Frage von Nickibu, 3

Hey, ich habe eine frage Worüber muss man bei einem Referat in Geschichte zum Thema Luters Reformation erzählen?

Antwort
von ElizaD, 2

Ich würde mal in einer guten Biografie zu Luther nachschlagen, worauf da der Akzent liegt. Die mir bekannteste gute ist die von Martin Brecht (mal in der Stadtbibliothek nachsehen, ob die die haben, allenfalls per Fernleihe an Land ziehen). Was du brauchst, ist der erste Band.

Ansonsten fallen mir vor allem drei Gesichtspunkte ein.

1) Das dringende Reformbedürfnis in der römischen Kirche, das schon seit dem Mittelalter beklagt wurde, wo man ebenfalls bereits eine Reform der Kirche an Haupt und Gliedern forderte und vor allen Dingen schon lange den skandalösen Ablass-Verkauf beklagte (bei  Brecht steht Genaueres zum Ablass, worin der bestand und wieso es dazu kam, den auch noch zu verkaufen).

2) Luthers seelischer Kampf um die Gnaden-Frage und seine mystische
Verliebtheit in Jesus Christus. Die Meditation vor dem Kruzifix brachte  Luther zu der verzweifelten Frage: "Wie kann einem Christen überhaupt noch verziehen werden, wenn er TROTZ dieses teuren Preises, um den die Menschheit erkauft worden ist, trotz dieses Leidens dieses liebgenswürdigsten aller Menschen, Gottes Sohn, IMMER NOCH
sündigt?", sowie sein Durchbruch zu seiner Annahme einer Rechtfertigung
des Menschen NUR durch Gnade, nicht durch Werke (---und erst recht nicht durch den Kauf von Ablass-Zetteln).

3. Die Reihenfolge der historischen Ereignisse.

a) Die finanzielle Pleite des Erzbischofs von Mainz (der auch für ganz
Mitteldeutschland bzw Wittenberg zuständig war), und die dieser durch den
Verkauf des Ablasses auszugleichen versuchte.

b) Die steile Karriere des Dominikanermönchs Tetzel, der mit dem Slogan
"Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt" durch die Lande zog (Luther konnte in Wittenberg soviel Reue und Buße predigen, wie er wollte, die Leute rannten stattdessen in das nicht weit entfernte Jüterbog in Brandenburg und kauften dort von dem  äußerst aktiven Tetzel Ablass von ihren Sündenstrafen: Es war ihnen GAN EGAL, ob ihnen Gott verzeihen würde, Hauptsache, sie hatten keine Sündenstrafen zu befürchten, was ihnen durch diesen Ablass von Sündenstreichen vermeintlich garantiert wurde.)

c) Der sog. Toties-quoties-Ablass (Ablass = Erlass von den zeitlichen Sündenstrafen , dh aller Strafen einschließlich der des Fegefeuers mit Ausnahme der totalen Verdammnis zur Hölle), den Christen am 1. November (Allerheiligen)  erwerben können, und zwar mehrmals, sooft (toties, quoties) sie zur Verehrung der Heiligen in die Kirche gehen.---Das hatte der sächsische Kurfürst in Wittenberg dadurch kommerzialisiert, dass er die Heiligenverehrung durch Erwerb der tollsten Reliquien (wie ein Glas mit Muttermilch der Jungfrau Maria...:-() in der Schlosskirche
aufbewahrte und verlangte, wer diese an Allerheiligen ausgestellten
Kostbarkeiten  dort verehren wollte, auch etwas zu spenden hätte. (Mit  diesem Geld finanzierte er die Uni Wittenberg...)

Gerade DESHALB hat Luther ausgerechnet am 31. Oktober 1517 seinen Brief mit den 95 Thesen publiziert, dh an seinen obersten Dienstherrn, den Bischof von Mainz absenden lassen und an der Wittenberger Kirchentür, angebracht (dies Datum wird nach neuerer Erkenntnis durch ein Zeugnis des Luther-Schülers Rörer nachträglich bestätigt; eine Zeitlang galt es als ungesichert). Die Thesen verkündeten Luthers Gnadenlehre und waren der Todesstoß für den Ablass-Verkauf.

Die Situation war die, dass Luther an diesem Tag das Riesenblatt mit allen
Thesen, in drei Exemplaren fertig da liegen hatte.

Mit denen ging er die etwa 500 m über die Kollegienstraße von seinem
Augustinerkloster zum Schloss (das liegt genau hinter der Kirche), um ein
Exemplar davon bei seinem Studienfreund Spalatin, dem Sekretär des Kurfürsten, abzugeben, der es über den Dienstweg an den Bischof von Mainz (ein Mit-Kurfürst bzw solcherart Kollege des sächsischen Kurfürsten) weiterschicken sollte. Oder würde Spalatin für den Versand ZWEI Exemplare benötigen? Und eins würde er zum Beleg für sich selber behalten. Nein, Spalatin brauchte nur EIN Exemplar. Sofort nach diesem besuch bei Spalatin kam Luther an der Tür der Schlosskirche vorbei,
die auch als öffentliches Schwarzes Brett für die Wittenberger Uni diente. Da lag es nun WIRKLICH nahe, ausgerechnet an DIESEM Tag, bevor die Leute sich wieder auf den Ablass-Gewinn per Spende in diese Kirche stürzten, diese Warnung WENIGSTENS an die intelligenten Menschen gleich hier auszuhängen, was er denn auch tat (dazu musste er sicher keinen Hammer schwingen, weil auf der Tür bestimmt ein paar Nägelchen oder Heftzwecken vorhanden waren, mit denen er dies A-0-Blatt per Fingerdruck anbringen konnte. Der Text war auf Latein und sollte offiziell für
die Uni-Angehörigen die Basis einer jener Disputationen darstellen, wie sie in allen europäischen Universitäten seit dem Mittelalter üblich waren.

d) Die Folge-Ereignisse für Luther und die Welt, siehe Martin Brecht! :-)

Antwort
von L7447, 3

2017 ist 500 jähriges Luther Jubiläum darüber kannst du auch erzählen!

Erzähl einfach über den Ablasshandel xD, mache das gerade in Religion 

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