Frage von Foellmi, 39

Herzprobleme wegen Alkohol so schnell?

hallo. ich hab vorhin einen bericht über alkoholische kardiomyophatie gelesen. ich weiß nicht ob ich ihn ganz richtig verstanden habe. denn wenn ich das habe wundert mich eine sache: dort steht nämlich dass 50% der leute die mehr als 5 jahre umgerechnet täglich mehr als 90g reinen alkohol trinken eine kardiomyophatie entwickeln. andererseits laß ich aber auch dass nur etwa 1 bis 2 % aller alkoholiker in ihrem leben eine herzinsuffizienz erleiden. da fragte ich mich: wie passt das zusammen? und was ist mit den ganzen jugendlichen und jungen erwachsenen (mich eingeschlossen) die es am wochenende oft mal krachen lassen und dabei auch mal recht viele bier drauf gehen können? da müssten doch bereits etliche junge menschen an einer herzinsuffizienz leiden oder zumindest kardiologische aufälligkeiten aufweisen? mein onkel z.B trinkt am wochenende schon seit fast 40 jahren etliche bier und hat am herzen bislang noch nicht die geringsten beschwerden. ich bin jetzt ein wenig besorgt und verwirrt. könnt ihr mir auf die sprünge helfen wie sich das wirklich verhält? da kann doch was nicht stimmen. oder ist es wirklich so ein großer unterschied ob man täglich ein bisschen zu viel trinkt oder am wochenende dann auch etwas mehr als "ein bisschen" zu viel? und wieso erleiden dann auch nur ca 1-2 % aller alkoholiker im laufe ihres lebens eine herzinsuffizienz? wäre nett wenn mich da villeicht jemand aufklären könnte

Antwort
von MedIudex, 11

Hallo Foellmi,

der Teufel steckt hier wieder im Detail. Ich versuchs mal so anschaulich wie möglich:

  1. 5 Jahre täglich 90g reiner Alkohol --> Auf diese Gesamtmenge muss man erstmal kommen (Zusammenrechnung daher, damit eine statistisch fassbare Aussage getroffen werden kann)
  2. 1 bis 2% der Alkoholiker entwickeln eine Herzinsuffizienz: das liegt auch daran, dass lange Zeit Alkoholkranke vor der Entwicklung einer symptomatischen (!) Herzinsuffizienz meist an etwas anderem versterben oder diese Herzinsuffizienz schlichtweg nicht diagnostiziert wird, weil Alkoholiker in der Regel keine "Arztgänger" sind und somit viele Erkrankungen unentdeckt bleiben.
  3. ein junger Organismus steckt mehr weg, als ein alter. Wenn man in der Jugend ab und an über die Stränge schlägt, wird das besser verkraftet, als durch einen älteren, stark vorgeschädigten Körper
  4. Alkoholiker berichten eher nicht von Beschwerden, die auf den schädlichen Konsum zurückzuführen sind. Das heißt, sie verleugnen Beschwerden ggü sich selbst und anderen (Kriterien der Sucht nach ICD 10: Kontrollverlust, Toleranzentwicklung ggü. der Substanz, Einschränkung des Lebens auf den Konsum, Entzugserscheinungen beim Absetzen, Konsum trotz (eingetretner) Schädigung durch den Konsum)

Die Alkoholkrankheit ist ein sehr komplexes Krankheitsbild und in diese von Dir angesprochene Statistik gehen viele Einflussfaktoren ein, die zu Missverständnissen/Unklarheiten führen können.

Ich hoffe, ich konnte helfen.

Gruß,

MedIudex 

Antwort
von sonders, 17

Moin. Feststellung: Es ist wie es ist. Auf vieles hat man KEINE Antwort.Man wird auch keine finden. Warum, sich zusätzlich Gedanken machen???!  Markenzeichenvonmir.  In diesem Sinne sonders

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