Frage von SarahSuuu, 155

Was tun, wenn die Heizkosten 50% höher sind im Vergleich zum Vorjahr?

Guten morgen ihr lieben,

wir haben diese Woche unsere Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2015 erhalten.

Die Posten sind soweit alle ok und verständlich, leider ist das bei der Heizkostenabrechnung nicht der Fall.

Wir sind ein zwei Personen Haushalt in einer 73 qm Mietwohnung, unser Heizverbrauch (Gas) liegt üblicherweise zwischen 6.800 - 9.000 kwH. Nun haben wir in der Abrechnung 2015 angeblich 20.400 kwH verbraucht, was gerade in Anbetracht des sehr milden Winters ziemlich utopisch klingt.Immerhin ist das ein Anstieg von über 46 % zum Vorjahr, zumal wir viel weniger geheizt haben als sonst. Die Nachzahlung ist natürlich jetzt richtig hoch.

Leider habe ich im Netz nichts sinnvolles gefunden, was mir speziell bei diesem Anliegen weiterhelfen würde.

Wir können wir da vorgehen? Kann es sein das der Zählerstand falsch abgelesen wurde, obwohl das mittlerweile alles elektronisch ist?

Ich freue mich über eure Vorschläge

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Simko, 73

Die Frage ist durchaus berechtigt, denn bei annähernd identischem Nutzerverhalten und gleichzeitig milderem Außentemperaturverlauf, müssten normalerweiser weniger kWh/a registriert worden sein.

Die 6,8...9,0 t kWh/a halte ich zudem für eine Whng für etwas zu heftig.

Die Annahme, dass "Elektronik" grundsätzlich privaten Verbrauchern tatsächlich hilft, bewahrheitet sich meist nicht.

Die Abrechnung muß nicht nur die wohnungsweise Inanspruchnahme/Belastung dokumentieren, sondern auch den zusätzlichen anteiligen allgemeinen Anteil!!!

Zudem werden nicht selten von Vermietern bei mehreren NE, Verträge mit Versorgern zu überhöhten Preisen/kWh gegen Provisionszahlungen abgeschlossen ;-)

Antwort
von BigLittle, 66

Es kann viele Fehler gegeben haben. Das kann man nur festsstellen lassen, wenn Ihr einen Widerspruch gegen die Abrechnung einlegt und die Offenlegung aller Unterlagen die die Grundlage für die Abrechnung bilden fordert. Wie das alles genau geht und damit ihr auch nicht allein dasteht, solltet Ihr Euch um anwaltliche Hilfe bemühen, zumal die Fehlersuche sich ziemlich schwierig gestalten kann. Manchmal kommt es vor, daß die Verbräuche der leer stehenden Wohnungen auf die belegten Wohnungen einfach zugerechnet werden. Das ist nicht zulässig, auch wenn es für den Vermieter unbequem ist, aber den Leerstand kann er nicht auf andere Mieter abwälzen. Wenn Ihr Euch keinen Anwalt leisten könnt, dann gibt es die Möglichkeit, daß Ihr Euch  beim Amtsgericht einen Beratungsschein holt, mit dem Ihr Euch von einem Fachanwalt beraten und vertreten lassen könnt. Versucht aber nicht gleich auf Konfrontation zu gehen, denn ein Gespräch in Ruhe bringt meist mehr, als ein dutzend Verfahren vor Gericht. Wie heist es so schön: Auf hoher See und vor Gericht bist Du in Gottes Hand! Viel Erfolg!

Kommentar von SarahSuuu ,

Hallo, vielen Dank für die Hinweise, man hat natürlich immer ein bisschen Angst einen Anwalt zu engagieren das man letztlich doch auf allen Kosten sitzen bleibt und dazu noch Anwalt und Gericht zahlen muss. 

Kommentar von BigLittle ,

Vor allem weis man nie, wieviel die ganze Geschichte wirklich kosten wird! Da ist eine gütliche Einigung immer noch die beste Alternative. Nur gibt es leider zuviele Betonköpfe, die mit dem Kopf durch die Wand wollen. Das wird dann meist teuer.Ich wünsch Dir viel Glück und Erfolg!

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 63

Hast Du eine eigene Therme in der Wohnung?

Wenn ja, wärst Du Vertragspartner des Gaslieferanten und dieser müßte Dir Auskunft geben.

Oder gibt es eine Gaszentralheizung im Haus die alle Wohnungen mit Wärme und evtl. auch Warmwasser versorgt?

Kommentar von SarahSuuu ,

Bei uns gibt es eine Zentralheizung, die Warmwasserversorgung wird bei uns über einen Durchlauferhitzer über den Strom abgerechnet :/ 

Kommentar von anitari ,

Dachte ich mir fast. Dann gibt es sicher an jedem Heizkörper Heizkostenverteiler. Diese zeigen Einheiten an, keine kWh.

Es kann sein das die HKV falsch abgelesen wurden.

Es kann aber auch sein das Dein Verbrauch tatsächlich höher war.

Oder die Zähler haben eine defekt.

Hast Du mal die Zählernummern verglichen? Evtl. sind ja versehen falsche Zähler zugeordnet worden.

Antwort
von beangato, 92

Du kannst doch bestimmt Deinen Zählerstand selbst ablesen. Damit würde ich anfangen. Und dann würde ich mich an die Verbraucherzentrale weden. Da wird man auch zum Mietrecht beraten.

Kommentar von SarahSuuu ,

Leider geht das nicht, das wurde vor ein paar jahren alles ausgetauscht und nun ist da kein Rädchen mehr das mitläuft sondern wird elektronisch übermittelt 

Selbst wenn ich es ablesen könnte, dann könnte der Zähler immer noch defekt sein und falsch mitlaufen, das ist aktuell meine Vermutung

Kommentar von beangato ,

Ich habe auch elektronische Zähler. Bei mir sind da 3 Zahlen: momentaner Verbrauch, Zählernummer, Verbrauch im Vorjahr (ob nun genau diese Reihenfolge, weiß ich nicht genau). Schau mal bei Dir nach.

Kommentar von BigLittle ,

Diese "Zähler", wie Ihr sie nennt, zählen keine Verbrauchseinheiten. Das sind Heizkostenverteiler, mit deren Meßergebnissen die Abrechnungsfirma aus allen Werten sämtlicher an der Anlage angeschlossenen Heizflächen die angefallenen Heizkosten prozentual auf alle Heizflächen verteilen kann. Deshalb heisen die Heizkostenverteiler. Mit der Anzeige eines Heizkostenverteilers, oder der Deiner Wohnung kannst Du gar nichts anfangen, weil Dir die anderen Werte und die Berechnungsformel fehlt. Das wäre etwas Anderes, wenn Ihr sogenannte Wärmemengenzähler in der Anschlußleitung Eurer Wohnung hättet. Diese berechnen aus den Messungen in Vor- und Rücklauf die verbrauchte Wärmemenge und zeigen diese direkt an, so daß man als Mieter diese auch selbst ablesen kann und daraus Schlüsse auf sein Verbrauchsverhalten ziehen kann.

Kommentar von beangato ,

Trotzdem kann ich doch die Zahlen kontrollieren. Und genau die Zahlen erscheinen auf der BKA (grad noch mal nachgeschaut).Dann werden die einheitlich entstandenen Wassererwärmungskosten durch die einheitlich entstandenen Heizkosten dividiert und mit meinen Einheiten (die ich ablesen kann) multipiziert. So entsteht die Summe, die ich zahlen muss.

Ich denke ja, dass es überall so berechnet wird.

Antwort
von Othetaler, 70

50 % höher? Für mich sind das über 100 %.

Okay, der aktuelle Winter war zwar mild, aber das Frühjahr 2015 war sehr kalt. Das kann eine Erklärung sein. Reicht aber bei Weitem nicht.

Stimmen denn die angegebenen Zählerstände? Oder kann es einen Ablesefehler gegeben haben? Vielleicht auch schon im letzten Jahr?

Antwort
von Rockuser, 55

Wird die Heizung regelmäßig gewartet. Bei falscher Einstellung und Verusung, kann der Verbrauch an Brennstoff rapide in die Höhe gehen.

Antwort
von 88johanna, 65

Hallo,
steht auf der letzten Abrechnung der Gaszählerstand? Weil dann könntest du es sehr einfach kontrollieren. Vielleicht ist auch ein Fehler unterlaufen. Ruf doch einfach mal den Vermieter an und versuch das zu klären. Wenn auf der Abrechnung kein Zählerstand steht, dann muss wenigstens der Vermieter den Zählerstand von vor einem Jahr haben. Du kannst dann selbst den Zähler ablesen und die Differenz bilden, wo etwas mehr als 20.400 kwH rauskommen müsste, falls die Abrechnung stimmt.
Viele Grüße Johanna

Kommentar von SarahSuuu ,

Hallo Johanna, 

der Zählerstand steht drauf, Im Jahr 2013 haben wir 8.905,26 kwH verbraucht, 2014 9.700 KwH (das war schon viel) und jetzt angeblich 20.400 kwH. Da kann definitiv was nicht stimmen. 

Kommentar von 88johanna ,

Das ist doch perfekt. Dann geh sobald wie möglich (heute) zu deinem Gaszähler und lies da den aktuellen Wert ab. Nimm den aktuellen Wert und ziehe davon den Zählerstand vom letzten Jahr ab. Das Ergebnis sollte etwas mehr als 20400 kwH sein, falls die Abrechnung stimmt. Wenn das Ergebnis kleiner als 20400 ist, dann stimmt was mit der Abrechnung nicht. Falls ~20400 rauskommt und du sagst, dass es auf keinen Fall stimmen kann, wäre es z.B. möglich, dass die Heizung defekt ist oder ähnliches.

Antwort
von DonkeyDerby, 61

Einfach mal nachfragen beim Vermieter.

Antwort
von loje5, 71

Ich würde das dem Gaslieferant ansprechen (mit deinen Argumenten). Mal schauen was dabei raus kommt.

Kommentar von SarahSuuu ,

Danke für deine Antwort, der Gaslieferant gibt leider keine Antwort sondern verweist auf den Vermieter. 

Kommentar von anitari ,

Das läßt darauf schließen das es eine Gaszentralheizung im Haus gibt.

Es wäre sehr ungewöhnlich das der Vermieter bei eine Gastherme in der Wohnung den Vertrag mit dem Gasversorger abschließt.

Antwort
von diamondstar1606, 23

Ich würde das mal prüfen lassen: www.betriebskostenabrechnung-pruefen-lassen.de

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