Frage von Centario, 52

Hey, die Frage bewegt mich stark, gibt es schon eine zuverlässige Prognose wie dieser Winter in Deutschland werden wird, kann es extrem kalt werden?

Antwort
von NicoFFFan, 9

Wetterbeobachten ist eines meiner größten Hobbies. Somit befasse ich mich natürlich auch mit dem Thema langfristige Wetterprognosen. Es gibt einige Wetterdienste, die solche Langfristprognosen machen. Genaue Prognosen sind dabei nicht möglich, doch es gibt Trends, die in etwa sagen können, ob es zu warm oder normal oder zu kalt werden kann. Es gibt hier unter anderem z. B. das CFS Modell, welches bis zu 6 Monate vorhersagt. Wenn man danach geht, so sind die Chancen auf einen kalten Winter nicht besonders gut. Alle drei Wintermonate Dezember bis Februar sind zu mild berechnet, Februar sogar deutlich zu mild, allerdings ändert sich das Modell täglich etwas. Dann gibt es noch die Seite Langfristwetter.com. Die ist sehr treffsicher. Leider wird auch hier ein milder Winter vorhergesagt. Der Dezember soll normal werden, der Januar dafür extrem mild. Nur Donnerwetter.de sagt zur Zeit einen eher kalten Winter vorher. Dann gibt es natürlich auch sämtliche Wetterregeln mit denen unter anderem der Winter vorhergesagt wird. Hier einige Beispiele:

1. Auf heißem Sommer folgt harter Winter. Stimmen tut diese Regel allerdings nicht. Meistens trifft sogar hier eher das Gegenteil zu. 

2. Ist der September lind, wird der Winter ein Kind. Eine der besten Wetterregeln überhaupt. Ein leicht zu warmer September hat nichts zu sagen, fällt er jedoch um mindestens 1,5 Grad zu warm aus, ist zu mehr als 60 %, ab einer Abweichung von +3 Grad und mehr ist sogar zu mehr als 90 % ein milder, oft sogar extrem milder Winter zu erwarten.

3. Ist der Oktober warm und fein, folgt ein scharfer Winter hintendrein, ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will. Diese Regel wird von vielen als extrem treffsicher dargestellt. Aus eigenen Erfahrungen und Durchlesungen von Klimageschichtsbüchern und Temperaturstatistiken ist diese Regel jedoch mit Vorsicht zu genießen. Ein kalter Winter folgt auf einen warmen Oktober nur, wenn dieser auch dabei deutlich zu trocken verläuft. Ansonsten folgt sogar eher ein milder Winter. Auf ein kühlen und nassen Oktober mit frühem Schneefall muss noch lange kein milder Winter folgen. In den Jahren 1939, 1940, 1941 und ebenfalls auch 1981 waren die Oktober z.B. kühl und nass. Es folgten in allen Jahren kalte bis extrem strenge Winter. 1974 hingegen folgte auf einen kühlen und nassen Oktober tatsächlich ein ungewöhnlich milder Winter. In den letzten Jahren hatten wir Schnee im Oktober in den Jahren 1998, 2002, 2003, 2007, 2008, 2009, 2012 und 2015. 1998, 2003, 2007 und 2015 folgte ein milder Winter. 2002, 2008 und 2009 folgte ein kalter Winter und auf 2012 folgte ein normal temperierter Winter, der im Nordosten eher kalt und im Westen eher mild verlief. Ungewöhnlich an diesem Winter war allerdings die große Sonnenscheinarmut.

Einen großen Zusammenhang gibt es jedoch zwischen der Novemberwitterung und dem Verlauf des Winters. Gibt es im November bereits eine längere Kälteperiode mit Eistagen (vorallem in der zweiten Novemberhälfte), so ist mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit mit einem deutlich zu milden Hochwinter zu rechnen. Umgekehrt ist dieser Zusammenhang nicht anwendbar.

Wenn man nach den Wetterregeln geht, so ist aufgrund des sehr warmen Septembers in diesem Jahr wohl eher mit einem milden Winter zu rechnen. Die Abweichungen waren in diesem Jahr über 3 Grad. Doch auch diese Regel kann irgendwann einmal fehlschlagen. 

Dann gibt es auch noch den 100jährigen Kalender, doch das ist mehr Unterhaltung. Die Trefferquote ist hier nicht höher wie 50 Prozent.

100prozentig zuverlässige Langfristprognosen gibt es nicht. Schon die kleinste Veränderung in der Atmosphäre kann alles verändern.

Kommentar von NicoFFFan ,

Möchte zu meiner Antwort noch etwas hinzufügen. Bei genauem Anschauen von Temperaturstatistiken kann man feststellen dass es Zyklen von milden und kalten Wintern gibt. Ich möchte hier drei sehr treffsichere nennen:

1. Der Achtjahreszyklus sehr milder Winter. Er ist extrem treffsicher. Es betrifft die Jahre 1903, 1911, 1919, 1927, 1935, 1943, 1951, 1959, 1967, 1975, 1983, 1991, 1999, 2007, 2015 und als nächste 2023. Natürlich kann es sich auch mal um ein Jahr verschieben wie z. B. 1991. Der Winter war normal, aber im Jahr zuvor 1990 war es extrem mild. Sehr interessant: Der Winter 1942/43 war mitten in einer Serie kalter Winter der einzigst milde Winter.

2. Der Achtjahreszyklus kalter Winter. Er betrifft etwa die Jahre 1907, 1915, 1923, 1931, 1939, 1947, 1955, 1963, 1971, 1979, 1987, 1995, 2003, 2011 und als nächstes 2019. Somit ist es sehr denkbar, dass es in den kommenden drei Jahren wieder zu einem recht kalten Winter kommen kann. Allerdings ist dieser Zyklus nicht auf das Jahr genau. Es gibt hier immer wieder mal leichte Verschiebungen. Somit war im Zyklus 1915 erst 1917 kalt 1923 erst ein Jahr später 1924, 1939 erst 1940 und im Zyklus 1995 erst der darauffolgende Winter 1995/96 kalt.

3. Der 23jahreszylus sehr kalter bzw. strenger Winter. Er betrifft die Jahre 1848, 1871, 1894, 1917, 1940, 1963, 1986, 2009 und als nächstes 2032. Hier gab es nur 1894 eine Verschiebung um ein Jahr. Häufig ist in diesem Zyklus sogar mit einer Häufung von kalten Wintern zu rechnen, wie z. B. 1870 - 1872, 1940 - 1942, 1963 und 1964, 1985 - 1987 und 2009 - 2011.

Übrigens zur Info: Für mich zählt der Winter als erste Jahreszeit eines Jahres. Mit dem Winter 2010 ist der Winter 2009/10 gemeint. Grund: Die meiste Zeit des Winters ist bereits im neuen Jahr. 

Antwort
von TheAllisons, 32

Das kann dir leider jetzt noch niemand sagen, das wissen nicht mal die Experten

Kommentar von Centario ,

Was denkst du denn?

Antwort
von Jewi14, 28

Keiner wird das ernsthaft sagen kann.

OK, die BLÖD Zeitung weiß schon Wochen und Monate vorher, wie es wird. Liegt aber immer daneben.

Antwort
von Bellefraise, 33

Exakte Langfristprognosen sind nicht möglich. Es gibt jedoch Trendbeobachtungen und daraus werden Prognosen / Schätzungen entwickelt.

Ein wichtiges Phänomen ist El Nino. In Verbindung mit dessen Auftreten werden ebenfalls Wettertrends entwickelt. Und auf dieser Basis gehen die Wetterfrösche davon aus, dass der kommende Winter nicht extrem kalt werden wird. Etwa so wie der letzte Winter

Ach so - und die Sonnenfleckenaktivität hat auch noch Einfluß auf unser Klimea. Die sagt aber derzeit auch nix über einen kalten Winter....


Antwort
von Alibaba0815, 22

Das Wetter ist und bleibt langfristig nicht vorhersehbar.

Wetterlagen ändern sich immer wieder.

Selbst kurzfristige Wetterprognosen der nächsten Tage werden nur aufgrund von Wahrscheinlichkeiten erstellt und müssen nicht zwangsläufig so eintreten wie vorhergesagt.

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