Frage von Heinz2016, 52

Heizung die Strom erzeugt?

Hallo, in absehbarer Zeit steht bei mir eine umfangreiche Sanierung/Modernisierung meines Einfamilienhauses an. Auch die alte Ölheizung soll ausgetauscht werden. Da nun ja immer mehr Stromfresser einzug halten und vielleicht irgendwann auch noch ein "elektro Auto" angeschafft wird, kam die Frage auf das ich mir gleich eine Heizung hole die auch Strom erzeugt. Das angebot ist ja vielfältig von Holz, Öl und Gas als Brennstoff. Da ich aber noch recht gute Öltanks habe und ein Gasanschluss ziemlich hohe zusätzliche Kosten bedeuten würde, tendiere ich eher bei Öl zu bleiben. In wie fern rechnet sich sowas, gibt es Berechnungen über den durchschnittlichen kw/h Preis und was für Anschaffungskosten kommen da auf mich zu? Vorallem wie funktioniert das? Deckt die Heizung permanent mein Stromverbrauch? Was passiert mit der entstehenden Wärme z.b. im Sommer wo sie nicht gebraucht wird? Ich hatte meinen Schornsteinfeger und Klempner kurz darauf angesprochen doch die Meinungen gehen da weit auseinander. Wäre sehr dankbar über weitere Ratschläge und Denkanstöße.

Antwort
von bhkwconsult, 15

Hallo Heinz,
wenn Du weiterhin Öl als Brennstoff verwenden wirst, dürfte dies Deine Auswahl an BHKW-Modulen erheblich einschränken.
Unter https://www.bhkw-infozentrum.de/bhkw-markt-und-bhkw-anbieter/bhkw-kenndaten.html kannst Du nach Heizöl-BHKW-Modulen, die in Deutschland angeboten werden suchen.
Für ein Einfamilienhaus kommt je nach Dämmstandard und Größe des Gebäudes eine BHKW-Anlage mit 1 kW bis 5 kW elektrische Leistung in Frage - wobei es bei 5 kW schon eher in Richtung große Villa bzw. Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung tendieren sollte.

Die BHKW-Anlage läuft wärmegeführt - wenn kein Wärmebedarf vorhanden ist, läuft die Anlage nicht. Ein reiner Strombetrieb ist nicht wirtschaftlich und führt zu erheblichem Mehraufwand bei der Bürokratie der Fördergesetze (KWK-Gesetz, Energiesteuerrückerstattung etc.). Diese Idee solltest Du also sehr schnell verwerfen...

Die ASUE hat gerade vor wenigen Wochen ihre "BHKW-Fibel" aktualisiert. Da findest Du Hinweise über die Funktionsweise von BHKW-Anlagen (http://asue.de/blockheizkraftwerke/broschueren/05_03_15_bhkw-fibel_-_2015). Auch die Broschüre "Stromerzeugende Heizung im Ein- und Zweifamilienhaus" wurde neu aufgelegt (http://asue.de/blockheizkraftwerke/broschueren/strom_erzeugende_heizung_im_ein-_...). Beide erhälst Du kostenlos als pdf-Datei.

Ein Vergleich der Wirtschaftlichkeit beispielhafter Bestandsgebäude kannst Du im Heizsystemvergleichsrechner nachrechnen. Diesen findest Du unter https://www.verbraucherzentrale.de/heizsystemvergleich. Dort kannst Du am Ende auch Deine realen Strom- und Heizölpreise und die voraussichtlichen Invetstionskosten Deines Projektes eintragen.

Falls Du in Baden-Württemberg wohnen solltest, musst Du bei einer Sanierung die Bedingungen des EWärmeG erfüllen.  

Viel Erfolg bei Deinem Projekt
Markus

Antwort
von JanRuRhe, 32

Da gibt es viele Seiten im Netz. Die Frage ist immer, wie viel Heizbedarf und wieviel Strombedarf hast du.
Leider sind die Systeme noch sehr teuer, und wenn du ehrlich zu dir selber bist, wird sich die Stromerzeugung nicht rechnen.
Du musst immer davon ausgehen, dass ein moderner Wärmeerzeuger nur 15 Jahre hält. Durch den Generator  und die damit verbundenen Drehenden Teile wird die Wartung deutlich intensiver, wie bei einem Auto. Wenn du Einengungen Stromverbrauch hast (Landwirtschaft oder eine Firma) könnte sich das lohnen, bei einem Einfamilienhaus eher nicht.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Strom, 27

nun, ganz unter uns, so ein mini oder micro BHKW das lohnt sich effektv nur dann, wenn ein sehr großer bedarf an Wärme oder Strom, besser wärme und Strom besteht. also für son klassisches einfamilenhaus lohnt sich das eher nicht.

was sich lohnen könnte wäre ein Ökofen... (google mal danach) das ist eine Gas oder Ölheizung die mittels eines Sterlinggenerators strom erzuegt. die stromausbeute ist zwar nicht besonders hoch, dafür ist aber diese art der anlage sehr wartungsarm...

wenn du deine energiekosten im zaum halten willst, wäre eine investition in eine solarthermische anlage zur heizungsunterstützung m.E. die sinnvollere variante.

lg, Anna

Kommentar von bhkwconsult ,

Sorry liebe "Expertin" - aber ein Ökofen wird garantiert NICHT mit Öl oder Gas betrieben sondern mit Holzpellets. Und eine solarthermische Anlage ist bei einem Einfamilienhaus aufgrund der immer noch sehr hohen Investitionskosten wirtschaftlich insbesondere bei einem Bestandsgebäude mit normalen Heizkörpern statt Fußbodenheizung nur schwer realisierbar. Beispielhafte Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Einfamilienhäuser gibt der Heizsystemvergleichsrechner der Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/heizsystemvergleich).

Kommentar von Peppie85 ,

stimmt. die öl bzw. gasvariante stammt nicht von ökofen, da muss ich beipflichten, ich weiß aber, es gibt auch öl oder gaskessel mit eingebauten stirlingmotoren... ich meine es war vissmann oder vailant...

lg, Anna

Antwort
von Rockuser, 30

Du suchst eine Kraft- Wärme Kopplung. Leider habe ich keine Erfahrung damit. Aber schau doch mal in den Link, dort wird das Prinzip erklärt.

https://www.bhkw-infozentrum.de/allgemeine-erlaeuterungen-bhkw-kwk/kwk-prinzip.h...

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