Frage von Hannah2810, 149

Helfen Psychiatrien?

Hallo Community,
Ich habe ja oben schon die Frage gestellt und würde gerne wissen ob jemand selber Erfahrungen mit Psychiatrien gemacht hat oder jemanden kannte der dort war ?
Mir wurde bei einem Gespräch mit einem Therapeuten geraten möglichst schnell in eine Klinik zu kommen wegen Depressionen, suizidgefankem und suizidhandlungen . Ich weiß aber nicht ob dies etwas bringen würde oder ob man nur Medikamente bekommt und die Mitarbeiter einen gar nicht für einen interessieren ..
Wäre lieb wenn mir jemand mit Erfahrung etwas über die psychatrie erzählt . Danke :-)

Antwort
von imagomirali, 30

Hey :)

Also das alles sind absolut subjektive Meinungen von Leuten, die alle in anderen Psychiatrien waren.
Ich selbst könnte dir jetzt auch ein paar negative und ein paar positive Geschichten erzählen...
Aber ich war in insgesamt 2 Psychiatrien für Ca 3 Monate...
Als Patient, das weiß ich im Nachhinein, nimmt man vieles schlechter war, als es ist, einfach, weil es unangenehm ist, weh tut und nichts besser macht, wenn jemand da Salz rein streut, wo man selbst nicht mal hinsehen möchte...
Keine Arbeit ist härter, als die Arbeit an dir selbst.
Therapie ist harte Arbeit. Du hast deshalb so viel Freizeit, weil du das brauchst, um über deine Geschichte nachzudenken, dich abzulenken und Anzufangen wieder ein geregeltes Leben zu leben.
Eine stationäre Therapie ist wirklich nicht leicht, im Gegenteil... Du wirst Rückschläge haben und dein Leben wird sich ändern, das macht Angst und deshalb kommen diese negativen Berichte zustande.
Es ist aber 24h jemand da, der mit dir redet, wenn du das willst... Ob 3 Uhr Nachmittag oder 3 Uhr in der Früh... Jeder Pfleger nimmt sich die Zeit, die du brauchst und du kannst auch jederzeit mit deinem Arzt oder Therapeuten sprechen, auch, wenn du grade keinen Termin hast. Die wollen dir alle Helfen und auch nur das beste für dich, auch, wenn sich das am Anfang nicht so anfühlt!

Doch noch ganz kurz zu meiner Geschichte... Ich wurde ständig ohnmächtig und hatte das Gefühl von den Pflegern und Ärzten nicht richtig ernst genommen zu werden... Bin aber geblieben, bis mich meine Ärztin entlassen hat... Ich habe danach ambulant 3 Jahre Therapie gemacht, war nochmal in einer Klinik und hab nochmal ein Jahr Therapie gemacht... Und jetzt bin ich gesund, Werde nicht mehr ohnmächtig und wurde auch wirklich gesund geschrieben. Ich konnte mein Abitur machen und studiere jetzt. Ich muss aber ehrlich sagen, ohne die stationären Aufenthalte wäre ich nicht so weit gekommen.

Ps. Ich wollte nie Medikamente nehmen und musste das auch nicht :)

Alles liebe und gute für dich :)

Antwort
von Hupfdohler, 48

Ich selbst war bisher nur in der Ambulanz einer Psychiatrie. Zum Glück gibt es hier am Ort eine - als es mir schlecht ging, hatte ich also sehr schnell (Termin beim Psychiater kann Wochen dauern) jemanden, der mir mit einem Gespräch, einem Rezept und einem Rat für die weitere Behandlung weiterhelfen konnte. Ich habe aber auch nie ernsthaft an Suizid gedacht, sonst hätte die Ambulanz wahrscheinlich nicht gereicht.

Meine Großmutter und meine Mutter waren auch schon mal stationär auf einer Psychiatrie. Für beide denke ich, dass ihnen der Aufenthalt da geholfen hat. Ich denke, dass der stationäre Aufenthalt in einer Psychiatrie zwei Vorteile haben kann: Erstens schauen da erfahrene Leute danach, dass man sich nicht aus momentaner Verzweiflung was antut (sich umbringt oder das versucht und dann auch noch heftig verletzt ist). Zweitens kann man da oft innerhalb von wenigen Tagen psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung bekommen, auf die man "draußen" wochenlang warten müsste.

Ach so ja, Medikamente bekommt man da natürlich meist (die sind aber gewöhnlich auch angebracht), und  unter den Mitarbeitern gibt es, wie überall in der Welt, bessere und schlechtere.

Antwort
von Nitra2014, 45

Ich war in mehreren Psychiatrien und Therapiezentren und ich kann dir sagen, es ist unterschiedlich. Kommt stark auf die Qualität der Ärzte an.

Im LSF - das ist eine Psychiatrie in Graz kam es mir eher so vor, dass die Pfleger einen mit Tabletten ruhig stellen weil sie alle Patienten aufnehmen müssen und ständig überlastet sind. Da gab es weniger Therapieangebot. 6 Personen-Zimmer. In der Regel 3 Wochen Aufenthalt.

Im LKH - eine andere Psychiatrie in Graz wurde man auf Tabletten eingestellt, hatte Mal-, Licht-, Ergotherapie und einzelne Therapiestunden. 4 Leute im Zimmer, inkl mir. 3 Wochen Aufenthalt.

In Ybbs an der Donau Therapiezentrum war ich drei Monate wegen Borderline. Nur 12 Personen auf der Station, Zweibettzimmer. Täglich die Möglichkeit eine Therapiestunde beim Pflegepersonal zu nehmen, täglich Gruppentherapie, Sport- und Malen, Basteln in der Gruppe.

Aktivitäten wie Kochen, Gruppensprecher, Weckdienst, etc. wurden jede Woche neu verteilt.

Kommentar von Hannah2810 ,

Geht es dir denn jetzt besser ? Durfte man dann am Wochenende oder so mal nachhause oder gar nicht ? Und stimmt es dann man nur von Familienmitglieder besucht werden darf ?

Kommentar von Nitra2014 ,

Mir gehts viel besser. Dank dem Therapiezentrum bin ich seit 8 Jahren "clean". Hab früher geritzt, jetzt nicht mehr. Du darfst am Wochenende nach Hause, allerdings nur über eine Nacht aus versicherungstechnischen Gründen.

Das mit Familienmitgliedern stimmt nicht. Du kannst sogar auf der geschlossenen Station Besuch von Freunden kriegen.

Kommentar von Hannah2810 ,

Okay gut danke du hast mir schonmal sehr geholfen Dankeschön . Und freut mich das es dir besser geht und du dich nicht mehr geritzt hast

Kommentar von Nitra2014 ,

Lieb von dir. Danke. Freut mich wenn ich helfen konnte.

Antwort
von Wiesel1978, 56

Wenn Du Dich seöbst einweist, hast Du jederzeit das Recht Dich auch zu entlassen. 

Es finden dort wie bei Deinem Therapeuten Gspräche statt. Nach Abschätzung des (in der Klinik behandelnden) Therapeuten auch Gruppengespräche.

Medi`s werdensicher auch veerabreicht, aber die hardcoremittel bekommst du nur wenn du auch hardcore unterwegs bist (alle paar tage suizidversuch oder so)

Diese Antworten sind meistens Abschätzungen von mir, nur ein ganz geringer Teil ist erfahrungsgemäß

Antwort
von Virginia47, 24

Ich war in einer Psychiatrie. Und das hat mir sehr geholfen.

Nein, du wirst nicht nur mit Medikamenten vollgestopft. Es finden auch Therapien und Gespräche statt. Und durch diese habe ich viel über meine Krankheit gelernt. Deshalb bin ich dann auch gestärkt wieder rausgekommen. Und kann nun besser mit meinen Depressionen umgehen.

Restlos geheilt wirst dusicher nicht werden. Dazu sind Depressionen (noch) zu geheimnisvoll. Aber du kannst lernen, damit zu leben.

Ich möchte meinen Aufenthalt in der Psychiatrie nicht missen.

Alles Gute

Virginia

Antwort
von questioner5786, 16

Hallo!

Ich selber war noch nicht in einer Psychiatrie, habe aber einen Freund der dort war. Er hatte Depressionen und Angstzustände, weil er sehr schlimm gemobbt wurde.

Er war drei Monate dort und jetzt ist er wieder zu Hause. Es geht ihm jetzt viel besser und er redet ganz offen über seine Erfahrungen dort. Er hat mir erzählt, dass es anfangs schwer war, aber im Endeffekt hat es ihm sehr geholfen.

Ich finde, du solltest es versuchen.

LG Chrissy 

Antwort
von bubblefisch, 34

Ich erzähle dir mal etwas von meinen Erfahrungen.
Ich war fast vier Monate da, bis ich selber alles abgebrochen habe.
Aber fangen wir mal ganz vorne an.
Durch ein bestimmten Vorfall ,musste ich zu einem Psychologen, damit er schaut ob ich eine eigen oder fremdgefährdung bin.
Das Urteil war erstmal eine schwere Depression und ich bin eine Gefahr für mich und meine Mitmenschen gewesen. Mir wurde gerade behandelt zu werden und ich entschied mich stationär zu wählen ,also Psychiatrie. Ich war freiwillig da ,"offiziell", aber dazu werde ich später noch weiter eingehen. Am Anfang hatte ich keine Rechte, aber das galt nur für die ersten drei Tagen. Das ist normal:)
Dann wurde wieder geschaut wie es mit mir weiter laufen sollte. Meine Ärztin hat mir eigentlich die kompletten Freiheiten gegeben, die man haben kann, da sie mir vertraute und ich ihr auch zeigen konnte, dass sie mir vertrauen kann. Die Mitarbeiter dort haben sich eigentlich kaum um uns gekümmert und manche haben sogar oft negativ über uns gesprochen und oder uns schlecht behandelt. Die Therapie war lächerlich, fand ich. Ich habe angeblich viel mehr in kürzester Zeit gemacht, als die meisten ,aber das empfind ich nicht wirklich so, weil ich halt alles schnell verstanden habe und oft umsetzen konnte. Ich fand die Therapie einfach nur lächerlich, weil es trotzdem noch zu viel Zeit gekostet hat (zwei bis dreimal fand bei mir etwas statt und jeden Tag gab es Gruppen bzw ergo Therapie). Die meiste Zeit läuft sonst alles so ab, als würdest du in einem Jugendtreff oder in einer jungendherbege sein, da ihr meistens nur für euch seid, während die Mitarbeit vor dem PC hocken. Nur die Praktikanten machen was mit euch und behandeln euch auch besser, empfand ich. Ich wollte oft sogar alles abbrechen und die Klinik verlassen, aber das ging nicht.
Ich war zwar freiwillig da und hätte mich theoretisch jederzeit entlassen können, laut denen, aber so war es nicht. Sie haben ständig auf mich eingeredet und wollten mich sogar zwingen da zu bleiben und zwar so das sie mich wieder in den akut Bereich stecken (Da willst du niemals hin, glaube mir), oder sie hätten nach ein paar Tagen einen Zwangsbeschluss besorgt und mich dann trotzdem in den akut Bereich gesteckt und ich müsste Mindestens sechs weitere Wochen da bleiben ,mit weniger rechten wieder, für den Anfang.
Sie wollten außerdem ständig mir Medikamente andrehen ,was ich immer abgelehnt habe. Medikamente können einen helfen, aber oft habe ich viel negatives bei den anderen Patienten gesehen. Wie einer hier schon geschrieben hat ,bekommst du nur die hardcore Medikamente, wenn du hardcor mehr drauf bist. Einige waren deshalb auch wie Zombies drauf. Also wenn du Medikamente nimmst, informiere dich erstmal genau darüber. Ich habe keine Medikamente genommen und nehme immer noch keine.
Ich habe mich am Ende einfach entlassen lassen ,gegen den Willen der Ärzte und alles andere habe ich auch abgebrochen.
Mir ging es am Ende schlechter als davor, bis ich selber anfing alles alleine zu machen und mir die Hilfe zu holen, die ich benötige.
Das Jugendamt wollte mich sogar wieder da rein stecken, aber das konnte ich noch verhindern. Vielen und ich selber hat der Klinik Aufenthalt eigentlich wenig bis nichts gebracht ,oder es hat alles nur schlimmer gemacht, wie bei mir. Bei mir lief nämlich alles sch*****. Erst durch einen bestimmten Vorfall ,fing es an Bergauf zu gehen, aber die Klinik und mein Psychotherapeut haben damit nichts zu tun gehabt. Ich würde dir aber empfehlen trotzdem in die Klinik zu gehen, weil es dir helfen kann. Mir hat es jetzt nicht geholfen ,wie vielen anderen auch, aber ich kenne auch ein paar denen das geholfen hat und jede Psychiatrie ist etwas anders.
Ich hoffe das ich dir weiterhelfen konnte:)

Kommentar von Hannah2810 ,

Okay bin schon mal froh das du das hier ehrlich sagst weil ich von einigen selber gehört habe das Mitarbeiter sich nicht kümmern die nur Medikamente geben und alles .. Das Ding ist ich hatte nur ein einziges Gespräch mit einem Therapeuten am Telefon wo er wissen wollte was denn los mit mir ist und weshalb ich einen Termin bei ihm möchte und da wollte er mich dann schon direkt dort hin schicken . Als ich im Krankenhaus bzw psychatrie angerufen hab wollte die Frau mir gar nicht helfen und meinte ich bräuchte da nicht hin ein therapheut reicht und alles . Und Jz weiß ich nicht was ich machen soll auch noch wegen schule und allem..
Aber danke trotzdem

Kommentar von bubblefisch ,

Ich empfehle dir zu einem Psychotherapeuten zu gehen, der für sowas Spezialisiert ist. Ansonsten...kannst du einfach einen auf "Ich werde Suizid begehen" machen und du wirst sofort behandelt. Also erstmal hockst du ein bis drei Tage im akut Bereich, aber von da an hast du plötzlich die Aufmerksamkeit endlich und sie werden nach dir schauen.
Also jetzt keinen Suizid Versuch machen, sondern einfach einen Notfall Schrei, oder so ähnlich. Ansonsten rede erstmal "drei" Stunden ,mit einem Psychologen/ Psychotherapeuten und sei direkt und klar. Er soll dann am Ende schauen, wie es ablaufen soll.
Und wichtig ist das du alles erzählst und wissen möchtest. Diese ä***** zögern sonst alles immer hinaus und leiten dich weiter zu einem anderen. Und sage immer das was du auch möchtest. Lass dir nichts einreden und lass dich nicht abschütteln. Ich wiederhole mich jetzt schon wieder aber sei direkt.

Und wegen den Mitarbeiter. Ja...es gibt viele dort, die echt mies sind, aber da gab es auch tolle und liebevolle Mitarbeiter. Zwar sehr wenige, aber sie waren da. Lass dir aber nicht alles gefallen. Es geht um dein Wohl nämlich und die müssen sich um dich kümmern.

Kommentar von Hannah2810 ,

Okay vielen vielen Dank :-) hast mir richtig geholfen

Kommentar von bubblefisch ,

Das freut mich und viel Glück für die Zukunft. Hoffentlich läuft bei dir dann alles so ,wie du es auch wolltest :)

Antwort
von Turbomann, 45

@ Hannah2810

Wenn dir der Therapeut diesen Rat gegeben hat, dann sollest du das schnellstens in Angriff nehmen.

Bei deinen Problemen hat das sicher einen Sinn, schon zu deinem Selbstschutz.

In einer Psychiatrie wird man nicht vollgepumpt, dort kümmert man sich um dich, genau wie in einem Krankenhaus.

Also bitte rede mit deinem Hausarzt und den kannst du alles fragen.

Nicht denken ob dir das was bringen wird, sondern dorthin gehen, denn du willst ja die Hilfe, dann bitte nehme sie auch an.

Viel Erfolg wünsche ich dir

Antwort
von Tremswaldi, 18

Ich hab schon 2 Leuten aus den Depressionen geholt

Soso Sparky.... das ist ja prima... dann haste ja jetzt praktisch den Doktortitel, gell?!

Antwort
von SparkyStardust, 44

Freunde, die da waren, waren meist nicht so überzeugt. Was du brauchst, ist einen Freund oder eine Freundin bei der du dir die Seele aus dem Leib quatschen kannst. Ich hab schon 2 Leuten aus den Depressionen geholt

Kommentar von Hannah2810 ,

Danke. Ich hab nur eine Freundin die das versteht der es aber selber so geht wie mir und dazu wohnt sie auch noch weiter weg ..

Kommentar von SparkyStardust ,

Ich weiß ja nicht ob ihr euch zusätzlich gegenseitig runterzieht... :(

Kommentar von Hannah2810 ,

Das kann schon auch sein aber da sie nicht da ist in der Schule oder so ist es sehr schwierig
Aber naja danke trotzdem :-)

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