Frage von GravityZero, 66

Heizung - sinnvolle Einstellung?

Ich helfe gerade meinem Schwager bei der Renovierung seines neuen Hauses und dabei waren wir jetzt bei der Heizung. Technisch ist jetzt alles ok, aber jetzt kommt die Einstellung. Er hat eine ältere Ölheizung die man aber beliebig programmieren kann und jeder Heizkreis hat eine Hocheffizienspumpe. Jetzt möchte er es morgens warm haben. So, welche Möglichkeit ist wirtschaftlicher? 1. Heizung heizt von 6-8 Uhr den Heizkreis der Heizkörper und geht danach auf Nachtabsenkung - die Heizkörper in Bad und WZ bleiben dabei den ganzen Tag offen (3-4). 2. Selbe Methode mit digitalen Thermostaten an den Heizkörpern die nur von 6-8 öffnen und dann wieder schließen.

Was wären die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Onki73, 13

Man muss das Haus als Ganzes betrachten. Beim Heizen werden auch die Aussenwände miterwärmt. Diese sind in der Regel massiv und damit hochwärmespeichernd. Dadurch sind sie thermisch sehr träge. Das ist der springende Punkt. Durch die thermische Trägheit der Wände, bringen kurzzeitige Temperaturabsenkungen nichts - im Gegenteil. Sie können sogar zur Erhöhung der Heizkosten führen.

Wird die Heizung ausgeschaltet, bzw. abgesenkt, so stoppt nicht gleichzeitig die Wärmeabgabe des Hauses an der Fassade. Die Fassade gibt über Stunden und Tage weiterhin fleißig die Wärme an die Umwelt ab. Hier entsteht ein Wärmedefizit im Mauerwerk, welches die Heizanlage beim Wiederanheizen auffüllt - durch ein verstärktes Heizen. Daher sind Heizkosteneinsparungen bei kurzzeitiger Temperaturabsenkung (weniger als 2-3 Tage) nicht zu erwarten.

Zum Zeitpunkt des Wiederanheizens nach der Temperaturabsenkung wird in der Regel die Raumluft schnell aufgeheizt. Die thermisch träge Wand folgt der schnell erwärmten Raumluft mit zeitlicher Verzögerung, wobei die Temperaurdifferenz zwischen der Wandoberfläche der Aussenwand und der Raumluft sehr hoch ist. Diese Temperaturdifferenz bestimmt aber den Luftfeuchteanstieg im Wandoberflächenkontakt, denn dort, wo die warme Luft auskühlt, steigt die rel. Luftfeuchte an. Die Wandoberfläche wird dadurch stärker befeuchtet, als beim gleichmäßigen Durchheizen. Eine erhöhte Wandfeuchte bedeutet nicht nur die Steigerung der Schimmelgefahr - nein, feuchte Wände haben schlechte Dämmwerte. Dadurch steigen die Heizkosten an, wenn man  mit der Heizanlage Jojo spielt.

Deshalb - für geringe Heizkosten die Heizung gleichmäßig durchlaufen lassen, möglichst auf geringem Niveau.

Antwort
von bartman76, 33

Die Methode mit digitalen Thermostaten halte ich in diesem Fall für unsinnig, da die Heizung dann trotzdem eine Voraluftemperatur bereit stellt, die dann nicht gebraucht wird. (Überflüssig.)

Antwort
von Hamburger02, 30

Grundsätzlich kann man immer sagen: je höher die Vorlauftemperatur ist, umso ineffizienter ist die Heizung. Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein entscheidender dabei ist, dass die Wärmeverluste der Rohrleitungen drastisch steigen, auch wenn sie isoliert sind.

Wenn Methode A funktioniert, also die Vorlauftemperatur ab 6 Uhr zu erhöhen und das wird dadurch warm genug im Bad, wäre diese Methode vorzuziehen.

Antwort
von herakles3000, 34

So eine Einstellung ist nur für den morgen sinnvoll aber wen kein andere zb vor 17 Uhr wieder im Haus  ist ginge das normal wäre wen jemand da wäre zb auch die Einstellung 11-12 Uhr14-16 Uhr 18-22 Uhr und dann erst die Nachtabsenkung nicht vorher das wäre auch sinnvoller wen es wieder kälter wird da sonst die Wohnung bzw das Haus auskühlt.

Bei der Nachtabsenkung  wird weniger grad  erzeugt zb reichen nachts 18 grad Aber am tag nicht und da mus  mehr erzeugt werdern.

Antwort
von Rottenburger2, 9

Ich empfehle, ein Heizungstechnik-Seminar zu besuchen. Habe ich auch gemacht und mir hat's viel gebracht. Hintergrund: Beim Thema Heizung kommt vieles auf den individuellen Einzelfall an. Das kann man nicht einfach kurz pauschal in einem Online-Forum beantworten.

Ich war damals beim Fortbildungswerk Haus- und Betriebstechnik (FHB) in Stuttgart. Ich glaube, die bieten die Seminare bundesweit an. Gibt aber bestimmt auch noch andere Anbieter. Wichtig ist halt, dass der Referent aus der Praxis kommt - wenn da ein Professor über Wärmebedarfsberechnungen und Thermodynamik referiert, steigt man aus und hat nix davon. Beim FHB war alles sehr praxisnah.

Eigentlich hat mich mein Chef geschickt, aber das Seminar hat mir privat sehr viel gebracht.

Antwort
von fjf100, 9

MERKE : "Von nix kommt nix" !

Ich habe einen Selbstversuch gemacht und habe 1 Jahr lang überhaupt keine Heizung gebraucht.

ich habe mich nur warm angezogen - lange Unterhose ,Wollsocken,Wollpullover et. -somit hatte ich keinerlei Heizkosten.

Am günstigsten ist es ,wenn die Heizung so wenig wie möglich läuft.

Digitale Thermostate sind Blödsinn,weil diese ja am Heizkörper sitzen und bei einer bestimmten Temperatur einfach schließen.

Besser ist es,wenn man die Kesseltemperatur so niedrig wie möglich einstellt.

MERKE : Je weniger der Brenner läuft,um so geringer der Brennstoffverbrauch !!

HINWEIS : Eigentlich braucht man bei den Temperaturen in Deutschland überhaupt keine Heizung,sondern nur einen 10 m^2 Raum für den Fall,dass es im Winter etwas kälter wird.

Der kälteste Monat in Deutschland,ist der Januar, ist dieser vorbei,so hat man den Winter schon überstanden. 

Antwort
von jogibaer, 9

Das ganze scheint etwas kompliziert zu sein. Also - das mit den Heizkörper Thermostaten sollte keine Hexerei sein.

Doch mit der Steuerung des Ofens im Keller ist das schon etwas schwieriger. Es gibt mal die Grundeinstellung für Tag oder Nacht Themperatur. Hier würde ich mit 20 Grad am Tag und 16 Grad bei Nacht beginnen. Nehme an, dass es irgendwo draussen einen Aussenfühler hat, welcher der Ofen- Steuerung meldet wie kalt es dort draussen ist. Ohne diesen Aussenfühler wird es schwierig sein, das ganze effizient zu steuern.

Bei diesem Wetter zurzeit kannst das jetzt gut kontrollieren.

Die Vorlauf Temperatur müsste dann am Tag so ca. 30 - 35 Grad betragen höchstens. Es hat keinen Sinn jetzt höher zu fahren. Damit spart man viel Oel.

Später wenn es sagen wir 0 Grad draussen ist oder kälter, reichen die 35 Grad Vorlauf nirgens hin. Dazu gibt es die Heizkurve welche hier zum Einsatz kommt. Diese Heizkurve macht, dass der Vorlauf automatisch steigt, je tiefer die Temperaturen Draussen sind.

Diese Heizkurve kann in kleinen Schritten verändert werden, bis es in etwa stimmt. Auch hier gilt, dass man die Vorlauf Temperatur kontrollieren sollte um nicht unnütig hohe Vorlaufthemperatur zu erzeugen. Je besser dein Haus isoliert ist, umso flacher kann die Heizkurve sein.

Die Thermostat Ventile benützt man nur für die Feinabstimmung, da man es nicht in jedem Zimmer gleich warm haben will.


Antwort
von realistir, 12

Gute Frage, welche Einstellung die sinnvollste in Bezug auf wirtschaftlichste wäre.

Du vergisst leider, dass es zweierlei Probleme gibt. Der Heizkessel inclusive seiner Steuerung soll ein warmes Haus möglich machen, und dabei interessiert nicht wirklich Wirtschaftlichkeit!

Priorität Nummer 1 lautet, Hauptsache, es muss warm genug werden können!
Und zwar auch dann, wenn es Aussen mal nur für 1 bis Paar Tage minus 20 Grad werden sollte! Folglich ist die Heizung für diese Heizleistung dimensioniert. Auch dann wenn es hier niemals minus 20 Grad Aussen werden würde.

Nun kannst du dir denken, um wieviel unwirtschaftlich die heizung arbeitet, wenn es nur mal Minus 6 Grad wird, oder die meiste Zeit noch Aussen über 0 Grad sind.

Hinzu kommt, eine Ölheizung kann die erzeugte Wärmemenge nicht regulieren. Wenn der Brenner läuft wird die maximale Wärme die bei der Verbrennung von Öl entsteht, an das Kesselwasser abgegeben. Je nach Kesselart darf die Kesselmindesttemperatur nicht tiefer als die vom Hersteller angegebenen Werte kommen, sonst leidet der Kessel.

Folglich kann man da nichts anders einstellen weil die Kesselsteuerung das nicht zulässt.

Hinzu kommt, wenn die Heizkörper per Thermostate keine Wärme abnehmen, wird trotzdem Öl verbrannt um den Kessel in Betrieb zu halten. Du weißt ja jetzt, der Kessel muss auf seine Mindesttemperatur gehalten werden, egal ob Heizkörperventile auf oder zu. Folglich ist das schon mal Energieverschwendung, weil mit einem Ölbrenner kein Leistungsangepasster Betrieb möglich ist.

Extrem wird es, wenn du glaubst mehr sparen zu können wenn du die Heizkörper mehr abdrehst, auf kleinere Werte stellst. Dann fängt der Brenner an zu takten und du bekommst dann eine sogenannte Kuhschwanzheizung.
Kuhschwanzheizung ist sehr unwirtschaftlich weil der Brenner nur wenige Minuten in Betrieb ist und nur wenige Minuten Pause macht.

Nachtabsenkung bedeutet doch, es wird bei voll geöffneten Heizkörperventilen nur noch dafür gesorgt dass die Räume auf diese beabsichtigte Raumtemperaturen gehalten werden. Dann kann es im Bad nicht wärmer sein. Wozu auch, wenn eh niemand im Haus ist, muss es nicht wärmer sein als nötig. Mit Heizkörpern ist in schneller Zeit die Raumtemperatur wieder auf 21 Grad zu bekommen als bei einer Fussbodenheizung.

Wenn möglich, sollte die Einstellung so gemacht werden, dass in den Zeiten in denen Personen im Haus anwesend sind, die Raumtemperatur auf 21 Grad gehalten wird, ansonsten würden auch 15 Grad ausreichen.

Antwort
von anja199003, 30

Es ist definitiv besser, wenn die Heizung nur dann läuft, wenn Wärme benötigt wird. Wenn sie bei geschlossenen Heizkörperventilen läuft musst Du überlegen, wie die produzierte Wärme abgeführt wird. Das kann - je nach Heizung - problematisch sein und zu Schäden an der Heizung führen.

Kommentar von GravityZero ,

Das ist ein guter Punkt. Wobei die Thermostate an den Heizkörpern ja zeitgleich mit der Heizung öffnen würden und danach auf die üblichen 16 Grad schließen würden. Kann die Restwärme wirklich dann ein Problem sein? Ich hab mich eher gefragt ob es unwirtschaftlich ist die Heizkörper offen zu lassen nachdem die Heizung abgeschaltet hat.

Kommentar von anja199003 ,

Warum sollte das unwirtschaftlich sein? Da gibt es aus meiner Sicht überhaupt keinen Grund für.

Antwort
von LordSimcoe, 18

Mach bloß keine Nachtabsenkung. Beim wiederanlaufen ist es eine riesige Energoeverschwendung. Bei alten Gemäuern hast du zudem eine erhöhtes Schimmelrisiko.

Davon abgesehen sollte man sich fragen, ob man nachts frieren will.

Ist halt Schade, dass es immer noch eine Ölheizung hat. Aber die Nachabsenkung bringt m.M.n. nur auf den Papieren der Politiker was.

Kommentar von GravityZero ,

Echt? Hab ich so noch nicht gehört. Gut, kommt wahrscheinlich auch darauf an wie man absenkt, das lässt sich ja alles einstellen. Wenn die Absenkung trotzdem eine Raumtemperatur von 18 Grad erhält sollte es doch ok sein.

Antwort
von hanslernt2, 27

Wen keiner da ist 15grad ca. Wen jemand da ist 30min vorher hochstellen 20-22 wobei ich 22 nicht emphele viel zu teuer. Aber niemals das Haus auskühlen lassen das dauert Stunden bis es wieder warm ist und kostet viel geld

Kommentar von GravityZero ,

Das ist schon alles klar, es geht lediglich um den Sinn der digitalen Thermostate wenn man die Heizung sowieso selbst programmiert. Es ist ja kein Mehrfamilienhaus.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community