Frage von germanyep007,

Hauskauf sichern durch vorkaufsrecht?

Hallo,

wir stehen in verhandlung mit einem Verkäufer der sein haus veräußern will... bevor der schritt zum notar erfolgt, wollen wir uns absichern mit einem vorkaufsrecht, für das haus...

geht das überhaupt? kann uns jemand den deal streitig machen? was habt ihr für eine idee um sich hier abzusichern... reicht ein einfaches schreiben - zwischen beiden parteien, wo die groben eckdaten definiert und vereinbart sind?

danke ep007

Antwort von WohnWertSpezi,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mein Vorredner schreibt: "Das Vorkaufsrecht muss beim Notar eingetragen werden."

Die Richtung ist richtig, die Details sind unpräzise.

Grundsätzlich: Nur die Eigentumsvormerkung (oder Auflassungsvormerkung oder Eigentumsverschaffungsvormerkung ... alles das gleiche) im Grundbuch, d. h. von einem Notar veranlasst, sicher den Erwerb bevor die Eigentumsübertragung (= Eigentumsumschreibung im Grundbuch) erfolgen kann.

Möglich sind zivilrechtliche Vereinbarungen, wie Reservierungsvereinbarung (höherwertig - Reservierungsvereinbarung mit Anzahlungs- und Schadensersatzregelung). Derartiges kann die Parteien zu "moralischen Wohlgefallen" veranlassen, viel mehr aber nicht.

Wenn der Verkäufer nicht (mehr) will, kann der Erwerbsinteressent vielleicht u. U. einen Schadensersatz ableiten bzw. geltend machen - das Grundstück wird er aber deshalb auch bloß nicht bekommen.

Ein sogenanntes Vorkaufsrecht muss letztlich auch wieder beim Notar protokolliert werden und im Grundbuch gesichert werden, falls sich ein Verkäufer - aus welchen Beweggründen auch immer - darauf einlassen sollte. Schlussendlich kann man auch gleich der Kaufvertrag beurkunden.

Kommentar von RAMA27,

Ich habe schon die Reservierungsvereinbarung mit "Reservierungsgebühr" privatrechtlich vereinbart. Die Vereinbarung beinhaltete eine Reservierung für den Zeitraum der Erstellung eines Bodengutachten (Baugrunduntersuchung) sowie das Rücktrittrecht, wenn zusätzlich Aufwendungen / Kosten (Baugrundverbesserungsmaßnahmen) größer als 20% des Kaufpreises erforderlich werden.

Trete ich grundlos vom Erwerb zurück, fällt die Reservierungsgebühr an den Verkäufer.

Das Gutachten war OK - ich habe das Grundstück bekommen.

Kommentar von Fanfan,

Seegeist hat selbstredent natürlich auch recht. Das Vorkaufsrecht muss beim Notar beurkundet und die Eintragung im Grundbuch von ihm veranlasst werden.

Kommentar von AchIchBins,

Schön geschrieben aber wäre rechtlich nicht anwendbar gewesen. Reservierungsvereinbarungen zwischen Privatpersonen oder/und Maklern haben KEINERLEI rechtlichen Bestand. Auch bei Rücktritt von der Kaufzusage hätte das Geld vollständig zurück gezahlt werden müssen.

Kommentar von germanyep007,

uns geht es in erster linie darum, (verkäufer und käufer, wir sind beides privat leute) damit jeder etwas in der hand hält und keine unstimmigkeiten aufkommen musste eine vetragliche brück geschaffen werden bis der notartermin steht

Antwort von Seegeist,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Das Vorkaufsrecht muss beim Notar eingetragen werden. Dann kann der Verkäufer aber immer noch nach einem anderen Käufer suchen. Wenn der andere Kaufinteressent mit dem Verkäufer zum Notar geht, etwa weil dieser mehr Kaufpreis gewillt ist zu zahlen, werdet Ihr vom Notar unterrichtet. Ihr habt dann die Möglichkeit in den dann bereits bestehenden Kaufvertrag zu den Konditionen einzusteigen, wie diese dort festgelegt wurden. Ihr müsst also auch denn den höheren Preis bezahlen. Dieser Ablauf funktioniert aber nur, wenn Ihr bereits mit dem Verkäufer beim Notar gewesen seid und ein Vorkaufsrecht in das Grundbuch eintragen habt. Erkundigt Euch bei einem Notar. Der Verkäufer muss dabei natürlich mitwirken!

Kommentar von germanyep007,

hallo seegeist,

vielen danke für deine ausführung.

würde ein kaufvertrag den ich mit dem verkäufer abschließe, auch auf wackeligen beinen stehen?

ep007

Antwort von AchIchBins,

Seegeist und DerHans hat es schon gesagt...NEIN, eine private schriftliche Vereinbarung hat rechtlich keine Bindung.

Antwort von DerHans,

Wirklich sichern könntest du den Hauskauf nur, wenn diese Vorkaufsrecht notariell gesichert wäre. Grundstücksgeschäfte bedürfen grundsätzlich der Beurkundung.

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