Frage von heimkid, 116

Heim: Chance oder Strafe// habe ich Mitspracherecht?

Da ich keine Lust habe noch tausend fragen zustellen verbinde ich hier mal zwei mit einander.

Ich habe Zuhause nur Probleme mit meinen Eltern (vor allem mit meiner Mutter, mein Paps arbeitet fast den ganzen Tag). Das ist auch nicht erst seit gestern so. Also diese Art der Probleme bestehen schon seitdem ich sprechen kann(eigentlich sogar schon früher).

Naja meine Mutter war immer bemüht und hat sich Hilfe gesucht bei Erziehungsberatungen und dem Jugendamt und so. Neulich ist die Lage mal wieder so eskaliert, dass meine Mutter endgültig überlegt mich für eine Weile abzugeben.

Das hat laut Jugendamtmitarbeiterin eine Menge Vorteile für mich. Ich wurde da ziemlich zu gelullt und fand das anfangs gar nicht so verkehrt. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Zweifel kommen mir auf.

Ich will auf keinen Fall, dass die schule das erfährt oder ich will auch nicht auf einen Psychodoc treffen...

Daher habe ich zwei Fragen: Habe ich ein Mitspracherecht dabei?

Und an alle mit Erfahrungen: war die Zeit positiv oder eher negativ für euch und euren Lebenslauf?

Antwort
von Dahika, 52

 Du hast Mitspracherecht, sofern es deinem Kindeswohl nicht widerspricht. Wenn es für dich notwendig ist, eine Zeitlang in eine Jugendeinrichtung zu kommen, dann wird das so
gemacht. In dem Sinne hast du dann kein Mitspracherecht.

Die Entscheidung darüber wird in einem längeren Prozess zwischen deinen Eltern und Fachleuten gefällt. Wenn in den HIlfeplangesprächen entschieden wird, dass du in eine Einrichtung kommen musst, dann ist das so. Du bist unter Umständen bei den Hilfeplangesprächen dabei, wirst angehört und nach deiner Meinung dazu gefragt. Aber entscheiden tun die Erwachsenen.
Und wenn die entscheiden, dass eine Einrichtung 500 km von zu Hause entfernt für dich die Richtige ist, dann ist das so.
Ich selbst war als Insassin nicht in so einer Einrichtung. Aber ich kenne viele Jugendliche, die das mitgemacht haben. Ich kenne eigentlich niemanden, der nicht davon profitiert hätte. Die meisten haben vorher Zeter und Mordio geschrieen, aber im Nachhinein war die Entscheidung, die die Erwachsenen gefällt haben, gut.

Kommentar von heimkid ,

woher willst du, wissen das es nachhaltig besser für sie war?

Antwort
von Utopiosus, 84

1. Du brauchst keine Angst davor zu haben, wenn sich jemand deiner Probleme annimmt. Es ist gut und beweist Mut sich seinen Ängsten zu stellen.

2. "Pychsodocs" oder Psychologen befassen sich nur mit Problemen wenn DU mit denen reden willst. Da Du aber deiner Probleme wenn es offiziell wird irgendwem mal erzählen musst, kommst du an einem vergleichbaren Gespräch nicht vorbei. Außerdem hilft es mit Leuten darüber zu sprechen .. was Du ja auch hier mit uns tust :) Also Kopf hoch, mutig sein :)

Zu deiner Frage:

Natürlich hast Du Mitspracherecht. 

Deiner Eltern haben aber mit dem Sorgerecht Entscheidungsfreiheit darüber, wohin Du kommst und was Du zu tun hast, solange sie ihre Fürsorgepflichten nicht vernachlässigen. Dann würden diese sich nämlich strafbar machen, wenn Sie denen unter Vorsatz nicht nachkommen. Idealerweise rutscht die Verantwortung immer an das nächste mündige Familienmitglied weiter. 

Ich sollte auch mal aus dem Familienhaus raus weil ich heftige Probleme hatte, ich hatte aber gute Freunde und konnte mich dahingehend gut ablenken. Ich kann Dir nicht sagen, ob sich das positiv oder negativ auf deinen Lebenslauf auswirken wird, wenn Du in eine Pflegefamilie kommst, was ich aber weiß, dass ausschließlich deine schulischen, kognitiven und arbeitstechnischen Leistungen zählen.

Du als Mensch zählst und nicht woher du kommst.

Kommentar von heimkid ,

Ich habe keine Angst, ich will nur nicht mit irgendwelchen psychos sprechen! und den Rest mit der Fürsorgepflicht checke ich nicht. dürfen sie das jetzt machen oder nicht?

Kommentar von Utopiosus ,

Du wirst aber deine Position erklären müssen, d.h. du "musst" dann irgendwann mit einem meiner "Kollegen" sprechen :) Es gibt auch durchaus Leute, die diesen Beruf ausüben, weil er Spaß macht und uns ausfüllt ;)

Fürsorgepflicht beudetet, dass deine Eltern das Recht aber auch deie PFLICHT haben, dafür zu sorgen dass es dir gut geht. Steht im Sozialgesetzbuch 8 (SGB VIII).

Kommentar von heimkid ,

mir ist doch egal, ob jemand Lust hat zu arbeiten oder nicht Ich will das nicht, also sprechen, nicht arbeiten. Und das mit der Fürsorgepflicht sagt jetzt immer noch nicht, ob sie dass ohne mich entscheiden dürfen. Sie kommen ihrer Pflicht ja mehr oder weniger nach. Sonst wäre es ja ganz und gar verboten Kinder abzugeben.

Kommentar von Utopiosus ,

Du hast Mitspracherecht - Punkt. 

Wenn deine Eltern dich weggeben müssen, weil dir sonst leid wiederfährt ist es ihre (Fürsorge-)Pflicht dich abzugeben. 

Wenn sie es machen WOLLEN obwohl sie es gerade so überleben könnten, ist es ihr RECHT. 

Ist deine Frage damit beantwortet, wenn nicht, dann stelle diskretere Nachfragen :)

Kommentar von heimkid ,

Du widersprichst dir doch grade selber vollkommen.

Kommentar von heimkid ,

Ich habe angeblich Mitspracherecht, aber meine Eltern haben je nach Sachlage das oder eben die Pflicht mich abzugeben, wo kann ich denn dann noch mir Sprechen?

Kommentar von Utopiosus ,

Ich habe das Gefühl du verstehst mich nicht, ... Dein Recht auf Mitsprache bedeutet nicht zwangsweise, dass deine Eltern nicht von ihrem Recht Gebrauch machen können. 

Kommentar von heimkid ,

Stimmt ich verstehe dich auch nicht. dürfen meine Eltern das ohne mich entscheiden oder Nicht?

Kommentar von Dahika ,

Deine Eltern entscheiden das nicht. Es sei denn sie bezahlen alles selbst. Dann nennt sich die Einrichtung Internat. Aber die Ewachsenen dürfen das sehr wohl ohne dich entscheiden, wenn es deinem Kindeswohl entspricht. Du hast ein Mitspracherecht, aber kein Entscheidungsrecht.

Kommentar von heimkid ,

natürlich können meine Eltern das mit entscheiden ohne selbst zu zahlen andernfalls wären wir gar nicht an dieser Stelle angelangt. Das Jugendamt befürwortet ja sogar die Entscheidung meiner Eltern

Antwort
von Menuett, 39

In deinem Lebenslauf taucht ein Heim überhaupt nicht auf.

Kommentar von heimkid ,

Wo beste Antwort. herzlichen Glückwunsch für so viel Intelligenz. Es geht nicht um einen schriftlichen Lebenslauf, sondern um den Lauf meines weiteren Lebens. Also um meinen Lebenslauf!!!!!

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