Frage von Nesonica,

Hausverwaltung stellt mir Reparaturen in Rechnung, zu Recht?

Hallo allerseits! Als ich in meine Wohnung im April 2011 einzog funktionierte die Heizung bereits nicht, was ich erst jetzt im Winter zu spüren bekam. Nun möchte mir die Hausverwaltung den Betrag von ca. 45 € in Rechnung stellen. ("vollständige Kostenbeteiligung bei Kleinreparaturen") Ist das denn gerechtfertigt? Schließlich war die Heizung zuvor bereits außer Betrieb. Die Wohnung war eine Woche lang (bis zur Reparatur) nicht mehr bewohnbar, weshalb ich 100% der Warmmiete zu diesem Zeitpunkt kürzte. Auch dagegen protestierte nun die Hausverwaltung und meinte, mir ständen lediglich 25% zu und verlangt eine entsprechende Nachzahlung. Wie soll ich reagieren? Auf welche Gesetze kann ich mich hierbei beziehen? Für Eure Hilfe wäre ich Euch sehr dankbar - leider bin ich bei diesem Thema in Foren nicht sonderlich fündig geworden.

Hilfreichste Antwort von imager761,

Als ich in meine Wohnung im April 2011 einzog funktionierte die Heizung bereits nicht,

Weil sie erst in der Heizperiode ab Herbst überhaupt erst angestellt wird?

45 € in Rechnung stellen. ("vollständige Kostenbeteiligung bei Kleinreparaturen") Ist das denn gerechtfertigt?

Wie soll man das nach der Fallbeschreibung zielführend beantworten? Heizkörperventil (Thermostat) defekt? Röhrchen des Temperaturfühlers bei Renovierung geknickt? Gas-Einzeltherme mit Verschleissteilausfall? Elektronischer Wohnungsregler durch Bedienungsfehler außer Funktion gesetzt? Wasserstand auf der Therme zu niedrig und Schutzauslöser aktiviert? Wirksame Kleinreparaturklausel vereinbart?

Dann ja.

Die Wohnung war eine Woche lang (bis zur Reparatur) nicht mehr bewohnbar, weshalb ich 100% der Warmmiete zu diesem Zeitpunkt kürzte. Auch dagegen protestierte nun die Hausverwaltung und meinte, mir ständen lediglich 25% zu und verlangt eine entsprechende Nachzahlung. Wie soll ich reagieren?

Schnellstens zahlen :-O

Selbst bei einem vollständigen Heizungsausfall steht dir Mietminderung nur anteilig zu. Bei einer Woche Ausfall eben nur 25% der Monatsbruttomiete ;-O

Mietschulden berechtigten den VM zu einer Abmahnung und fristlosen Kündigung :-O

Für Eure Hilfe wäre ich Euch sehr dankbar

Gerne. Und bevor du das nächste Mal etwas unternimmst, vergewissere dich rechtssicher über die Rechtslage: Mieterschutzbund, Verbraucherberatung, Anwalt :-)

G imager761

Antwort von XtraDry,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

a) Reparaturen an Thermen sind nur in Ausnahmefällen Kleinreparaturen, i.d.R. aber nicht. Und auch nur dann, wenn es überhaupt dafür eine wirksame Klausel im Mietvertrag gibt...

b) ob die Wohnung wirklich unbewohnbar war, kann hier niemand sagen, das hängt von den in der Wohnung herrschenden Temperaturen ab und muss von Dir nachgewiesen werden. Letztlich müsstest Du zumindest in dieser Zeit nachweislich woanders gewohnt haben, denn in einer unbewohnbaren Wohnung kann man ja, wie das Wort schon sagt, nicht wohnen. Falls dem nicht so ist, könnte die Forderung der Verwaltung berechtigt sein...

Antwort von Commodore64,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Das mit den €45 kann man schlecht nachvollziehen. Vermutlich wird das aber zu Unrecht berechnet.

Aber die Warmmiete kann man auf keinen Fall um 100% kürzen! Wurde denn wegen der Kälte nicht mehr getrunken, geduscht, gewaschen, geputzt oder auf das Klo gegangen? Wurde auch kein Müll mehr produziert usw.? Man kann die Kaltmiete mindern. Und 100% eigentlich nur wenn die Wohnung unbewohnbar ist und man daher woanders wohnen musste. Solange man in der Wohnung wohnt kann man wohl eher nicht beweisen dass die Wohnung unbewohnbar ist, oder?

Da haben die recht, das geht nicht.

Kommentar von Nesonica,

Klingt sehr plausibel, vielen Dank. :)

Kommentar von Commodore64,

Ab zum Mieterschutzbund und die rechnen lassen was man darf und was nicht. Fehlen zwei Warmmieten zu unrecht - und das ist hier klar der Fall - kann es die Fristlose Kündigung geben! Selbst wenn man mindern durfte, ohne die Formalitäten 100% eingehalten zu haben ist einfach so nicht zahlen nicht richtig!

Der Mieterschutzbund kostet zwar Geld, aber weniger als raus zu fliegen!

Kommentar von XtraDry,

Die Miete wird gem. BGH immer anteilig von der Warmmiete gemindert...

BGH XII ZR 225/03

Kommentar von Commodore64,

Klar, aber nicht 100%. Das geht nur wenn man die Wohnung nicht mehr betreten kann, also auch keinen Verbrauch mehr haben kann! Der reale Verbrauch steht dem Vermieter immer zu, egal was ist!

Kommentar von imager761,

Welchen Teil von anteilig versteht ihr beiden eigentlich nicht? "Die Wohnmung war eine Woche lang (bis zur Reparatur) nicht mehr bewohnbar, weshalb ich 100% der Warmmiete zu diesem Zeitpunkt kürzte."

Die Nachforderung des VM von 75% der Bruttomantsmiete ist daher völlig legitim - streng genommen muss sich der Vermieter - je nach Monat und Mangeldauer - sogar nur mit 5/30 oder 7/31 Mietminderung abfinden :-)

Unterstellt, der Ausfall lag in der Heizperiode oder bei entsprechend anhaltend geringen Außentemperaturen vor, nicht etwa im April 2011 :-)

G imager761

Kommentar von XtraDry,

"Die Wohnmung war eine Woche lang (bis zur Reparatur) nicht mehr bewohnbar, weshalb ich 100% der Warmmiete zu diesem Zeitpunkt kürzte."

Welchen Teil von "zu diesem Zeitpunkt" verstehst Du denn nicht? Nirgends steht, dass die gesamte Monatsmiete anteilig gekürzt wurde, die Frage ist, ob eine Kürzung um 100 % FÜR DIESEN ZEITRAUM legitim ist oder nicht, nichts anderes wird hier diskutiert...

Da die Heizung ja erst jetzt in der Heizperiode repariert wurde, dürfte der Zeitraum logischerweise zu Beginn der Heizperiode im Oktober oder November gelegen haben...

Antwort von jockl,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Diese Forderung ist nicht zulässig. Die sog. kleinreparaturklausel gilt nut für Reparaturen in der Mietsache selbst. Eine Reparratur der Heizung bezieht sich auf die Gesmt-Instandhaltung des Hauses und ist nicht umlagefähig. Ich würde dazu einen zutreffenden Gesetzestext verlangen und solange dieser nicht erbracht wird, die Zahlung verweigern. Das aber bitte wenn möglich per E+R.

Kommentar von XtraDry,

Woher willst Du wissen, dass die Heizung nicht eine Gasetagenheizung in der Wohnung ist???

Kommentar von jockl,

In der Fareg war nur von Heizung zu lesen, das zum einen und diese Kleinrep.-Klausel bezieht sich im allgemeinen z.B. auf ggf. kaputte Armaturen, Schlösser und ähnliches.

Ansonsten, wenn die Wohnung eine Woche angeblich nicht bewohnbar war, die HV sogar 25% Mietminderung anerkannt hat, kann diese Reb. nicht 45 € erledigt gewesen sein und die möglichen 45 € da herausuzurechnen ist nicht zulässig.

Kommentar von XtraDry,

Wenn es nur ein rausgerutschtes oder verrußtes Thermoelement war (gängiger Ausfallgrund bei Heizungen), kann das selbstverständlich mit 45 Euro erledigt sein, gerade an einer Gasetagenheizung...

Aber Du hast insofern Recht, dass auch das keine Kleinreparatur wäre...

Kommentar von Nesonica,

Vielen Dank! :) Und wofür steht E + R? doof frag

Kommentar von XtraDry,

Einschreiben + Rückschein. Wobei die bessere Zustellungsmethode das Einwurfeinschreiben oder noch besser die Botenzustellung ist...

Kommentar von Nesonica,

ich mach's einfach per Fax :)

Kommentar von XtraDry,

Dann solltest Du aber auf einen qualifizierten Faxbericht einstellen, sonst macht auch das keinen Sinn...

Antwort von DerHans,

Wenn die Wohnung nicht zu nutzen war (dann müsstest du z.B. in ein Hotel ziehen) kannst du natürlich den Ersatz der Aufwendung beanspruchen. Wenn es (nur) unangenehm in der Wohnung ist, berechtigt das keinen 100 % Abzug.

Wieso hast du denn die Reparatur der Heizung nicht gleich nach dem Einzug verlangt?

Antwort von wildearny,

Wenn du sicher gehen willst würde ich beim örtlichen Mieterschutzbund anrufen und fragen !

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