Frage von Mani96, 131

Wieso braucht der Mensch in seinem kurzem Dasein auf der Erde einen "Vorgesetzten" der im quasi Regeln aufbrummt?

hab eine wichtige frage:
wieso braucht der mensch in seinem kurzem Dasein auf der erde einen "Vorgesetzten" der im quasi Regeln aufbrummt ?
wieso gibt es religionen ?, wieso bekennen sich soviele leute an verschiedenen religionen?
wir folgen irgendwie nur der regeln die wir von klein auf lernen, aber wozu ?
würde sonst ein chaos ausbrechen, wenn wir unser eigener herr währen ?
hat es wahrscheinlich auch schon vor Millionen vor Jahren gegeben, das in einen stamm einen Anführer gab, heute ist es halt ein führer von Millionen von menschen, aber wofür ?

Antwort
von Giustolisi, 42

Viele Fragen, das wird ein langer Text.

wieso braucht der mensch in seinem kurzem Dasein auf der erde einen "Vorgesetzten" der im quasi Regeln aufbrummt ?

Er braucht ihn nicht, aber Viele wollen ihn. Wenn man dir erzählt was du tun sollst, was richtig und falsch ist, was dein Ziel sein sollte und wie du dich verhalten sollst, ist das nicht prinzipiell schlecht, denn es entbindet dich erstens davon, diese Fragen selbst beantworten zu müssen, zweitens weißt du immer, was zu tun ist, drittens kannst du jemandem die Schuld geben, wenn es nicht klappt und viertens kannst du jemanden anflehen und darum bitten, dass man dir helfen möge.
Nachteilig ist dabei eben, dass du viel deiner Autonomie abgibst, wenn du dich steuern lässt. Wenn du für dich selbst entscheidest, bist du verantwortlich, wenn was daneben geht. 

Es ist wie Angestellter und Selbstständiger. Der Angestellte muss nur seinen Job machen und bekommt dafür sein Geld. Er hat zwar wenig bis keinen Einfluss darauf was er tut, wann und wie er es tut, aber er muss auch nicht viel entscheiden.

Ein Selbstständiger kann arbeiten wie er will, wann er will und mit wem er will. Er ist aber allein selbst dafür verantwortlich, dass der Laden läuft und dass jeden Monat genug Kohle rein kommt.

Beides hat seine Vorzüge, allerdings spielt man auch als Selbstständiger nach den regeln der Gesellschaft.

wieso gibt es religionen ?, wieso bekennen sich soviele Leute an verschiedenen religionen?

Diese Fragen gehören für mich zusammen. Die Menschen haben sich Götter geschaffen, um sich die Welt erklären zu können. Auch heute dienen Götter noch als Erklärung, doch sie sind zu Lückengöttern verkommen. Sie passen nur noch in die Lücken, die noch nicht von Wissen besetzt sind.
Die Menschen, die einen besonderen Draht nach oben zu haben schienen, bekamen durch die Götter Macht, konnten im Namen der Götter Regeln erlassen, Urteile fällen, die Zeichen der Götter deuten und hatten einfach erheblichen Einfluss. Warum es so viele verschiedene Religionen gibt, erklärt sich am einfachsten damit, dass es keine Götter gibt und sich jede Kultur nach ihren Vorstellungen ihre Götter geschaffen hat. Gäbe es auch nur eine richtige Gottheit, stellt sich die Frage, wieso diese überall auf der Welt was Anderes erzählt, was logischerweise zu Zwietracht unter den Völkern sorgt.
Die erfundenen Götter waren und sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Projektionsfläche der eigenen Vorstellungen. Es ist schon merkwürdig, dass die Götter immer das wollen, was auch die Anhänger der Religionen wollen und es nie eine Offenbarung gibt, die den Gläubigen gehörig gegen den Strich geht, die sie aber trotzdem befolgen müssen. Sie scheinen immer einer Meinung mit ihren Göttern zu sein. Am einfachsten erklärt sich das, wenn man die Götter als Erfindung der Menschen annimmt. 
So kann man im Namen der Götter vieles tun, wofür man als Mensch gehasst und verurteilt würde.
Viele Menschen lassen sich gern führen oder fragen sogar nach Führung, siehe oben. Am großen Markt der Religionen ist für fast jeden was dabei.

wir folgen irgendwie nur der regeln die wir von klein auf lernen, aber wozu ?

Das hat nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun, denn auch in atheistischen Familien lernen die Kinder von ihren Eltern und übernehmen meist deren Wertvorstellungen. Nur werden manche eben noch zusätzlich im Sinne einer Glaubensrichtung indoktriniert. Der Sinn dahinter kann von der Religion vorgegeben werden, zum Beispiel dem jeweiligen einzig wahren Gott zu gefallen, damit man nach dem Tod oder im nächsten Leben einen Bonus hat, nicht bestraft wird, damit einem in diesem Leben Gutes passiert und so weiter.
Man kann sich aber auch den Sinn selbst suchen, nur das ist viel aufwändiger.

würde sonst ein chaos ausbrechen, wenn wir unser eigener herr währen ?
Ohne Führung im Sinne einer Regierung würden wir wahrscheinlich in Anarchie versinken, irgendwer würde schon die Macht an sich reißen. das sieht man gut in gescheiterten Staaten, in denen verschiedene Warlords um die Vorherrschaft kämpfen, weil es den Staat nur noch auf dem Papier gibt.
Ohne Religion wäre die Welt allerdings friedlicher. Die absolute Wahrheit gäbe es nicht und Moralvorstellungen würden (wie es zunehmend geschieht) als gesellschaftlicher Konsens bestimmt. Auch wenn viele Religionsanhänger die Religion als  Quelle der Moral sehen, so fallen Atheisten merkwürdigerweise nicht dadurch auf, dass sie mordend und plündernd durch die Straßen ziehen. man braucht also keinen Gott, um Mord und Diebstahl für schlecht zu halten. Hat man keinen Gott, der Regeln vorgibt, macht man sich die Eigenen. da sich die erheblich von einander unterscheiden würden, brauchen wir einen Staat mit der Teilung der drei Gewalten der Judikative, Legislative und Executive, um die Regeln der Gesellschaft durch Mehrheit bestimmen und auch durchsetzen zu können. So gibt es nur die wichtigsten Regeln und wer sich darüber hinaus noch religiösen Regeln unterwerfen möchte, kann das tun, aber niemand ist dazu gezwungen.

hat es wahrscheinlich auch schon vor Millionen vor Jahren gegeben, das in einen stamm einen Anführer gab, heute ist es halt ein führer von Millionen von menschen, aber wofür ?

In jeder Gesellschaft muss man einen gemeinsamen Nenner finden, sonst hauen sich alle nur die Köpfe ein. Die Regeln kann man sich durch einen Gott oder Anführer vorgeben lassen, oder als Gesellschaft selbst bestimmen.

Kommentar von Mani96 ,

danke für deine ausführliche antwort ;)
aber zur ersten frage :
würde man dem menschen die "regeln" abnehmen und er muss auf sich selber schauen und für sich selber sorgen und niemanden gehorchen, dann würde wahrscheinlich jeder mensch es anders handhaben und wir würden vielleicht auf vieles mehr draufkommen, und vielleicht kreativer sein da wir uns dann grundlegend von anderen unterscheiden, so wird und diese aufgabe abgenommen, da wir uns dem verfall des Lebens anpassen: geboren werden, da sind wir noch wir selbst einfach gesagt, dann kommen wir in die schule, und genau da gehts los, wir passen uns an, dann gehts in die Arbeit, wofür arbeiten wir ?: um zu überleben und sich ein bisschen Luxus zu leisten und dann sterben wir, und all das ist ein wimpernschlag in der Menschheitsgeschichte.
irgendwie traurig oder.?

manchmal fühl ich mich, als wurde ich in die ganz falsche Zeit hineingeboren. diese ganze technik ist überhaupt nichts für
mich, ja ich habs, aber nur um mich anzupassen, um nicht alleine dazustehen.
jeder ist vom stress und von der angst gesteuert.
mir würde es gefallen, einfach irgendwo in einem kleinen dorf mit 50 Einwohnern oder so zu leben und einfach täglich um das überleben zu kämpfen, also selber für sich zu sorgen und von keinem anderen land im größten sinne abhängig zu sein

Kommentar von Giustolisi ,

Traurig ist es nur für die, die sonst nichts haben sich immer unterbuttern lassen und sich dann in ihrem Selbstmitleid suhlen.
 Ich finde man braucht was an dem man Freude hat und was das ist, muss man sich nur im Rahmen der Gesetze vorschreiben lassen.

manchmal fühl ich mich, als wurde ich in die ganz falsche Zeit hineingeboren. diese ganze technik ist überhaupt nichts fürmich

Damit stehst du nicht alleine da. Ich benutze die Technik und finde sie auch praktisch, aber mit den unzähligen Trends habe ich nichts am Hut. Handgemachtes und Handwerk interessieren mich, deswegen schreinere, baue und schmied ich in meiner Freizeit gerne.
Ich würde allerdings ungern auf die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit verzichten. 

mir würde es gefallen, einfach irgendwo in einem kleinen dorf mit 50 Einwohnern oder so zu leben und einfach täglich um das überleben zu kämpfen, also selber für sich zu sorgen und von keinem anderen land im größten sinne abhängig zu sein
Es gibt auch in Deutschland Menschen, die als Selbstversorger weitestgehend autark leben.

Kommentar von krzzr ,

ein schlauer Mensch soll mal gesagt haben: 'Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie mehr arbeiten müssen'.. Hmm.. hat was..

Kommentar von Giustolisi ,

Leider können nicht alle das Glück haben zu tun was sie lieben. Für einen Großteil der Menschheit ist die Arbeit ein notwendiges Übel.

Antwort
von Dhalwim, 27

Naja, das ist so.

Deine These mit dem Alphatier bzw. Anführer kann schon stimmen. Es ist jedoch so, in gewisser Hinsicht muss sich der Mensch auch organisieren, d. h. wenn er von klein auf einfach tut was er will, so wäre es für Menschen untereinander schwer sich zu verständigen.

Sowas wie Sprache (über Nationale Grenzen hinweg sogar), wäre wahrscheinlich garnicht erst entstanden. Religionen haben sich meiner Meinung nach wegen einem anderen Grund entwickelt, und das nicht mal deswegen, weil sie sich einfach Dinge nicht erklären konnten.

Ein Blitz z. b. woher sollten die Wissen, dass da ein "Ladungsunterschied" herrscht?

LG Dhalwim

Antwort
von warehouse14, 20

Beobachte einfach mal Menschen, die von menschlichen Vorgesetzten was gesagt bekommen. Was passiert unmittelbar danach?

Bestenfalls machen diese Menschen einfach mal, was ihnen gesagt wurde. Aber normalerweise neigen sie dazu, sich über Anweisungen hinwegzusetzen, wenn ihnen irgendwas nicht passt. Weil: der Vorgesetzte ist ja auch nur ein Mensch. 

Gott ist aber etwas höheres... Also allem übergeordnet. ;)

Und jetzt stell Dir mal vor, wie die Welt wäre, wenn es nicht einige Menschen geben würde, die die "Herrschaft" über alle anderen ausüben.

An welche Gesetze soll man sich halten? An wen kann man sich wenden, wenn man das Gefühl hat, irgendwie benachteiligt worden zu sein? Was macht man, wenn jemand versucht hat, einen geliebten Menschen zu töten? Und was, wenn es dem gelungen ist?

Wie sähe das Familienleben aus, wenn niemand irgendwem soziale Regeln aufbrummen dürfte (was ja auch schon wieder irgendwie 'ne Regel wäre... XD) ?

Wofür brauchen wir Regeln? Etwa für ein geregeltes (=sicheres) Leben?

;)

warehouse14

Antwort
von SarahTee, 45

Wenn es keinen gäbe, der die Kontrolle übernimmt, dann würde das Chaos ausbrechen. Wenn jeder machen wollen würde, was er will und es wäre keiner da, der sagt was falsch und richtig ist/erlaubt und nicht erlaubt ist, dann würde die Gesellschaft nicht funktionieren. Selbst bei Tieren gibt es Rudelführer, die die Gruppe leiten. Das ist nicht nur beim Menschen so.

Antwort
von comhb3mpqy, 24

Ich denke, bei dieser Frage geht es Dir um Regeln. Religion ist aber z. B. auch der Glaube an Gott. Falls es dich interessiert: Ich habe Argumente, warum ich an Gott glaube. Wenn Dich Argumente interessieren, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen. Du kannst auch bei meinen hilfreichen Antworten vorbeisehen, da findet man auch Argumente, um an Gott zu glauben, ich bin Christ.

Zu Regeln: ich denke, wenn es keine Regeln gäbe, dann würde es ein Chaos geben. Stell Dir den Straßenverkehr ohne Verkehrsregeln vor. Was passiert, wenn jeder so schnell fahren darf, wie er will? Oder wie sähe es ohne Vorfahrtsregeln aus?

Kommentar von 3plus2 ,

Gottes 10 Gebote reichen für ein friedliches miteinander.

Antwort
von Time2Snipez, 50

Wenn jeder tut worauf er Lust hat, würde das komplette System zusammenbrechen und wir würden mal eben zurück in die Steinzeit versetzt.

Religion hat ihren Ursprung dadurch, dass der Mensch alles um sich herum erklärt haben wollte und eine Art Leitfaden für sein Leben besitzt um nicht orientierungslos herumzuirren, Heutzutage spendet die Religion immer noch Trost und Hoffnung, allerdings entfacht sie auch viel Leid und Terror weil sie falsch interpretiert wird (ISIS)

Kommentar von Mani96 ,

ja stimmt
danke für deine Erklärung ;)

Antwort
von Eselspur, 37

Wenn wir ein geordnetes Zusammenleben wollen, brauchen wir in irgendeiner Art Herrscher.
Wenn wir unsere Beziehung mit Gott Leben wollen, brauchen wir Religion.

Antwort
von Viktor1, 25

Du stellst diese Behauptung auf - und hinterfragst sie dann.
Gut- das machen viele andere auch so, doch dies entschuldigt nichts.
Du bist in der Pflicht, deine Behauptung erklärend zu beantworten.
Oder wolltest du etwas ganz anderes fragen ?
Etwa :" Warum braucht der Mensch Orientierung oder eine Korrektur seines Handelns ?"
Nun - auch da bist du zuerst selbst gefragt.
Für jeden Menschen ist entsprechend seiner "Selbsteinsicht" ein "Referenzbild" (im weitestem Sinne) erforderlich, da wir (fast) nichts aus uns selbst erkennen können.
Prüfe dich, wo du da stehst, wessen du bedarfst, und dann ist auch diese Frage für dich beantwortet.

Antwort
von fricktor, 10

Das ist einfach zu beantworten.

Durch Satans Einfluss auf Eva und ihr "Glauben" an dessen Worte versetzen die Menschen in die "selbst gewählte" (vorgesetzte) Herrschaft des Teufels (1.Mose 3,1-6; Mt.6,24), aus welcher sie nur durch das Opfer Christi wieder herauskommen können (Röm.6,23).

Antwort
von eccojohn, 43

Das ist wohl ein Naturgesetz, das kaum einer gelten lassen will - der Mensch ist vom Prinzip her ein Rudeltier. Im Rudel hat nun mal automatisch eine Regelung in irgend einer Form zu erfolgen, damit das Zusammenleben aller  funktioniert.

Somit werden Aufgaben und Verantwortlichkeiten realistisch verteilt. Einer hat die Kraft im Arm, der andere eben im Kopf ( oder ersetzt diese durch Skrupellosigkeit und Egoismus = Vorbild-Funktion )

Beispiel: Warum werden auch heute noch Matcho-Typen so oft angehimmelt, und dann später verteufelt, obwohl es sofort deutlich absehbar war ? 

Antwort
von 1988Ritter, 8

Dir von Dir gestellte Frage beantwortet sich in der Fragestellung selbst.

Wenn ein Mensch allwissend ist, bedarf er keiner Antworten.

Du hast Dir folglich mit Deinem Begehren nach einer Antwort selbst Deine Grenzen aufgezeigt, und Deine Hoffnung auf eine Führung in Deinen Lebensfragen.

Antwort
von voayager, 11

Wer ohne Leitplanken so dahingeht, der kommt oftmals nicht voran, dem fehlt die Orientierung, geht es bei "blinde Kuh", weil nicht shend und nicht wissend.

Antwort
von BIoodMoon, 59

Zieh am besten mal die philosophische Theorie des Naturzustandes und des Leviathans von Hobbes zu Rate, dort wird diese Entwicklung logisch erläutert

Antwort
von 3plus2, 2

Brauchen die Menschen nicht, die 10 Gebote Gottes reichen zu einem glücklichen Leben und dem Paradies.

Antwort
von marylinjackson, 11

Das "Aufbrummen" von Regeln beginnt bereits im Kindesalter, man nennt das Sozialisation und Lernfähigkeit.  

Das ist auch nicht anders in der Tierwelt.

Antwort
von josef050153, 4

Du kannst jederzeit auf eine einsame Insel auswandern, wo dir niemand Vorschriften macht - zumindest wenn du volljährig bist.

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