Frage von Barbara1010, 67

Haut- bzw. Haarprobleme bei Pferd. Sommerekzem?

Hallo liebe Leute,

der Fellwechsel ist wieder voll im Gange und mein liebes Hottehü fängt wieder zum Rubbeln an der Schweifrübe an. Das ist jetzt schon der zweite Sommer an dem er sich die Schweifrübe fast kahl rubbelt. Im Winter ist wieder alles ok.

Ich hab ihn noch nicht testen lassen auf Allergien. Wie macht man das am Besten bzw. ist es relevant? völlig verwirrt

Meine Versuche bis jetzt das in den Griff zu bekommen, haben wie folgt ausgesehen: Ich habe lokal aufgetragen das Equidoux (hat nur kurzzeitig geholfen) und jetzt versuche ich eine Lotion von einer Bekannten (kann ich nocht nicht sagen wie das hilft, mach ich erst seit ein paar Tagen). Speziell für Ekzemer.

Fütterungsmäßig schaut es so aus: Nach der Arbeit bekommt Herr Pferd eine Hand voll ganzen Hafer, ein paar Sonnenblumenkerne, Leinkuchen und Hanfkuchen (alles zusammengemischt ergibt ca einen kleinen Joghurtbecher voll) und ein normales Mineralfutter. Speziell im Fellwechsel geb ich immer noch kurweise ein bisschen Leinöl (ca. 1 Esslöffel) und das Goldwert von Dr. Weyhrauch übers Futter.

Habt ihr Verbesserungsvorschläge für mich? Ich möchte alles so gut es geht optimieren, aber bin eigentlich komplett ratlos was ich besser machen kann und wie ich die Fellprobleme in den Griff bekomme. Die anderen Pferde sind schon längst fertig mit dem Fellwechsel, mein Pferd fängt immer erst 1-2 Wochen nach den anderen erst an und wird auch dementsprechend später fertig damit.

Danke schon mal im Voraus! Smile

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 24

Das ist meine übliche Antwort:

Hallo, ich lese hier sehr oft, das jemand Probleme mit dem Ekzem
beim Pferd hat. Pferde die ein Ekzem entwickeln sind nicht nur
gegen Mücken allergisch. Vielmehr haben sie ganz massive Probleme mit ihrer Verdauung und ihrem Stoffwechsel.Ein Ekzemer kann therapiert werden - teilweise sogar bis zum vollständigenAbheilen der Krankheit. Das Ekzem selbst ist nur das nach außen hin sichtbare Symptom einer weitreichenden Stoffwechselstörung.

Isländer z.B. haben in ihrem Heimatland kaum diese Erkrankung
- hier bei uns sind aber gerade Isis vermehrt erkrankt warum ist
das so?Im Heimatland der Isländer ist ein Seeklima - Zinkhaltige
Böden (nähe zum Meer) Algen und Salzfischlecken - die die Isländer ihren
Pferden bereitstellen.Hier bei uns ist Zinkmangelgebiet, Algen gibt es
gar keine und Seefisch bekommen sie auch nicht mehr. Nun wird die Haut
empfindlich, da nach der Niere und der Leber das dritte Entgiftungssystem beim Pferd der Huf bzw. die Haut ist.

Sind also Niere und Leber an ihre Kapazitäten gelangt - muß über
die Haut entgiftet werden. Beschläge am Huf tun noch ein übriges
dazu, das auch die Entgiftung über den Huf nicht mehr funktioniert.Wie kann man nun einem Pferd helfen - seine Darm- Nieren- und Lebergesundheit
wiederzufinden.Als erstes sollte der Darm renoviert werden - BT Bierhefe
ist da das Mittel der Wahl, da die Bierhefe einfach alles in dieser
Hinsicht unterstützt, sie hilft dem Darm wieder ordentlich zu arbeiten,
indem sie die Darmflora ordentlich unterstützt bzw. die guten
Darmmikroben fördert, sie hilft der Niere und der Leber ihre Arbeit
besser zu verrichten und entschlackt diese.Als einzigstes Kraftfutter
fürs Pferd eignet sich eigendlich nur der Hafer - alles andere ist für
den Pferdekörper ungünstig - da z.B. Mais, Gerste, Öle und
besonders der Weizen sich sehr negativ auf den Darm auswirken.
Verklebungen der Darmzotten.

Zink muß beim Ekzemer auf jeden Fall zugefüttert werden, da er
das Immunsystem stärkt und jeder Zinkmangel beim Pferd weitreichende
Stoffwechselprobleme nach sich zieht. Auch ist bekannt das die Ekzemer
einen sehr hohen Bedarf an diesem Mineral haben. Um dem Pferd die so
wichtigen Vitamine zuzuführen (die leider in unseren Kulturweiden schon
lange Mangelware sind braucht man ein Mineralfutter das diesen Mangel
gut auffängt.Vitamine sind auch wiederum Mangelware besonders das
Vitamin D und E - da Pferd ja nun mal kein Fleischfresser ist, muß er
auf das Provitamin D ausweichen - das aber erst in der Haut (die ja beim
Ekzemer nicht mehr funktioniert) umgewandelt wird in Vitamin D.

Die erste Kur die ein erkranktes Pferd braucht dauert ca. 6 Monate
- dannach sind Auffrischungen der Kur für 2 Monate im Januar bis März
sinnvoll. Vor der Weidesaison. 

Umstellung eines an Ekzem erkrankten Pferdes: Alle Müslis, alle zuckerhaltigen Futtermittel müssen vom Speißeplan entfernt werden
z.B. Karotte, Apfel, Leckerlie,und Zuckerrübenschnitzel.

Rezeptur: Gutes Heu als Grundlage für alles, keine Heulage und
kein Gärheu. Etwas gutes Futterstroh. BT Bierhefe 100 g tägl. in
der ersten Woche und dann immer 200 g tägl. für jeden Tag der Kur.

Bei besonders heftiger Darmproblematik kann auch hier bis 500 g erhöht
werden. Mineralfutter nach Herstellerangaben dosieren - es eignet sich
hier Iwest und Derby Algenmineral je zur Hälfte. Täglich.

Oder ein Mineralfutter und zusätzlich ein Algenpräparat. Zinkpräparat muß
hochwertig sein - z.B. Orthosal, Zn Zink von Weihrauch oder Equipur plus
ebenfalls lt. Herstellerangaben zu dosieren. Täglich. Lebertran bzw.
Dorschlebertran bekommt man in der Apotheke oder im Tierbedarf und
Internet. 20 bis 30 ml täglich.

Um das ganze im Futter fürs Pferd unterzubringen, eignet sich der
Hafer (möglichst Schimmelfrei und im ganzen Korn), und bei Pferden
die keinen Hafer als Kraftfutter erhalten,eignen sich Heucobs oder
Wiesencobs.

Bei wund gescheuerten Pferden eignet sich die Bierhefe als Paste
verrührt auf die juckenden Stellen auzutragen (nach dem antrocknen
wieder abwaschen). Alternativ Kanne Brottrunk mit dem Schwamm aufbringen nicht mehr abwaschen.

Nach der Abheilung eignen sich die Tierseife für Mauke und Ekzem
von Joveg sehr gut zur Pflege und zur Juckreizhemmung. Noch dazu
kommt, das die Pferd sich so viel wie möglich frei bewegen können,
ein Pferdedarm braucht Bewegung umrichtig funktionieren zu können -
Futtermittel alleine reichen nicht aus - die Stehzeit des Pferdes
sollte so gering wie möglich gehalten werden.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 48

Schau mal bei " friesennarr", die hat da einiges auf Lager.

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