Heftige Zornattacken bei Kleinkind (20 Monate alt).... Wie setze ich mich bei ihm durch?

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6 Antworten

Wegen des Lachens: Lachen kann auch eine Beschwichtigungsgeste sein. Kinder wissen, dass sie besonders suüß sind, wenn sie lachen/lächeln und wenn sie merken, dass Mama/Papa ärgerlich ist, dann versuchen sie es damit wieder gut zu machen. bei uns Erwachsenen löst es oft die gegenteilige Reaktion aus, weil wir uns von unseren Kindern ausgelacht fühlen. Beobachte mal, ob es das sein könnte.

Ansonsten kann ich dir nur sagen, das ist alles nur eine Phase. Du wirst dich wundern, wie gut man schon mit einen 2,5 jährigen reden und verhandeln kann, dann werden diese Streits weniger.

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•Du bist seine hauptbezugsperson. Deswegen wird er bei dir am meisten seine Grenzen austesten. Das ist völlig normal.
•Überlege dir genau was du verbietest (sagst du Vllt zu oft nein?) und setzte das in jedem Fall durch. (Keine Ausnahmen! Ein Nein muss ein Nein bleiben!) Am besten überlegst du dir schon vorher die Konsequenzen für übliche vergehen. Drohen oder schreien solltest du aber nie
•um ihm Respekt beizubringen, solltest du ihn ebenso respektvoll behandeln und klare Grenzen setzten (wenn er dich haut, darfst du ihm auch ruhig zeigen, das du mit niemandem spielen willst, der dir weh tut)
•belohne seine ausrastet nicht noch mit Aufmerksamkeit (das ist oftmals der Hauptgrund solcher Attacken) ignoriere sie so gut es geht und versuche stattdessen ihm mehr positive Aufmerksamkeit zukommen zu lassen (zB loben. Natürlich nur wenn es auch was zum loben gibt)
•zeige ihm, dass es andere Wege gibt, seiner Wut Herr zu werden (Kissen schlagen Ect) und wie man angemessen wünsche artikuliert

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Um trotzen zu können braucht es zunächst mal ein eigenes, entwickeltes Ich. Ein Mensch im Alter Deines Kindes kann aber noch gar kein eigenes Ich entwickelt haben. 

Von daher UNTERSTELLST Du, Dein Sohn gehe mit Dir in einem Machtkampf. 

Aus Deiner Beschreibung lese ich allerdings, dass Du mit ihm einen Machtkampf versuchst. Aus Unwissenheit heraus. Gegen Unwissenheit hilft Wissen. 

Der von Dir beschriebene Liebesentzug wird in dem Alter als Folter wahrgenommen. Das lässt sich neurologisch nachweisen. Kannst Du nicht wissen, denn manche Jahrtausende sind wir Menschen mit unserem Nachwuchs so umgegangen. 

Du versetzt das Kind also in Todesangst, wenn Du es in sein Zimmer wegsperrst. Entsprechend reagiert es dann auf Dich. Versetze Dich mit diesem Wissen in seine Lage und Du wirst es verstehen. 

Vielleicht kommen die ersten Zähne und das schmerzt? Kann ich mir vorstellen, wenn er beißt. Dann wäre ein Beißring gar nicht verkehrt. Wir haben früher sehr hartes Vollkornbrot als Hilfe bekommen. Das war so hart, dass ein kleines Stück den ganzen Tag über die Schmerzen linderte. 

Ein Besuch bei einem auf so kleine Menschen spezialisierten Zahnarzt kann hier sehr lohnend sein. Bitte vorher nachfragen, ob der Fachmensch drauf spezialisiert ist. Und Zeit mitnehmen. Denn da wird beraten. Und das Kind soll den Besuch als angenehm wahrnehmen. 

Vielleicht ist der Verdauungsapparat in einer seiner zahlreichen Entwicklungsphasen. Dann wird nicht jede Nahrung vertragen. Es kommt zu Bauchschmerzen. 

Ich habe mal bei youtube kurz nachgesehen, wie ein Kleinkind ruhig gehalten werden kann. Gab, natürlich, kein Ergebnis. Ist ja keine Maschine. Dafür habe ich diese Reihe gefunden

Nein. Da geht es nicht nur um Babys sondern auch um Kleinkinder im Alter Deines Kindes. 

Wer sein Kind nicht versteht, der kann auf sein Kind nicht eingehen. Das wird Dir einleuchten. 

Es ist eine sehr falsche Vorstellung, sein eigenes Kind verstehen zu können sei Frauen angeboren. Wir müssen es erlernen. In der Natur lernt das Junge von der Mutter. Bei uns Menschen haben die Mütter über Jahrtausende gar keine Zeit gehabt, ihren Kindern entsprechendes Wissen zu vermitteln. 

Da ist sehr viel ursprüngliches Wissen verloren gegangen. Denn tatsächlich braucht der Mensch gerade in der ersten Lebenszeit so viel Körpernähe als irgend möglich. Sonst entwickelt sich Existenzangst. 

Nicht jedes Kind entwickelt sich am gleichen Tag in gleicher Weise. Leben verläuft nun mal nicht nach Schablone. 

Du schreibst von Kontakt zu vielen anderen Kindern. Ob er jetzt fremdelt? Und dann keinen lebensnotwendigen Schutz bei der Mutter findet? 

Auf der anderen Seite ist vorstellbar, dass die ersten Umbauarbeiten in seinem Gehirn stattfinden. Diese sind sehr verwirrend. Denn nun löst sich die Erlebenswelt des Kindes von jener der Mutter ab, ein eigenes Ich entwickelt sich. Das eigene Ich ist noch vollkommen unbekannt. Es will erst mal erforscht werden. Und steht auch hier und da im Gegensatz zur Mutter. Das ist beängstigend. 

Na. Schaue Dir die Reihe mal an in Ruhe. 

Dann möchte ich noch Frau Professor Grossmann empfehlen, von der ein Vortrag dann rechts angezeigt wird. 

Ein Kleinkind sollte sich wirklich nicht mit einem Nein zufrieden geben. Es hat doch noch keine Ahnung, womit das Nein begründet wird. Und es darf durchaus erwarten, dass es von seinen eigenen Eltern nicht mit Plattitüden erschlagen wird. Denn wie bitte soll das Kind den Sinn eines Nein erfassen können? 

Was Du beschreibst, liest sich für mich wie ein von Dir begonnener Machtkampf mit einem von Dir freiwillig und ohne jede Not ins Leben gesetzten Lebewesen, welches existentiell auf Deinen SCHUTZ angewiesen ist. 

Du beschreibst, wie Du es mit Folter bestrafst. 

Dann beschreibst Du, wie das Kind Deine Folter auf seine Weise bei Gleichaltrigen und Dir spiegelt.  

Was ich gar nicht verstehe ist alleine schon die Vorstellung, das eigene Kind wolle mit der Mutter in einen Machtkampf im Alter von 20 Monaten treten. Stell Dich doch bitte mal mit Deinem Kind vor einen Spiegel. Und dann schaue Dir doch bitte nur mal die Größenverhältnisse an. 

Was Du unterstellst, das darfst Du bei Pubertierenden erwarten. Je weniger Chancen Dein Kind von Dir erhielt, zu Dir eine enge Bindung aufzubauen, je weniger Schutz dieses kleine Lebewesen von Dir wahrgenommen hat, je schlimmer wirst Du seine Pubertät erleben. 

Dein Kind kann von DIR mit gutem Recht erwarten, dass Du Dich über seine Bedürfnisse informierst und sie befriedigst. Tatsächlich bekommst Du für diese selbstverständliche Leistung auch noch von der Gesellschaft den weltweit dritthöchsten Steuerbetrag. 

Euer Kind hat Euch weder gebeten und schon gar nicht gezwungen, von Euch in die Welt gesetzt zu werden. 

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Kommentar von teafferman
23.08.2016, 10:06

Abschließend noch ein Gesangstext von Bettina Wagner

KINDER SONGTEXT

Sind so kleine Hände

winzge Finger dran.

Darf man nie drauf schlagen

die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße

mit so kleinen Zehn.

Darf man nie drauf treten

könn sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren

scharf, und ihr erlaubt.

Darf man nie zerbrüllen

werden davon taub.

Sind so kleine Münder

sprechen alles aus.

Darf man nie verbieten

kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen

die noch alles sehn.

Darf man nie verbinden

könn sie nichts verstehn.

Sind so kleine Seelen

offen und ganz frei.

Darf man niemals quälen

gehn kaputt dabei.

Ist son kleines Rückrat

sieht man fast noch nicht.

Darf man niemals beugen

weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen

wärn ein schönes Ziel.

Leute ohne Rückrat

hab'n wir schon zuviel.

https://www.youtube.com/watch?v=fcdkwdfz0GA

Damit Du es singen lernen kannst. 

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bleib gelassen. Du möchtest seinen Respekt wieder haben, schreibst du. Du gibst ihm Macht darüner, wie du dich fühlst und siehst, so einem kleinen Kind!der hat seine Totzphase, nichts davon kommt mir unbekannt vor. Nur dass du ihm soviel einräumst, was er mit deinen Gefühlen anstellt.

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Kommentar von xBurnedMemoryx
17.07.2016, 20:18

Ist es dann besser, wenn ich ihn bei manchen sachen einfach mal nicht beachte? Er schreit auch ganz gerne so laut, bis ich ihm Aufmerksamkeit gebe oder genervt auf sein schreien reagiere.. Da denke ich mir halt, dass ich ihm ja sagen muss, dass schreien nicht in ordnung ist, genauso beim hauen, beißen etc :/

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Dein Sohn hat noch keine andere Möglichkeit, seine Grenze und seine Bedürfnisse mit Worten zu äußern.
Also beißt er z. B. die anderen weg, wenn er seine Ruhe haben möchte oder seine Grenze überschritten wurde.

Vergiss den Begriff Respekt, so wie du ihn verstehst.
Dieser Respekt hat mit Macht dem Anderen gegenüber zu tun - aber NIE mit Achtsamkeit. So verstehe ich nämlich Respekt.

Ein Kleinkind kann auch noch nicht in dem Sinne "Respekt haben".
Das geht vielmehr durch Vorleben und erfahren "auch wenn ich noch so jung bin - ich werde mit meinen Bedürfnissen wahr- und ernstgenommen".

Oh je - bloß nicht härter und konsequenter. Egal, wie viele Erziehungsliebhaber das sagen und schreiben.
Die Folge davon ist eine Zerstörung des Vertrauens, die sich manchmal erst einige Zeit später zeigt.
So, dass dein Kind dir in ein paar Jahren nicht (mehr) alles (von sich aus) erzählt.

Überlege dir gut, ob dir so ein Verlust ein Machtkampf wert ist, in einer Phase, in der dein Sohn anfängt, seine Autonomie zu erlangen.

Dein Sohn verhält sich in meinen Augen vollkommen altersgerecht.

Es ist alleine an dir, deine Einstellung zu ihm zu ändern und nicht als Feind, den es festzuhalten gilt, zu sehen.
Festhalten ist natürlich in Ordnung, wenn ECHTE (!) Lebensgefahr besteht.

Ansonsten finde ich deinen Umgang schon gewaltvoll ihm gegenüber.

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Respekt kann man nicht erzwingen, sondern muss man sich verdienen. 

Wenn du nein sagst und dann später umschwenkst, merkt er sehr wohl, dass er mit dir machen kann, was er will. Und nutzt das auch voll für seine Zwecke aus. 

Außerdem scheint zwischen dir und dem Vater ein Konkurrenzkampf zu bestehen. Wer wird wohl mehr geliebt. Diese Frage sollte man niemals stellen. Sondern das Kind nehmen, wie es ist. 

Sei konsequent - auch wenn es dir schwer fällt. 

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