Frage von gruetze01, 366

Heftige Erstverschlimmerung durch Akupunktur und Homöopathie?

Hallo Leute,

Mal ne Frage: Ich befinde mich seit ca. 2 Wochen in der Behandlung einer Heilpraktikerin die neben der Homöopathie auch amerikanische Chiropraktik und Akupunktur macht. Erstmal zur Vorgeschichte: Musste vor ca. drei Jahren den Arbeitsplatz wechseln der ca. 1 Stunde entfernt war, der Chef dort war extrem cholerisch und war ein Mensch der sich alle möglichen Sachen einfiehlen lies ( z.B. Widerrufung eigener Aussagen zu seinem Vorteil, Demoralisierung seines Teams etc. ) um seine Mitarbeiter "klein zu halten". In dieser schweren Zeit entwickelte ich einen sehr nervösen Magen durch den Chef ( meine anderen Kollegen litten an noch viel schlimmeren Krankheiten, die ebenfalls alle Streßbedingt waren ) und weiteren Streß dem ich dieser Zeit ausgeliefert war. Jedenfalls hatte ich nun vor kurzem die Chance in die gleiche Funktion in die Nähe meines Heimatortes zu wechseln, und ich bereue es bis heute nicht denn der Chef ist Klasse etc. Weiterhin habe ich nun wie schon erwähnt auch den Schritt getan zu der Heilpraktikerin zu gehen um auch meinen Körper weider auf die gerade Bahn zu bekommen.

So.. und jetzt gehts los: 1. Sitzung: Einrenkung von Wirbeln und Akupunktur: den Tag danach Übelkeit und dann war auch alles wieder gut. 2. Sitzung ( 1 Woche später ): Einrenkung von Wirbeln ( lt. Heilpraktikerin arbeitet mein Körper sehr gut mit ), Akupunktur ( habe ihr auch von den Symptomen das letzte Mal erzählt ) und die Einnahme von Carbo Vegetabilis D6 ( 3 Mal eine Tablette am Tag ) => Symptome wieder wie nach der ersten Behandlung, doch... 2 Tage später Wache ich Nachts auf und habe Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Bauchkrämpfe, bis ich mich denn ca. nach einer Stunde wieder beruhigt habe und natürlich schlecht weiter schlafen konnte.. Am nächsten Tag kontaktierte ich sie dann und sie meinte dazu, dass ich vegetativ sehr sensibel wäre und dass ich die Einnahmedosis derstmal auf eine Tablette am Tag verringern sollte.

Nun meine Frage an euch: Ist eine so heftige Reaktion normal? Oder ist es eine Kombi aus beiden Erstverschlimmerungen gewesen?

Antwort
von uteausmuenchen, 203

Hallo gruetze01,

sei bitte sehr vorsichtig mit solchen "Behandlungskonzepten".

Während die Homöopathika reine Placebos sind (von der D6 kommen Deine Beschwerden mit Sicherheit nicht. Dazu ist die Holzkohle darin viel zu stark verdünnt) und die Akupunktur einfach harmlos, solltest Du sehr, sehr vorsichtig bei der Chiropraktik sein.

Mich erinnert das, was Du hier schilderst sehr an diesen Fall hier:

http://www.stern.de/gesundheit/chiropraktik-reissen--bis-die-schwarte-kracht-330...

"Auch Anja Geldschläger hielt am 24. März 1997 solch einem
Manualtherapeuten ihren Hals hin. Er sollte sie von ihrer Nackensteife
erlösen. Der Mann, promovierter Physiotherapeut an einem Berliner
Klinikum, griff zu, drehte ihren Kopf kraftvoll in beide Richtungen. »Es
tat weh«, erinnert sich die Patientin. Ihr wurde schlecht, sie musste
sich hinlegen. Am nächsten Tag wüteten Kopfschmerz und Übelkeit...."

Lass die Dame auf keinen Fall(!) an die Halswirbel. Lass sie auf keinen Fall(!) ruckartige Bewegungen des Schädels ausführen. Das ist alles andere als ungefährlich:

http://www.fid-gesundheitswissen.de/orthopaedie/rueckenschmerzen/chiropraktik-ha...

"Problematisch bis lebensgefährlich kann es jedoch bei Manipulationen an der Halswirbelsäule werden. Das bestätigen unter anderem Befunde der Berliner Charité. Der Grund: Direkt neben der Halswirbelsäule verläuft die so genannte Vertebralarterie, die das Gehirn mit Blut versorgt. Bei einer zu starken Kopfdrehung kann diese verletzt werden. (...) Eine kanadische Studie kam vor einiger Zeit zu erschreckenden Ergebnissen: Für fast 40 Prozent aller von der Kanadischen Schlaganfallgesellschaft untersuchten Schlaganfälle von unter
45-Jährigen, die ihre Ursache in Schäden der Halsarterie hatten, seien
Chiropraktiker verantwortlich. Daraufhin wurde ein Verbot von chiropraktischen Eingriffen an der Halswirbelsäule gefordert."

Nach dem, was Du über Dein Leben schilderst, befindest Du Dich auf einem guten Weg. Kein Grund, einen Haufen Geld für nicht ungefährliche Heilverfahren auszugeben, die keine Wirkungsnachweise für Deine Beschwerden vorlegen können.

Sinnvoller ist eine Betreuung durch einen seriösen Arzt. Vielleicht kann er Dir Kurse empfehlen, in denen Du lernst, mit Stress umzugehen, Entspannungsübungen oder andere Betroffene kennenlernst. Derartige auf Deine psychische Belastbarkeit hin angelegte Therapien wären mit Sicherheit sinnvoller und ungefährlicher (und sehr wahrscheinlich preiswerter) als das, was Du da gerade probierst. 

Seriöse Informationen kannst Du auch Büchern entnehmen:

Vielleicht liest Du einmal das Buch "Der große Bluff" von Theodor Much,
in dem die esoterischen Wurzeln diverser Heilverfahren beleuchtet werden
und in dem sehr gut die Diskrepanz aus Heilsversprechen und
tatsächlicher Beleglage bei diesen Verfahren herausgearbeitet wird. Auch das Buch "Gesund ohne Pillen" von Ernst/Singh beleuchtet genau die Verfahren, die die Dame hier anwendet, kritisch.

Grüße und gute Besserung!

Kommentar von gruetze01 ,

Hallo uteausmuenchen,

Vielen Dank für deine Antwort, die Dame wendet die sanfte amerikanische Chiropraktik an, sie bewegt weder den Kopf noch sonst irgendwas, sie hat lediglich einen Impulsgeber der Impulse an die Wirbel gibt, können dadurch auch die Arterien geschädigt werden?

Antwort
von FantaFanta76, 168

Vielleicht gehst du besser mal zu einem richtigen Arzt?

Kommentar von gruetze01 ,

Bei einem richtigen Arzt war ich bereits mehrmals, mit allen Untersuchungen die nötig waren, auch um schlimmeres auszuschließen. War alles unauffällig und daraufhin bekam ich Tabletten verschrieben, die jedoch nicht richtig wirkten. Aus diesem Grund habe ich mich nach Alternativen umgesehen.

Antwort
von berndkleve, 100

Vor der Akupunktur muss man diagnostizieren, können nur wenige. Ohne vorherige Diagnose kann halt alles passieren, man weiss halt nichts, man weiss nicht, wo die Energie blockiert ist, man weiss nicht wo zuviel Energie ist, man weiss nicht, wo zuwenig Energie ist. Wenn man Energie dort hinleitet, wo schon zuviel Energie ist, können logischerweise Verschlimmerungsreaktionen auftreten.

Auch dieses ganze Durcheinander halte ich für ein bisschen seltsam; auch diese niedrige  Potenzierung von D6 dreimal täglich kommt mir ein bisschen rätselhaft vor. Würde ich nicht weiter nehmen; die wiederholte, unveränderte gabe von  Homöopathie fällt unter den Begriff "unfreiwillige Arzneimittelprüfung".


Kommentar von MalNachgedacht ,

man weiss halt nichts, man weiss nicht, wo die Energie blockiert ist, man weiss nicht wo zuviel Energie ist, man weiss nicht, wo zuwenig Energie ist.

"Man" (also der Alternativheilkünstler) weiß ja nicht einmal was diese "Energie" von der er da schwurbelt eigentlich konkret sein soll...aber toll anhören tun sich "Energieblockaden" und "Umleitung von Energie" schon...

Immerhin weiß man aber seit der GERAC-Studie dass das Stechen von Nadeln in die Haut bei einigen wenigen Krankheiten tatsächlich wirkt - aber es vollkommen egal ist wo genau man die Nadeln setzt. 

Die ganze chinesischen Lehren von magischen Akupunkturpunkten und Meridianen (die sich obendrein auch untereinander teils widersprechen) sind damit für die Tonne...da offensichtlich falsch.

die wiederholte, unveränderte gabe von  Homöopathie fällt unter den Begriff "unfreiwillige Arzneimittelprüfung".

Dann sind also die Empfehlungen der Homöopathin Sigrid Kruse (z.B. zum Thema Einschlafprobleme bei Babies) aus homöopathischer Sicht schwerer Unsinn?

http://www.baby-und-familie.de/Homoeopathie/Homoeopathie-fuer-die-Familie-Schlaf...

Einschlafprobleme

Typische Symptome: Ruhelos wälzt man sich im Bett herum. Es ­dauert ewig, bis man einschläft.
...
Dosierung: Bei Calcium phosphoricum abends drei Globuli, über ein bis zwei Wochen. Bei Aconitum und Ambra: an drei Abenden hinter­einander je drei Kügelchen.

Antwort
von Anaschia, 137

Chiropraktik- auch sanfte - Akupunktur und Homöopathie, können hier ziemlich viel in Gang setzen. Deine Beschwerden zeigen Dir, das dein Körper damit überfordert ist.

Ihr solltet mal ein paar Gänge in der Behandlung runterschalten , weniger ist hier manchmal mehr. Was sich im Laufe der Jahre bei Dir verfestigt hat, kannst Du nicht im Hauruck-Verfahren löschen.

Mir hat bei solchen Problemen  u.a . die Feldenkrais-Therapie sehr gut geholfen.  Gerade Verspannungen mit den dadurch bedingten Gelenkblockaden, kann man damit sanft, nebenwirkungsfrei und dauerhaft beheben.

Kommentar von BurkeUndCo ,

Hübsche Behauptung, nur leider gibt es dafür - trotz über 200 Jahren Homöopathie - bisher keinen einzigen wirklich reproduzierbaren und statistisch aussagekräftigen Beweis.

Bis dahin - bis zu dem Zeitpunkt an dem es einen Beweis gibt - gibt es kein echtes Wissen in der Homöopathie, sondern nur den Glaube an unbewiesene Behauptungen.

Kommentar von Anaschia ,

Wenn wir uns persönlich gegenüber sitzen würden, könnte ich Dich mittels Akupunktur in einen sehr schönen instabilen Kreislaufzustand befördern. Glaub mir, Du würdest hiinterher nie wieder behaupten, daß es nicht wirkt. Meine Schadenfreude hast Du schon jetzt, bei dem alleinigen Gedanken daran.

Kommentar von Semno ,

Doch. Beweise gibt es zur genüge. Und deine Behauptung ist eine Lüge.

Kommentar von Anaschia ,

@Semno !! Ist Dein Kommentar für mich bestimmt ?

Akupunktur kann so etwas hervorrufen, das ist auch bewiesen.

Bei der Homöopathie hast Du keine sofortige Wirkung, aber nach einem bestimmten Zeitraum den gleichen Effekt.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Bei der Homöopathie hast Du keine sofortige Wirkung, aber nach einem bestimmten Zeitraum den gleichen Effekt.



Das heißt also dass all die Symptome die bei einer homöopathischen Arzneimittelprüfung in den ersten 24 h (oder gar mehr?) nach der ersten Einnahme beobachtet werden gar nicht durch das geprüfte Mittel verursacht wurden?

Oder gibt es für homöopathische Arzneimittelprüfungen eine Ausnahmeregelung und solche Symptome zählen trotzdem?



Kommentar von BurkeUndCo ,

Das ist wirklich interessant, das:

Akupunktur kann so etwas hervorrufen, das ist auch bewiesen.

Die Frage lautet dann, was tatsächlich bewiesen wurde? Alle Studien, die ich kenne laufen darauf hinaus, dass die Akupunktur gut darin ist einen Placebo-Effekt hervorzurufen.

Einen Nachweis für echte Heilwirkung kenne ich bisher nicht, wenn Du mir die Informationen dazu senden könntest, dann wäre das wirklich interessant.

Kommentar von Anaschia ,

Beweise Du mir, dass sie nicht wirkt.

Aber bitte keine Links aus dem Netz, denn es gibt genauso viele Links die das Gegenteil behaupten.

Antwort
von Auskunft, 209

Bei der Akupunktur mag es in seltenen Fällen Erstverschlimmerungen geben, allerdings wurden auch erhebliche Nebenwirkungen dieses Verfahrens dokumentiert:

" Bei Therapieverfahren ist stets ein günstiges Verhältnis von erwarteter
Wirkung und nicht erwünschten (Neben-)Wirkungen anzustreben. Bei
Therapien mit wenig oder keinem Vorteil gegenüber einer Placeboanwendung
sind unerwünschte Wirkungen daher gravierend.

Die in der Akupunkturszene oft verbreitete Behauptung, die Methode sei prinzipiell nebenwirkungsfrei, ist widerlegt und muss daher als falsch bezeichnet werden. In einer Publikation von MacPherson et al. wurden Nebenwirkungen bei 1.848 Akupunkteuren abgefragt, die dem British Acupuncture Council angehörten.[29]

In einem Zeitraum von vier Wochen hatten diese Therapeuten insgesamt
34.407 Akupunktursitzungen durchgeführt. Es kam in 12 Fällen zu schwerer
Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit und Schwitzen, in weiteren
7 Fällen zu unerwarteter Zunahme der bestehenden Symptome, in 5 Fällen
zu verstärkten Schmerzen sowie in 4 Fällen zu psychologischen und
emotionalen Reaktionen. In 3 Fällen wurde entweder die Akupunkturnadel
vergessen oder die Moxibustion bzw. Erhitzung der Nadeln führte zu
Hautverbrennungen. Weitere 10 Patienten zeigten verschiedene
Nebenwirkungen, die von Kopfschmerzen bis Blut im Urin reichten. Zwei
weitere Fälle wurden ohne Angabe konkreter Nebenwirkungen als
Schadenfälle angegeben."

Ausführlich unter

https://www.psiram.com/ge/index.php/Akupunkteur#cite_note-29

Kommentar von Auskunft ,

Bei der Homöoapthie stellt der Begriff "Erstverschlimmerung" eine Erfindung dar, der die fehlende Wirksamkeit dieser Methode verschleiern soll.

"Unter einer Erstverschlimmerung (gelegentlich auch als Heilkrise bezeichnet) wird bei Anhängern der Homöopathie die Verschlimmerung der Symptome einer Erkrankung kurz nach Beginn
einer homöopathischen Behandlung angesehen, die als Heilreaktion
aufgrund einer richtigen Arzneimittelwahl gewertet wird.

Angeblich soll der Körper dabei das Mittel „erkennen“ und die „Selbstheilungskräfte“ aktivieren. Der Begriff Erstverschlimmerung und das dahinterstehende Konzept werden auch außerhalb der Homöopathie bei anderen alternativmedizinischen Methoden verwendet, sind jedoch in der akademischen Medizin nicht definiert.

Da bei der Homöopathie außer einer Placebowirkung (durch Umstände des Erwerbs der Mittel und der persönlichen Zuwendung
bei Therapeutenkontakt) eine nicht effektive Behandlung stattfindet, ist eine eventuell eintretende so genannte Erstverschlimmerung nicht von einer auf natürlichem Wege ablaufenden Verschlechterung zu
unterscheiden, die auch ohne Homöopathie eingetreten wäre.

Eine Erstverschlimmerung ist insbesondere immer dann zu erwarten, wenn ein Patient sich im Anfangsstadium einer Erkrankung - wenn diese also den Höhepunkt noch nicht erreicht hat - homöopathisch behandeln lässt oder unbehandelt bleibt.

Soweit es nicht gelingt, eine natürlich eintretende Verschlechterung des Gesundheitszustandes sicher von einer therapeutisch
induzierten "Erstverschlimmerung" zu unterscheiden, bleibt der Begriff der Erstverschlimmerung lediglich eine Umdeutung
des Fortschreitens einer Erkrankung in eine Heilreaktion.

Erschwerend kommt hinzu, dass es zahlreiche Krankheiten gibt, die einen zyklischen Verlauf mit Verschlechterungen und Besserungen (bzw. Schüben) aufweisen."

https://www.psiram.com/ge/index.php/Erstverschlimmerung

Tipp: Klick in diesem Link einmal in der ersten Zeile auf das Wort "Homöopathie".

Antwort
von faymorgane, 61

Wie du siehst, bekommst du hier vor allem Antworten von Gegnern der Homöopathie. Das ist vielleicht nicht das was du suchst. Deine erste Ansprechpartnerin ist deine Heilpraktikerin, und wenn du weiteren fachlichen Rat möchtest, bist du in so einem Fall bei einem Fachforum besser aufgehoben. Von meiner Seite nur soviel: Normal ist so eine Reaktion nicht, aber sie kann vorkommen. Wenn sie nur eine Stunde dauert und danach Ruhe ist, ist das noch im Rahmen des Akzeptablen.

Kommentar von MalNachgedacht ,

und wenn du weiteren fachlichen Rat möchtest, bist du in so einem Fall bei einem Fachforum besser aufgehoben

darf ich an der Stelle fragen, ob es bezüglich dem konkreten Beispiel für Fachwissen auf dem Gebiet der Homöopathie etwas Neues zu vermelden gibt?

Oder ist der Stand immer noch der, dass dafür kein einziges Beispiel bekannt ist?

Antwort
von Eierkuchen, 153

Hallo

Hinter diesem Link, findest du alles, was du über Homöopathie wissen solltest.

http://www.gwup.org/images/stories/pdf/themen/gwup%20homopathie-broschuere-lores...

Gruß und gute Besserung 

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