Frage von weltnabel, 51

Heizen Infrarotstrahler wirklich besser als herkömmliche Heizlüfter?

Hallo,

in Physik habe ich mal was vom Energieerhaltungssatz gehört. Das heißt es ist egal ob ich mittels PC, Glühbirnen oder was auch immer heize. Genauso ist es egal ob ich einen Infrarotstrahler oder einen Heizlüfter nutze.

Die gleiche Menge Strom wird in JEDEM Verbraucher in die gleiche Menge Hitze umgewandelt. Theoretisch könnte ich mit Mixern heizen.

Oder irre ich hier? Kann womöglich ein Infrarotstrahler subjektiv doch deutlich sparsamer sein? Konkret geht es darum, einen Kellerarbeitsraum mit ca. 30qm über den Winter zu heizen. Bisher muss der Heizlüfter ran, was bei 2000 kw ja im Winter auch mal 10 Stunden Dauerbetrieb zu ca. 10x2x25cent = 5Euro pro Tag sein kann.

ALso meine Frage: Sind Infrarotstrahler wirklich sinnvoll, oder wird nur ein komischer Mythos um sie herum gesponnen? Ich will den ganzen Raum heizen, nicht nur mich am Tisch oder so.

Danke!

Antwort
von dompfeifer, 22
Deine Überlegungen sind grundsätzlich richtig und lobenswert! Dessen ungeachtet erlaube ich mir zunächst die Präzisierung Deines Satzes:
"Die gleiche Menge Strom wird in JEDEM Verbraucher in die gleiche Menge Hitze umgewandelt.“

Das sollte physikalisch korrekt heißen:

Mit jedem Elektrogerät (sog. "Stromverbraucher") wird die umgesetzte Elektroenergie vollständig in Wärme gewandelt.

Insofern ist es unter dem Gesichtspunkt der Verbrauchskosten vollkommen gleichgültig, ob die Raumluft mit Glühlampen, PC, Kühlschrank, Heizlüfter oder Heizstrahler erwärmt wird. Das bedeutet auch, dass der Einsatz von Heizstrahlern (sog. „UV-Strahler“) zum Zwecke der Raumlufterwärmung eine gigantische Verschwendung von Anschaffungskosten darstellt. Dazu wird auch, wie Du selbst bemerkst, seitens der einschlägigen Werbung
"ein komischer Mythos um sie herum gesponnen",

um das Geschäft zu beleben. Dabei sind Heizstrahler für ganz andere Zwecke tauglich: Dort, wo die kalte Umgebungsluft nicht oder nicht wirtschaftlich beheizbar ist, wie z.B. in Biergärten, Messehallen, selten genutzten Gästetoiletten („Badstrahler“) u. dergl., wärmen sich Menschen gerne direkt im Strahlungskegel von Heizstrahlern auf nach dem Drehspießprinzip. Die Umgebungsluft lässt sich ja z.B. im Biergarten nicht aufheizen. Da hilft nur Strahlungswärme.

Man kann natürlich mittels Heizstrahler z.B. in einem unterkühlten Raum gezielt eine Sitzecke anstrahlen und damit durch Raumluftunterkühlung etwas Heizenergie einsparen. Das hast Du anscheinend schon als verstanden erkennen lassen mit Deinem Hinweis:
„Ich will den ganzen Raum heizen, nicht nur mich am Tisch oder so.“

Damit ist alles klar! Die fanatischen, esoterischen Leugner des Energieerhaltungssatzes bringst Du mit Deiner Fragestellung wieder einmal in Rage. Die betreiben wieder einmal die kostenlose Unterstützung von betrügerischen Geschäften. Dazu könnte ich mehr Beispiele bringen.
Kommentar von dompfeifer ,

Elektrowärme kostet im Verbrauch etwa 4-5 mal so viel wie Verbrennungswärme. Wenn es zur Elektrowärme keine Alternative gibt, dann ist der Heizlüfter die kostengünstigste Lösung: Da bekommt man 2 kW Leistung für ca. 10 Euro beim Baumarkt.

Kommentar von weltnabel ,

Danke für die Ausführliche Antwort. War mir schon klar dass es nicht gut genug für eine Physikarbeit formuliert war - lang ist's her :) Danke für die Richtigstellung.

Ja ist mir klar, dass die Kilowattstunde Strom deutlich mehr kostet als die Kilowattstunde Heizenergie z.B. direkt aus Holz.

Expertenantwort
von TomRichter, Community-Experte für Physik, 24

> Kann womöglich ein Infrarotstrahler subjektiv doch deutlich sparsamer sein?

Nicht in einem Raum, in dem Du Dich lange aufhälst und umherwanderst.

Sie sind dann im Vorteil, wenn es reicht, Dich anzustrahlen und den Rest des Raumes kalt zu lassen. Um es gemütlich zu haben, brauchst Du aber zwei Strahler, einen von vorn und einen von hinten. Weil Du auf der unbestrahlten Seite in einem unbeheizten Raum gewaltig frierst.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Tja, die jungen Leute, von denen viele noch nie das Vergnügen hatten, einen Ofen zu haben, und auch betreiben zu können/dürfen.

Das sind dann nicht die Momente, wo man es auch von hinten will ;-)

Das sind gemütliche Abende oder Winter am Ofen.
Oder am Kamin, das Vergnügen hatte ich schon, aber einen eigenen noch nicht.

Und ganz witzig anzumerken scheint es auch noch effektiv zu sein, auch finanziell, einfach mal ein paar Scheite Holz zu verfeuern, anstatt eine teure Fernwärmeinfrastruktur zu graben.

Und ich bin wahrlich kein Laie in Themodynamik.

Kommentar von weltnabel ,

Ich würd sofort nen Holzofen nehmen. Das Haus (das mir nicht gehört) hat ebenso wie die Nachbarshäuser KEINEN Kamin - die Häuser wurden damals von einem Stromversorger für die Belegschaft gebaut, damals gab es den Strom für diese so günstig, dass es zumindest günstiger als Gas WAR.

Kommentar von TomRichter ,

Ich habe einen Kamin - vor allem für den Notfall, weil bei einem Stromausfall auch die Gas-Zentralheizung ausfällt.

Die Wärmestrahlung vor dem Kamin ist angenehm, wenn der Rest des Raumes anderweitig aufgeheizt ist. Im eiskalten Raum dagegen bin ich wohl zu alt für "die Momente, wo man es auch von hinten will "

Antwort
von ThomasJNewton, 33

Wenn du erfrierst, widerspricht auch das nicht dem Energieerhaltungssatz.

Mach dich mal über die Anteile schlau, die ein Mensch bei relativ normalen Temperaturen durch Leitung, Strahlung und Verdunstung/Kondensation gewinnt oder verliert.

Jedenfall ist da kein Weg 100%ig entscheidend.

Und Öfen sind cool, ihre Wärme ist angenehm, praktoretisch jedenfalls.

Und frag deine Nase, oder lies deine Krankschreibungen wegen Erkältungen, oft ist es die trockene weil zu warme Luft.

Kommentar von weltnabel ,

Ja ist mir schon klar - natürlich verliert ein Raum Hitze, aber die Hitze wird ja an die winterliche Umgebung abgestrahlt, die so erwärmt wird (natürlich irrelevante Erwärmung der Umgebung). Klar erfirert ein Mensch. Merkt man im Winter ja schnell wieviel Wärme man verliert. Ich staune da immer über die warme Atemluft, mit der man ja viel Wärme verlieren muss...

Der Mensch verleirt ja ebenso wie ein Zimmer im Winter Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird.

Antwort
von bartman76, 27

Im Prinzip hast du recht. Der Vorteil eines IR-Strahlers ist die "gefühlte" Wärme. Da er eben Wärmestrahlung abgibt, fühlt sich das ganze angenehmer an.

Ansonsten heizt er alles auf, was er bestrahlt, was eine gleichmäßigere Verteilung bedeutet.

Antwort
von Tellensohn, 28

Salue Weltnabel

Grundsätzlich ist es so, eine bestimmte elektrisch erzeugte Energie erzeugt auch immer gleich viel Wärme.

Der kleine Heizofen erwärmt dabei die Luft.

Der Infrarotstrahler erhitzt Objekte, deren Wärme dann an die Luft abgeben wird.

Beim Infrarotstrahler wirst Du, solange Du Dich im direkten Strahlungsbereich befindest, direkt erwärmt. Drumherum bleibst es aber kalt.

Mit dem Elektroofen erwärmt Dich die Luft, und zwar überall im Raum.

Bewegst Du Dich nicht all zu viel, kannst Du ständig im Infrarotbereich sitzen. Du kannst so mit weniger Energie auskommen.

Möchtest Du aber das Zimmer insgesamt warm haben, ist die jetzige Lösung wohl zweckmässiger.

Nur, Strom ist eigentlich eine viel zu gute und vielseitige Energie, um sie einfach zu verheizen. Ich nehme an, Du hast schlicht keine Alternative.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Kommentar von weltnabel ,

Ja sehe ich genauso, das Haus ist schon etwas älter und hat im Keller keine Heizungen - auch im restlichen Haus wird mit elektrischen Nachtspeicheröfen geheizt (was vom Energieverbrauch eigentlich noch geht).

Ja es gibt eben keine klassische Heizanlage mit Gas oder Öl. Fidne es auch schade mit einer höherwertigen Energie wie Strom zu heizen. 

Kam maximal noch auf die Idee mit einer alten Wohnwagenheizung zu heizen. Also 2-3 Löcher in die Wand bohren (für zu- und Abluft) und dann eben z.B. mit Gasflasche heizen oder so. Allerdings scheint mir sowas doch eine ziemliche Bastellösung zu sein, die ich nur nach absegnung durch einen Experten in Betrieb nehmen würde und auch vorher abklären würde ob es versichert ist. Wird es aber nicht sein, daher habe ich keine alternative zum Heizstrahler bzw. Infrarotstrahler. Wenn ich täglich maximal 10 Stunden mit 2000 watt (sorry watt, bzw. 2 kw) hält sich das ja noch in Grenzen - also ca. 5€ / Tag für 4-5 Monate.

Kommentar von Tellensohn ,

Salue

Bei einem alten Haus könnte es ja sein, dass es noch ungenutzte Kamine hat.

Mit einem günstigen Kaminofen könntest Du mit Holz heizen, gibt echt warm und ist gemütlich. Man muss sich allerdings eine gewisse "Holzwirtschaft" angewöhnen.

Bei einem Kamin wäre dann noch ein einzelner Pelletsofen möglich. Die Dinger arbeiten automatisch, man schmeisst einfach alle 2 Tage einen 15 kg Sack rein. Sie sind aber deutlich teuer als ein Baumarkt-Kaminofen.  Die Heizenergie, die Pellets, sind dann aber echt günstig.

Eine Gasheizung geht natürlich auch. Du müsstest dann aber gut abklären, wie dies preislich aussieht. Bei uns in der Schweiz wäre es wohl teurer als der Strom.  

Ich wünsche Dir einen milden Winter, zumindest bis Du die beste Lösung gefunden hast.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Kommentar von weltnabel ,

Danke für die Ausführliche Antwort. Das Haus hat tatsächlich einen Kamin - der aber noch übers Dach hinaus verlängert werden müsste... ja ich werde den ersten Winter mit Strom heizen und dann Billanz ziehen :)

Antwort
von Nudelmann01, 30

der strahler strahlt ja direkt auf die haut auch bei kalter luft. das merkt man schneller wenn er auf einen menschen gerichtet ist. wenn man dieses empfinden nicht braucht sind beide am ende gleich schnell. der strahler fühlt sich besser an.

oder einen gasstrahler mit 4 kw merkt man am ganzen tisch, der heizlüfter würde nix bringen weil der wind die wärme weg weht.

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