Frage von MrssX, 69

Heu- 1./2. Schnitt?

Hallo,

Es geht um unsere 3 Kleinpferde, die im Offenstall stehen und 24 Stunden Heu zur Verfügung haben- 1. Schnitt in der Regel. Jetzt heißt es aber, dass es teilweise nur 2. Schnitt gibt, da (zitiere die Verantwortliche) "der Bauer bringt das, was er bringt, kann ich nicht beeinflussen". Na toll. Im Internet las ich, dass der 2. Schnitt als einziges Futtermittel wohl nicht geeignet sei (mein Pferd bekommt jeden Tag zusätzlich zum Heu Hafer und 3x die Woche ca Müsli mit Mineralfutter, die anderen beiden bekommen bis auf ca 3x die Woche Müsli mit mineralfutter nur Heu) und Koliken ect begünstigen soll.

Hat jemand damit Erfahrungen?
Zur Not müssen wir halt gucken wo wir unser Heu her kriegen... Danke :)

Antwort
von beglo1705, 20

Dann streich das Müsli ersatzlos und sieh dich nach einem Landwirt um, der dir gutes Maiheu (also Erstschnitt) zubringt, das ist unwesentlich teurer.

Klar, man kann Pferden den 2. Schnitt geben, der Effekt wird aber leider verfehlt: Die langen Halme regen den Magen des Tieres besser an, der Erstschnitt ist von der Konsistenz her härter, da dieser ja bereits seit dem Frühjahr Nährstoffe sammelt und wächst. Diese Halme sind härter und pieksen den Magen, der daraufhin mehr arbeitet.

Das sog. Grummet (2.Schnitt) hat nicht annähernd die Festigkeit und die Länge, die Pferde annähernd benötigen. Klar, denn dieses Heu hat nur ca. 8 Wochen Zeit, bis es geerntet und gepresst wird.

Da ich leider nicht weiß, aus welcher Region du kommst, schau doch mal im Internet (gibt´s auch als Zeitschrift) im Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Da schreiben die Landwirte gern ihre Sachen zum Verkauf rein und bieten teilweise sogar den Transport mit an:

http://www.agrarheute.com/Wochenblatt

In der Rubrik Käufe/ Verkäufe und regionales solltest du fündig werden.

Kommentar von MrssX ,

Dankeschön :) Habe schon etwas im Internet gefunden...

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 34

Lt. Studien der LMU München kann man durchaus einen zweiten Schnitt so aufwachsen lassen und zu einem solchen Zeitpunkt schneiden, dass er exakt dieselbe Qualität hat wie ein erster Schnitt. Es ist nur so, dass wenn der erste Schnitt sehr spät erfolgt und man einen zweiten und vielleicht sogar noch einen dritten einbringen will, dass dann der erste ausgeblüht hat und die nachfolgenden gar nicht mehr so weit kommen.

Hier kommt es neben dem Management der Heuwiesen und der Überlegung, wann man am besten die Schnittzeitpunkte setzt, immer noch drauf an, ob das Wetter mitspielt.

Generell versucht man eh, die Qualitäten zu mischen, also das, was man einbringt, so zu stapeln, dass man immer auf verschiedenes Heu zugreifen kann. Es hat ja auch eine trocken gelegene Sonnenwiese ganz anderes Heu als eine auf feuchtem Boden wachsende Schattenwiese. Wenn man nacheinander die Ballen so verbraucht, dass der Durchschnitt über's Jahr erhalten bleibt, ist es sinnvoller als wenn man erst komplett den 1. Schnitt verfüttert und dann den 2. oder erst das von der Sonnenwiese und dann das von der Schattenwiese.

Kommentar von Baroque ,

Müsli hat übrigens weitaus nachteiligere Eigenschaften als Heu wechselnder Qualität ;-)

Antwort
von DonkeyDerby, 39

Unsere Pferde hatten noch nie Probleme mit Kolik bei Heufütterung und wir kriegen auch "gemischte" Lieferungen. Der zweite Schnitt ist halt ein wenig feiner und energiereicher, aber es kommt auch immer sehr auf die Fläche an, von der das Heu stammt. Mittlerweile habe ich selbst nur noch Esel, wenn das Heu zu energiereich ist, füttere ich eben Stroh dazu.


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