Frage von floete7, 84

hey, ist das strafbar?

hey, wenn jemand betrunken auto fährt & dabei einen unfall baut, ist man da strafbar? oder fällt die strafbarkeit weg, weil man ja unzurechungsfähig ist?

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Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 29

Ob und wie man sich in diesem Fall strafbar macht hängt immer davon ab, wie viel man getrunken hat.

Grundsätzlich kommt eine Strafbarkeit wegen Fahren unter Alkoholeinfluss gem. § 316 StGB ab 0,3 Promille in Betracht, wenn man irgendwelche Auffälligkeiten beim Fahren zeigt. Unabhängig vom Fahrstil macht man sich ab 1,1 Promille nach § 316 StGB strafbar.

Verursacht man infolge des Alkoholkonsums einen Unfall, macht man sich sogar nach § 315c StGB strafbar. Hierfür kann es eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe geben.

Zusätzlich würde bei derartigen Straftaten stets auch die Fahrerlaubnis für ca. 1 Jahr (bis maximal 5 Jahre) gem. §§ 69, 69a StGB entzogen.

In der Regel wird man ab 3,0 Promille als schuldunfähig gem. § 20 StGB angesehen mit der Folge, dass man sich zumindest nicht nach §§ 315c, 316 StGB strafbar macht. Man würde stattdessen nach § 323a StGB wegen Vollrauschs verurteilt werden.

Expertenantwort
von bronkhorst, Community-Experte für Auto, 7

Für solche Fälle ist der § 323a StGB da:

Dann giltst Du zwar hinsichtlich der vorgeworfenen Straftat als nicht zurechnungsfähig, kannst aber in vergleichbarer Höhe genau dafür bestraft werden, dass Du Dich in diesen Zustand gebracht hast.

Expertenantwort
von fuji415, Community-Experte für Auto, 17

Alkoholgehalt im Blut ist über 1,09 Promille3 Punkte Entziehung des Führerscheins, Freiheitsstrafe oder Geldstrafe in passender Höhe 

Da kommt man in den Knast und verliert den Lappen erst mal auf Jahre hinaus was jede MPU dann auch bestätigt das man ungeeignet ist um ein Fahrzeug zu führen .

Kommentar von uni1234 ,

Knast ist im Regelfall dann doch ein wenig übertrieben und eher der Ausnahmefall.

Antwort
von laserata, 78

Was da als erstes "wegfällt" ist dein Führerschein.

Wenn du dich zusäufst und dann einen Unfall baust, wird dein Führerschein eingezogen UND es kann sein, dass die Kfz-Versicherung nicht mal zahlt, da du grob fahrlässig warst (!)

PS: Ich kenne so einen Fall. Eine Stockbesoffene hatte einen Freund von mir angefahren - er auf dem Fahrrad, sie mit über 2 Promille im Auto. Sie war eine Ladenbesitzerin. Der Rechtsanwalt meines Freundes sagte, dass ihre Versicherung wahrscheinlich nicht zahlen würde. Das Geschäft der Frau wurde ein oder zwei Wochen später dicht gemacht! Das sollte zu denken geben...

Kommentar von elagtric ,

Der Witz an der Sache : die Versicherung des Unfallverursachers macht schon einen auf die "unzurechnungsfähig-Tour" , nur nennen sie es eben geschmeidig "grob fahrlässig".

Die Opfer dieser mobilen Alkoholiker erhalten dann evtl. nichtmal was aus der Haftpflicht.

Möchte echt nicht wissen, wievielen unschuldigen Verkehrsteilnehmern solcherlei "Schadensbegrenzung" die Existenz kostete.

Echt witzig : ich rase volltrunken in eine Menschenmenge und meine Versicherung muss nix zahlen, weil ich ja volltrunken war. Sauber aus der Affäre gezogen. Da die Versicherung nix blecht, steigen theoretisch nichtmal die Beiträge.

Wohl bekomms !

Kommentar von laserata ,

Du hast das falsch verstanden bzw. ich hab mich nicht glasklar ausgedrückt:

Im mir bekannten Fall zahlte die Versicherung den Schaden des Freundes, also kaputtes Fahrrad etc., plus 2500 Euro Schmerzensgeld. Höchstwahrscheinlich forderte die Versicherung das dann aber bei der Betrunkenen ein. Sie erwartete also, dass die grob Fahrlässige Betrunkene "selbst" zahlt, streckte aber die Knete pünktlich vor, kam also zunächst mal ihrer Pflicht gegenüber dem Unfallopfer nach, um dann das Geld von der "grob fahrlässigen" Fahrerin zurückzuverlangen.

Die Fahrerin fuhr übrigens mitten am Nachmittag mit deutlich über 2 Promille los und fuhr dann etwa 800 Meter weiter meinen Freund "über den Haufen" (frontal - immerhin seitlich, so dass er noch über das Auto fliegen konnte).

Kommentar von Gamerman23 ,

Das ist falsch. Die Verischerung bezahlt jeden Schaden von dir. Aber solltest du es wie betrunken selbst verschuldet haben, fordern die Versicherung den ganzen Betrag oder einen gewissen Betrag zurück

Kommentar von laserata ,

Ich nehm mal an, du hast nicht mich kommentiert, sondern elagtric weiter oben, denn ich hab ja quasi genau das gleiche wie du gesagt. Wie schon gesagt war es genau wie auch du es hier beschreibst. Die Versicherung hat also für das Unfallopfer gezahlt, dann aber höchstwahrscheinlich alles oder einen großen Teil davon von der betrunkenen Unfallverursacherin zurückgefordert. Das zumindest meinte der Rechtsanwalt des angefahrenen Radfahrers.

Antwort
von nurromanus, 26

Glücklicherweise ist die von Dir beschriebene Sache strafbar. Allerdings, was in eine ähnliche Richtung geht, rege ich mich schon seit Jahrzehnten auf, dass jemand mildernde Umstände bekommt, wenn er einen Menschen stockbesoffen umlegt. Nach meinem Dafürhalten müsste das Urteil dafür mindestens gleich hoch sein, wie wenn man jemanden völlig nüchtern umbringt.

Kommentar von uni1234 ,

Hast Du dich mal besoffen geschlagen, andere beleidigt oder sonst wie die Konfrontation gesucht? Alkohol enthemmt. Daher kommt es schneller zu strafbarem Verhalten als wenn man nüchtern ist. Daher ist auch die Strafmilderung nach § 21 StGB sachgerecht.

Kommentar von nurromanus ,

Nein, habe ich nicht, da ich grundsätzlich keinen Alkohol trinke. Aber ich sehe täglich in der City, was Alkohol anrichtet, und ich kann den Ausgang entsprechender Strafverfahren in den Zeitungen verfolgen. Sowas heisst doch im Umkehrschluss: Würde ich jemals in meinem Leben jemanden umbringen wollen, müsste ich zuvor eine ganze Flasche Whisky saufen und komme dann, unterstützt von einem guten Anwalt, mit einer bedingten Gefängnisstrafe davon. Das ist für mich einfach NICHT in Ordnung.

Kommentar von uni1234 ,

Das ist ja auch eine andere Geschichte. Wenn Du dich bewusst in den Zustand der Schuldunfähigkeit versetzt, dann kannst Du dich zum Teil gar nicht mehr darauf berufen. Dieses Konstrukt nennt sich actio libera in causa (alic).

Das hat allerdings mit der Fragestellung relativ wenig zu tun.

Kommentar von nurromanus ,

Was zu beweisen wäre. Kennst Du übrigens irgend jemanden, der unbewusst Alkohol trinkt?

Antwort
von flowexx, 28

Nein, in diesem Fall kriegst du gleich zwei Strafverfahren und hast wahrscheinlich keinen Versicherungsschutz.

Kommentar von uni1234 ,

Warum zwei Strafverfahren?

Antwort
von NANABUMBUM, 35

Kommt darauf an wie viel man intus hat,da gibt es aber für jede Strafe einen anderen wert  

Antwort
von thehangover42, 41

Denkst du nicht dass betrunken Autofahren schon ne Straftat ist

Antwort
von Erik232, 22

Natürlich machst man sich damit strafbar!!!

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