Heii, ich muss einen Text über die Frage schreiben - war Otto von Bismarck ein "großer Staatsmann" in der Geschichte. Kann mir jemand helfen?

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4 Antworten

Ich will dir gerne ein paar Tipps geben:

  • Zunächst einmal musst du bei dieser Aufgabenstellung in einer Einleitung definieren, was denn einen "großen Staatsmann" überhaupt ausmacht.
  • Dann solltest du in zwei Abschnitten seine Leistungen bzw. seine Fehlleistungen darstellen.
  • In einem dritten Kapitel musst du untersuchen, welche Folgen Bismarcks Leistungen und Fehlleistungen während seiner Regierungszeit und danach für das Deutsche Reich, seine innere wie äußere Politik und für die Gesellschaft gehabt haben.
  • Abschließend gibst du dann, anknüpfend an die Kriterien der Einleitung, eine Bewertung Bismarcks ab.

Ich will dir noch ein paar Literaturtipps geben:

  • Johannes Willms: Bismarck - Dämon der Deutschen. Anmerkungen zu einer Legende. 2. Aufl. 2015.
  • Christoph Nonn: Bismarck. Ein Preuße und sein Jahrhundert. 2015.
  • Sebastian Haffner: Von Bismarck zu Hitler. Ein Rückblick. Ndr. 2015.
  • Volker Ullrich: Die nervöse Großmacht 1871-1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs. 2. Aufl. 2013.
  • Beate Althammer: Das Bismarckreich 1871-1890. 2009.

MfG

Arnold

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Hei, JosilnLove, Bismarck hat sein ganzes Leben lang daran gewirkt, die Deutschen zu einigen und ein Deutsches Kaiserreich zu gründen, was ihm 1871 gelungen war, und der Preußenkönig zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. ausgerufen wurde. In seiner Zeit als Reichskanzler hat Bismarck das Ansehen des Deutschen Reiches in der Welt gemehrt und durch seine bedachte Politik den Frieden mit allen Völkern gesichert. Innenpolitisch gehört die Gründung der Sozialversicherung, wie wir sie im Grund heute noch haben, zu seinen dauerhaften Verdiensten.

Dass Bismarck ein "Kind seiner Zeit" war, mit der aufkommenden Sozialbewegung (Sozialistengesetze) und mit der kath. Kirche auf Kriegsfuß stand (Kulturkampf) steht auf einem anderen Blatt.

Und so. Grüße!

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Kommentar von ArnoldBentheim
05.07.2016, 19:06

Bismarck hat sein ganzes Leben lang daran gewirkt, die Deutschen zu einigen und ein Deutsches Kaiserreich zu gründen

Das ist falsch! Bismarck hat immer dafür gewirkt, die Macht Preußens und die Stellung seine Monarchen zu erhöhen und abzusichern. Die deutsche Nationalstaatsbildung war für ihn allenfalls zweit- oder sogar drittrangig.

In seiner Zeit als Reichskanzler hat Bismarck das Ansehen des Deutschen Reiches in der Welt gemehrt und durch seine bedachte Politik den Frieden mit allen Völkern gesichert.

Im Grunde hat Bismarck eine Politik betrieben, die dann seinen Nachfolgern um die Ohren geflogen ist. Mit Frankreich hat er nie eine wirkliche Aussöhnung angestrebt, gegenüber Russland und Österreich-Ungarn eine widersprüchliche Schaukelpolitik betrieben und die gefährliche Situation auf dem Balkan nicht entschärfen können. Bismarcks Versäumnisse haben den Weg zum WK I vorbereitet.

Innenpolitisch gehört die Gründung der Sozialversicherung, wie wir sie im Grund heute noch haben, zu seinen dauerhaften Verdiensten.

In der Tat, ein bedeutender Fortschritt, wenn man mit anderen Ländern wie z. B. Frankreich oder Großbritannien vergleicht. Aber die Leistungen waren sehr gering, was man nicht übersehen sollte. Außerdem war die Motivation Bismarcks weniger sozial, als vielmehr politisch: ein Kampfmittel gegen die politische Vertretung der Arbeiter, die Sozialdemokratie!

Dass Bismarck ein "Kind seiner Zeit" war, mit der aufkommenden Sozialbewegung (Sozialistengesetze) und mit der kath. Kirche auf Kriegsfuß stand (Kulturkampf) steht auf einem anderen Blatt.

Mit dieser Politik hat Bismarck in erheblichem Maße - und ohne wirklichen Grund außer dem, seine eigene Macht zu festigen - Unruhe und Spaltung in die deutsche Gesellschaft hineingetragen.

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Ich kann einfach nur noch ArnoldBentheim applaudierend zustimmen - perfekt zusammengefasst.

Die Legende von Bismarck als weitsichtigem Staatsmann ist ein historiografisches Artefakt (ein Fehlschluss), der sich durch die letzten 100-150 Jahre Geschichtswahrnehmung der Deutschen (aber übrigens auch der anderer europäischen Völker) zieht. Der Grund dafür ist banal: Danach wurde eben alles schlimmer! Aus dem gleichem Grund liebten die Deutschen nach WK2 die Filme, die im 2. Kaiserreich oder Donaumonarchie spielten!

Bismarck war ein in der Logik des 18. Jahrhunderts feststeckender Junker, der Preußen und später Deutschland versuchte zu regieren wie einen Gutshof. Der Aufstieg Dt. zur Industrienation Nr. 2, gelang nicht durch Bismarck sondern eher trotz Bismarck.  Auch war er keineswegs Vater der Sozialversicherung. Sein windiges außenpolitsches Konzept vieler bilateralen Verträge war ebenso ein völlig untaugliches Muster ala Wiener Kongress - drei Generationen vorher!         

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Kommentar von earnest
06.07.2016, 09:37

DH. 

Schön, Dich wieder zu lesen!

Und dann gleich so ...

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wiki, dein freund und helfer

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