Frage von fragdoch95, 24

Hebe einen kleinen 8 Monatigen Alten Kater aufgenommen, verhält sich sehr ängstlich was kann man tun?

Also ich habe seit 2 Tagen den kleinen "Coky" bei mir und meiner Frau aufgenommen. (Die Rasse ist mir leider nicht bekannt)

Laut vorbesitzer ist er sehr sehr ängstlich Menschen gegenüber und halt sich allgemein immer zurück.

Sie hatten ihn bekommen wo er noch 3 Monate war.

Sie meinten das er nach ca 2 Tagen mal ab und zu rausgegangen ist und gefressen und getrunken hat, auch das Katzenklo war kein thema.

Bei mir allerdings mit nur 2 Personen und einen Kater statt 5 Personen und 2 Hunden, blüht "Coky" nicht so auf.

Er lässt sich nicht anfassen, streicheln oder nicht mal aus der Hand kann man ihn füttern.

Außerdem wollte ich ihn heute mal grob auf Flöhe untersuchen. Als ich ihn aber am Packfell gegriffen hatte, was ja nicht falsch ist, fing er an zu orinieren und zu Stuhlen.

So eine Angst habe ich bei kein Tier jemals erlebt!

Also wollte ich euch mal fragen was ihr so vorschlagen tut um ihn vielleicht wieder vertrauen uns Menschen gegenüber zu geben?

Laut Internet ab und zu mit ihm spielen locken mir Leckerlis etc. . denke nicht das das alles helfen wird.

Jemand von euch eine Idee?

Dieses Arme Tier tut mir verdammt leid...

Danke im voraus

Antwort
von KittyCat2909, 17

Servus :)

Ich kann dir aus eigener Erfahrung mit einem ähnlichen 'Problemfall' dringend Empfehlen, das sehr(!) viel Geduld das Mittel ist, um die Katze allmälich an euch zu gewöhnen.

Redet mit ihr bzw ihm, wenn er euch zb ansieht mit einer sanften angenehmen Stimme und werdet möglichst nie laut in seiner Gegenwart.

Streichelt ihn nur dann,. wenn er eure Nähe sucht und das auch wenn, dann für die erste Zeit nur sehr kurz.

Nehmt ihn selbst nie auf, oder zwingt ihn in irgendeiner Weise zu etwas.

Das mit dem Griff zeigt, wie du sehr richtig gedeutet hast- absolute Todesangst und Panik.

Übrigens sollte man sowas nur dann bei grösseren Katzen machen, wenn man sich nicht anders zu helfen weiss, um sie zu fixieren und zeitgleich ihre Pfoten hält bzw unter ihren Körper als Hebeunterstützung greift, denn ab einem gewissen Alter mag das Keine Katze.

Höchstens kann man mit einem leicht festen Griff mal ans Genack fassen udn halten- nie aber eine erwachsene oder fast erwachsene ausschliesslich daran heben.

Bei meiner Pflegekatze hat es tatsächlich 3/4 Jahr gebraucht, bis sie das erste mal von sich aus auf meinen Schoss gekommen ist. Monate, bis man sie etwas länger streicheln dürfte. Dannach war sie eine richtige Schmuserin. :)

Wie lange du bei eurem brauchen wirst kann ich dir nicht sagen- es ist stark abhängig von dem Katzer.

Zwängt ihm kein Leckerli auf- mach ganz kleine Schritte idem ihr es zb in seine Reichweite gebt- oder auch einfach in den Napf. So lernt ihr selbst, was er zb ganz besonders gerne mag. :)

Ausserdem sind zwei Tage sehr kurz. Stell dir mal vor, dich gibt man einfach so weg und plötzlich bist du bei dir fremden Wesen, die du nicht kennst und nicht weisst wie sie sind und was sie von dir wollen- dann verstehst du sicher auch, wie so ein Tier es erleben muss.

Ich hoffe etwas geholfen zu haben - auch für euren Schnurrer. :)

Kommentar von fragdoch95 ,

Dabke dir

Antwort
von Schwoaze, 4

Ich hatte mal eine ängstliche Findelkatze. Sie war noch ein Baby, als ich sie auf dem Feld gefunden hatte. Ausgesetzt?

Es hat lange gedauert und es war auch nicht so schlimm wie bei Dir. Letztlich war ich der einzige Mensch, dem sie vertraut hat. Ich hab alles mit ihr machen dürfen. Sie hat alles in ihrer Macht stehende getan, um mich vor meinem, damals neuen Lebensgefährten zu warnen. Ich hab sie nicht verstanden. Leider.

Wenn Du es schaffst, sein Vertrauen zu gewinnen, wird das für immer sein und Du wirst unglaublich viel Dankbarkeit erleben.

Antwort
von MarkusGenervt, 15

Geduld, Geduld, Geduld!

Und wenn das nicht hilft: Geduld!

Versuche Dich in das Tier hinein zu versetzen. Sieh seine Welt mit seinen Augen.

Wenn er so derbe – im wahrsten Sinne – die Hosen voll hat, muss er erst mal lernen, wieder zu vertrauen.

Dieses Greifen ins Fell ist ein Angriff – für ihn. Das hat Euch erst mal sehr weit wieder zurück geworfen. Vergiss erst mal das Entflohen. Das kannst Du später auch noch machen. Wenn sich allerdings die Flöhe schon bei Euch bedienen, dann überlass das dem Tierarzt. Der ist dann der Buhmann und nicht Du.

Wenn er nicht aus der Hand frisst, dann setz Dich einfach mal daneben, während er isst. Lass aber so viel Abstand, dass er sich überhaupt traut, zu essen. Wirf ihm ein paar Leckerlis vor die Füße, damit er lernen kann, dass das was von Dir kommt, nichts Schlimmes ist.

Behandele ihn so, wie Du ein Wildtier zähmen würdest. Das braucht einfach viel Zeit und Geduld. Zeige dem Tier, dass es keine Angst haben braucht.

Im Übrigen ist es ein Fehler, diesem Kater zunächst den Freigang zu gewähren, denn er muss sich erst mal an Menschen gewöhnen und lernen Euch zu vertrauen. Das wird nicht gelingen, wenn er draußen seine Zuflucht hat!

Schimpfen ist auch vorerst Tabu! Wenn er Mist baut, dann bring es in aller Ruhe und Entspanntheit wieder in Ordnung und rede mit ihm ganz verständnisvoll und sanft. Er wird jede innere Anspannung bei Dir spüren und gleich in den Angstmodus schalten und dann ist vorerst wieder Schicht.

Also achte auch darauf, dass Du das was du mit den Händen aufbaust, nicht gleich wieder mit dem Hintern umwirfst.

Ach, ja, Katzen-Blinzeln! Katzen signalisieren durch das "gemütliche" Zukneifen der Augen, dass sie entspannt sind, keine bösen Absichten hegen und gerne freundlich sein wollen.

Hände heben signalisiert Angriff.

Mit dem Schwanz wedeln signalisiert Genervtheit.

Maunzen signalisiert,
- "Kümmere Dich gefälligst um mich!"
- "Warum verstehst Du mich denn nicht?"
- "Ich will endlich was zu essen!"
- "Mach die Tür gefälligst auf!"
- "Wo ist das Kraul-Kommando?"

Eingezogener Schwanz signalisiert Angst.

Mit dem Bauch über den Boden schleifen signalisiert Jagd-Pirsch.

Wenn mir noch was einfällt, schieße ich das später nach ;)

Hör auf Deinen Kater. Er signalisiert Dir, was er gerne hätte. Katzen sind keine Hunde. Denen kannst Du etwas beibringen, aber Katzen nicht. Die bringen Dir was bei. Du bist erst mal der Dosenöffner und Kloputzer. Aber das ist nur das Allermindeste an Anforderung, die eine Katze an den Menschen stellt. Katzen sind von Natur aus scheu und man muss sich das Vertrauen erst mal hart verdienen. Bei so einem Schisser ist es 10-mal so schwer.

Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist. Es braucht einfach nur mehr Einfühlungsvermögen, mehr Geduld und mehr Zeit.

Ich hatte mal eine halbe Wildkatze. Die war der Schisser schlechthin. Wenn Besuch kam, hast Du nur noch einen Schatten über den Boden fitschen gesehen und ab ins nächste Loch. Der Besuch war schon lange wieder weg, als sie sich denn erst wieder raus getraut hat.

Jahre später war sie immer die erste an der Tür und wollte genau wissen, wer da wieder kommt und ist dem Besuch dann auch nicht mehr von der Pelle gerückt. Treulose Tomate ;oP

Das hat aber nur geklappt, weil ich ihr Zeit gegeben habe und weil ich quasi ihre Mama wurde. Stück für Stück in ganz kleinen Schritten.

Manchmal muss man auch eine Woche mit einem Fisch unterm Pullover herum rennen, damit die Katze auf Deine Schultern springt. *g*

Nein, nur Spaß!

Oh, gerade fällt mir Multivitamin-Paste und Malz-Paste ein. Das schlägt jeden Fisch unterm Pullover! Damit habe ich es auch immer geschafft, meine sogar in die Transportbox zu bekommen – also wenn es zum Tierarzt ging – und die wussten das ganz genau, waren aber so geil auf das Zeug, dass sie voll darauf reingefallen sind.

Wenn es aber gar nicht weiter geht, dann solltest Du einen Coach um Hilfe bitten, denn dann machst Du irgend etwas falsch. Es ist nämlich in Deiner Verantwortung alles richtig zu machen und nicht die Verantwortung des Tieres, Dich verstehen zu müssen. Du hast den Verstand, nicht das Tier. Dafür muss man sich auch mal bücken und auf die Knie gehen.

Noch Fragen? Gerne!

Kommentar von KittyCat2909 ,

Ganz offensichtlich ein Katzenkenner! :)

Aber eins kann ich dementieren- ich kenne einige Katzen, die absolut nicht auf die Vitamin,- oder Malz Paste stehen. ;(

Dann ist es zb Fisch oder anderes- aber es ist fix, dass so ziemlich jede Katze auf bestimmte 'Naschereien' absolut abfahren. :D

Kommentar von fragdoch95 ,

Danke dir mein 1 Jahr älter Kater der steht auf Pringels :0

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ach Du Schei55e !!!

Das solltest Du ganz schnell lassen!

Das Zeug macht seine Nieren kaputt – und zwar so richtig!

Die Salze und Geschmacksverstärker führen zu einer Bildung von Kristallen im Urin, die so aussehen und so scharf sind, wie winzig kleine Rasierklingen. Eine meiner Katzen hatte das mal und die hat beim Pinkeln geschrien vor Schmerzen. Die hat sonst nie einen Ton gesagt. Ich habe diese Kristalle beim Vet unterm Mikroskop gesehen. Glaube mir, das willst Du bei Deiner Katze nicht sehen!!!

NICHTS salziges und KEINE Geschmacksverstärker und KEINEN Zucker !!!

Um Gottes Willen, lass das bloß bleiben!

Kommentar von fragdoch95 ,

oh ok dann weiss ich ja bescheid

Antwort
von Giwalato, 9

Laß Coky Zeit, sich einzugewöhnen. Ihr habt ihn erst zwei Tage.

Wenn er ein ruhiges Plätzchen zum fressen hat und dabei nicht gestört (in diesem speziellen Fall auch: gestreichelt) wird, könnt Ihr ihm die Eingewöhnungsphase erleichtern.

Wer weiß, was der kleine Kerl schon alles erlebt hat.

Er wird vielleicht nie mehr eine Streichelkatze, aber wenn Euch sein Wohl am Herzen liegt, kann er trotzdem ein glückliches Katerleben führen.

Alles Gute,

Giwalato

Kommentar von fragdoch95 ,

Dann dir

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