Frage von AnnaHallo, 86

Headshaking beim Pferd - Trigeminusnerv?

Hallo liebes Gute-Frage-Net,

zuerst möchte ich gleich die "Frag Google"-Gesellschaft bitten, einfach wieder zu verschwinden, da es sich um etwas Komplexeres handelt und ich mir außerdem kein Fachbegriffdisaster erhoffe und auch keine wirklichen "Informationen" benötige, sondern eher Erfahrungsberichte.

Nun also zu meiner Frage: Mein Pferd leidet an Headshaking. Damit ihr ihn ein bisschen kennen lernt (und vielleicht fällt euch ja auch hier schon was auf...?) erzähle ich kurz etwas über ihn.

Er ist ein Appaloosa, 11 Jahre alt und seit 5 Jahren bei uns. Er kommt meines Wissens nicht aus schlechter Haltung und hatte es auch bei uns eigentlich immer schön. Leider ist es bei uns auch am Hof nicht immer ruhig - wir haben viele "spezielle" Gäste, wir sind ein Therapiehof und nicht alle Kleinen verstehen sofort, dass Pferde schnell nervös werden. Vielleicht liegt da der Hund begraben, denn seit zwei Jahren shaket mein Pferd mit dem Kopf, sobald er von der Herde und dem Putzplatz entfernt wird.

Vom Arzt wissen wir, dass es bei ihm der Trigeminusnerv ist, bei der Heilung konnte der uns allerdings auch nicht unterstützen. Die Medikamente schlugen nicht wirklich an, bzw immer nur auf kurze Dauer. (Entwickelt er vielleicht eine Art Resistenz gegen das Medikament?)

Nun, nach langer Pause, habe ich angefangen, wieder ein wenig mit ihm zu arbeiten und ich muss sagen: Die Pause hat ihm wirklich gut getan. Er hat Freude an der Bodenarbeit, ist sehr aufmerksam und merkt schnell, dass er weniger Schmerzen hat, wenn er sich konzentriert. Sobald er unaufmerksam wird, mache ich dann Dinge, wo er weniger laufen, sondern mehr denken muss und es wird dann auch besser. Aber wir arbeiten immer noch nur vom Boden aus. Zwar freuen mich die Fortschritte, die wir im letzten halben Jahr gemacht haben (beide!), und ich glaube, dass unsere Beziehung dadurch ungemein gewachsen ist, denn vorher hat er sich nie so offensichtlich gefreut, mich zu sehen, doch ich möchte langsam auch wieder reiten. Und wenns nur Schritt ist. Das wäre mein Traum.

Nun wären meine Fragen an euch, die es bis hier unten geschafft haben:

Könnte es helfen, ihm Bachblüten zu geben? Oder würde das nur die Symptome lindern, es für ihn aber nicht angenehmer machen?

Kann das Knotenhalfter, Halfter oder Zaumzeug Druck auf den Trigeminusnerv ausüben? In diesem Fall könnte ich anfangen, mit ihm mit einem Halsring zu arbeiten, das würde den Druck ja weg nehmen.

Außerdem habe ich von etwas namens "colocynthis homaccord" gehört, angeblich ein homöopathisches Mittel, das Pferden mit Headshaking zu beachtlichen Linderungen verholfen hat.

Ich habe bemerkt, dass es ihm in der Halle viel besser geht, als draußen auf dem Platz, kann das an der Sonne und am "Unbeobachtet sein" liegen? Würde es vielleicht helfen, ihm an heißen Tagen eine Art "Maske" aufzusetzen, um ihn davor zu schützen? In die Box kann ich ihn nicht stellen, wir haben hier Offenstallhaltung.

Liebe Grüße!

Anna

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 39

Bei allen Nervenproblemen hilft der ganze Vitamin B Komplex.

Bei Headshakern habe ich kein guten Erfahrungen mit Bachblüten oder Homöopatika gemacht.

Vitamin B in Massen enthält die Bierhefe. Und für die Lichtempfindlichkeit helfen Masken. Bei sehr vielen Headshakern hilft ein Nasenband mit Bommeln, warum auch immer, aber es hilft.

P.S. die Bierhefe hilft dann auch gleich wenn dein Pferd (was ich nicht glaube) auf eurem Hof zu viel Stress hätte.

Und ich finde es wie immer nicht schön wenn man gleich mal zu beginn einer Frage Bedingungen für deren Beantwortung stellt.

P.S. mit der Diagnose vom TA würde ich mich noch nicht zufrieden geben.

Kommentar von ponyfliege ,

jepp - vitamin b komplex fürs nervensystem und den stoffwechsel. man sollte den menschen immer gleich mittherapieen ;-))

Kommentar von AnnaHallo ,

Das tut mir leid, kam vielleicht unhöflicher rüber, als es gemeint war ... nur wurde ich schon des öfteren in diversen Foren mit der selben Frage mit "Frag Google" abgespeist. Mit der Zeit verzweifelt man dann etwas, es ist ja nicht schön, sein Pferd so leiden zu sehen.

Kommentar von friesennarr ,

Manchmal ist der "Frag Google" hinweis aber richtig.

P.S. dein Pferd leidet deshalb eigendlich nicht. Ich habe viele Patienten, die einen Tick oder einen Tremor haben, die merken es selbst kaum.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 64

nein.

es nützt nichts, nur die symptome zu bekämpfen.

hat der tierarzt einen hirntumor ausgeschlossen?

ich würde abklären, ob das HS in irgendeiner form mit einem gendefekt zusammenhängt.

http://www.headshaker.eu/

zur möglichkeit des gendefekts hab ich da gleich noch einen link.

akkupunktur und auch t-touch kann mit sicherheit helfen, eine verbesserung der symptome zu unterstützen, bezüglich der lichtempfindlichkeit musst du wahrscheinlich basteln. ich würde die augenpartie einer insektenschutzmaske mit eine uv schutzfolie versehen oder die ganze vorrichtung gleich selber bauen aus ebendieser uv schutzfolie und fliegengitter fürs fenster. da musst du selber tüfteln.

hier nochmal der link:

Kommentar von ponyfliege ,

http://www.barnboox.de/wissensdatenbank/fachartikel/erbkrankheiten-bei-pferden-i...

schau mal nach TRPM dort.

deinem pferd gute besserung

und für dich die kleine kritik, dass wir eine community und nicht das gf-net sind. ausserdem hast du den ersten absatz etwas... ähm... "unnett" formuliert.

aber du brauchst keine erfahrungsberichte meines erachtens nach, sondern in der tat fundierte wissenschaftlich-tiermedizinische hintergründe.

auf menschendeutsch übersetzt hat dein pferd schwere migräne. und das kriegst du nicht mit symptombekämpfung unter kontrolle, sondern mit ursachenforschung und deren abstellung.

das probem ist in der tat, dass appaloosa eine der pferderasse mit den häufigsten gendefekten ist. das kann man nicht wegdiskutieren. du musst also auch nachforschen, ob in der verwantschaft deines pferdes schon headshaking aufgetreten ist, oder ob bei einem verwandten pferd gendefekte bekannt sind.

ich bedanke mich für deine frage und dein vertrauen in unsere lesekompetenz. wieso soll man deinen text nicht bis zum schluss lesen, wenn einen die frage interessiert? manche leute lesen sogar ganze bücher über ein einziges thema. da sollte ne viertel din a 4 seite keine probleme bereiten.

Kommentar von friesennarr ,

Äh Pony - du kannst jetzt mehrere Links in eine Antwort packen - nur zur Info.

Kommentar von ponyfliege ,

du ja - ich nicht ;-)) habs probiert... scheint über android-browser bislang nicht möglich. die technik arbeitet wohl bereits dran...

Kommentar von AnnaHallo ,

Ein vererbter Gendefekt kann eigentlich ausgeschlossen werden, in seiner Verwandtschaft kommt kein Headshaking vor, weder bei Geschwistern, noch bei Eltern und Großeltern. Haben eine Halbschwester von ihm hier, die ist zwar noch etwas jünger, aber topfit.

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