Frage von lxisa03, 89

Hei meine Rb hat Ein Sommerekzem und ich wollte mal fragen ob ihr ein paar Tipps oder Artikel habt die dargegen helfen, da sie im Sommer ihr Mähne abschubbert?

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 49

Das ist meine übliche Antwort:

Hallo, ich lese hier sehr oft, das jemand Probleme mit dem Ekzem
beim Pferd hat. Pferde die ein Ekzem entwickeln sind nicht nur
gegen Mücken  allergisch. Vielmehr haben sie ganz massive
Probleme mit ihrer Verdauung und ihrem Stoffwechsel.Ein Ekzemer
kann therapiert werden - teilweise sogar bis zum vollständigen
Abheilen der Krankheit. Das Ekzem selbst ist nur das nach außen
hin sichtbare Symptom einer weitreichenden Stoffwechselstörung.

Isländer z.B. haben in ihrem Heimatland kaum diese
Erkrankung- hier bei uns sind aber gerade Isis vermehrt erkrankt warum
ist das so?Im Heimatland der Isländer ist ein Seeklima - Zinkhaltige

Böden (nähe zum Meer) Algen und Salzfischlecken - die die
Isländer ihren Pferden bereitstellen.Hier bei uns ist Zinkmangelgebiet, Algen gibt es gar keine und Seefisch bekommen sie auch nicht mehr. Nun wird die Haut empfindlich, da nach der Niere und der Leber das dritte Entgiftungssystem beim Pferd der Huf bzw. die Haut ist.

Sind also Niere und Leber an ihre Kapazitäten gelangt - muß über
die Haut entgiftet werden. Beschläge am Huf tun noch ein übriges
dazu, das auch die Entgiftung über den Huf nicht mehr
funktioniert.Wie kann man nun einem Pferd helfen - seine Darm-
Nieren- und Lebergesundheit wiederzufinden.Als erstes sollte der
Darm renoviert werden - BT Bierhefe ist da das Mittel der Wahl, da
die Bierhefe einfach alles in dieser Hinsicht unterstützt, sie
hilft dem Darm wieder ordentlich zu arbeiten, indem sie die
Darmflora ordentlich unterstützt bzw. die guten Darmmikroben
fördert, sie hilft der Niere und der Leber ihre Arbeit besser zu
verrichten und entschlackt diese.Als einzigstes Kraftfutter fürs
Pferd eignet sich eigendlich nur der Hafer - alles andere ist für
den Pferdekörper ungünstig - da z.B. Mais, Gerste, Öle und besonders der
Weizen sich sehr negativ auf den Darm auswirken. Verklebungen der
Darmzotten.

Zink muß beim Ekzemer auf jeden Fall zugefüttert werden, da er
das Immunsystem stärkt und jeder Zinkmangel beim Pferd weitreichende
Stoffwechselprobleme nach sich zieht. Auch ist bekannt das die Ekzemer
einen sehr hohen Bedarf an diesem Mineral haben. Um dem Pferd die so
wichtigen Vitamine zuzuführen (die leider in unseren Kulturweiden schon
lange Mangelware sind braucht man ein Mineralfutter das diesen Mangel
gut auffängt.Vitamine sind auch wiederum Mangelware besonders das
Vitamin D und E - da Pferd ja nun mal kein Fleischfresser ist, muß er
auf das Provitamin D ausweichen - das aber erst in der Haut (die ja beim
Ekzemer nicht mehr funktioniert) umgewandelt wird in Vitamin D.

Die erste Kur die ein erkranktes Pferd braucht dauert ca. 6 Monate
- dannachsind Auffrischungen der Kur für 2 Monate im Januar bis März
sinnvoll. Vor der Weidesaison.

Umstellung eines an Ekzem erkrankten Pferdes: Alle Müslis, alle zuckerhaltigen Futtermittel müssen vom Speißeplan entfernt werdenz.B. Karotte, Apfel, Leckerlie,und Zuckerrübenschnitzel.

Rezeptur: Gutes Heu als Grundlage für alles, keine Heulage und
kein Gärheu. Etwas gutes Futterstroh. BT Bierhefe 100 g tägl.
in der ersten Woche und dann immer 200 g tägl. für jeden Tag der Kur.

Bei besonders heftiger Darmproblematik kann auch hier bis 500 g
erhöht werden. Mineralfutter nach Herstellerangaben dosieren -
es eignet sich hier Iwest und Derby Algenmineral je zur Hälfte.
Täglich.

Oder ein Mineralfutter und zusätzlich ein Algenpräparat.
Zinkpräparat muß hochwertig sein - z.B. Orthosal, Zn Zink von
Weihrauch oder Equipur plus ebenfalls lt. Herstellerangaben zu
dosieren. Täglich. Lebertran bzw.  Dorschlebertran bekommt man in
der Apotheke oder im Tierbedarf und Internet. 20 bis 30 ml
täglich.

Um das ganze im Futter fürs Pferd unterzubringen, eignet sich der
Hafer (möglichst Schimmelfrei und im ganzen Korn), und bei Pferden
die keinen Hafer als Kraftfutter erhalten,eignen sich Heucobs oder
Wiesencobs.

Bei wund gescheuerten Pferden eignet sich die Bierhefe als Paste
verrührt auf die juckenden Stellen auzutragen (nach dem antrocknen
wieder abwaschen).

Nach der Abheilung eignen sich die Tierseife für Mauke und Ekzem
von Joveg sehr gut zur Pflege und zur Juckreizhemmung. Noch dazu
kommt, das die Pferd sich so viel wie möglich frei bewegen können,
ein Pferdedarm braucht Bewegung umrichtig funktionieren zu können -
Futtermittel alleine reichen nicht aus - die Stehzeit des Pferdes
sollte so gering wie möglich gehalten werden.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Lediglich zu ergänzen bei dieser Frage wäre noch, dass das nicht die RB zu entscheiden hat, sondern der Besitzer des Pferdes. 

Kommentar von friesennarr ,

Wenn man aber auch als RB weis um was es sich handelt, und das man da eigendlich alles Ändern muß, hat das zwei Effekte.

1. Sie lernt und 2. sie kann es an die Besitzerin weitergeben.

Kommentar von lxisa03 ,

Danke für diese Ausführliche Hilfe ! :))

Antwort
von Punkgirl512, 26

Zum einen die Sachen, die Friesennarr erwähnt hat.

ABER du bist die RB, eigentlich hast du fast gar nix darüber zu entscheiden. Um sowas sollte sich der Besitzer selbst kümmern. Ich würde meiner RB was pfeifen, wenn sie da vll. auf eigene Faust was ausprobiert - also bitte vorher mit dem Besitzer sprechen - und am besten auch mit dem behandelnden Tierarzt/Tierheilpraktiker!

Meinen behandel ich auch wie einen Ekzemer - wir sind uns immer noch nicht sicher, ob er einer ist. Er hat ne Fliegendecke im Sommer an, die Haltung wurde optimiert, VIEL Bewegung (auch unterm Sattel) um den Stoffwechsel anzukurbeln, gutes Heu, Hafer, zwischendurch mal ein Blutbild und entsprechend danach dann füttern. 

Außerdem ein verdammt gutes Fliegenspray und damit täglich einsprühen! Hier kann Well Care oder EquiRepell sehr gut wirken. 

Klar habe ich auch hier und da Schmier-Zeug wie z.B. Equimyl oder die berühmte Aldi-Lotion. Aber damit behandel ich nur die betroffenen Stellen, mehr nicht. 

Kommentar von lxisa03 ,

Also zum einen , sie ist fast mein Pferd und die Besitzern weiß auch das sie Ekzemer ist und ich darf auch alles machen da sie kein Tunierpferd ist sondern ein normales Freizeit Pferd und schon 19 Jahre alt ist ;) Blutbild ect. Haben wir nicht gemacht weil es ist jetzt nicht so schlimm dass sie nackt da steht oder irgentwelche Darm/Essstörungen hat , Trotzdem Danke für deine Antwort

Antwort
von WinniePou23, 47

Huhu,

großes Blutbild schon gemacht und Fütterung dementsprechend umgestellt? Den Stoffwechsel über eine gute Haltung und entsprechende Fütterung wieder ins Lot zu bringen hilft in der Regel enorm.

Liebe Grüße

Antwort
von charlymicky10, 38

Also meine RB hat auch Sommerexem und sie bekommt auf aufgeschubberten Stellen Bodylotion. Die Besi sagt, dass das helfen soll und sie bekommt auch Schwefel ins Futter nach dem Reiten. Sonst ist sie im Sommer einfach ganz normal eingedeckt :)

Antwort
von RainbowHorse, 35

birkenhaar wasser soll da helfen in mähnenkamm und schweifrübe einmassieren und das hilft gegen sommerekzem und schuppen (bekommst du für 1-2 € 500 ml bei dm, budni, rossman...)

Antwort
von ridergirl007, 9

Meine Pferde bekommen im Sommer immer Ekzemer Decken drauf. Seit

letztem Jahr benutze ich auch Benzyl Benzoate, das kaufe ich immer bei
Silent Sale. Es ist leider ziemlich teuer, aber es hilft mega gut. Sie
scheuern sich dadurch überhaupt nicht mehr, Schweif und Mähne sind
komplett nach gewachsen und ich kann die Decken teilweise weg lassen.
Meine Eltern haben schon sehr viele Jahre nach einer Lösung gesucht und
das hat bisher am besten geholfen. Ich hoffe, dass ich die weiter helfen
konnte.

LG Pia :)

Antwort
von unicorn202, 36

Da gibt es solche Exemerdecken und auch Sprays usw. für. Hast du schonmal einen Tierarzt gefragt? Die können meist am besten sagen, was für dein Pferd geeignet ist.

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