Frage von HasumaNemark92, 158

Wie kann man den Wert eines Hauses ermitteln?

Hallo, Ich M23, und meine Schwester 26 wohnen bei meinen Eltern 58jahre, im Eigenen Haus auf dem Land 700einwohner zu den nächsten Städte ca 10min Fahrzeit. Da meine Schwester dieses Jahr selbst Haus baut, möchten meine Eltern mir dann das Haus überschreiben, und ich soll meine Schwester auszahlen soll. Jetzt meine Frage.

Wie läuft das alles ab? Hauswert schätzen lassen? Notar? Was kommen da für Kosten auf mich zu?

Haus: Bj: 1992 Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachboden, Garage Grundstück 800mq Wohnfläche 270mq Heizung Öl, Holz

Ich weiß von meiner Schwester das der Grundstückpreis bei uns im Ort 85euro pro mq unerschlossen

Mfg

Antwort
von gerd47, 91

Für die Wertermittlung einer Immobilie gibt es verschiedene Ansätze. Eine oft angewandte Methode ist jene über den Mietwert. Das geht (näherungsweise!!) so: Wohnfläche in m² x Mietpreis pro m² x 12. Das wäre dann die Jahresmiete, und dieser Wert wird dann noch mit einem Faktor multipliziert, der zwischen 10 und 15 liegt, je nach Lage, Bausubstanz und ggf. Ausstattung. Für ein ordentliches, durchschnittliches Haus wird sehr oft ein  Faktor zwischen 12,5 und 13,5 gewählt. Leider weiß ich nicht, wie hoch bei dir der Mietpreis liegt, wenn das Haus vermietet wäre. Aber dafür gibt es in jeder Gemeinde einen Mietspiegel. Wenn ich jetzt beispielhaft den Mietpreis mit 6 €/m² und den Faktor mit 13 ansetze, dann komme ich für das Haus auf ca. 253.000 € und das Grundstück ist einfach 800 m² x 85 €/m² = 68.000 € wert. Erfrage aber bei deiner Gemeindeverwaltung den Bodenrichtwert für euer Haus, er kann nämlich von dem Wert, der für den Bauplatz deiner Schwester gilt, abweichen. Zusammen sind das also für eure Immobilie rund 320.000 €. Das ist freilich eine grobe Rechnung ohne das Haus gesehen zu haben und ohne Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten.

Um aber allen möglichen und evtl. künftigen Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, ist es angebracht, ein unabhängiges Gutachten einzuholen. Gibt es in eurer Gemeinde einen Gutachterausschuß? Dieses Gremium setzt sich meistens aus ein paar Baufachleuten und evtl. ein paar erfahrenen Gemeinderäten zusammen und arbeitet zumeist ehrenamtlich. So etwas gibt es bei mir hier, aber nicht überall. Ansonsten wäre ein öffentlich bestellter und vereidigter Gutachter nicht schlecht. Diese Herrschaften lassen sich ihre Arbeit aber gut bezahlen. Oder kennt ihr noch den Architekten, der damals das Haus entworfen und vielleicht als Bauleiter auch betreut hat? Der hat auf jeden Fall noch alle Unterlagen und wird euch sicher nicht im Stich lassen. Vielleicht sogar kostenlos. Von dem was hier als Gesamtwert ermittelt wurde, erhält deine Schwester die Hälfte, quasi als vorgezogenes Erbe.

Wenn du dich mit deiner Schwester einig bist, dann folgt der Gang zum Notar/Gundbuchamt, denn die Eigentumsübertragung muß notariell beurkundet und im Grundbuch eingetragen werden. Falls deine Eltern im Haus bleiben sollte für sie ein lebenslanges Wohnrecht ebenfalls eingetragen werden.

Ja, und irgenwann meldet sich das Finanzamt wegen Erbschafts- und vielleicht sogar  Grunderwerbsteuer. Letzteres glaube ich aber nicht, denn du kaufst das Haus ja nicht sondern du "erbst" es. Das FA könnte, spitzfindig wie die sind, entweder Erbschafts- oder Schenkungssteuer ansetzen. Das ist unter dem Strich aber dasselbe. Mache dir deswegen aber keine Gedanken - diese Steuer fällt für dich unter den Tisch, weil die Freibeträge für Verwandte 1. Grades sehr hoch sind.

Ich wünsche dir/euch viel Erfolg.

Antwort
von ChristianLE, 87

Grundsätzlich muss hier ein Sachverständiger den Wert des Hauses im Sachwertverfahren schätzen.

Die Kosten des Gutachters sind vom Wert der Immobilie abhängig und werden nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ermittelt.

Schau mal hier:

http://www.kv-immobiliengutachten.de/gutachter/wertermittlung/kosten-honorar.htm...

Notar?

Der wäre dann notwendig, wenn das Haus auf dich überschrieben wird. Hier ist dann eine Änderung des Grundbuchs notwendig.

Kommentar von gerd47 ,

Keinesfalls muß ein Sachverständiger hinzugezogen werden - er kann lediglich. Manchmal ist das sogar sinnvoll. Wenn sich Bruder und Schwester gütlich selbst einigen reicht das auch.

Kommentar von ChristianLE ,

Aus der Fragestellung geht allerdings hervor, dass Bruder und Schwester keinen Schimmer davon haben, wie der Wert ermittelt werden kann.

Vielleicht sollte ich die Antwort dahingehend korrigieren, dass ein Sachverständiger schätzen "müsste"

Antwort
von habakuk63, 72

Eventuell könnt ihr das Haus verkaufen und den Erlös teilen?

Wenn du keine Familie hast, die das Haus (aus)nutzen kann ist es einfach zu groß.

Ich habe vorher auf 212qm gelebt und außer putzen und heizen wirst du mit den meisten Räumen nichts machen. In 10 Jahren sind neue Fenster und eine neue Heizung fällig.

Bei den Kosten ist die Antwort von Bloodlord2003 zutreffend.

Kommentar von gerd47 ,

Deine Antwort hast du sehr unüberlegt geschrieben. Aus den Angaben des FS geht hervor, dass es sich hier höchstwahrscheinlich um mindestens ein 2-Familienhaus handelt. Und dann: wo sollen nach einem Verkauf die Eltern wohnen? Sollen die sich eine neue Bleibe suchen oder im von ihnen erbauten Haus Miete zahlen? Also bitte: erst nachdenken - dann schreiben.

Ein Haus ist unter Umständen schnell verkauft. Nur muß man die Folgen gut bedenken und mit ihnen ggf. leben können.

Antwort
von schelm1, 57

Lassen Sie das Haus zur Vermeidung von Ärger durch einen öffntlich bestellten und vereidigten Sachverständigen schätzen. Die Kosten dafür stehen in keinem Verhältnis zum Wert des Geschenks.

Falls die Eltern noch ein Wohnrecht behalten sollen, belastet  dies den Wert des Hauses.

Kommentar von HasumaNemark92 ,

Belastung in wie fern? Mfg

Kommentar von schelm1 ,

Ein solches Recht schränkt die Nutzung des Hauses für den Eigentümer ein.

Antwort
von noname68, 62

du kannst entweder eine teuren gutachter einschalten oder auf einer der großen immobilien-portale eine rd. 30 € teure bewertung kaufen, die sich nach den grundwerten und allgemeiner beschreibung richtet.

es kommt doch an, ob deine schwester das maximale aus ihrem erbteil herausholen möchte oder eher an einer fairen und einvernehmlichen lösung interessiert ist. wenn ihr ein gutes verhältnis miteinander habt, dann solltet ihr so eine lösung anstreben, bevor es zu einem zerwürfnis kommt.

wenn sie z.b. so eine einfache bewertung akzeptiert, dann einigt euch und geht mit den eltern zum notar zur überschreibung an dich. hole dir 2 oder 3 finanzierungsangebote ein, da du vermutlich deine schwester nicht aus der portokasse auszahlen kannst ;-)

Antwort
von Bloodlord2003, 62

das haus wird über 300.000 wert sein, du wirst ihr dann 150.000+geben müssen

nein, notare schätzen nicht, ein immobiliengutachter schätzt den preis

notar braucht ihr für die übertragung

gutachter kostet 1,2% des wertes, also so um 3000, notar so 1,5%, also so 4000

grunderwerbssteuer fällt weg, makler ist auch nicht

also so 10.000+das geld für deine schwester

Antwort
von MichiBrink, 27

Immobilie bewerten lassen geht auch bequem und kostenlos im Internet (inklusive Wertgutachten)

https://www.realbest.de/bewerten?afId=COgMA63034

Antwort
von webya, 44

Die Frage ist, willst du alleine wirklich dieses Haus haben oder ist ein Verkauf besser und du sucst dir von dem Geld etwas passendes.

Was willst du mit 250qm? 

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