Frage von TerminatorCat, 68

Helfen Eltern eigentlich noch ihren Kindern bei Hausaufgaben oder wird diese Aufgabe, wie so viele, an Dienstleistungen und anderen weitergegeben?

Finden Eltern noch wirklich Zeit, ihren Kindern bei Hausaufgaben und anderen Dingen zu helfen / zu unterstützen, oder wird Zeitmangel / Stress als gründe gewählt, dass Hausaufgaben-kurse genutzt werden sollen bzw die Kinder es alleine packen sollen ?

Würden nicht die ganzen Tätigkeiten, Eltern und Kinder eher wieder zusammenbringen als dass Eltern ihre elterlichen Pflichten und Verantwortungen stetig an den staat und Dienstleistungen abgeben ?

Antwort
von XNightMoonX, 28

Hallo TerminatorCat,

leider ist es in vielen Fällen nicht mehr der Fall. Dabei sollten einige Kinder auch Zuhause bei den Hausaufgaben etwas gefördert werden. Das üben für die Schule ist nicht gerade unwichtig. Hausaufgaben und Eltern haben eine ganze Menge miteinander zu tun.
Die Kinder werden sowieso schon zu viel abgeschoben. Ganztagsunterricht oder Ganztagskindergarten, am besten noch 5 verschiedene Vereine usw. Ich war als Kind viel mehr mit der Familie unterwegs. Vormittags zum Kindergarten und Nachmittags dann zuhause oder Ausflüge mit Mama und Papa. In der Schulzeit ebenso. Vereine waren für mich auch nie relevant.

Gibt ja jetzt schon Englischunterricht für Kindergartenkinder. Irgendwo bleibt die Kindheit und das familiäre Zusammenleben auf der Strecke. Eben auch, weil beide Elternteile teilweise auch Vollzeit arbeiten und wie Du schon sagst, eher dem Staat "dienen" als für ihre Kinder da zu sein.

Sowas käme für mich nie in Frage. Ich würde mit den Kindern von heute nicht tauschen wollen.

L.G.
XNightMoonX

Kommentar von TerminatorCat ,

leider sehen es die wenigsten menschen / Eltern sondern ergeben sich den Vorgaben der gesellschaft und dass heißt, Kinder müssen abgeschoben werden, während die eltern arbeiten gehen. Erziehung und verantwortung wird dann vom staat übernommen.

was anderes ist von vielen gar nicht mehr vorstellbar...

Antwort
von MaraMiez, 23

Wenn die Eltern arbeiten müssen, wenn das Kind aus der Schule kommt, können sie diesem ja schlecht bei den Hausaufgaben helfen. Wär es etwa verantwortungsvoller, den Job zu schmeißen, nur damit man dem Kind dabehi helfen kann?

Meine Eltern waren beide berufstätig. Von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends waren die im Laden (eigenes Geschäft). Wann hätten die da mit mir Hausaufgaben machen sollen? Bis ich 12 war, ging ich in den Hort und habe dort meine Hausaufgaben gemacht, danach alleine zu Hause. Es war nie nötig, dass meine Eltern daneben sitzen. Meine Mutter hat nur abends kontrolliert, ob ich sie überhaupt gemacht habe und wenn ich eine Frage hatte, dann wurde mir auch geholfen, aber nicht sporadisch jedes Mal.

Und dann kommt es ja auch immer wieder vor, dass Eltern den Kindern auch gar nicht helfen können, selbst wenn sie es wollten, weil sie den Stoff nicht kennen und ratloser sind, als ihre Sprößlinge. (Was nicht heißen soll, dass die Eltern dumm sind, aber wenn man selbst schon seit 20 Jahren aus der Schule raus ist, erinnert man sich eben nicht mehr an alles...weil man eben nicht alles "für später" braucht.)

Außerdem sollte man seinen Kindern beibringen, die Hausaufgaben in Eigenverantwortung zu erledigen. Auch das gehört dazu. Die Hilfe haben sie in der Schule, zu Hause soll es nochmal angewendet werden, damit man es verinnerlicht. Und wenn ein Kind wirklich Nachhilfe braucht, ist es bei jemandem, der weiß, was er tut, deutlich besser aufgehoben, als bei seinen Eltern, die erstmal auch nur rätseln können.

Kommentar von TerminatorCat ,

Oftmals ist es nur noch ein Auswendig lernen in der schule. Wirklich verinnerlichen können die wenigsten schüler. 

Eltern könnten dazubeitragen, dass kinder mehrere Weg der lösungsfindung erlernen und erkennen. Wenn man den Kindern in den ansätzen hilft, werden sie viel leichter die zukünftigen aufgaben selbst lösen können.

Und berufstätige eltern sollten sich expliziet auch mindestens mal ne stunde zeit am Tag sich nehmen, um mal mit den Kindern die hausaufgaben durchzugehen und nicht wie ein weiterer Lehrer nur zu gucken, ob sie erledigt wurden.

Antwort
von feirefiz, 1

Die Eltern werden heute sogar viel intensiver zu schulischer Unterstützung herangezogen als dass in meiner Elterngeneration der Fall war.

So soll man mit den Erstklässlern täglich lesen (das können die Kinder noch nicht allein) und z.B. das Einmaleins üben. dazu kommen natürlich noch die Hausaufgaben.

Meiner Meinung zementiert man damit Bildungsunterschiede bei den Kindern. In der Klasse meines Sohnes waren zwei Mütter, die nicht lesen/gar kein deutsch konnten. Sie haben mit ihren Kindern gar nicht lesen können.

Bis heute haben die zwei ganz durchschnittlich intelligenten Kinder das problem, von zu hause keine Unterstützung bekommen zu können und entwickeln sich entsprechend in ihrer Schullaufbahn ich finde das furchtbar.

Ein staatliches schulsystem ist dafür da, solche Unterschiede des Elternhauses auszugleichen und allen Kindern den Zugang zu Bildung zu bieten. Das fängt zum Beispiel mit einer Beschulung der Erstklässler von 8.30 bis 12.00 an. Abziehen muss man Pausen, folglich beschäftigen sich die Kinder gerade einmal 3 Stunden pro Tag mit dem Schulstoff. Das reicht zeitlich hinten und vorne nicht, um jedes Kind zusätzlich einmal lesen zu lassen. Die Lösung wäre eine Ganztagsschule mit sportlicher, musischer und eben wissenschaftlicher Betätigung im Wechsel, so dass jedes Kind Lesen lernen kann, individuelle Unterstützung bekommt und sich entfalten kann, z.B ein Musikinstrument lernt, weil viele Eltern die hohen Kosten der Musikschulen nicht bezahlen können oder in den Familien schlicht die Zeit/Möglichkeit fehlt, das Kind regelmäßig zum Üben anzuhalten.

Dazu müsste man halt Geld in die Hand nehmen (und könnte gleich noch echte Inklusion betreiben!).

Dazu braucht es einen gesellschaftlichen Konsens und eine Lobby, beides haben wir nicht. Die Mittelschicht möchte ihre Kinder zu Hause erziehen (NS und DDR lassen grüßen), die Unterschicht ist nicht an Bildungsgerechtigkeit interessiert.

Und so passiert es, dass wir jedes Jahr Kinder aus der Grundschule entlassen, die die Grundtechniken im Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend beherrschen. Und viele holen dies auch bis zum Berufseintritt nicht nach (Vera 8 grüßt hier).

Forderungen, die Eltern sollten doch mal ran, manifestieren das Problem.

Wir könnten ja mal nach Frankreich schielen, dort halten sich die Eltern aus der obligatorischen Ganztagsschule raus.

Antwort
von Purplez, 16

Die meisten Eltern sind Alleinerziehende, normal gibt es schon gar nicht mehr.

Es gibt Eltern die ihren Kindern helfen bei den Hausaufgaben, Ja.

Der Staat ist nicht so Kinderfreundlich, wenn es um Kosten und Kitas geht. Es wird immer gesagt das Bildung wichtig ist, aber das ist nur Gesabbel vom Staat.

Was wir in Deutschland brauchen sind dumme Roboter.

Ich bin froh über Eltern die noch mit ihren Kindern lernen.

Kommentar von TerminatorCat ,

Da sollte mal wieder ein Umdenken passieren. Oftmals werden Familie, Kinder und der Partner an zweiter stelle gesetzt.

Antwort
von ich313313, 26

Meine Eltern haben mir immer geholfen, wenn ich später Kinder habe, werde ich ihnen auch helfen. Ich finde das sehr wichtig. Vor allem können die Eltern so sehen, ob ihr Kind Probleme in der Schule bzw. beim Lernen hat.

Auch jetzt (bin 18 Jahre alt), kann ich meine Eltern noch immer fragen, wenn ich was nicht verstehe. Auch wenn es nicht oft vorkommt, helfen sie gerne dabei, wenn sie es selbst verstehen (aufgrund ihrer Berufe).

Kommentar von TerminatorCat ,

Ganz genau. Doch leider ist es für sehr vielen Eltern zu zeitaufwendig und ihre Wichtigkeit liegt in anderen Dingen :/

Kommentar von ich313313 ,

Genau das finde ich echt schade. Alles wird den Lehrern überlassen. Wenn das Kind "plötzlich" schlecht in der Schule ist, liegt das natürlich auch am Lehrer. Die Eltern wussten ja nichts davon bzw. haben sich nicht darum gekümmert.

Kommentar von TerminatorCat ,

Meist sehen sie erst zuspät, dass ihr Kind Probleme hat und dann ist das geschrei groß. Immer die schuld bei anderen sehen...echt bequemes denken

Kommentar von ich313313 ,

Ja, das sollte echt vermieden werden. Die Lehrer sind "nur" Lehrer, die Eltern sind die Erziehungsberechtigten. Das sollte nicht vergessen werden.

Antwort
von turnmami, 9

Ich habe meinen Kindern nie bei den Hausaufgaben geholfen.

Die hatten es bisher einfach nicht nötig, da man ihnen in der Schule genügend erklärt hat, um ihre Aufgaben alleine lösen zu können.

Mittlerweile sind die jüngsten beiden in der 10. und 11.  Klasse und in einigen Fächern wär ich echt überfordert. Obwohl ich selber Abitur und ein Studium habe.

Es ist doch wirklich nicht so, als würden alle Eltern ihre Kinder nur abschieben!

Kommentar von TerminatorCat ,

Es hängt auch vieles von der Qualität der Schule und der Lehrern ab, ob sie den Kindern alles verständlich rüberbringen. 

Klar, als eltern kann man nicht alles wissen, aber dennoch könnte man sich bemühen, es herauszufinden.

Kommentar von turnmami ,

es ist nicht Aufgabe der Eltern es "herauszufinden". Das ist der "Job" der Kinder. Natürlich kann man bei einfachen Sachen helfen, aber warum soll man sich den Stoff der Kinder aneignen. Die eigene Schulzeit hat man auch ohne wesentliche Hilfe schaffen müssen!

Antwort
von Spencers, 43

Ich würde sagen, dass Hausaufgaben nichts mit den Eltern zu tun haben. Sie sollten alleine vom Kind gelöst werden. Und höchstens im Notfall können die Eltern einen Tipp geben. Sonst lernen die Kinder doch nichts.

Kommentar von TerminatorCat ,

Man legt ja den Kindern nicht schon die Lösung in den Mund. ich rede hier vom Helfen des Verstehens der Hausaufgaben, sprich den Weg zur Lösung.

Kommentar von Spencers ,

Aber sollten die Kinder nicht die Chance bekommen es selbst zu schaffen? Wie gesagt, sollten sie es überhaupt nicht heraus bekommen, kann man ja unter die Arme greifen und einen Tipp geben. Es geht hier aber nicht nur um das Lernen des Stoffes an sich. Das Kind sollte auch lernen nicht zu schnell aufzugeben/ sich nicht immer auf die Hilfe der Eltern zu verlassen/ in die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen/ aus Fehlern zu lernen. Und das ohne den Druck, die Eltern zufrieden stellen zu müssen und unter Beobachtung zu stehen. Und wenn dann am Ende das Erfolgserlebnis kommt, es ganz alleine geschafft zu haben ist das als Lernmotivator unbezahlbar!

Kommentar von TerminatorCat ,

Klar ein wenig Feingefühl sollte schon vorhanden sein, aber nicht jedes Kind traut sich es offen zu sagen, dass es nicht weiterkommt. Das Kind sollte wissen, dass es jederzeit die hilfe der Eltern bekäme...

Kommentar von Spencers ,

Absolut. Genau so war es bei mir und ich bin gut durch die gesamte Schulzeit plus Abitur gekommen. Und meiner Meinung nach zu einem autonomen und voll funktionsfähigen Erwachsenen geworden der sich auf seine Fähigkeiten und sein Urteilsvermögen verlassen kann ;)

Antwort
von derhandkuss, 17

Frage ist meiner Meinung nach oftmals (leider) auch, ob Eltern überhaupt von ihrer eigenen Schulbildung her in der Lage sind, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen.

Wenn die Eltern selbst vielleicht grade mal den Hauptschulabschluss (wenn überhaupt) gepackt haben, wie wollen sie dann selbst noch groß ihren eigenen Kindern helfen?

Kommentar von MaraMiez ,

Es ist gar nicht immer der eigene Bildungsabschluss, der da im Weg stehen kann. Ich selbst bin seit über 10 Jahren aus der Schule raus Ich hab einen 1,4er mittlere Reife und hätte Abi machen können (bin auch nach der 10. Klasse weiter, hab aber aus gesundheitlichen Gründen in der 11. agebrochen und war danach anderweitig eingebunden, sodass ich nie dazu kam, das Abi nachzuholen). Meine Tochter kommt nächstes jahr in die Schule. Sicher...bei 1+1 und ABC werd ich ihr helfen können. Die ersten Jahre sind ja nur Grundlagen. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich sage "Joah...das hatte ich damals auch...ich konnte das auch...aber ich hab das seit dem nie wieder gebraucht...Sorry, keine Ahnung, du weißt darüber gerade mehr, als ich." z.B. in Französisch. Ich hatte Französisch 4 Jahre lang und ich war recht gut...alles was ich jetzt noch könnte, wäre ein baguette bestellen...grammatikalische Regeln erklären? Keine Chance.

Kommentar von TerminatorCat ,

Indem Beide, eben eltern und Kinder, etwas dazulernen und gemeinsam die Lösungen herausfinden.

Hat jetzt nicht mit Bildung zu tun, sondern auch mit Generationen-denken. Ich wäre bemüht, immer auf den neusten Stand zu sein, um eben auch meinen Kinder zu helfen, die schon ganz andere Dinge in den schulen lernen als es bei mir noch üblich war, zB Sprachen, Wirtschaft, Technik und deren neue Möglichkeiten. Aber viele dinge / Grundkenntnisse sind und bleiben ultimativ bzw gleichbleibend wie Deutsch, Mathe, Bio,...egal in welcher generation man sich befindet :)

Kommentar von TerminatorCat ,

@Maramiez

Dann bemüht man sich etwas davon zu verstehen und gibt nicht schon vorher auf. Selbst als Eltern kann man noch etwas dazulernen und nicht sich unfähiger machen als man ist.

Antwort
von WiseGirl3213, 7

Meine helfen mir noch.

Antwort
von Tastaturid, 19

Wenn Eltern das wirklich wollen und Kinder auch bei unschlüssig fragen oder Unsicherheit ihre Eltern ansprechen dann gibt es das sicherlich noch. Ab einem bestimmten alter denken Eltern dass ihre Kinder keine Hilfe mehr brauchen.

Meine Mutter hat mir immer geholfen wenn ich sie gefragt habe. Sie hat es liebend gern gemacht und sie wusste auch viel.

Außerdem habe ich 7 Geschwister. Davon sind 3 meine großen Brüder. Der Rest alles nur jüngere Mädels.

Oft haben wir Kinder uns gegenseitig unter die Arme gegriffen da die Mama sich auch nicht alles von damals merken konnte :) lg

Kommentar von TerminatorCat ,

Geschwister haben ist oftmals vorteilshaft :)

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