Frage von Oldtimertreffen, 156

Helmut Schmidt ist gestorben - Ist er bis zum Schluss eine wichtige Figur gewesen. Ist er der letzte Ehrliche?

Antwort
von Machkeinrabatz, 91

Ich glaube, dass der Meinung von Leuten wie Schmidt in den letzten Jahren zu wenig Aufmerksamkeit und "Wichtigkeit" zugesprochen wurde und das zu Unrecht. Schmidt war ein Staatsmann, ein guter Politiker und vor allem ein reiner Rationalist. In den letzten Jahren wäre vor allem das Letztere sehr wichtig gewesen. Die Politiker von heute legen darauf aber kaum mehr wert. Es geht nur noch um Wählerstimmen und da dreht sich die Meinung bei dem kleinsten Lüftchen. So etwas hätte ein Schmidt niemals getan.

Antwort
von brido, 156

Ehrlich wäre mir nicht als erstes eingefallen, aber heldenhaft. 

Kommentar von Windspender ,

warum heldenhaft ?

Antwort
von feminam, 70

Ach Mensch. Ja, er war klar und geradlinig. Gibt es heute so nicht mehr.

Ruhe er in Frieden.

Antwort
von Superstudent, 133

Nein, er war nicht ehrlich. Betrachtet man nämlich sein politisches Wirken, so wird klar, dass sein Ruf mehr auf Nostalgie beruht, als auf harten Fakten.

In seiner Amtszeit hat sich beispielsweise die Staatsverschuldung verdreifacht. Die Probleme, die wir heute haben, wurden damals kreiert.

Auch außenpolitisch war sein Handeln wenig weitsichtig. Als Teilnehmer der Konferenz von Guadeloupe war er unter anderem mitverantwortlich dafür, dass der Iran zu dem islamistischen Mullah-Staat wurde, der er heute ist.

Aus menschlicher Sicht ist der Verlust für die Angehörigen sicherlich schlimm. Politisch gesehen steht er aber in einer Reihe mit all jenen Politikern, die Deutschland schwächer gemacht und die Probleme auf die kommenden Generationen abgewälzt haben.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Das mit der Staatsverschuldung ist nicht Stichhaltig. Schmidt war 1974 bis 1982 Bundeskanzler. Hier die Statistik zur Staatsverschuldung: http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.investor-verlag.de%2Fbilder%...

Schmidt soll verantwortlich sein an der Politik anderer Länder? Schon gar ausgerechnet Iran, welches noch nicht mal was von der USA sagen lässt!

Kommentar von Superstudent ,

Lustig, ich denke, wir beide sind schlicht Opfer eines übereifrigen Admins.

Übrigens wollte ich darauf aufmerksam machen, dass die Zahlen zur Verschuldung besser bei Wikipedia zu sehen sind. Dort ist dann allerdings der Verschuldungsgrad von Bund, Ländern und Kommunen zusammengefasst. Groß sind sie aber in jedem Fall.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Ich sehe mich nicht als Opfer. 

Ich hatte dein Copy und Paste Kommentar samt Link widerlegt! Das hat der Admin wohl bemerkt, was Du dir nicht zugestehst. Was Hinweis auf Verwirrung darlegt!

Kommentar von Superstudent ,

Spielt auch letztlich keine Rolle. Die Fakten bleiben ja davon unberührt, die Staatsverschuldung ist während seiner Amtszeit massiv gestiegen. Die Arbeitslosigkeit übrigens auch. Außenpolitisch war er nicht immer geschickt, siehe Iran und Nato-Doppelbeschluss.

Kommentar von Superstudent ,

Was für ein Copy-Paste-Kommentar? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du jetzt meinst, aber das ist in letzter Konsequenz auch nicht wichtig, denn die Zahlen bleiben ja unabhängig von diesen Löschungen bestehen. Und die sprechen eine klare Sprache.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

In Schulden machen waren fast alle Kanzler groß, da sticht Schmidt nicht sehr hervor. Das kann jeder leicht erkennen. Allerdings hatte keiner ein Rezept gehabt. Nicht Brandt, Schmidt und natürlich auch nicht Kohl. Erst Schörder hat die Spirale erkannt da wo sie entstand! Und das war nicht die Schulden. Es war das übereifrige System.

Kommentar von Superstudent ,

Naja, das ist sicher ein richtiger Einwand. Nur sticht Schmidt in der hinsicht auch nicht so positiv hervor, wie man es ihm zuschreiben möchte. Wobei seine Schuldenpolitik bis dahin dennoch beispiellos war. Aber durch den Zinseszins-Effekt ist jede Form von Schulden letztlich eine immer schwerer wiegende Belastung.

Ich kann letztlich nicht erkennen, dass die Strahlkraft des Helmut Schmidt durch sein politisches Wirken als Minister und Kanzler zu begründen wäre.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Zu Schmidt Zeiten reden wir von einer Staatsverschuldung von 5% des BIP. Also, da mit dem Unterweltsgedanken aufzuspielen ist einfach nur Unsinn!

Kommentar von Superstudent ,

Nö, ist eben kein Unsinn, weil er der Begründer einer Politik war, die durch und durch schuldenfinanziert war. Er war nicht der Letzte, der das gemacht hat, aber in dieser Form sicherlich der Erste. Und durch den Zinseszinseffekt, aber auch generell als Vorbild für nachfolgende Politiker, ist das für die nachfolgenden Generationen nicht vorteilhaft. Für mich ist er ein Politiker wie jeder andere und keine Ikone für Nostalgiker. Jeder kann aber selbstverständlich das in ihm das sehen, was er möchte.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Noch 1995 hat mir ein Betriebswirtschafter gesagt, dass ein Staat nicht pleite gehen kann. Das war gemeinsamer Tenor aller Experten. Ihr Verschwörungstheoretiker gehen immer von einer Allmacht und Allwissenheit aus, die es nicht geben kann!

Kommentar von Superstudent ,

In gewissem Sinne ist das ja auch richtig. Ein Staat macht dann eben eine Schuldenrestrukturierung auf dem Rücken der Privatleute und fängt von vorne an, nicht wahr?

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Es waren auch andere Zeiten. Man hatte die Inflation als mögliche Steuerung der Finanzen gesehen. Das haben viele aus der Hitlerzeit abgeleitet im Eindruck des Mythos der genialen Nazies. Die Wirtschaft Wissenschaft musste wegen den Irrsinn erstmal wieder Wissenschaftliche Methoden lernen. 

Wie man weiß war das Dritte Reich von Inflation geprägt. Allerdings war das auch nur möglich, da man die Ausbeutung der Eroberten Länder muteinbezogen hat. Das hat aber seine Grenzen und es führt dazu das man der Inflation hinterher erobern muß. Übrigens ist das eine art Kriegsverwaltung welches auch die IS macht.

Kommentar von Superstudent ,

Ja, wobei der IS noch die Ölquellen hat, von denen man sich fragen muss, wie niedrig dort eigentlich die Herstellungskosten pro Barrel sind.

Allerdings wird die Inflation doch auch heute noch als finanzpolitisches Mittel eingesetzt, siehe Draghi, der zwar immer beteuert gegen die Deflation zu kämpfen.

Aber ich denke wir schweifen hier ab :-). Danke für die Frage und deine Meinung.

Kommentar von Oldtimertreffen ,

Die Herstellkosten von Öl aus üblichen Quellen ist nahe zu bei null.  Was teuer ist ist die Suche und das Bohren. Da solche selbstgerechten Organisationen wie der IS keine exploration macht ist ihr System auch nicht sehr nachhaltig. Aber das sieht man an vielen, was die machen.

Inflation ist im geringen masse, wie die angepeilten 3% pro Jahr, nötig. Es ist viel schlimmer, wenn es keine Inflation gibt. Denke dich doch mal an Tankstellenpächter. Stell dir mal vor, was mit der Wirtschaft in deinem Ort los sein muß, wenn Du deine Preise herunter setzten musst. Das ist kein Spaß!

Aber Inflation als Staatsfinanzierung zu nutzen, war eben Tenor der damaligen Zeit. Die waren einfach auf dem Holzweg. Da sind eher die Experten schuld.

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