ein? Wieso sehen wir das so selbstverständlich, das wir jeden Morgen aufwachen, das wir leben und hir leben können, das wir jeden Tag genug Essen und Trinken haben? Eigentlich ist das keine so große Selbstverständlichkeit! Wir sollten dankbar sein und wir sollten über nichts und niemandem urteilen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Paox9, 63

Die Voraussetzung für eine "gesunde" und wirklich erfüllende Beziehung ist die, dass du mit dir selber so zufrieden bist, dass du eben von deinem Partner nicht die Befriedigung deiner Bedürfnisse erwartest und auch nicht die Liebe deshalb benötigst, um fehlende Selbstliebe zu kompensieren. Es ist eben der "Fehler" und auch der Grund für das Scheitern vieler Beziehungen, dass genau das erwartet und gefordert wird (auch wenn es vielen nicht bewusst ist). 

Wenn du aber zufrieden mit dir selber bist und gar kein Partner brauchst, um glücklich zu sein/werden, dann hast du die besten Voraussetzungen geschaffen, dich wirklich zu verlieben, ohne falsche Erwartungen mitzubringen. 

Eine Beziehung soll eine Bereicherung darstellen. Sobald sie dazu führt, dass du als Mensch nicht mehr frei bist oder dich eingeengt fühlst etc., dann ist vllt (!) irgendetwas falsch. Aber eine Beziehung einzugehen, heißt auch als Mensch zu wachsen. Das Miteinander zu leben und zu lieben ist nämlich keine Selbstverständlichkeit und es gehört genau so Übung und Praxis dazu, wie bei allen anderen Dingen. Liebe kommt nicht einfach und bleibt dann. 

Insofern ist es nicht verwerflich, Beziehungen einzugehen. Auch kann nicht pauschal gesagt werden, die einzig gute Beziehung wäre die zu uns selber und alle anderen würden uns und selber irgendwann kaputt gehen /machen. Eine Beziehung, die dich kaputt macht, ist keine solche. Dann scheint ein Ungleichgewicht vorhanden zu sein (s.o.). 

Beziehungen können etwas sehr schönes und bereicherndes (!) sein. Es gibt keinen Grund, Beziehungen nicht einzugehen, weil diese angeblich uns oder andere kaputt machen würden. Menschen sind soziale Wesen, es ist psychologisch gesehen eher bedenklich, außer zu uns selber keine Beziehungen einzugehen.

Wenn du dich dafür so sehr interessierst, dann empfehle ich dir das Buch "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm. Da stehen genau solche und andere Dinge sehr gut wiedergegeben drinne. 

Antwort
von Enzylexikon, 83

Liebe und Sexualität

Menschen sind Primaten, also Säugetiere und wie andere Lebewesen auch, versucht der Mensch seine Art zu erhalten und sich durch Paarung zu vermehren.

Daher sind geschlechtliche Anziehung und Sexualtrieb einfach ein Bestandteil der arterhaltenden Instinkte. Selbstbefriedigung baut Spannungen ab und kann sozial harmonisieren.

Emotionen

Meiner Meinung nach ist kein Gefühl "ewig" oder "unzerstörbar", das sind Illusionen, die man sich selbst macht - egal ob es um Nächstenliebe oder Wut geht.

Dankbarkeit

Das man für alltägliche Dinge keine besondere Dankbarkeit empfindet liegt an dem Umstand, dass wir in einer konsumorientierten Überflussgesellschaft leben, in der annähernd jeder Luxus selbstverständlich scheint.

Wenn man schon überall einen kabellosen Internetzugang als selbstverständlich ansieht - wer hat da ein Bewusstsein für die Kostbarkeit von sauberem Trinkwasser?

Sonstiges

Ich habe im übrigen nicht den Eindruck, dass du mit dir "genug klar kommst", denn ansonsten wärst du dir über solche Dinge stärker im klaren und weniger emotional.

Auch die Behauptung jede Beziehung aus der zu Gott und zu uns selbst mache uns kaputt, verrät, dass du nicht wirklich rational denkst, sondern irrationale Behauptungen, wie die Existenz Gottes, als Fakt anzusehen scheinst.

Sinn

Es gibt meiner Meinung nach keinen fest definierten Sinn im Leben. Jeder definiert sich diesen selbst.

Siehe hierzu:

https://www.gutefrage.net/frage/wo-kriegen-die-leute-heutzutage-den-sinn-des-leb...?

Mein Rat

Du wirkst erst einmal ziemlich "verkopft" und konfus, was dich zu frustrieren scheint. Möglicherweise beschäftigst du dich zu viel mit abstrakten Fragen, anstatt das Leben einfach mal zu genießen.

Das muss nun auch gar nicht "oberflächlich" oder "materialistisch" sein, sondern einfach als Möglichkeit, mal aus deinem Über-Intellektualismus herauszukommen.

Manchmal stehen wir uns mit den ganzen Gedanken und Konzepten selbst im Weg und es kann sinnvoll sein, diese Dinge mal fallen zu lassen, damit der Weg frei wird.

Das ist wie bei einem Glas mit trüben, verschlammten Wasser. Je heftiger wir schütteln, desto trüber ist die Brühe.

Wenn wir das Wasser aber zu Ruhe lassen kommen, dann sinken die Schwebstoffe zu Boden und das Wasser wird wieder klar. Ähnliches gilt für unseren Geist.

Ich hoffe, die Antwort war ein wenig hilfreich. :-)

Antwort
von Ottavio, 77

Nichts ist so schwer zu beantworten wie warum-Fragen. Ursachen sind ja meist ein ganzes Geflecht von Gründen, die erst alle zusammen die Folge hervorbringen. Wenn ich sage, wir verlieben uns, weil wir leben, dann klingt das banal. Aber wenn wir es tun, dann merken wir intensiver als jemals sonst, dass wir leben, und das ist sehr gut so. Ich habe mich im Leben oft verliebt, habe vier Kinder gezeugt und bin darüber alt geworden. Mein Leben war Mühe und Arbeit. Es war köstlich. Suchen wir im verliebt Sein die Anerkennung, die wir in uns selbst nicht finden ? Ja, das wohl auch. Es steigert die Eigenliebe und das Selbstwertgefühl, wenn es erwidert wird. Wenn nicht, dann ist eher das Gegenteil der Fall. Macht es uns unfreier ? Auch das kann ich nicht glatt verneinen. Aber die Freiheit des Menschen ist ja doch wohl nicht die Freiheit allein der reinen Vernunft durch Unterdrückung des Gefühlslebens, sondern die Freiheit des ganzen Menschen. Das Verliebtsein gehört dazu. Also habe den Mut dazu, wenn Du nicht ein halber Mensch sein willst.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 54

Die Sexualität gab es schon einige Millionen Jahre bevor die Menschen die Götter erfunden haben.

Die Bonobos als unsere nächsten Verwandten benutzen sie sogar um Streitigkeiten in der Horde zu besänftigen und beizulegen.

Antwort
von NorthernLights1, 70

Sicherlich haben viele Sachen damit zu tun, die du hier aufzählst, aber jeder wird es anders für sich definieren und somit anders sehen / empfinden und entsprechend handeln.

Der Biologie / dem Instinkt können wir uns nicht entziehen, aber ihn eben unter Kontrolle halten. Etwas anders ist unser gesellschaftliches / kulturelles Bild von Liebe und Beziehungen. Dieses ist es dynamisches Bild einer jeden Epoche. 

Und leider ist der Mensch ein gewohnheitstier. Wenn ein Herscher / Gesellschaft eine bestimmte Form nicht gutheißt, wird es verboten bzw wie heutzutage es positiv dargestellt, sprich der mensch springt immer von einem Extremen ( Kirche ) ins Nächste ( Spassgesellschaft ).

Betrachtet man aber Liebe, also den Instinkt plus " Energie " ( alle Urwerte = wahre Liebe ), was ein statisches Bild ist und sich jeder Zeitepoche trotzt, sieht man die wahre Bedeutung des menschens, eben Liebe in sich haben, sie verschenken können und auch bekommen. Der kürzeste und reinste Weg ist es zwischen einem liebenen Paar. Sie werden eins. 

Das wäre zB für mich der Grund in eine Liebe / Beziehung zu gehen. Ich möchte mit ihm eins sein. Dies ist eben personengebunden und somit sehr rar bzw einmalig.

Sorry, kann mich manchmal nicht so klar ausdrücken. Kann vieles nicht in Worte fassen bzw kommen sie dann zu naiv/ zu romantisiert rüber und dass ist meist dann das Totschlagargument, um meine Sicht als primitiv abzustempeln  :)


Kommentar von NorthernLights1 ,

Das Weltall ist unendlich und so sehe ich die "wahre Liebe " mit ihren unverfälschten Urwerten. Sie wird von einer generation in die Nächste gebracht, obwohl sie leise und schwach erscheint. Sie ist und bleibt aber der rote Faden. 

Die, die es nicht sehen, und im Hier und Jetzt leben, werden nur Randfiguren sein. 

Kommentar von NorthernLights1 ,

Das wäre zB für mich der Grund in eine Liebe / Beziehung zu gehen. Ich möchte mit ihm eins sein. Dies ist eben personengebunden und somit sehr rar bzw einmalig.


Die heutige Gesellschaft hat sich ihre Liebe neudefiniert...sie ist jetzt eher zweckgebunden, sprich der mensch / person ist permanent und schnell austauschbar.

Sie nennen es immer noch Liebe, ich eher nicht. Wie las ich es treffend...es ist eher eine schlechte Kopie von Liebe. 

Antwort
von 3plus2, 42

Als Gott am 6. Tag  die Schöpfung abgeschlossen hat, sagte Gott am 7.Tag, dass alles gelungen und gut ist, und macht euch die die Erde untertan und mehret euch.
Dann kam EINER; der wollte es besser als Gott;  das mit dem Sex ist nicht gut, die Vorhaut und die Schamlippen müssen weg und Sex ist Sünde, haram, dieses müssen wir den Menschen beibringen, damit sie beim Sex ein schlechtes Gewissen haben und so gefügig werden, dann können wir den Menschen die Sünden vergeben und abkassieren …..........  und das funktioniert bis heute.

Antwort
von Andrastor, 75

wieso verlieben wir uns?

Das ist ein biochemischer Vorgang der zur Erhaltung der Art dient. Lernen wir eine Person kennen, die in unser instinktives Bild eines möglichen Sexualpartners zur Fortpflanzung passt, veranlasst das Gehirn die Ausschüttung der nötigen Hormone, welche das Gefühl der Verliebtheit auslösen.

Stimmt das, dass wir aufgrund fehlender Selbstliebe einfach nur die
Liebe und Anerkennung in anderen suchen die wir nicht in uns finden?

Nein, das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Ich zum Beispiel bin verliebt aber möchte es nicht sein

Du kannst dich selbst darauf konditionieren für diese Person etwas anderes zu empfinden.

warum befriedigen wir uns sonst selbst?

Weil es Spaß macht, Glückshormone freisetzt und hilft seinen Körper besser kennenzulernen und Sexualität im Allgemeinen besser genießen zu können.

Außerdem, warum gehen wir Beziehungen ein?

Das hat mit Besitzanspruch zu tun. Generell ist der Mensch ein polygames Tier und kein monogames.

Jede Beziehung außer die zu Gott und sich selbst geht kaputt und macht uns kaputt!

Die Beziehung zu Gott geht ebenfalls kaputt, die immer größer werdende Zahl von Kirchenaustritten beweist dies. Die Beziehung zu sich selbst ist ebenfalls sehr fragil, psychische Erkrankungen äußern sich nicht selten in einem gestörten Verhältnis zu sich selbst.

Wieso sehen wir das so selbstverständlich, das wir jeden Morgen
aufwachen, das wir leben und hir leben können, das wir jeden Tag genug
Essen und Trinken haben?

Gewohnheit

Wir sollten dankbar sein und wir sollten über nichts und niemandem urteilen.

Und wem oder was gegenüber sollten wir dankbar sein? Gott? Sorry, aber den gibts nicht und unser System basiert auf Ausbeutung. Wir können uns diesen Lebensstil nur deshalb leisten, weil andere dafür ausgebeutet werden, allen vorran dritte-Welt- und Entwicklungsländer.

Sollen wir ihnen gegenüber dankbar sein dafür dass sie für unseren Luxus leiden? Oder lieber den Firmen welche sie ausbeuten um uns unser Leben zu ermöglichen?

Eigentlich sollten wir uns für unsere Lebensumstände schämen und nicht auch noch dankbar dafür sein!

Aber ich will hier nicht den Moralapostel spielen, sondern dir lediglich einen kleinen Denkanstoß bieten.

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psyche & Psychologie, 113

"Jede Beziehung außer die zu Gott und sich selbst geht kaputt und macht uns kaputt! Das weiß jeder! "

Mich hat noch nie eine Beziehung kaputt gemacht. Ich kann das nicht bestätigen.

Und als meine Exfrau gestorben ist, hat mich das natürlich erst sehr sehr traurig, dann aber umso stärker gemacht.

Der Sinn ist nicht, dass alles leicht und einfach ist. Der Sinn ist, dass Du daran wächst und Dich weiterentwickelst.

Antwort
von Gastnr007, 78

1. Chemie+Biologie+nen bissl Psychologie, 2. naja... ehr nein

3. Triebe, 4. Selbsterhaltung, einfacheres Leben, also 5. nein nicht falsch, hilft dem anderem ja auch, 6. Teilen kann auch Freiheit bedeuten (Arbeit z.B. effizienter gestalten ist mehr Freizeit), 7. Beziehung zu Gott? Oje das überspring ich mal - guck dir mal Marx an ;) - 8. siehe 4. und 5., 9. weil wir uns dran gewöhnt haben, (10.) eigentlich schon richtig, aber das Besondere in sich ständig wiederholenden Dingen zu sehen ist nunmal schwer

0. (könnt ihr mir sie beantworten?) - theoretisch schon, aber sie werden dich wohl kaum zufrieden stellen ;D

Antwort
von meterano7, 22

Sb ist ok, mach halt. Das schöne an Beziehungen ist... die Wärme, eine innere. Trau dich und denk nicht so viel :D

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