Frage von philo777, 68

Herzrhythmusstörung mit 26, Katheteruntersuchung notwendig (HILFE) RÄT?

Moin, bin 26 und ab und zu Probleme mit Herzrasen und herzstolpern, bin dann zum Arzt gegangen und die meinten, da ist schon was auffällig aber nichts akutes, daraufhin bin ich zum anderen Arzt, der meinte das ist sofort behandelt werden müsse und ein Katheter zum Einsatz kommen muss. Daraufhin bin ich zum Kardiologen der ebenfalls meinte da ist nichts schlimmes, und nun stehe ich da... :( der Facharzt im Krankenhaus meinte ebenfalls Katheter! T negativ in inferioren Abteilung und extrasystohlen ist die Diagnose aber im Internet steht das dass harmlos sei! Wer hat Erfahrung und kannst mit helfen eventuell das ekg beurteilen! Ich trau den Ärzten nicht mehr. Kann es von alleine wieder weggehen ?

Antwort
von MedIudex, 20

Hallo philo777,

das EKG sieht nicht gefährlich aus. Es zeigt sich auf den ersten Blick eine  Auffälligkeit, ja, nämlich eine U-Welle in V2 bis 4, die in ihrem Ausmaß allerdings keine Pathologie darstellen dürfte. Was wurde denn noch untersucht? Wurden die Elektrolyte geprüft? Verfolgst Du eine spezielle Diät? Ist das Herzstolpern und -rasen in festen Abständen oder nur ab und zu, in welchen Situationen? Beeinträchtigt Dich das körperlich, oder nimmst Du es "nur" wahr?

Wenn Dir in der Klinik und sogar von einem Kardiologen gesagt wurde, es sei nicht behandlungsbedürftig, wird das schon so stimmen. Der Kardiologe hat, ebenso wie dessen Kollegen in der Klinik die meiste Ahnung vom EKG. Der andere Arzt wird dort auch eine U-Welle gesehen haben und (so ist das auch richtig) aufgrund Unsicherheit (das EKG ist ein sehr weites und nicht ganz einfaches Gebiet) zu weiterer Abklärung geraten haben, da er nichts übersehen wissen will. Eine Katheter-Untersuchung (wohl EPU gemeint) wäre sinnvoll, wenn das Herzrasen länger anhält und auch eine Körperliche Beeinträchtigung zur Folge hätte (Synkopen, Leistungsabfall, Angst- oder Panikzustände in Verbindung mit den Rhythmusstörungen etc.). Damit kann nämlich die Stelle im Herzen aufgespürt werden, die für die Rhythmusstörung verantwortlich ist und eventuell ausgeschaltet werden.

Du hast von 3 Ärzten 2 Meinungen gehört. 2 mal, dass nichts unternommen werden muss und einmal die Idee, das abklären zu lassen, was Du ja schon in der Klinik getan hast. Hier den Ärzten gleich das Vertrauen zu entziehen, finde ich etwas zu schnell geschossen. 

Zu Herstolpern und Herzrasen sei noch gesagt, dass das bei vielen Menschen auftritt, ohne einen Krankheitswert zu haben. Es gibt dann Menschen, die merken und kennen das und denken sich nichts dabei. Dann gibt es Menschen, die bekommen das gar nicht mit. Dann gibt es wiederum Menschen, die das sehr genau mitbekommen und sich dann Sorgen machen und darauf folglich genauer konzentrieren und dann wirklich jedes Mal das Herzstolpern mitbekommen, auch wenn vorher sogar das eine oder andere Herzstolpern gar nicht bemerkt wurde. Ich habe auch ab und zu Herzstolpern und mache mich deswegen auch nicht verrückt (wurde auch abgeklärt und das EKG war auch unauffällig)

An Deiner Stelle würde ich mir erstmal keine Sorgen mehr machen. Das EKG ist soweit gut, der Kardiologe zufrieden und Du offenbar nicht weiter beeinträchtigt (sonst hättest Du das ja erwähnt?)

Gruß,

MedIudex

Kommentar von philo777 ,

Es wurde vor 1 Jahr gesagt , es sei alles Psyche herzecho ok und Belastungsekg auch und nun heißt es, laut ekg hat sich alles deutlich verschlechtert! Ist bei diesem ekg Bild denn Handlungsbedarf ? Oder sieht es nicht schlecht aus? Wenn man nur nach dem Bild geht! Ich habe öfters Angst und horche auf mein Körper dann habe ich 3-4 Sekunden das Gefühl das mein Herz springt oder co.. kein Schwindel oder so nur manchmal hohen Puls

Kommentar von MedIudex ,

Hallo philo777,

Das EKG ist gut. Anhand des EKG ist kein Handlungsbedarf zu erkennen.

Die geschilderte Symptomatik klingt nach einer Angst- oder Panikstörung. Die Differentialdiagnose mit der psychischen Genese ist ja kein Angriff oder Beleidigung. Es ist gut möglich, dass hier ein psychosomatisches Problem vorliegt. Eine sogenannte Herzneurose. Das ist ganz ausdrücklich KEIN wertender Begriff, sondern eine anerkannte und bekannte Erkrankung, welche von (entsprechnden) Ärzten auch gut behandelt werden kann. Dich scheint etwas (unterbewusst?) zu belasten und das führt u.a. dazu, dass Du vermehrt auf Deinen Körper hörst und Dich bei Unbekanntem schneller sorgst, auch, wenn es nichts Gefährliches ist. An Deiner Stelle würde ich mal mit einem Arzt sprechen, der entweder FA für Psychosomatik ist oder eine entsprechende Weiterbildung hat. Psychosomatik bedeutet im Übrigen, dass eine psychische Erkrankung (Belastungs- oder Anpassungsstörugnen, Angst- oder Panikstörungen, Depressionen etc.) zu körperlichen (somatischen) Symptomen führen. Das ist auch ausdrücklich nichts wertendes. Diese psychosomatischen Erkrankungen führen leider oft dazu, dass die Patienten unter ihren Symptomen leiden und von Arzt zu Arzt gehen, da schlichtweg keine körperlich fassbaren oder darstellbaren Gründe gefunden werden können (was den Arzt ebenso wie den Patienten frustriert), weil das Problem eben in der Psyche begründet liegt und dort oft erst zuletzt gesucht wird.

Was ich damit sagen will, ist, dass es eine gute Idee wäre, die psychosomatischen Aspekte abzuklären, bevor invasive Untersuchungen wiederholt werden und am Ende wieder keine Erkenntnis steht.

Gruß,

MedIudex

Kommentar von philo777 ,

Kann man sie irgendwie für fragen kontaktieren ? Lg

Kommentar von philo777 ,

Ps. Bei dem kleinsten ziehen im Rücken und Brust bekomme ich Angst! Kann man das deutlich unterscheiden vom Schmerz oder schlägt das Herz anders in dem Moment ?

Kommentar von MedIudex ,

Hallo philo777,

kontaktieren wäre möglich über eine Freundschaft bei gutefrage.net.

Ziehen im Rücken und in der Brust sind -v.a. in Deinem Alter- in den meisten Fällen muskuloskelettaler Genese (Verspannungen, Blockaden etc). Das Herz schlägt natürlich dann anders, wenn Du Angst hast. Hier dürfen Ursache und Wirkung aber nicht verwechselt werden. Das Herz schlägt anders, WEIL Du Angst hast, das Ziehen könne vom Herzen kommen. Das Ziehen muss aber nicht daher kommen, weil mit dem Herzen was nicht stimmt.

Gruß,

MedIudex

Kommentar von philo777 ,

Wie kann ich denn unterscheiden zwischen ziehen und ernst? Ist es ein anderer Schmerz oder ist er doller

Kommentar von MedIudex ,

Hallo philo777,

wenn es ernst ist, merkst Du das auch deutlich. Da kommen noch weitere Symptome hinzu, als "nur" der Schmerz und der Schmerz ist stärker und du merkst, dass das anders, weitaus schlimmer ist, als Du es kennst. Weiter möchte ich das nicht ausführen.

Gruß,

MedIudex

Kommentar von philo777 ,

Ok danke, sehr sehr hilfreich! Sind sie selber Kardiologe ? Ich habe mich nur gefragt was das ekg Bild aussagt! Und halt dieses t Welle abnorm in inferioren Abteilung

Kommentar von MedIudex ,

Hallo philo777,

Nein, ich bin kein Kardiologe.

Der EKG-Befund beschreibt lediglich eine Abweichung von der Norm, daher "abnorm" in den unteren/Brustwandableitungen (Die Elektroden am linken Brustkorb Mitte bis links außen). Das muss aber nicht automatisch heißen, dass das krankhaft/pathologisch ist. Das wird so aber leider nur selten auch kommuniziert.

Abnorm ist eben diese U-Welle. Was ist daran abnorm? Das EKG beschreibt den "Herzzyklus". Dieser beginnt mit dem kleinen Buckel (P-Welle, Vorhoferregung) vor der großen Zacke nach oben (R-Zacke). Die R-Zacke ist (mit Q- uns S-Zacke) die Herzkammererregung (Herz zieht sich zusammen). 

Dann kommt eine kurze "isoelektrische" Linie und darauf folgt die T-Welle. Das ist der "große Buckel" nach der R-Zacke.

Diese T-Welle repräsentiert die Repolarisation/Erregungsrückbildung im Herzen (das Herz entspannt sich wieder und füllt sich wieder mit Blut) und beendet den "Herzzyklus". 

Diese T-Welle ist im hiesigen Fall deswegen "abnorm", weil die Repolarisation eben noch einmal eine "Nachrepolarisation" erfährt, welche durch die U-Welle ersichtlich wird. Diese ist aber noch so niedrig, dass sie keinen Krankheitswert haben dürfte. (Wie von der Klinik und dem Kardiologen beschrieben).

Gruß,

MedIudex

Kommentar von philo777 ,

Ah ok, Fazit: laut ekg gibt es Auffälligkeiten aber ohne große Beschwerden müssen diese nicht mit einer epu untersucht werden! Ich dachte laut dem ekg ist es schon so sehr schlimm und es muss was passieren. Ich habe heute mit dem Rauchen aufgehört

Kommentar von MedIudex ,

Hallo philo777,

so ist es. Versuche, Dich mit dem Gedanken anzufreunden, dass es Deinem Herzen offenbar gut geht und fixiere Dich nicht mehr darauf, dass da was nicht stimmen soll. Wie gesagt. Herzstolpern haben viele Menschen mal, sowas kommt vor. Es ist bei Dir ja auch nichts behandlungsbedürftiges gefunden worden. 

Das Rauchen aufzuhören ist gut. Das stinkt nur, kostet Geld und macht krank ;-).

Alles Gute und Gruß,

MedIudex

Antwort
von FlyingCarpet, 22

Abgeklärt werden muss das, leider sieht man erst mehr bei einer Katheteruntersuchung und kann evtl. auch gleich eingreifen. Manche Dinge sieht man auch erst, wenn das Herz offen liegt.

Also auf jeden Fall die Untersuchung machen lassen, ist nicht schlimm.

Antwort
von goodquestion2k, 33

Also 1. Mal wenn eine Katheteruntetsuchung gemacht werden soll, ist das soweit ich weiß weder schmerzhaft noch schlimm.

Zum 2. Würde ich mir im Internet nochmal einen sehr guten Kardiologen, eventuell etwas weiter weg oder Uniklinik aussuchen, der mich nochmal durchcheckt. Eventuell auch mit Belastungs-EKG.

Kommentar von philo777 ,

Wurde vor einem Jahr gemacht und jetzt mit dem aktuellen ekg verglichen! Soll wohl deutlich schlechter sein!

Antwort
von Biberchen, 17

mir hat mal ein Arzt gesagt "Drei Ärzte- vier Meinungen". Die Entscheidung liegt bei dir. Ich persönlich würde es nicht machen lassen wenn ich keine weiteren Probleme habe.

Kommentar von philo777 ,

Hast du auch Probleme ?

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