Frage von ballettlover19, 56

Hey, ich habe schon seit längerem einen frage die mich sehr beschäftigt und wollte einmal fragen wie man depressionen schnellstmögich erkennen kann.?

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 20

Depressionen stellt grundsätzlich eine Fachperson (Psychiater oder Psychologe fest). Es gibt jedoch Hinweise, ob man eine Depression hat oder nicht. Internettests sind leider sehr unzuverlässig, darum möchte ich dir die offiziellen Diagnosekriteren mitteilen. Es bringt mehr sich damit zu beschäftigen als mit dubiosen Hinweisen.

Die wissenschaftlich-medizinischen und somit objektiven Diagnosekriterien sind im internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 festgehalten, also jenem Werk, auf das sich auch Fachpersonen bei Erstabklärungen berufen.

Das ICD-10 unterscheidet zwischen 3 Haupt- und 7 Nebensymptomen. Für eine leichte Depression müssen mind. 2 Haupt- und 2 Nebensymptome für mind. 2 Monate in ausreichender Stärke vorhanden sein. Für mittelschwere Depressionen 2 Haupt- und 3-5 Nebensymptome und für schwere Depressionen 3 Haupt- und mehr als 5 Nebensymptome.

Hauptsymptome
- Antriebslosigkeit und/oder erhöhte Ermüdbarkeit
- Freudlosigkeit und/oder Interessensverlust
- Depressive Grundstimmung (negatives Denken, Hoffnungslosigkeit bis hin zum Gefühl der Gefühlslosigkeit).

Nebensymptome
- Schlafstörungen
- Suizidgedanken
- Psychomotorische Aktiviertheit oder Hemmung
- Stark veränderter Appetit
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen
- Schuldgefühle und/oder Entscheidungsschwierigkeiten

Wenn du unter diesen Symptomen leidest suche unbedingt eine Fachperson auf. Du kannst dich auch zunächst an deinen Hausarzt wenden.

Kommentar von DocRough ,

Mal eine Frage: Was macht dich zum Experten für Depressionen? Gehörst du zu der Seite der Theoretiker / Fachärzte, die die Krankheit von außen her studieren oder hattest du schon einmal stark ausgeprägte Depriphasen und hast die Krankheit direkt an dir studieren können? Das was du schreibst ist natürlich korrekt aus medizinischer Sicht, jedoch von der Warte jemandes, der die Krankheit mehrfach erlebt hat und sich jahrzehntelang damit befasst hat, ist das nur die halbe Wahrheit zumal die Anzahl der Symptome in Relation zum Schweregrad nur Richtmaße sein können, da man durchaus auch starke Depressionen haben kann mit zahlenmäßig weniger Symptomen.

Kommentar von samm1917 ,

Ich wollte objektiv antworten. Mir ist durchaus bewusst, dass die subjektive Wahrnehmung anders sein kann.

Ich leide seit 5 Jahren unter schweren Depressionen (mit schwer meine ich schwer diagnostiziert und nicht mein subjektives Empfinden).

Ich habe 22 Medikamente hinter mir (11 davon Antidepressiva). Momentan muss ich eine ganze Medikamentenkombo einnehmen damit es mich auch nur ansatzweise stabilisiert. Zudem habe ich 32 EKT Behandlungen gemacht.

Was mir schlussendlich wirklich was hilft ist eine Psychoanalyse. Soweit zu mir. Glaube mir, ich habe mehr als genug Erfahrungen am eigenen Leibe.

Es bringt einfach nicht viel wenn ich meine persönliche Erfahrung auf jemanden abwälze. Depressionen sind sehr unterschiedlich und das was sie gemeinsam haben sind nun mal die in meinem Beitrag stehenden Symptome.

Antwort
von DocRough, 27

Also wenn mehrere dieser Anzeichen über 2 Wochen lang konstant vorhanden sind empfehle ich den Gang zu einem Psychiater:

-ständiges Grübeln, ohne zu einem Ergebnis zu kommen
-Schlafstörungen
-das Aufstehen am Morgen fällt schwer
-Lustlosigkeit, es fällt schwer, sich selbst zu motivieren
-starke Konzentrationsschwierigkeiten
-schnelle Ermüdbarkeit oder ständige Müdigkeit
-Interessenlosigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen
-es fällt schwer, bewusste und klare Entscheidungen zu treffen
-Freudlosigkeit, innere Leere
-fehlendes sexuelles Interesse (jedoch oft plötzliche und extreme, aber kurzweilige „Lustmomente“)
-pessimistische Sicht in die Zukunft
-Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
-schon bei kleinen Problemen, Fehlern und Rückschlägen kommt es zur -totalen Verzweiflung (Betroffene sind sehr “sensibel”)
-ständige innerliche Unruhe, Entspannung fällt schwer
-ein Gefühl der Wertlosigkeit, eventuell verbunden mit Selbstmordgedanken

Dazu können noch diverse körperliche Symptome kommen wie z.B. Verspannungen, Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme.

Wenn du dich also absolut leer und gefühllos fühlst, nichts dir wichtig erscheint und du morgens gerädert aufwachst und meinst die Aufgaben des Tages würden dich erschlagen und du lieber im Bett bleibst, dir danach aber Vorwürfe deswegen machst und deine Gedanken ständig um ein und die selbe negative Sache kreisen. Dann solltest du schnellstmöglich reagieren (sofern dieser Zustand eben länger als 14 Tage anhält).

Kommentar von Busverpasser ,

Viele der aufgezählten Symphtome stehen aber nicht unbedingt nur für Depressionen. Vieles trifft z.B. für ADHS genau zu, was ich hier lesen kann - bis auf dass man nicht dauerhaft freudlos ist und nicht unbedingt pessimistisch und sich wertlos fühlt, trifft doch der Rest eig. komplett zu. Demnach bin ich schon mein ganzes Leben in einer Dauerdepression... :D

Kommentar von DocRough ,

Kann durchaus sein, dass du das auch bist. Ich kann von meiner Erfahrung her alle Punkte bestätigen, muss auch nicht sein, dass alle gemeinsam auftreten. Zumal es ja durchaus Überschneidungen gibt zwischen ADHS und depressiven Phasen.

Antwort
von sunflower02, 20

Bei einem selbst oder bei Menschen im näheren Umfeld?

Antwort
von Kuno33, 22

Typische Symptome einer Depression sind die folgenden:

Schlafstörungen, Erschöpftsein, Antriebsmangel (die Patienten bezeichnen sich u. U. als "faul".), Niedergeschlagenheit, Versagensängste, Abwertung der eigenen Person, Gefühl keine Gefühle zu haben, sich als schlechten Menschen sehen. Morgendliches Stimmungstief bei Auflockerung zum Abend hin. Unbegründete Angst vor Verarmung. Bei Frauen Ausbleiben der Regel. In sehr schweren Fällen: Verarmungswahn, Angst vor Bestrafung wegen der eigenen Schlechtigkeit, Stimmenhören, die einem vorhalten, wie schlecht man ist. Suizidgedanken, u. U. auch mit der Vorstellung wegen der Aussichtslosigkeit, nahe Angehörige mit in den Tod nehmen zu müssen.

Jede Depression sieht ein wenig anders aus. Aber in diese Richtungen geht es bei der Depression. Es müssen längst nicht alle Symptome vorhanden sein.


Antwort
von LittleMistery, 9

Zum Arzt, dem sagen wie man sich fühlt und der kann dann sagen, ob das eine sein könnte. 

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