Frage von yuppieyuppie, 160

Hausarzt nach Antidepressivum fragen?

Ich wurde vom Hausarzt zum Psychiater überwiesen wegen Depressionen, aber die Wartezeiten sind leider recht lang und mir geht es momentan wirklich schlecht. Meine alltäglichen Pflichten kann ich kaum noch erfüllen und ich will das nicht noch Wochen aushalten. Da ein Hausarzt ja auch Antidepressiva verschreiben darf, meint ihr ich könnte ihn nach einem Antidepressivum (z.B. Citalopram) fragen? Bisher hab ich nur ein pflanzliches AD bekommen, das recht wirkungslos war. Wie gehe ich das am besten an und meint ihr ich hätte Chancen? Wenn das nicht klappt, weil er sich da nicht ran traut, was wären Alternativen, wie ich schnell eine wirkungsvolle Medikation bekomme?

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Antwort
von savante, 148

Hallo,

an deiner Stelle rate ich dir einen ärztlichen Psychotherapeuten / Psychologen deines Vertrauens aufzusuchen. Der Arzt kann diagnostisch beurteilen, ob du AD einnehmen sollst oder nicht. Auch ist es ratsam, eine Verhaltenstherapie in Erwägung zu ziehen. Dies bringt dich weiter voran als AD einzunehmen. AD haben viele Nebenwirkungen und unterstützen das Krankheitsbild nur bedingt. Deshalb ist eine Verhaltenstherapie von dringender Notwendigkeit anzuraten. Anzuraten ist auch, seine Ernährung umzustellen und viel Sport zu treiben. Viel Gemüse und Obst essen, Sport treiben oder Spaziergänge an der frischen Luft etc., tun Wunder. Sich wieder bewusst machen, wie schön die Natur sein kann. Auch eine Raumveränderung mit hellen und warmen Farben können hilfreich sein und entgegen wirken. - Gute Besserung

Kommentar von yuppieyuppie ,

Also ein pflanzliches AD hatte ich ja bereits verschrieben bekommen und ansonsten warte ich momentan bis zu meinem Termin beim Psychiater. Zu einer Therapie wäre ich auch bereit, aber das dauert sicher seine Zeit. Was die gesunde Lebensweise anbelangt, wollte ich das eigentlich schon lange machen, aber ich hab wegen der Depression leider null Antrieb und Energie um diese auch tatsächlich umzusetzen. Deshalb hoffe ich, dass mir ein  AD den Schub geben kann, um diese Dinge wirklich in Angriff zu nehmen.

Antwort
von Eulien, 160

Wie lange hast Du das Pflanzliche denn schon genommen?

Ich denke mal es geht um Laif?

Das braucht schon eine Weile bis es wirkt, würde Citalopram aber auch brauchen.

Mein Hausarzt hat mir schon Diverse AD angeboten, ist also durchaus möglich. Würd es aber nicht empfehlen.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Ich weiß, dass es Wochen dauert bis ADs ihre Wirkung entfalten. Es war trotzdem nicht gerade wirkungsvoll, außerdem hat Johanniskraut überhaupt keine antriebssteigernde Wirkung. Citalopram hingegen schon und die Antriebssteigerung spürt man auch schon kurz nach Einnahmebeginn, die Stimmungsaufhellung erst nach Wochen.

Antwort
von homesick96, 134

Du kannst es probieren und deinen Arzt direkt nach Antidepressivum fragen. Meiner wollte mir nichts verschreiben und das finde ich auch richtig. Die Hausärzte kennen sich eben nicht genau mit Psychopharmaka aus. Ich persönlich halte nicht viel von der Gabe von AD, habe selbst 7 ausprobiert und habe sie bisher immer abgesetzt, weil keine Wirkung spürbar war. Das kann bei dir natürlich anders sein, aber häufig muss man mehrere ausprobieren und die wirken ja auch erst nach 2-4 Wochen im vollen Umfang. Wenn du es ausprobieren möchtest, wende dich an die Ambulanz der für dich zuständigen Psychiatrie. Die haben meistens auch Notfallsprechstunden oder können dir oft schneller helfen als niedergelassene Psychiater.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Naja schlimmstenfalls kriege ich nur Nebenwirkungen und probiere eben ein anderes. Abhängig wird man davon schließlich nicht und sonderlich gefährlich sind sie auch nicht, es sei denn man ist suizidgefährdet. Warum weigert sich ein Hausarzt dann es zu verschreiben?

Kommentar von homesick96 ,

Man sollte mit Psychopharmaka nicht so leichtfertig sein. Die können schon heftige Nebenwirkungen erzeugen. Klar betrifft es nur eine Minderheit, aber grade AD schlagen gerne mal aufs Herz. Der Hausarzt kennt die verschiedenen Dosierungen nicht und kann auch nicht genau wissen, welches AD für deine Symptomatik das richtige ist. Und grade wegen der Nebenwirkungen muss man normal mit einem Psychiater gucken, wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist. AD sollen auch eigentlich nur eine Psychotherapie unterstützen. Ich meine man kann es mit dem Hausarzt probieren, wenn man es tun möchte. Ich weiß selbst, das es einem so schlecht gehen kann, dass man Medikamente möchte, weil man hofft man wird entlastet. Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen und sagen, dass sie mir teilweise geschadet haben und es meinem Körper besser geht seitdem ich sie abgesetzt habe. Kenne aber auch Leute, denen es zeitweise geholfen hat. Langfristig wird das oft nur etwas mit entsprechender Therapie.

Antwort
von pilot350, 126

Der erste weg ist zum hausarzt. Solltest du es nicht aushalten hast du in die nächste klinik zu gehen und dein problem zu schildern mit den wartezeiten usw.

Antwort
von Ostsee1982, 86

Da ein Hausarzt ja auch Antidepressiva verschreiben darf,

Dürfen und tun sind zwei paar Schuhe und nicht jeder Hausarzt verschreibt ohne Befund und medikamentöser Einstellung eines Facharztes Psychopharmaka. Der kann ja nicht ins Blaue hinein irgendwas verschreiben. Es gibt viele Menschen denen es schlecht geht und die wochen- und monatelang auf einen Termin warten müssen. Als Alternative gibt es nur die psychiatrische Ambulanz die allerdings keinen Arzttermin ersetzt sondern als Maßnahmen in Notfällen dient.


Kommentar von yuppieyuppie ,

Also bleibt mir nur abzuwarten? Naja, Psychiater probieren ja auch gewissermaßen ein AD nach dem anderen aus bis sie eins gefunden haben, das wirkt. Ist quasi auch ins Blaue hinein und wirklich gefährlich sind ADs ja nun wirklich nicht, wenn man nicht suizidgefährdet ist.

Kommentar von Ostsee1982 ,

So ist es ... oder in Notfällen die Klinik aufsuchen.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Naja, was heißt Notfall, mir gehts nicht gut, aber mich selbst umbringen werd ich nicht.

Kommentar von Ostsee1982 ,

und wirklich gefährlich sind ADs ja nun wirklich nicht, wenn man nicht suizidgefährdet ist.

Das ist ein Trugschluss. Es gab auch schon unerwartete Todesfälle ohne Überdosierung. Psychophamaka sind keine Hustenbonbons wo man jeden Tag bei Nichtgefallen etwas anderes ausprobieren kann.

Naja, was heißt Notfall, mir gehts nicht gut, aber mich selbst umbringen werd ich nicht.

Notfälle sind: Selbstmordandrohungen, Verwirrtheit, Schockzustände, Nervenzusammenbrüche.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Mag sein, aber das dürfte wohl sehr unwahrscheinlich sein. Was ist zB dagegen einzuwenden, dass er mir Citalopram verschreibt?

Kommentar von Ostsee1982 ,

Es ist nicht unwahrscheinlich es kommt vor. Davon abgesehen können auch sonstige Nebenwirkungen auftreten die du nicht vorhersehen kannst.

Was dagegen spricht, dass dir ein Allgemeinmediziner Citalopram verschreibt ist, dass er kein Facharzt ist, keine entsprechende Anamnese stellen kann, nicht beurteilen kann ob es sich überhaupt um eine Depression handelt oder noch etwas ganz andere dahinter steckt, im Fall des Falles um welche Form der Depression es sich handelt, ob körperliche Ursachen dahinter stecken (Schilddrüse, Nebenniere etc). Ich gehe auch nicht Orthopäden und lass mir etwas gegen Zahnschmerzen verschreiben mit der Begründung "er ist Arzt".

Antwort
von Sanja2, 69

Ich fände es sehr gut wenn der Hausarzt auch wenn er dürfte die Diagnostik eines Psychiaters als Grundlage für seine Verschreibung haben will. Falls deine Situation so akut und kritisch ist, dann geh in die Ambulanz einer Psychiatrischen Klinik und bitte dort um Hilfe.

Antwort
von Flupp66, 73

Hey,

Ja, das kann auch ein Hausarzt tun. 

Man kann aber auch sicherlich zu einer psychiatrischen Ambulanz gehen. Dort kriegt man sehr schnell einen Termin.

Liebe Grüße, Flupp 

Antwort
von hannahmaria333, 95

Ich nehme schon lange Fluoxetin wegen schweren Depressionen hnd Bulimie. Wenn ich dir eins sagen kann, dann versuch es bitte ohne Antidepressiva! Ich habe diese Teile völlig unterschätzt. Wenn es gar nicht mehr anders geht, dann nimm sie, aber meistens sind die nebenwirkungen fast mehr vorhanden als der positive effekt

Kommentar von yuppieyuppie ,

Naja die wirken ja bei jedem unterschiedlich..ich hoffe mal ich hab Glück

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 68

Frage deinen Hausarzt nach einem Antidepressiva. Es gibt da viele unterschiedliche Präparate, bestimmt hilft dir eins weiter.

Antwort
von Kodiak57, 98

Der normale Hausarzt darf dir ein Antidepressivum ohne Untersuchung durch einen Psychiater nicht verschreiben. Sollte die Wartezeit zu lang sein, lass dich in die für deinen Bereich zuständige Klinik einweisen.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Doch, das dürfen Hausärzte.

Kommentar von Kodiak57 ,

Vor vielen Jahren war das noch möglich. Heutzutage geht das nicht mehr, wenn der Patient nicht vorher vom Facharzt begutachtet wurde.

Kommentar von yuppieyuppie ,

Ich hab bereits eines verschrieben bekommen und gerade nochmal nachgeschaut, doch es ist erlaubt.

Kommentar von Kodiak57 ,

Dann haben wir unterschiedliche Informationen.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Wenn es erlaubt ist, warum frägst du dann?

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