Frage von HackbartCeline,

Herdplatte in Mietwohnung defekt! Vermieter will nicht zahlen!

Hallo, meine Freundin und ich wohnen in einer Mietwohnung, in der die Küche mitgemietet ist. Wir haben einen Elektroherd aus den 60er Jahren. Vor einem Halben Jahr roch es schon einmal verdächtig nach Rauch, daraufhin stellte ein Elektriker fest, dass der Herd stümperhaft angeschlossen war und hinten die ganze Anschlussdose durchgeschmort ist. Da war alles verkokelt. Da wir eine Kleinreparaturenklausel im Mietvertrag haben, mussten wir den Schaden selbst tragen.

Jetzt flog uns letzte Woche beim einschalten der großen Herdplatte vorne der FI-Schalter der Wohnung und alles war dunkel. Die Platte ist also im Eimer.

Da die Küche wie gesagt mitgemietet ist und der Herd nun ein gutes halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, habe ich meinen Vermieter kontaktiert und gesagt, dass es überlegenswert wäre, vielleicht mal einen neuen Herd anzuschaffen. Am Telefon sagte er mir dann gerade, dass wir ja auch erstmal (wir wohnen noch mindestens ein halbes Jahr hier) mit drei Platten auskommen könnten. Wir wären schließlich nur zu zweit und im Haus bei ihm und seiner Frau wäre auch eine Platte defekt und sie kommen klar.

Was soll ich nun machen? Habe ich jetzt irgendwelche Rechte, oder muss ich den Schaden schon wieder selbst übernehmen, wenn ich beispielsweise nur die Platte austauschen lasse?

Ich hoffe, dass jemand einen Rat für uns hat.

Beste Grüße, Eyke

Antwort von Schreiberlilli,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo!

Erst einmal ist ein Herd aus den 60ern ein Stromfresser.

Dann dürfte er allein aus Altersgründen schon längst aus dem Verkehr gezogen werden.

Und zu guter Letzt scheint mir die ganze Angelegenheit sehr gefährlich zu sein.

Durchgeschmorte alte Elektroanschlüsse etc. können zu Wohnungsbränden führen und zu Personenschaden (bis hin zum Tod) und Sachschaden (bis hin zum völligem Abbrennen) führen. DAS muss dem Eigentümer einmal deutlich klar gemacht werden!

Die Tatasache, dass man auch mit drei Platten noch gut kochen kann, mag da zwar stimmen, beseitigt aber nicht generell das Problem.

Die Begründung, dass ihr nur noch ein halbes Jahr in der Wohnung wohnt, tut hier nichts zur Sache.

Schon morgen kann alles abfackeln.

Ihr habt eine Sache gemietet, die ihr nur eingeschränkt nutzen könnt. Fraglich ist, ob ihr sie überhaupt voll nutzen könnt, weil ein weitere Nutzung unter Umständen gefährlich ist. Deshalb habt ihr das Recht auf Mietminderung nach entsprechender Ankündigung. Im Prinzip ist es schon ein großer Mangel, wenn die Küche nicht genutzt werden kann, weil ihr nicht kochen könnt.

Ihr könnt Eurem Vermieter schriftlich (Abgabe/Einwurf nur unter Zeugen) vorschlagen, entweder für eine tägliche warme Mahlzeit pro Person aufzukommen, die ihr außer Haus einnehmt oder die Miete für ein Leihgerät bezahlt, bis der Schaden in Eurer Küche behoben ist, oder die Anschaffung eines neuen Gerätes bezahlt.

Hinzu kommen wahrscheinlich noch Arbeiten an dem Elektroanschluss, eine zusätzliche Sicherung und neue Kabel etc. Ihr müsst hierfür eine angemessene Frist setzen. Ein paar Tage bis zur Antwort und dann noch ein paar Tage bis zum Beginn der Mangelbeseitigung.

So lange dürft ihr die Miete zu einem gewissen Prozentsatz (weiß ich leider nicht genau) einbehalten.

Zur Not müsst Ihr Euch einen Rechtsbeistand suchen oder den Mieterein einschalten.

Schöne Grüße und viel Erfolg!

PS: Alternativ könnt ihr auch einen Herd kaufen, und das Geld hierfür von der Miete abziehen. Aber das Problem mit der Leitung und Sicherung besteht dann nach wie vor. Das wäre also nicht wirklich sinnvoll.

Kommentar von HackbartCeline,

Das klingt soweit recht plausibel. Ich hasse so einen Stress, aber werden wir wohl nicht drum herum kommen... Schriftlich macht die Kommunikation da mehr Sinn als telefonisch, oder?

Kommentar von Schreiberlilli,

Auf jeden Fall! Telefonisch geht alles links rein und rechts raus! Schriftliche Mitteilungen machen aber auch nur Sinn, wenn sie bewiesen werden können. Deshalb sollte ein solches Schriftstück nur unter Zeugen persönlich abgegeben oder in den Brief- oder Postkasten geworfen werden. Die Zeugen sollten das auch auf dem Brief und den Umschlag quittieren.

Antwort von Pumin,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Würde mir einen neuen Herd kaufen und den dann bei Auszug mitnehmen :)

Kommentar von HackbartCeline,

wenn das geld da wäre, würden wir das ja ohne umwege tun... ist aber leider nicht ganz so preiswert so eine kiste...

Kommentar von majosandra,

Es gibt doch in fast jeder Stadt Möbelbörsen, bei denen man für kleines Geld gebrauchte Möbel, Elektrogeräte etc. kaufen kann. Schau mal, ob es in Deiner Nähe so etwas gibt. Ich würde ehr günstig einen gebrauchten Herd kaufen, als dem Vermieter die Reparatur des alten Gerätes in den Hals zu schmeißen.

Beim Auszug würde ich den kaputten Herd dann wieder einbauen.

Kommentar von Pumin,

und Finanzkauf geht doch auch, oder?

Kommentar von Schreiberlilli,

Das Problem dürfte aber auch der veraltete Elektroanschluss incl. alter Leitungen und zu wenig Sicherungen sein. Eine Neuanschaffung allein dürfte hier nicht ausreichen. Hier muss wahrscheinlich etwas aufwändiger saniert werden. Das ist auf keinen Fall Sache des Mieters sondern des Eigentümers!

Antwort von antonczerwinski,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hier lohnt sich der Gang zum Mieterverein. Das kostet nicht viel. Sollte auch zu überlegen sein, da ja ein Auszug ansteht. Bei dem Vermieter ist das nur anzuraten.

Antwort von Baronin1,

Nein! Ab dem Moment wenn Küche mitgemietet wurde,muss der Vermieter solche Reparaturen übernehmen.Weil insbesondere der Herd von 1960 ist.Da hätte ich schon beim Einzug drauf bestanden,dass der raus,ein neuer rein kommt. Ich würde es erzwingen, dass Vermieter das zahlt. Falls nicht,weitere Idee: kaufst einen neuen Herd,und teilst ihm mit, dass bei Auszug der Herd mit geht! So würde ich Dir das raten.L.G.

Antwort von Baronin1,

Da Du die Küche mitgmietet hast,ist er verpflichtet,die Reparatur zu zahlen.Hier evtll einen neuen Herd zu kaufen.Wenn Du schreibst,er ist schon uralt.Lass Dich nicht veräppeln!

Antwort von Ontario,

Das alles scheint mir etwas grenzwertig zu sein. Durch den Gebrauch einer Sache, wie in diesem Fall ein Elektroherd, ein Teil der Herdplatte nicht mehr funktionsfähig ist, muss der Mieter für die Reparatur aufkommen, wenn die Kosten innerhalb der im Mietvertrag festgelegten Kleinreparaturklausel nicht überschritten werden. Ansonsten wäre es Sache des Vermieters. Was absolut nicht akzeptiert werden kann, sind marode Elektroleitungen die den Gebrauch der Sache einschränken. Hier ist der Vermieter in der Pflicht, zumal Gefahr für Leib und Leben gegegeben ist. Man müsste genau die Klauseln des Mietvertrages kennen, um eine Empfehlung geben zu können.

Antwort von wunhtx,

Zuerst einmal zur Kleinreparaturklasuel.

Der Schaden mit der Leitung fällt nicht unter die Kleinreparaturklausel. Er fällt unter die Verpflichtung des Vermieters, Mängel auf eigene Kosten zu beseitigen, wenn Einrichtungen mitvermietet sind.

Da dies erst sechs Monate her ist, könnt ihr die Kosten zurück verlangen.

Macht dies schriftlich und gebt der Mieterin die Möglichkeit bis 15.10.2010 den Betrag zu ersetzen, ansonsten teilt ihr mit, dass Eure Kosten, die sie unberechtigterweise verlangt und erhalten hat, von der künftigen Miete einbehalten wird.

Die VM muss aufgefroert werden,schriftlich, die Funktionstüchtigkeit des Herdes prüfen und den Herd reparieren zu lassen, notfalls den Herd zu ersetzen.

Teilt der VM mit, dass sie zur Reparatur verpflichtet ist und ihr bei Nichterfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen Euch nach Fristversäumnis ( setzt eine Frist zur Reparatur von 8 Tagen ) auch das Recht vorbehaltet, die Reparatur selbst in Auftrag zu geben und die Kosten mit der künftig fällig werdenden Miete zu verrechnen.

Antwort von hell11,

Du hast (den herd)heile bekommen und mußt ihn heile zurück geben. Mieten heißt gebrauchen, nicht verbrauchen, bzw. kaputt machen.

Kommentar von Schreiberlilli,

Das Ding ist aus den 60ern!!!

Kommentar von hell11,

und wie viel Miete bezahlst du für den Herd? Sicher hat ihn der Vormieter nur stehen gelassen.

Kommentar von HackbartCeline,

Die Küche ist im Mietvertrag nicht extra aufgelistet. Wir zahlen für Wohnung inklusive Küche 620€. Das ist für 75m² in einer Stadt wie BAyreuth schon nicht wenig... Und ich weiß, dass der Herd den Vermietern gehört.

Antwort von Schnucki2000,

Die Kleinreparaturklausel besteht ja bis zu einem bestimmten Maximum im Jahr. Bis das überschritten ist, müsst ihr wohl weiter für eine Reparatur sorgen. Ich würde dem Vermieter nicht die Freude machen, seinen Herd zu reparieren und tatsächlich weiter mit 3 Platten kochen oder zur Not 2 Kochplatten die dann euch gehören. http://www.amazon.de/Kochplatten-Kochen-Backen-Frittieren/b?ie=UTF8&node=331...

Antwort von Daddyo,

Wo wohnt ihr denn,könnt euch einen Herd günstig verkaufen =)

Kommentar von HackbartCeline,

in Bayreuth...

Kommentar von Daddyo,

Ui ne zu weit :-P vielleicht ist auch nur die sicherung der Platte kaputt oder rausgesprungen also die einzelnen kabel da xD

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