Frage von Mcmuffiiin16, 173

Heiraten in einer Moschee?

Wie und was lauft da ab ?

Antwort
von IronofDesert, 77

Wer kann muslimisch heiraten?

Ein Mann oder eine Frau muslimischen Glaubens.Ein muslimischer Mann darf eine nicht-muslimische Frau heiraten,

die einer anderen monotheistischen Religion angehört, also eine

Christin oder Jüdin. Es besteht für die Braut keine Verpflichtung, zum

muslimischen Glauben überzutreten. Die gemeinsamen Kinder müssen

allerdings nach islamischer Tradition erzogen werden.Eine muslimische Frau darf keinen nicht-muslimischen Mann heiraten, es sei denn, er tritt zum muslimischen Glauben über.Eine muslimische Hochzeit ist auch für verwitwete und/oder geschiedene Personen möglich.Eine muslimische Frau ist bei der ersten Eheschließung dazu verpflichtet, die Zustimmung ihres Vormunds

(Wali)

einzuholen.

Formalitäten für die muslimische Hochzeit

Einen Monat vor dem geplanten

Hochzeitsdatum wird die standesamtliche Eheurkunde der muslimischen
Autoritätsperson übergeben, die die Trauung vornehmen soll, zum Beispiel
dem Imam (Vorbeter in der Moschee) oder dem Kadi (islamische Richter). Das
Paar sollte das Vorgespräch nutzen, um offene Fragen an den
Koranexperten zu stellen und über die angedachten Ehevereinbarungen zu
sprechen:

Bei der muslimischen Hochzeit gehen die Partner einen Ehevertrag
ein, in dem grundlegende Vereinbarungen über die Rechte und Pflichten
des zukünftigen gemeinsamen Lebens getroffen werden. Der Ehemann
verpflichtet sich mit der Hochzeit dazu, finanziell für seine Frau zu
sorgen und ihr mindestens denselben Lebensstandard zu ermöglichen, den
sie vor der Ehe gewohnt war. Der Ehemann kann im Ehevertrag zum Beispiel
auch festlegen, dass er mit dem Studium, der Berufstätigkeit und Empfängnisverhütung
seiner Frau einverstanden ist. Auch die Bestimmung des Wohnorts, die
Aufgabenverteilung im Haushalt, die islamische Erziehung der Kinder oder
Scheidungsmodalitäten werden im Ehevertrag geregelt.

Die muslimische Hochzeit sieht ebenfalls vor, dass der Mann der Braut eine Mitgift (Mahr) in Form von Geld oder Wertgegenständen (Schmuck, Möbel, Immobilien…) übergibt. Diese Mitgift wird auch Morgengabe genannt, weil sie der Braut traditionell nach der Hochzeitsnacht
übergeben wurde. Die Morgengabe ist ein Geschenk an die Braut, aber
auch eine finanzielle Absicherung im Falle einer Scheidung oder im
Todesfall des Ehemannes. Die Höhe der Mitgift wird vertraglich/notariell
festgelegt und ist nach oben hin offen. Wenn die Frau einverstanden
ist, kann die Schenkung auch nur einen rein symbolischen Charakter haben (eine Goldkette, ein Ring...)

Eine kurze Zeremonie

Die muslimische
Hochzeit ist häufig eine Mischung aus Religion und örtlichen
Traditionen. Man sollte sorgfältig zwischen der Sunna des Propheten und
den Traditionen unterscheiden, die größtenteils nicht-islamisch sind!

Vielerorts ist es zum Beispiel üblich, die Hände und Füße der
Braut am Vorabend der Hochzeit mit Henna zu bemalen, um böse Blicke
abzuwenden und dem Brautpaar Glück und Fruchtbarkeit zu wünschen. Mit
dem Islam hat dies aber streng genommen nichts zu tun, denn wer glaubt,
dass jemand außer Allah das Brautpaar beschützen kann, begeht „Schirk“ (Nebengötzerei).

Die muslimische Hochzeit: Das Ja-Wort vor Allah
Nach
dem Standesamt findet die muslimische Hochzeit entweder bei den
Brauteltern, in einem reservierten Hochzeitssaal oder in der Moschee
statt. Die Zeremonie beginnt mit einer arabischen Lobeshymne auf Allah (Khutbah) und der Lesung von Koranversen.

Die
Eheleute geben sich vor dem Imam im Beisein von zwei Trauzeugen das
Ja-Wort. Der Imam fragt den Vormund der Braut, ob er die hier anwesende
Frau dem hier anwesenden Mann übergibt und stellt dem zukünftigen
Ehemann noch einmal direkt dieselbe Frage.
Sobald beide das Einverständnis zur Ehe gegeben haben, folgen Anrufungen an Allah zugunsten der Vermählten.

http://www.gofeminin.de/hochzeitsplanung/muslimische-hochzeit-s804065.html

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