Frage von Miinzel, 219

Herzinfarkt & Tod nach Familienstreit, wer haftet?

Hallo,

Mein Vater ist neulich im Künstlichen Koma durch Hirntod verstorben.

Er hatte an jenen Abend einen Schock & Herzinfarkt erlitten.

Vorgeschichte; Er hatte vor einem Jahr eine By-Pass OP gehabt, und war dringend aufgefordert ein ruhiges/schonendes leben zu führen. Aber dies war leider nicht der Fall. Hatte alle möglichen Krankheiten (Bluthochdruck, Zucker, Cholesterin). Er war Stark Raucher, und hat nach der OP weiter geraucht (wie festgestellt wurde, waren alle seine Herz Gefäße wieder verstopft). Da er auch psychisch gestört war, ist er ein sehr streitlustiger und aggressiver Mensch gewesen.

Alles fing an durch eine laute familiärische Auseinandersetzung an einem Abend.

Er streitete sich mit seinem Kind das vorübergehend zu Besuch da war, da diese sehr sensibel auf Streit reagiert, hat diese sich verteidigt. (Beide haben sich gegenseitig Laut argumentiert)

Kurz danach ist er in sein Office gegangen, zufälligerweise ist jemand kurzzeitig hinterher gegangen und hat ihm Bewusstlos im Stuhl aufgefunden.

Der Familienmitglied mit dem er sich gestritten hatte, ist sofort gekommen und hat eine Lebensrettende Maßnahme durchgeführt.

Nun wollen seine Verwandte sein Kind durch versuchten Mordes verantwortlich machen.

Wie sehen die Chancen aus? Kann der Familienmitglied für seinen Tod verantwortlich gemacht werden?

Es gab Es gab mindestens 3 Zeugen die an dem Abend da waren.

Antwort
von TheGrow, 123

Hallo Miinzel,

für den Tod Deines Vaters kann Niemand zur Rechenschaft gezogen werden, denn Dein Vater ist nicht durch den Streit verstorben, sondern ursächlich für den Tod war eine Erkrankung des Herzens, welche letztendlich zum Herzstillstand und somit zum Tod geführt hat.

Im übrigen kann man wegen:

  • § 227 StGB - Körperverletzung mit Todesfolge
  • § 211 StGB - Mord
  • § 212 StGB - Totschlag

nur dann verurteilt werden, wenn man die Tathandlung mit der Zielsetzung durchgeführt hat, dass das Opfer eine Schädigung des Herzens erleidet, begangen hat. Fehlt dieser Vorsatz, liegt keine der drei Straftaten vor.

Dann gibt es noch die:

  • § 222 StGB - die fahrlässige Tötung

die dann zutreffen würde, wenn sein Kind vorhersehen hätte müssen, dass der Streit zum Herzinfarkt und letztendlich zum Tod führen würde. Da aber auch dieses nicht gegeben ist, liegt auch keine Fahrlässige Tötung vor.

Ich denke auch nicht, dass wirklich Jemand darüber nachdenkt hier irgendwelche rechtlichen Schritte einzuleiten.

Wenn man vom Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen überwältigt ist, sagt man schnell unüberlegt Dinge die man gar nicht so meint.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Matahleo, 79

Hallo Miinzel,

mein Beileid zum Tod deines Vater.

mein Beileid zu deiner Familie.

Dein Vater hat schon durch seine Raucherei bewiesen, dass er nicht viel auf sein Leben gibt. Ich weiß, dass man nicht einfach mit dem Rauchen aufhören kann, aber nach einer Bypass OP sollte man da schon kritischer mit seinen Lebensgewohnheiten umgehen.

Dass er sich mit seinem Kind gestritten hat ist schlimm genug. Dass er daraufhin? (vielleicht hätte er so oder so einen Herzinfarkt bekommen) einen Anfall bekam und verstarb ist wirklich tragisch.

Aber jetzt dem Kind die Schuld zu geben ist sowas von Verantwortungslos.

Wie sehr hassen diese Verwandten eigentlich das Mädel?

Und von versuchtem Mord! kann nicht mal im Ansatz die Rede sein, das ist totaler Megaquatsch.

Es ist tragisch gewesen, aber Menschen sterben, auch wenn es der Vater ist.

Tod ist nun mal das unabänderliche Ziel unseres Lebens.  Es gilt das Leben so zu leben, dass man jederzeit abberufen werden kann von diesem Erdendasein ohne Reue.

Ich wünsche Dir und deiner Familie, dass ihr über den Tod gut hinwegkommt. Dass ihr keinen Schuldigen suchen müsst und die Familie dadurch nicht noch mehr entzweit wird.

Trauert, seid wütend, hadert mit dem Schicksal, das alles ist normal und gut.

Nehmt eure Trauer wahr, erlaubt euch zu trauern und wütend und verzweifelt zu sein, lasst es zu, und lasst es dann an euch ablaufen als Teil eures Lebens.

Das alles braucht seine Zeit, gebt sie euch, Jeder trauert in seiner Geschwindigkeit, da gibt es keine Norm

ich  wünsche euch alles Gute, Gottes Segen und viel Kraft.

LG Mata

Antwort
von Tuehpi, 90

 Kann der Familienmitglied für seinen Tod verantwortlich gemacht werden?

Mein Beileid. 

Aber, nein. 

Antwort
von Deepdiver, 78

§ 211
Mord

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.

http://dejure.org/gesetze/StGB/211.html

Danach sehe ich keinen Alnass zur Klageerhebung.

Kommentar von Tuehpi ,

Naja, es gäbe noch Totschlag und fahrlässige Tötung. 

Aber, auch da sehe ich persönlich keinen Ansatz. Ich mein, das ist einfach.. doof gelaufen. 

Kommentar von Miinzel ,

Sehe ich auch so, aber die Verwandschaft will dies nicht einsehen.

Kommentar von Deepdiver ,

Das ist leider immer so. Rein Rechtlich ist da kein Grund zur Klage.

Ist halt dumm gelaufen.

Antwort
von h3nnnn3, 143

bin kein anwalt o.ä. aber mein geföhl sagt mir:

nein, natürlich nicht! das wäre absurd!

ich weiß aber auch, dass in unserem rechtssystem so manche absurdität möglich ist also ... würde ich eine fachberatung empfehlen.

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