Frage von Anonymmme, 86

Helfen Antidepressiva um Angststörungen und Panikattacken zu "besiegen"?

Hi, leide seit meiner Kindheit an Angststörungen und Panikattacken (Übelkeit), die immer schlimmer geworden sind, sodass ich kaum mehr was draußen unternehmen kann. Ein Antidepressivum wurde mir bereits verschrieben, ich habs jedoch nicht genommen, weil ich das Problem irgendwie ohne hinbekommen wollte. - Schaff ich aber nicht.

Wenn ich Antidepressiva nehme und die Angst und Panik verschwindet und ich anfange wieder Dinge zu tun, die ich aufgrund der Angst vermieden habe, werde ich mich nicht an diese Situationen "gewöhnen"? Sprich, wenn ich dann irgendwann das AD absetze, könnten die Symptome meiner Angst nicht verschwinden, da mein Gehirn merkt, dass nichts schlimmes passieren kann?

MfG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BaldurEbertin, 38

Anti-Depressiva sind keine Heilmittel, sondern sie helfen nur eine Zeitlang, die Hintergründe von Ängsten und Depressionen zu überdecken. Die Gefahr der Gewöhnung ist beträchtlich mit der zunehmenden Folge der reduzierten Leistungsfähigkeit. Wichtiger:

Die Hintergründe der körperlich-seelischen Zustände zu erkennen, den bisherigen Mißerfolgserlebnissen positive Erfolgserlebnisse entgegensetzen, und seien sie zunächst noch so gering. Einige Hilfen können durch das Buch "Wenn die Seele den Körper nicht gesund werden läßt" entstehen.

Das Aufschreiben von Situationen, in denen vor allem Ängste und depressive Zustände auftreten, scheint mir sehr wichtig zu sein. Gerade das schriftliche Niederlegen anstehender Probleme ist schon ein erster Lösungsversuch. Wenn Du willst, melde Dich. Herzliche Grüße! Baldur

Antwort
von xMissSophiex, 36

AD bekämpfen nur die Symptome was auf lange Sicht nicht hilfreich ist. Du solltest versuchen die Ursache rauszufinden um dann das Problem lösen zu können.

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Gesundheit, 39

Antidepressiva lassen Angststörungen und Panikattacken nicht einfach verschwinden, können aber grundsätzlich helfen und unterstützen. Der größte Schritt & die Verhaltensänderung müssen jedoch von dir selbst durchzogen werden.

Du solltest dir übrigens die Freiheit nehmen ein paar verschiedene ADs auszuprobieren (es gibt verschiedene Wirkarten von antriebsteigernd bis beruhigend). Und nicht vergessen: langsam eindosieren (vermindert Nebenwirkungen) und langsam ausschleichen (verhindert Absetzsymptome). Je kleiner die Dosisintervalle, desto besser geht es.

Gruß Chillersun

Antwort
von voayager, 31

Sie könnten als Einstiegsmedikation dienen, um fähig für eine Psychotherapie zu sein. Sie sind dann wieder abzusetzen, wenn eine Therapiefähigkeit gegeben ist.

Antwort
von uniico, 56

Ich würde es einfach ausprobieren. Jeder Mensch reagiert anders auf AD. Wenn du es nimmst und dann absetzt und die Panikattacken wieder kommen hast du eigentlich ja nichts verloren und kannst nach einer anderen Lösung oder einem anderen "Therapiemittel" suchen.

Ich zum Beispiel wurde mit der Zeit agressiv, dann musste ich das AD absetzen und andere Wege finden, um diese Zustände zu überwinden/behandeln.

Lg uniico

Antwort
von Arogancki, 49

Hi, ich litt ebenfalls unter einer Angststörung und habe es geschafft diese Panikattacken ohne jegliche Medikamente zu "besiegen". Meiner Meinung nach, manipulierst du dein Gehirn, wenn du Antidepressiva nimmst. Die Wahrheit ist leider, dass es sehr schwer ist AD abzusetzen, da dein Gehirn dann auf natürliche Ängste anders reagieren wird und Abstellsymptome auftreten werden. Leider ist es in vielen Fällen so, dass Betroffene ein Leben lang an Medikamente gebunden sind. Viel Glück, wähle mit Bedacht - falls es nicht mehr geht, nimmst du sie, versuch jedoch alles mögliche um nicht auf Medikamente zurückzugreifen. Herzliche Grüße.

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