Frage von ElgaM, 128

Hausverkauf Steuerpflicht?

Hallo, ich habe mit meinem Freund (von seinem Geld) ein Haus gekauft. Da er nun mein Ex-Freund ist, haben wir das Haus - mit Gewinn- wieder verkauft. Ich war laut Notarvertrag und Grundbucheintrag alleinige Besitzerin des Hauses und die Kaufpreiszahlung ging auf mein Girokonto. Mein Ex beansprucht jetzt das ganze Geld für sich alleine und er bekommt auch alles, nur behauptet er jetzt, dass ich den Gewinn nicht versteuern muss, da ich das Haus ja nur in seinem Auftrag gekauft habe und ich ihm Kaufpreis und Gewinn erstatte und ich das schließlich schriftlich von ihm habe. Ich glaube jedoch nicht, dass das Finanzamt so ein Schreiben anerkennt, und habe ihm erklärt, dass ich mir von dem Geld einen Teil einbehalte, um evtl. Steuern zu bezahlen. Wer weiß, wie das gehandhabt wird, bitte antworten. Danke

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 59

Leider schreibst Du viel, aber nicht das, worauf es bezüglich Steuer ankommt.

1. Wurde das Haus zu eigenen Wohnzwecken seit dem Kauf genutzt? Dann ist es auf jeden Fall nicht Einkommensteuerpflichtig.

2. Wenn es am Anfang vermietet gewesen sein sollte, müsste es bei einem Verkauf in 2015, zumindest einen Tag in 2013 und dann bis zu Verkauf selbst genutzt worden sein.

3. Wenn es überhaupt nicht selbst genutzt wurde, müsstest Du es sein über 10 Jahren gehabt haben.

Kommentar von wfwbinder ,

   Im Februar 2015 gekauft und im Dezember 2015 verkauft. War für uns nur ein Schnäppchenobjekt, günstig gekauft, wenig renoviert, mit viel Gewinn weiterverkauft...notariell ist ja alles geregelt. Mir gehts nur ums Finanzamt, ob die Geld von mir wollen, trotz Vertrag mit meinem Ex, der alles Geld bekommt.

Habt Ihr irgendwann darin gewohnt, nach der Renovierung?

Wenn "nein" steuerpflichtig gem. § 23 EStG.

Kommentar von wfwbinder ,

 Ja, er hat was gegen die 12.000 Euro als Sicherheit, da er behauptet, dass es ausreicht, wenn er mir fürs Finanzamt bestätigt, dass ich das Haus in seinem Auftrag gekauft und verkauft habe und ich keinen Gewinn erzielt habe. 

Das würde bedeuten, Du hast als Agentin für ihn gehandelt, im eigenen Namen für Fremde Rechnung.

Dann muss er versteuern. kostet mehr Steuer, weil er vermutlich mehr Einkommen hat.

    Nein, leider nicht...allerdings wollte mein Ex auch keine Beratung...er glaubt immer, alle Tricks zu kennen

Das sind die Leute, die an 200,- Beratungsgebühr sparen und dafür 16.000,- Euro Steuern zahlen.

Kommentar von ElgaM ,

Ja, danke auch...über deine angeführten Punkte, benötige ich keine Antwort, das ist mir alles klar und trifft außerdem nicht zu...Frage ist, ob ein Schreiben von meinem Ex-Partner ausreicht, indem er mir bestätigt, dass ich das Haus nur in seinem Auftrag gekauft und verkauft habe und ich keinerlei Gewinn erziele...was ja auch den Tatsachen entspricht.

Kommentar von wfwbinder ,

Kann sein, wenn es "wasserdicht" abgefasst wird.

Antwort
von annokrat, 70

so wie du das schreibst, gehe ich davon aus, dass juristisch gesehen das haus dir gehörte, somit auch der betrag, der beim verkauf zustande kam.

desweiteren ist es so, dass beim verkauf von eigengenutzten immobilien keine steuer fällig wird. sofern ihr hinreichend lang oder seit fertigstellung der immobilie drin gewohnt habt, ist der verkauf, nach meinem derzeitigen wisensstand, steuerfrei. da solltest du mal nachforschen, inwieweit sich da für dich eine steuerfreiheit ergeben könnte.

wenn dein freund nichts schriftlich hat, dürfte er kaum chancen haben an sein geld zu kommen, falls du dich zickig stellst. er dürfte auf dein wohlwollen angewiesen sein.

annokrat

Kommentar von ElgaM ,

Juristisch gesehen gehörte das Haus mir-moralisch gesehen jedoch nicht. Die Immobilie war nicht bewohnt...Mein Ex kann das ganze Geld haben, ich will es gar nicht, war ja nie meins. Aber natürlich möchte ich auch keinen finanziellen Schaden erleiden, weil das Finanzamt Geld von mir will und mein Ex mich mit einem seiner Tricks über den Tisch ziehen will. Ich wollte mir nur einen Teil des Geldes behalten und zur Seite legen fürs Finanzamt...da ist er ausgeflippt

Antwort
von annokrat, 51

wenn sowas mit einem schriftstück funktionieren sollte, dann wärst du tatsächlich aus dem schneider (glaub ich aber nicht). allerdings wird er dann steurpflichtig. wenn ich davon ausgehe, dass er ein höheres einkommen als du hat, errechnet sich dann für ihn eine höhere steuerlast aus dem gewinn als bei dir.

somit dürfte steuertechnisch die beste lösung sein, dass du die steuer trägst, so dass er nicht eine höhere steuer blechen muss.

annokrat

Kommentar von ElgaM ,

Er hat gar kein Einkommen, ich war für den Lebensunterhalt zuständig, aber das ist eine andere Geschichte..und,ehrlich gesagt, ist es mir scheißegal, wie hoch seine Steuerlast ist.

Antwort
von Helefant, 68

Grundstücksgeschäfte müssen vor dem Notar geschlossen werden. Das soll verhindern, dass im Nachhinein irgendwelche Unklarheiten bestehen, z. B. dass irgendwelche anderen Vertragsgestaltungen behauptet werden.

Wann hast Du das Haus gekauft, wann verkauft? Habt Ihr drin gewohnt?

Kommentar von ElgaM ,

Im Februar 2015 gekauft und im Dezember 2015 verkauft. War für uns nur ein Schnäppchenobjekt, günstig gekauft, wenig renoviert, mit viel Gewinn weiterverkauft...notariell ist ja alles geregelt. Mir gehts nur ums Finanzamt, ob die Geld von mir wollen, trotz Vertrag mit meinem Ex, der alles Geld bekommt.

Kommentar von NickgF ,

Mein Ex beansprucht jetzt das ganze Geld für sich alleine und er bekommt auch alles

Für mich noch unklar > wer hat denn nun im Februar beim Kauf den KP aufgebracht ? Hat er dir das Geld damals zur Verfügung gestellt?

Oder wurde finanziert - wenn ja wie denn (welche Regelungen, wer ist Kreditnehmer/in) ?

Antwort
von annokrat, 49

dann wird wohl eine steuer fällig, die du bezahlen musst, weil das haus nun mal juristisch dir allein gehörte. entscheidend ist natürlich wie viel geld du zurück behalten willst. das muss in einem sinnvollen wert zur zu erwartenden steuerlast stehen. die steuerlast wiederum errechnet sich aus deinem jahreseinkommen und dem gewinn aus dem verkauf.

sofern du nicht aussergewöhnlich gut verdienen solltest, dürfte ein betrag von 30% des spekulationsgewinnes angebracht sein, mehr nicht. wenn ihr 20.000€ gewinn gemacht habt, dann wären 7.000€ für dein steueraufkommen noch akzeptierbar.

ich befürchte, dass du eine viel zu grosse summe zurück behalten willst.

annokrat

Kommentar von ElgaM ,

Nein, will ich nicht...ich hab grob ausgerechnet, dass bei dem Gewinn von 44.000 Euro plus meinem (mickrigen) Einkommen etwa 12.000 Euro Steuern zu zahlen sind. Mehr will ich gar nicht und falls es weniger ist, kriegt er den Rest ja auch noch. Ich will nur meine Ruhe und keine Steuerschulden. Mehr nicht.

Antwort
von annokrat, 44

jo, das klingt für mich auch sinnvoll. wobei noch zu diskutieren wäre, ob ihr euch nicht den gewinn teilen solltet.

aber gegen diese 12.000€ als sicherheit für die steuerlast kann er nichts haben. ihm muss nur klar sein, dass du steuerpflichtig bist, nicht er. das solltet ihr klären, bzw. er sollte sich das erklären lassen, vielleicht von jemandem, dessen fachwissen er vertraut.

annokrat

Kommentar von ElgaM ,

Nein, er will den Gewinn nicht teilen, macht aber nichts. Er will auch nicht zum Steuerberater. Ja, er hat was gegen die 12.000 Euro als Sicherheit, da er behauptet, dass es ausreicht, wenn er mir fürs Finanzamt bestätigt, dass ich das Haus in seinem Auftrag gekauft und verkauft habe und ich keinen Gewinn erzielt habe. 

P.S. Danke dir, für ein paar Lacher meinerseits über deine Antworten auf ein paar ziemlich blöde Fragen.

Antwort
von ALEMAN2015, 43

Fuer das Finanzamt ist die grundbuchmaessige Abwicklung entscheidend und  nicht irgendwelche Absprachen.  Falls also im Zusammenhang mit dem Verkauf Steuern faellig werden, wirst du dafuer veranlagt. Vielleicht wirst du auch kuenftig gefragt, was du mit dem Geld gemacht hast, denn das Finanzamt wittert hier weitere Steuerquellen.

Antwort
von kenibora, 55

Hat Euch über diesen evtl. "Deal" der Notar nicht beraten....? Wäre seltsam!

Kommentar von ElgaM ,

Nein, leider nicht...allerdings wollte mein Ex auch keine Beratung...er glaubt immer, alle Tricks zu kennen

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