Frage von Denerivery, 206

Heroinsüchtig - was nun?

Hi,

also ich versuch jetzt meine Situation zu schildern. Ich rauche Heroin schon seit etwa 1 Jahr, ich habe es aber nie vor es mir zu spritzen da mir die Gefahr an einer Überdosis, HIV und so weiter zu erkranken. Also darüber mach ich mir erstmal keine Sorgen.

Ich nehme es eigentlich bei jeder Gelegenheit, wenn ich Zeit habe, aber ich habe bis jetzt eigentlich nichts vernachlässigt. Seit längerem ist es so, dass ich aufhören möchte. Die Nebenwirkungen / Entzugserscheinungen kann ich aushalten, aber zu wissen, dass ich das Gefühl beim Heroinkonsum nicht mehr erleben werde macht mir zu schaffen. Man kann es einfach mit nichts vergleichen, es ist einfach so krass, und das ist (für mich) der einzige Grund, wieso allgemein Drogen süchtig machen.

Was aber der Hauptgrund ist, wieso ich aufhören möchte, ist Angst vor der Polizei. Ich wurde bis jetzt nicht erwischt damit, aber es ist Heroin, wenn ich damit erwischt werde komme ich höchstwahrscheinlich in den Knast und so weiter, aber ich kann mir das nicht leisten, einerseits weil ich Heroinsüchtig bin und anderseits ich Familie habe. Ich hab so direkt keine Kinder aber ich möchte es meiner Familie auch nicht antun, dass ihr drogensüchtiger Sohn jetzt noch in den Knast kommt, für nichts.

Das Problem ist auch, dass ich einfach ohne Heroin nicht glücklich sein kann. Bei meinen ersten Versuch hab ich nebenbei auch Cannabis, MDMA, allgemein irgendwelche Drogen die mich es vergessen lassen / mich glücklich werden lassen. Und das war der Fehler, da das 'Down' (Depressive Phase nach z.b. MDMA, ist ganz normal.) alles verschlimmert hatte. ich kann ohne Heroin einfach nicht glücklich sein und das ist wirklich das Problem, ich will eigentlich nicht aufhören, ich will eher das Gefühl haben aber ich möchte auch gleichzeitig aufhören weil es mich runtermacht.

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Antwort
von SoDoge, 76

Es ist schwer, dir zu helfen, wenn du einerseits aus Prinzip keine Therapie machen willst und auch nicht einsiehst, dass das vielleicht dein einziger Weg ist.

Du kannst den Entzug nicht "locker überstehen", nur weil du mit den körperlichen Folgen zurecht kommst. Oder das zumindest annimmst. Hast du es schon mal ernsthaft versucht? Du sagst selbst, dass der Verzicht auf das Gefühl beim Konsum, dir sehr zu schaffen machen würde. Die Abhängigkeit äußert sich hier eben psychisch, ob das soviel besser ist, als die Entzugserscheinungen, wage ich zu bezweifeln. So der so, du kommst davon nicht los. Die Folge ist ganz klar die Selbe.

Was Selbsthilfe angeht, solltest du auf jeden Fall versuchen, den Konsum zumindest zu reduzieren. Sollte dir das gelingen, gewinnst du auf jeden Fall einiges an Kontrolle zurück. Das wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn der Umgang mit geringeren Mengen ist was den strafrechtlichen Aspekt angeht auf jeden Fall "besser". Außerdem kommst du dann finanziell vielleicht aus und kommst vielleicht von der Beschaffungskriminalität weg. 

Du hast nicht viele Möglichkeiten, wenn du so weitermachst, dann sinkst du nur weiter ab, entweder du stürzt damit völlig ab oder landest im Knast. Oder du ziehst die Reißleine, springst über deinen Schatten und suchst dir Hilfe. Ich bin mir sicher, dass es kompetente und vor allem für dich hilfreiche Möglichkeiten gibt. Wenn du dich darauf einlässt, gibt es auch Möglichkeiten.

Von selbst kannst du wahrscheinlich nicht aufhören. Wenn es dazu kommt, dann entweder durch einen Aufenthalt in der JVA oder durch eine Therapie. Es liegt jetzt an dir, beides durch eigenen Willen doch zu vermeiden.

Hast du schon versucht, das Heroin durch irgendetwas zu ersetzen? Durch andere Drogen wäre auch denkbar, denn das Meiste ist immerhin deutlich besser als Heroin. Du sagst, dass deine Freunde entweder verstorben sind oder nicht mehr für dich da sind. Wenn du neue Freunde findest (am Besten außerhalb eines Drogenumfelds), dann kannst du vielleicht auch ohne Heroin glücklich werden. 

Wenn du anfängst, dich wirklich zu bemühen, kannst du auf jeden Fall schon mal weit kommen. Du solltest es auf jeden Fall ernsthaft versuchen. Utensilien entsorgen, nichts neues nachkaufen, sein Geld anders ausgeben, bevor man in Versuchung gerät...einfach ist das sicher nicht, aber wenn du Schlimmeres vermeiden willst, ist das quasi das Letzte, was du noch irgendwie versuchen kannst. Ob du selbst wirklich aufhören kannst, weiß ich nicht. Dem Anschein nach nicht, aber vielleicht überrascht du dich sogar selbst. Du hast dein Leben insgesamt wohl noch im Griff, völlig ausgeschlossen ist das also noch nicht.

"was bringt es mir, herrunterzudosieren mit den Methadon?"

Du bekommst das Ganze u.U. leichter und einigermaßen sicher in den Griff.

Zusätzliche Infos: http://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/suchtberatung/suchtberatun...

Antwort
von Ille1811, 60

Hallo! Geh zu Narcotics anonymous! Die wissen, wie du glücklich sein kannst ohne Heroin zu nehmen. Du kannst das dort auch mit Hilfe des Zwölf-Schritte-Programms lernen. Das Ziel dieses Programms ist Lebensfreude.

Antwort
von Fragender123321, 18

ich hatte selbst eine sucht über 5 jahren mit verschiedenen drogen und wurde von der polizei erwischt darauf hin musst ich ein jahr abstinenz nach weiß ich hab genauso gedacht wie du ich kann nicht mehr glücklich sein ohne ich bin nüchtern gefühlstot mir wird die ganze aufregen das drumherum fehlen die leute die momente das gefühl und den lebenstil man grenzt sich ab von der gesellschaft und wird mit seinen kumpels zu einer eigenen engen gesellschaft mit andern richtlininen meine erfahrung die sich schon 10 mal bestätigt hat 

Regel 1 : ändere den freundeskreis und das ist allerwichtigste du kannst 30 mal nein sagen aber wenn du einmal schwach wirst war alles um sonst

Regel 2 : das du nicht mehr glücklich wirst stimmt NICHT !!! es dauert ein paar monate und es liegt an dir finde neue hobby neue freunde mach dein einzigartiges leben lebenswert !!! es wird ne traurige zeit vllt sogar 6 monate lang aber es lohnt sich ohne drogen wird es dir trozdem nicht langweilig 

Regel 3 : frag nach hilfe ein jahr herion ist nicht ohne alleine schaffen es die wenigsten wenn überhaupt hab keine angst und bring dich in situationen wo du nicht schummeln kannst wie drogen tests usw ... 

Regel 4 : spiel es nicht herrunter nach einem jahr kommt ein weiters usw die zeit verfliegt du wirst süchtiger ... irgend wann bist du so verzweifelt das du auch spritz 

Regel 5 und die letzte glaub an dich an dein leben es lohnt sich mir gehts gut ich kann sagen das ich GLÜCKLICH bin :) mein.artz hat mir damals noch 6 monate gegeben ich wurde auf krebs usw untersucht weil ich so schlechte werte hatte ich hätte mein.lebendrauf gewettet das ich es nicht schaffe aber es geht 

hoffe es hilft dir was ;)

Kommentar von Fragender123321 ,

ich hatte auch keime therapie aber ich wurde kontrolliert ich hab eine freundin die ich sehr liebe die auch auf mich aufgepasst hat es geht ohne therapie zu 95 % nicht :/ entweder bist du die 5 % falls nicht musst dus einsehen ich war auch in deiner situation ich versteh dich nur muss man verantwortung für sich und damit auch für die leute die du magst übernehmen 

Antwort
von brentano83, 37

Die harte Wahrheit ist, Heroin oder Therapie. Und das weißt du auch....  

Das Problem bei der sache ist, du "denkst und meinst" nur das du ohne nicht mehr glücklich sein kannst, weil du dich schon so sehr da dran gewöhnt hast, das du nicht mehr weißt oder in der Lage bist, ohne Heroin glücklich sein zu können. Aber das findet nur in deinem Kopf statt... Das der Entzug nicht angenehm ist, ist klar, aber wenn du jenes hinter dir hast, wirst du auch wieder lernen ohne Heroin glücklich sein zu können.... Das geht aber nicht von heut auf morgen, das bedarf Zeit..... 

Geh ruhig den schritt und mach eine Therapie. Alles gute, das wird sicher wieder... 

Antwort
von Abaton111, 28

Versuche einen Arzt zu finden, der Dich ins Methadonprogramm nimmt.

Beim Wechsel kommt es zu keinem heftigen Entzug, das Zeug unterdrückt die Gier nach Heroin, Du kannst weiter arbeiten gehen und keiner merkt etwas. Auch musst Du keine Angst mehr vor der Polizei mehr haben.

Kommentar von mairse ,

Methadon, das Zaubermittel das dich zuerst noch mehr wegballert als Heroin (nur ohne Kick, den er aber sowieso nicht hat beim Rauchen), dich dann hängen lässt, und zuletzt auch noch um einiges schwerer zu entziehen ist als Heroin.

Methadon ist Teufelszeug, die wenigsten kommen von dieser Droge wieder los. Ich würde nach "nur" einem Jahr Heroinkonsum noch keine Methadontherapie machen.

Kommentar von Abaton111 ,

Es kommt mir so vor, dass Dein Wissen über Methadon, mehr auf hören-sagen beruht, als auf eigener Erfahrung. Ich kann nichts von dem bestätigen, was Du da schilderst. Das es einen zuerst mehr wegballern soll als Heroin, das kann ich absolut nicht bestätigen.

Fakt ist leider, dass die Meisten Beikonsum haben, wodurch sie sich wegballern. Wenn man sich an die Regeln hält, dann lässt es sich auch leicht runterdosieren, gerade in der Sommerzeit.

Leider machen die Meisten auch den Fehler, dass sie ihre Tagesration auf einmal nehmen, anstatt es von Anfang an, über den Tag verteilt einzunehmen. Denn so kommt es nicht dazu, dass je mehr reduziert wird, die 24 Std. nicht mehr abgedeckt sind.

Durch das Gierige alles in sich reinkippen, ist man eigentlich zum Beikonsum gezwungen. Verteilt man es aber, dann treten keine Entzugserscheinungen auf und es lässt sich leicht reduzieren.

Aber leider macht das kaum einer und so weiß kaum einer davon. Dabei müsste uns das schon unser Verstand sagen, wenn man es auf 24 Std. verteilt einnimmt, dass das besser ist.

Aber um auf den Fragesteller zurück zu kommen, wo er meint, dass ein Leben ohne Drogen für ihn unerträglich wäre und Knast vor sich hat, da bietet sich halt eben nur Methadon für ihn an.

Das Methadon ein Dreckszeug ist, da gebe ich Dir aber in anderer Hinsicht Recht. Es greift mit der Zeit Organe, Gewebe, die Knochen u. s. w. an.

Antwort
von aXXLJ, 23

Du kommt nicht automatisch in den Knast, bloß weil Du abhängig bist. Überdies existiert die juristische Möglichkeit von "Therapie statt Strafe". Deine Abhängigkeit und die Konsequenzen daraus musst Du lernen zu akzeptieren, wenn Du (einstweilen) nicht aufhören willst.

Wenn der Leidensdruck eines Tages doch höher ist als der Wille weiterzumachen, dann ist es für Dich besser, wenn Du Dich mit Deinem Problem an eine professionelle Drogenberatung wendest und nicht an ein Laien-Forum wie GF.

Antwort
von PuddingZero, 101

Wenn du wirklich aufhören willst, solltest du wirklich eine Therapie machen auch wenn es schwer ist. Aber ohne professionelle Hilfe wirst du da kaum rauskommen :/

Kommentar von Denerivery ,

So einfach ist es nicht, ich werde keine Therapie machen, einfach aus Prinzip. Ich war natürlich schon dort, sie hatten mir eine Methadondingens empfohlen, aber was bringt es mir, herrunterzudosieren mit den Methadon? Mein Problem ist, dass ich (wie in der Frage erwähnt) das Gefühl von Heroin haben möchte, einfach glücklich sein will. Ich kann es aber nicht ohne Heroin. Alle meine Freunde die ich kannte sind einerseits gestorben oder einfach nicht mehr da für mich. Den Entzug kann ich locker überstehen, nur das Gefühl ist halt das schlimme.

Kommentar von henzy71 ,

So einfach ist es nicht, ich werde keine Therapie machen

Willst du dir nun helfen lassen, oder nicht?

Falls ja: du kommst nicht um die Therapie herum.

Falls nein: du willst keine Hilfe - also auch nicht von uns hier. Wir alle haben besseres zu tun als zu versuchen einem Menschen zu helfen, der gar keine Hilfe möchte.

Kommentar von Wippich ,

Aber so anmachen ist auch keine Hilfe.

Kommentar von Abaton111 ,

Alle die ich kannte und die diese Einstellung hatten, leben heute nicht mehr. Sie waren so gar die Ersten die starben, weil sie sehr naiv waren und die Realität nicht sahen.

Kommentar von PuddingZero ,

Du kannst schlecht beides haben. Entweder das Heroin Glücksgefühl oder der Entzug.

Antwort
von energiefisch, 84

Wie kommst du darauf, dass man als Konsument ins Gefängnis gehen muss? Egal, such dir Hilfe bevor es zu spät ist, such nach "Drogenberatung" in deiner Stadt. 

Kommentar von Denerivery ,

Ich kann mir das Heroin nicht nur von meiner Arbeit leisten. Ich wollte es nur nicht so direkt ausdrücken, aber ich werde in den Knast kommen.

Es ist schon zu spät, und ich war auch schon bei der Drogenberatung, nur leider wohne ich in der inkompetenten Stadt Deutschlands, Polizei macht garnichts und wenn dann scheíße, Psychologen haben mein Bruder versaut und Ärzte muss man zu alles zwingen.

Kommentar von energiefisch ,

Dann geh gleich auf stationäre Therapie, besser als der Knast ist es mit Sicherheit. 

Kommentar von Abaton111 ,

Was soll das, dass Du zuerst ein ganz anderes Bild von Dir gibst?

Ein Grund mehr schnellstens ins Methadonprogramm zu kommen, denn das bekämst Du im Knast weiter.

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